Motorsteuerung/Kraftstoffsystem

Fehlersuche

68Schritte
~408Min.
4/5Schwierigkeit
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Grundlegende Fehlerbehebungsverfahren

Allgemeines Fehlersuchhandbuch
Problemanalyse-Blatt des Kunden
Grundlegendes Prüfverfahren: Messbedingungen für den Widerstand elektronischer Bauteile. Der bei hoher Temperatur nach Fahrtbetrieb gemessene Widerstand kann zu hoch oder zu niedrig sein. Daher müssen alle Widerstände bei Umgebungstemperatur (20 °C, 68 °F) gemessen werden, sofern nicht anders angegeben.
Die gemessenen Widerstandswerte sind Referenzwerte, mit Ausnahme der Umgebungstemperatur (20 °C, 68 °F).
Verfahren zur Prüfung intermittierender Fehler: Manchmal ist der schwierigste Fall bei der Fehlersuche, dass das Fehlersymptom auftritt, sich aber während der Prüfung nicht reproduzieren lässt. Zum Beispiel, wenn der Fehler nur bei kaltem Fahrzeug auftritt und bei warmem Fahrzeug nie. In diesem Fall muss der Techniker das Problemanalyse-Blatt des Kunden sorgfältig ausfüllen und die Umgebung und Bedingungen nachstellen (simulieren), unter denen das Fahrzeugproblem aufgetreten ist.
  1. Löschen Sie den Diagnose-Fehlercode (DTC).
  2. Prüfen Sie die Steckverbindung und kontrollieren Sie die Klemmen auf schlechten Kontakt. Achten Sie auf lose Anschlüsse, lose Drähte, verbogene, gebrochene oder korrodierte Kontakte. Prüfen Sie anschließend, ob die Steckverbinder sicher verriegelt sind.
  3. Bewegen Sie den Steckverbinder und den Kabelbaum leicht vertikal und horizontal.
  4. Reparieren oder ersetzen Sie das fehlerhafte Bauteil.
  5. Prüfen Sie mit einer Probefahrt, ob das Problem behoben ist.
  6. Sensoren und Stellglieder: Bewegen Sie Sensoren, Stellglieder oder Relais mit dem Finger leicht.
    Starke Vibrationen können Sensoren, Stellglieder oder Relais beschädigen.
  7. Steckverbinder und Kabelbaum: Bewegen Sie den Steckverbinder und den Kabelbaum leicht zuerst vertikal und dann horizontal.
  8. Erwärmen Sie die vermutlich fehlerhaften Bauteile mit einem Heißluftgebläse oder einer anderen Wärmequelle.
    • Erwärmen Sie die Bauteile NICHT so stark, dass sie beschädigt werden können.
    • Erwärmen Sie das ECM NICHT direkt.
  9. Besprühen Sie das Fahrzeug mit Wasser, um Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit zu simulieren.
    Spritzen Sie NICHT direkt Wasser in den Motorraum oder auf elektronische Bauteile.
  10. Schalten Sie alle elektrischen Verbraucher ein, um übermäßige elektrische Last zu simulieren (Radio, Gebläse, Beleuchtung, Heckscheibenheizung usw.).
  11. Handhabung von Steckverbindern
    A. Ziehen Sie beim Trennen von Steckverbindern niemals am Kabelbaum.
    B. Drücken Sie beim Trennen eines verriegelten Steckverbinders die Verriegelung hinein oder ziehen Sie den Verriegelungshebel zurück.
    C. Achten Sie beim Verriegeln der Steckverbinder auf das Einrastgeräusch. Dieses Geräusch zeigt an, dass sie sicher verriegelt sind.
    D. Wenn Sie ein Prüfgerät zur Durchgangsprüfung oder Spannungsmessung verwenden, stechen Sie die Prüfspitze immer von der Kabelbaumseite ein.
    E. Prüfen Sie wasserdichte Steckverbinderklemmen von der Steckerseite. Wasserdichte Steckverbinder sind von der Kabelbaumseite nicht zugänglich.
    • Verwenden Sie einen dünnen Draht, damit die Klemme nicht beschädigt wird.
    • Beschädigen Sie die Klemme nicht beim Einführen der Prüfspitze.
  12. Prüfpunkte am Steckverbinder
    A. Bei angeschlossenem Steckverbinder: Halten Sie den Steckverbinder fest und prüfen Sie den Verbindungszustand und die Wirksamkeit der Verriegelung.
    B. Bei getrenntem Steckverbinder: Prüfen Sie auf fehlende Klemmen, gequetschte Klemmen oder gebrochene Adern, indem Sie leicht am Kabelbaum ziehen. Prüfen Sie optisch auf Rost, Verschmutzung, Verformung und Verbiegung.
    C. Prüfen Sie den Sitz der Klemmen: Stecken Sie einen Ersatz-Steckerstift in die Buchsenklemme und prüfen Sie anschließend den Sitz der Klemme.
    D. Ziehen Sie leicht an den einzelnen Drähten, um sicherzustellen, dass jeder Draht in der Klemme fest sitzt.
