Fahren

Bremsen

~4Min. Lesezeit

Neue Bremsbeläge

Neue Bremsbeläge erreichen ihre volle Bremswirkung während der ersten 400 Kilometer noch nicht; sie müssen zunächst „eingebremst“ werden. Sie können diese leichte Einbuße der Bremswirkung durch einen stärkeren Druck auf das Bremspedal ausgleichen. Vermeiden Sie während der Einbremsphase starke Belastungen der Bremsen.

Verschleiß

Der Verschleiß der Bremsbeläge hängt hauptsächlich von den Einsatzbedingungen und der Fahrweise ab. Dies gilt besonders, wenn Sie überwiegend in der Stadt fahren, häufig kurze Strecken zurücklegen oder einen sehr sportlichen Fahrstil pflegen.

Regen oder Streusalz

In bestimmten Situationen, etwa nach der Durchfahrt durch Pfützen, bei Regen oder nach dem Waschen des Fahrzeugs, kann das Ansprechen der Bremsen durch Feuchtigkeit oder im Winter durch Reif auf Bremsbelägen und Bremsscheiben verzögert sein. Die Bremsen müssen sich beim Bremsen zunächst „freibremsen“.

Wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit 80 km/h überschreitet und die Scheibenwischer eingeschaltet sind, legen sich die Bremsbeläge kurz an die Bremsscheiben an. Dieser für den Fahrer nicht spürbare Vorgang wiederholt sich in regelmäßigen Abständen und verbessert die Bremsleistung bei Regen.

Ebenso gilt: Fahren Sie auf Straßen, die mit Streusalz gestreut wurden, und haben Sie längere Zeit nicht gebremst, tritt die volle Bremswirkung erst mit einer gewissen Verzögerung ein. Die Salzschicht, die sich auf den Bremsscheiben und Bremsbelägen gebildet hat, muss beim Bremsen zunächst durch Reibung entfernt werden.

Korrosion

Lange Standzeiten, eine zu geringe Fahrleistung und mangelnde Belastung begünstigen die Bildung von Korrosion auf den Bremsscheiben und eine Verschmutzung der Bremsbeläge.

Wenn das Bremssystem wenig beansprucht wurde oder sich bereits Rost gebildet hat, bremsen Sie bei hoher Geschwindigkeit mehrmals kräftig ab, um Bremsscheiben und Bremsbeläge zu reinigen.

Bremsstörung

Wenn Sie plötzlich einen längeren Leerweg des Bremspedals bemerken, kann einer der beiden Bremskreise ausgefallen sein. Suchen Sie die nächste Fachwerkstatt auf und lassen Sie die Störung beheben. Fahren Sie langsam und beachten Sie, dass sich der Bremsweg verlängert und Sie das Bremspedal stärker treten müssen.

Bremsflüssigkeitsstand zu niedrig

Ist der Bremsflüssigkeitsstand zu niedrig, können Störungen im Bremssystem auftreten. Der Flüssigkeitsstand wird elektronisch überwacht.

Bremskraftverstärker

Der Bremskraftverstärker verstärkt den Druck, den Sie über das Bremspedal aufbringen. Er arbeitet nur bei laufendem Motor.

ACHTUNG!

  • Führen Sie Bremsungen zur Reinigung des Bremssystems nur durch, wenn der Straßenzustand es zulässt. Gefährden Sie auf keinen Fall andere Verkehrsteilnehmer – Unfallgefahr!
  • Rollen Sie nicht mit dem Fahrzeug, wenn der Motor abgestellt ist – Unfallgefahr!

Warnung!


  • Halten Sie die Bremsen niemals durch leichten Druck auf das Pedal in Schleifstellung, wenn Sie nicht bremsen müssen. Die Bremsen würden sich sonst erhitzen, und der Bremsweg sowie der Bremsenverschleiß würden größer.
  • Reduzieren Sie vor der Fahrt auf einer langen Strecke mit starkem Gefälle Ihre Geschwindigkeit; legen Sie den nächstniedrigeren Gang ein (Schaltgetriebe) oder wählen Sie eine niedrigere Fahrstufe (Automatikgetriebe). Sie nutzen so die Motorbremse und entlasten die Bremsen. Wenn Sie zusätzlich bremsen müssen, bremsen Sie nicht durchgehend, sondern in Intervallen.

Hinweis

  • Wenn die Bremskraftverstärkung nicht funktioniert, z. B. weil das Fahrzeug abgeschleppt werden muss oder die Bremskraftverstärkung defekt ist, müssen Sie das Bremspedal deutlich stärker treten als üblich.
  • Wenn Sie nachträglich einen Frontspoiler, geschlossene Radzierblenden oder ähnliches Zubehör anbauen, achten Sie darauf, dass die Belüftung der Vorderräder ausreichend ist. Andernfalls kann sich das Bremssystem überhitzen.

Testen Sie sich

Ein kurzes Quiz zum Audi A4: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.