Motorsteuerung/Kraftstoffsystem

Fehlersuche

60Schritte
~360Min.
4/5Schwierigkeit
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Grundlegende Fehlerbehebungsverfahren

Allgemeines Fehlersuchhandbuch
Problemanalyse-Blatt des Kunden
Grundlegendes Prüfverfahren: Messung des Widerstands elektronischer Bauteile. Der gemessene Widerstand kann nach Fahrbetrieb bei hoher Temperatur hoch oder niedrig sein. Daher sind alle Widerstände bei Umgebungstemperatur (20 °C, 68 °F) zu messen, sofern nicht anders angegeben.
Die gemessenen Widerstandswerte sind Referenzwerte, mit Ausnahme der Umgebungstemperatur (20 °C, 68 °F).
Verfahren zur Prüfung intermittierender Fehler: Manchmal ist der schwierigste Fall bei der Fehlersuche, dass das Fehlersymptom auftritt, sich aber während der Prüfung nicht reproduzieren lässt. Zum Beispiel, wenn der Fehler nur bei kaltem Fahrzeug auftritt und bei warmem Fahrzeug nie. In diesem Fall muss der Techniker das Problemanalyse-Blatt des Kunden sorgfältig ausfüllen und die Umgebung und Bedingungen nachstellen (simulieren), unter denen das Fahrzeugproblem aufgetreten ist.
  1. Löschen Sie den Diagnose-Fehlercode (DTC).
  2. Prüfen Sie die Steckverbindung und kontrollieren Sie die Klemmen auf schlechten Kontakt. Achten Sie auf lose Anschlüsse, lose Drähte, verbogene, gebrochene oder korrodierte Kontakte. Prüfen Sie anschließend, ob die Steckverbinder sicher verriegelt sind.
  3. Bewegen Sie den Steckverbinder und den Kabelbaum leicht vertikal und horizontal.
  4. Reparieren oder ersetzen Sie das fehlerhafte Bauteil.
  5. Prüfen Sie mit einer Probefahrt, ob das Problem behoben ist.
● Vibration simulieren
a. Sensoren und Stellglieder: Bewegen Sie Sensoren, Stellglieder oder Relais mit dem Finger leicht.
Starke Vibrationen können Sensoren, Stellglieder oder Relais beschädigen.
b. Steckverbinder und Kabelbaum: Bewegen Sie den Steckverbinder und den Kabelbaum leicht zuerst vertikal und dann horizontal.
● Wärme simulieren
a. Erwärmen Sie die vermutlich fehlerhaften Bauteile mit einem Heißluftgebläse oder einer anderen Wärmequelle.
  • Erwärmen Sie die Bauteile NICHT so stark, dass sie beschädigt werden können.
  • Erwärmen Sie das ECM NICHT direkt.
● Wassereinwirkung simulieren
a. Besprühen Sie das Fahrzeug mit Wasser, um Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit zu simulieren.
Spritzen Sie NICHT direkt Wasser in den Motorraum oder auf elektronische Bauteile.
● Elektrische Last simulieren
a. Schalten Sie alle elektrischen Verbraucher ein, um übermäßige elektrische Last zu simulieren (Radio, Gebläse, Beleuchtung, Heckscheibenheizung usw.).
Prüfverfahren für Steckverbinder
  1. Handhabung von Steckverbindern
    a. Ziehen Sie beim Trennen von Steckverbindern niemals am Kabelbaum.
    b. Drücken Sie beim Trennen eines verriegelten Steckverbinders die Verriegelung hinein oder ziehen Sie den Verriegelungshebel zurück.
    b. Achten Sie beim Verriegeln der Steckverbinder auf das Einrastgeräusch. Dieses Geräusch zeigt an, dass sie sicher verriegelt sind.
    d. Wenn Sie ein Prüfgerät zur Durchgangsprüfung oder Spannungsmessung verwenden, stechen Sie die Prüfspitze immer von der Kabelbaumseite ein.
    e. Prüfen Sie wasserdichte Steckverbinderklemmen von der Steckerseite. Wasserdichte Steckverbinder sind von der Kabelbaumseite nicht zugänglich.
