Schematische Darstellung eines Unfalls
Physikalisches Prinzip eines Frontalaufpralls
Bei einem Unfall entstehen enorme Kräfte, die aufgefangen werden müssen.

Abb. 169 Fahrzeug nähert sich einer Mauer, Insassen sind nicht angeschnallt

Abb. 170 Das Fahrzeug prallt gegen die Mauer
Das physikalische Prinzip eines Frontalaufpralls lässt sich einfach erklären:
Sobald sich das Fahrzeug bewegt, entsteht eine Energie aus der Bewegung des Fahrzeugs und der Insassen, die „kinetische Energie“ genannt wird => Abb. 169. Die Höhe der freiwerdenden „kinetischen Energie“ hängt im Wesentlichen von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs sowie vom Gewicht des Fahrzeugs und der Insassen ab. Je größer Gewicht und Geschwindigkeit sind, desto größer ist die Energie, die bei einem Unfall aufgefangen werden muss.
Entscheidend ist jedoch vor allem die Geschwindigkeit des Fahrzeugs.
Verdoppelt sich die Geschwindigkeit von 25 km/h auf 50 km/h, vervierfacht sich die freiwerdende kinetische Energie. Da die Insassen in unserem Beispiel nicht angeschnallt sind, nimmt bei einem Aufprall allein die Mauer die gesamte kinetische Energie der Insassen auf => Abb. 170. Dies führt zu schweren bis tödlichen Verletzungen.
*Selbst wenn Sie nur mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h bis 50 km/h fahren, können die Kräfte, die bei einem Unfall auf Ihren Körper wirken, leicht über 10 000 Newton liegen, was einem Gewicht von einer Tonne (1 000 kg) entspricht.
Diese Kräfte nehmen mit steigender Fahrzeuggeschwindigkeit sogar noch zu.
Anders ausgedrückt: Verdoppelt sich die Geschwindigkeit, vervierfachen sich die freiwerdenden Kräfte! Insassen, die nicht angeschnallt sind, bleiben daher nicht mit dem Fahrzeug „verbunden“. Bei einem Frontalaufprall bewegen sich diese Personen mit der Geschwindigkeit weiter, mit der sich das Fahrzeug vor dem Aufprall bewegt hat.
Was passiert mit Insassen, die nicht angeschnallt sind?
Insassen, die nicht angeschnallt sind, können tödlich verletzt werden!

Abb. 171 Der nicht angeschnallte Fahrer wird nach vorne geschleudert

Abb. 172 Der nicht angeschnallte Fondpassagier wird nach vorne geschleudert
Bei einem Frontalaufprall werden nicht angeschnallte Insassen nach vorne geschleudert und prallen gegen Teile des Innenraums wie Lenkrad, Armaturenbrett oder Windschutzscheibe
=> Abb. 171. Nicht angeschnallte Insassen können sogar aus dem Fahrzeug geschleudert werden. Sie können dabei tödlich verletzt werden.
Die weit verbreitete Annahme, man könne sich bei einem leichten Unfall mit den Händen abstützen, ist falsch. Selbst bei Kollisionen mit sehr geringer Geschwindigkeit lassen sich die auf den Körper wirkenden Kräfte nicht mehr abfangen.
Es ist wichtig, dass auch die Insassen der Rücksitze den Sicherheitsgurt anlegen, denn auch sie werden bei einem Unfall im Innenraum nach vorne geschleudert. Ein nicht angeschnallter Fondpassagier gefährdet nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der übrigen Insassen => Abb. 172.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum Audi A4: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.