    • Verwenden Sie einen dünnen Draht, damit die Klemme nicht beschädigt wird.
    • Beschädigen Sie die Klemme nicht beim Einführen der Prüfspitze.
  2. Prüfpunkte am Steckverbinder
    a. Bei angeschlossenem Steckverbinder: Halten Sie den Steckverbinder fest und prüfen Sie den Verbindungszustand und die Wirksamkeit der Verriegelung.
    b. Bei getrenntem Steckverbinder: Prüfen Sie auf fehlende Klemmen, gequetschte Klemmen oder gebrochene Adern, indem Sie leicht am Kabelbaum ziehen. Prüfen Sie optisch auf Rost, Verschmutzung, Verformung und Verbiegung.
    b. Prüfen Sie den Sitz der Klemmen: Stecken Sie einen Ersatz-Steckerstift in die Buchsenklemme und prüfen Sie anschließend den Sitz der Klemme.
    d. Ziehen Sie leicht an den einzelnen Drähten, um sicherzustellen, dass jeder Draht in der Klemme fest sitzt.
  3. Methode zur Reparatur von Steckerklemmen
    a. Reinigen Sie die Kontaktstellen mit Druckluft und/oder einem Tuch.
    Verwenden Sie zum Polieren der Kontaktstellen niemals Schleifpapier, da sonst die Kontaktstelle beschädigt werden kann.
    b. Bei abnormalem Kontaktdruck ersetzen Sie die Buchsenklemme.
  4. Prüfen Sie vor dem Ausbau des Kabelbaums Lage und Befestigung des Kabelbaums, um ihn korrekt wieder zu montieren.
  5. Prüfen Sie, ob der Kabelbaum verdreht, gespannt oder locker ist.
  6. Prüfen Sie, ob der Kabelbaum übermäßig heiß ist.
  7. Prüfen Sie, ob sich der Kabelbaum dreht, bewegt oder gegenüber scharfen Kanten von Bauteilen vibriert.
  8. Prüfen Sie die Verbindung zwischen dem Kabelbaum und jedem montierten Bauteil.
  9. Ist die Isolierung des Kabelbaums beschädigt, befestigen, reparieren oder ersetzen Sie den Kabelbaum.
  10. Verfahren bei Unterbrechung
    • Durchgangsprüfung
    • Spannungsprüfung
    Tritt eine Leitungsunterbrechung auf (wie in [ABB. 1] dargestellt), kann sie durch Schritt 2 (Durchgangsprüfung) oder Schritt 3 (Spannungsprüfung), wie nachstehend beschrieben, gefunden werden.
  11. Methode der Durchgangsprüfung
    Bewegen Sie den Kabelbaum bei der Widerstandsmessung leicht nach oben und unten oder von Seite zu Seite.
    Sollwert (Widerstand) 1 Ω oder weniger → Stromkreis in Ordnung; 1 MΩ oder mehr → Leitungsunterbrechung
    a. Trennen Sie die Steckverbinder (A) und (C) und messen Sie den Widerstand zwischen den Steckverbindern (A) und (C), wie in [ABB. 2] dargestellt. In [ABB. 2] ist der gemessene Widerstand von Leitung 1 bzw. Leitung 2 größer als 1 MΩ bzw. kleiner als 1 Ω. Insbesondere liegt eine Unterbrechung in Leitung 1 vor (Leitung 2 ist in Ordnung). Um die genaue Unterbrechungsstelle zu finden, prüfen Sie die Teilstrecke von Leitung 1 gemäß dem nächsten Schritt.
    b. Trennen Sie den Steckverbinder (B) und messen Sie den Widerstand zwischen Steckverbinder (C) und (B1) sowie zwischen (B2) und (A), wie in [ABB. 3] dargestellt. In diesem Fall ist der gemessene Widerstand zwischen Steckverbinder (C) und (B1) größer als 1 MΩ. Die Unterbrechung liegt zwischen Klemme 1 des Steckverbinders (C) und Klemme 1 des Steckverbinders (B1).
  12. Methode der Spannungsprüfung
    a. Messen Sie bei weiterhin angeschlossenen Steckverbindern die Spannung zwischen Fahrzeugmasse und Klemme 1 jedes Steckverbinders (A), (B) und (C), wie in [ABB. 4] dargestellt. Die gemessenen Spannungen betragen jeweils 5 V, 5 V und 0 V. Somit liegt die Unterbrechung zwischen den Steckverbindern (C) und (B).
  13. Methode der Kurzschlussprüfung gegen Masse
    • Durchgangsprüfung gegen Fahrzeugmasse
    Tritt ein Kurzschluss gegen Masse auf (wie in [ABB. 5] dargestellt), kann die Fehlerstelle durch Schritt 2 (Durchgangsprüfung gegen Fahrzeugmasse) gefunden werden, wie nachstehend beschrieben.
  14. Methode der Durchgangsprüfung (gegen Fahrzeugmasse)
    Bewegen Sie den Kabelbaum bei der Widerstandsmessung leicht nach oben und unten oder von Seite zu Seite.
    Sollwert (Widerstand) 1 Ω oder weniger → Masseschluss; 1 MΩ oder mehr → Stromkreis in Ordnung
    a. Trennen Sie die Steckverbinder (A) und (C) und messen Sie den Widerstand zwischen Steckverbinder (A) und der Fahrzeugmasse, wie in [ABB. 6] dargestellt. In diesem Beispiel ist der gemessene Widerstand von Leitung 1 kleiner als 1 Ω und von Leitung 2 größer als 1 MΩ. Insbesondere liegt ein Kurzschluss nach Masse in Leitung 1 vor (Leitung 2 ist in Ordnung). Um die genaue Fehlerstelle zu finden, prüfen Sie die Teilstrecke von Leitung 1 gemäß dem nächsten Schritt.
    b. Trennen Sie den Steckverbinder (B) und messen Sie den Widerstand zwischen Steckverbinder (A) und Fahrzeugmasse sowie zwischen (B1) und Fahrzeugmasse, wie in [ABB. 7] dargestellt. Der gemessene Widerstand zwischen Steckverbinder (B1) und Fahrzeugmasse beträgt 1 Ω oder weniger. Es liegt ein Kurzschluss nach Masse zwischen Klemme 1 des Steckverbinders (C) und Klemme 1 des Steckverbinders (B1) vor.
Prüfverfahren für Kabelbäume / Prüfverfahren für elektrische Stromkreise ● Auf Unterbrechung prüfen ● Auf Kurzschluss prüfen ● Spannungsabfallprüfung. Dieser Test prüft den Spannungsabfall an einer Leitung oder über eine Verbindung bzw. einen Schalter.
A. Schließen Sie den Pluspol des Voltmeters an das Ende der Leitung (bzw. an die Seite des Steckers oder Schalters) an, das dem Akkumulator am nächsten liegt.
B. Schließen Sie die Minusleitung am anderen Ende der Leitung an (bzw. an die andere Seite des Steckers oder Schalters).
C. Betätigen Sie den Stromkreis.
D. Das Voltmeter zeigt die Spannungsdifferenz zwischen zwei Punkten an. Eine Differenz bzw. ein Spannungsabfall von mehr als 0,1 V (50 mV bei 5 V-Stromkreis) kann auf ein Problem hinweisen. Prüfen Sie den Stromkreis auf lockere oder verschmutzte Verbindungen.
Symptomtabelle der Fehlersuche
Hauptsymptom Diagnoseverfahren Prüfen Sie außerdem
Motor lässt sich nicht starten
(Motor dreht nicht durch)
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Anlasser prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Anlasser“)
  3. Neutralstellungsschalter (A/T) bzw. Kupplungsschalter (M/T)
Motor lässt sich nicht starten
(unvollständige Verbrennung)
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Kraftstoffdruck prüfen. (Siehe Kraftstoffsystem – Reparaturverfahren – „Kraftstoffdruck prüfen“)
  3. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  4. Wegfahrsperre diagnostizieren. (Siehe Karosserieelektrik – „Wegfahrsperre“) (Bei blinkender Wegfahrsperrenleuchte)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Rutschender oder gerissener Steuerriemen
  • Verunreinigter Kraftstoff
Schwieriges Starten
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Kraftstoffdruck prüfen. (Siehe Kraftstoffsystem – Reparaturverfahren – „Kraftstoffdruck prüfen“)
  3. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  4. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Schlechter Leerlauf
(unruhiger, schwankender oder falscher Leerlauf)
  1. Kraftstoffdruck prüfen. (Siehe Kraftstoffsystem – Reparaturverfahren – „Kraftstoffdruck prüfen“)
  2. Einspritzventil prüfen. (Siehe Motorsteuerung – „Einspritzventil“)
  3. Langzeit- und Kurzzeit-Kraftstoffkorrektur prüfen (siehe KUNDENDATENSTROM)
  4. Stromkreis der Leerlaufregelung prüfen (DTC prüfen).
  5. Drosselklappengehäuse prüfen und untersuchen
  6. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Motor geht aus
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Kraftstoffdruck prüfen. (Siehe Kraftstoffsystem – Reparaturverfahren – „Kraftstoffdruck prüfen“)
  3. Stromkreis der Leerlaufregelung prüfen (DTC prüfen).
  4. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  5. CKPS-Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  • Fehlercode
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Schlechte Fahrbarkeit
(Ruckeln)
  1. Kraftstoffdruck prüfen. (Siehe Kraftstoffsystem – Reparaturverfahren – „Kraftstoffdruck prüfen“)
  2. Drosselklappengehäuse prüfen und untersuchen
  3. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  4. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  5. Abgasanlage auf mögliche Verstopfung prüfen. (Siehe Mechanik des Motors – „Abgaskrümmer“)
  6. Langzeit- und Kurzzeit-Kraftstoffkorrektur prüfen (siehe KUNDENDATENSTROM)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Klopfen
  1. Kraftstoffdruck prüfen. (Siehe Kraftstoffsystem – Reparaturverfahren – „Kraftstoffdruck prüfen“)
  2. Motorkühlmittel prüfen. (Mechanik des Motors – „Kühler“)
  3. Kühler und elektrischen Kühlerlüfter des Kühlsystems prüfen. (Mechanik des Motors – „Kühler“)
  4. Zündkerzen prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  • Fehlercode
  • Verunreinigter Kraftstoff
Schlechter Kraftstoffverbrauch
  1. Überprüfen Sie die Fahrgewohnheiten des Kunden. · Ist die Klimaanlage dauerhaft eingeschaltet oder ist die Entfrosterfunktion aktiv? · Ist der Reifendruck korrekt? · Wird ein übermäßig schweres Gewicht transportiert? · Erfolgt die Beschleunigung zu stark oder zu häufig?
  2. Kraftstoffdruck prüfen. (Siehe Kraftstoffsystem – Reparaturverfahren – „Kraftstoffdruck prüfen“)
  3. Einspritzventil prüfen. (Siehe Motorsteuerung – „Einspritzventil“)
  4. Abgasanlage auf mögliche Verstopfung prüfen
  5. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Schwieriges Betanken
(Überlaufen beim Tanken)
  1. Absperrventil des Aktivkohlebehälters prüfen. (Siehe Motorsteuerung – „Absperrventil Aktivkohlebehälter“)
  2. Kraftstofftank-Schlauch/-Leitung prüfen. · Eingeklemmt, geknickt oder verstopft? · Ist der Einfüllschlauch gerissen?
  3. Entlüftungsschlauch des Kraftstofftanks zwischen Aktivkohlebehälter (EVAP) und Luftfilter prüfen
  4. Aktivkohlebehälter (EVAP) prüfen
  • Störung der Zapfpistole an der Tankstelle (wenn das Problem an einer bestimmten Tankstelle beim Tanken auftritt)

Testen Sie sich

Ein kurzes Quiz zum Kia Cadenza VG Bedienungsanleitung: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.