  13. Methode zur Reparatur von Steckerklemmen
    A. Reinigen Sie die Kontaktstellen mit Druckluft und/oder einem Tuch.
    Verwenden Sie zum Polieren der Kontaktstellen niemals Schleifpapier, da sonst die Kontaktstelle beschädigt werden kann.
    B. Bei abnormalem Kontaktdruck ersetzen Sie die Buchsenklemme.
  14. Prüfen Sie vor dem Ausbau des Kabelbaums Lage und Befestigung des Kabelbaums, um ihn korrekt wieder zu montieren.
  15. Prüfen Sie, ob der Kabelbaum verdreht, gespannt oder locker ist.
  16. Prüfen Sie, ob der Kabelbaum übermäßig heiß ist.
  17. Prüfen Sie, ob sich der Kabelbaum dreht, bewegt oder gegenüber scharfen Kanten von Bauteilen vibriert.
  18. Prüfen Sie die Verbindung zwischen dem Kabelbaum und jedem montierten Bauteil.
  19. Ist die Isolierung des Kabelbaums beschädigt, befestigen, reparieren oder ersetzen Sie den Kabelbaum.
  20. Verfahren bei Unterbrechung
    A. Durchgangsprüfung
    B. Spannungsprüfung
    Tritt eine Leitungsunterbrechung auf (wie in [ABB. 1] dargestellt), kann sie durch Schritt 2 (Durchgangsprüfung) oder Schritt 3 (Spannungsprüfung), wie nachstehend beschrieben, gefunden werden.
  21. Methode der Durchgangsprüfung
    Bewegen Sie den Kabelbaum bei der Widerstandsmessung leicht nach oben und unten oder von Seite zu Seite.
    Spezifikation (Widerstand) 1 Ω oder weniger > normaler Stromkreis 1 MΩ oder mehr > Unterbrechung
    A. Trennen Sie die Steckverbinder (A) und (C) und messen Sie den Widerstand zwischen den Steckverbindern (A) und (C), wie in [ABB. 2] gezeigt. In [ABB. 2] sind die gemessenen Widerstände der Leitungen 1 und 2 größer als 1 MΩ bzw. kleiner als 1 Ω. Insbesondere ist Leitung 1 unterbrochen (Leitung 2 ist normal). Um die genaue Unterbrechungsstelle zu finden, prüfen Sie den Teilabschnitt von Leitung 1 wie im folgenden Schritt beschrieben.
    B. Trennen Sie den Steckverbinder (B) und messen Sie den Widerstand zwischen Steckverbinder (C) und (B1) sowie zwischen (B2) und (A), wie in [ABB. 3] gezeigt. In diesem Fall ist der gemessene Widerstand zwischen Steckverbinder (C) und (B1) größer als 1 MΩ. Die Unterbrechung liegt zwischen Anschluss 1 des Steckverbinders (C) und Anschluss 1 des Steckverbinders (B1).
  22. Methode der Spannungsprüfung
    A. Messen Sie bei weiterhin angeschlossenen Steckverbindern die Spannung zwischen Fahrzeugmasse und Klemme 1 jedes Steckverbinders (A), (B) und (C), wie in [ABB. 4] dargestellt. Die gemessenen Spannungen betragen jeweils 5 V, 5 V und 0 V. Somit liegt die Unterbrechung zwischen den Steckverbindern (C) und (B).
  23. Methode der Kurzschlussprüfung gegen Masse
    A. Durchgangsprüfung gegen Fahrzeugmasse
    Tritt ein Kurzschluss gegen Masse auf (wie in [ABB. 5] dargestellt), kann die Fehlerstelle durch Schritt 2 (Durchgangsprüfung gegen Fahrzeugmasse) gefunden werden, wie nachstehend beschrieben.
  24. Methode der Durchgangsprüfung (gegen Fahrzeugmasse)
    Bewegen Sie den Kabelbaum bei der Widerstandsmessung leicht nach oben und unten oder von Seite zu Seite.
    Spezifikation (Widerstand) 1 Ω oder weniger > Kurzschluss nach Masse 1 MΩ oder mehr > normaler Stromkreis
    A. Trennen Sie die Steckverbinder (A) und (C) und messen Sie den Widerstand zwischen Steckverbinder (A) und Fahrzeugmasse, wie in [ABB. 6] gezeigt. Die gemessenen Widerstände der Leitungen 1 und 2 betragen in diesem Beispiel weniger als 1 Ω bzw. mehr als 1 MΩ. Insbesondere ist Leitung 1 nach Masse kurzgeschlossen (Leitung 2 ist normal). Um die genaue Fehlerstelle zu finden, prüfen Sie den Teilabschnitt von Leitung 1 wie im folgenden Schritt beschrieben.
    B. Trennen Sie den Steckverbinder (B) und messen Sie den Widerstand zwischen Steckverbinder (A) und Fahrzeugmasse sowie zwischen (B1) und Fahrzeugmasse, wie in [ABB. 7] gezeigt. Der gemessene Widerstand zwischen Steckverbinder (B1) und Fahrzeugmasse beträgt 1 Ω oder weniger. Kurzschluss nach Masse zwischen Anschluss 1 des Steckverbinders (C) und Anschluss 1 des Steckverbinders (B1).
  25. Schließen Sie den Pluspol des Voltmeters an das Ende der Leitung (bzw. an die Seite des Steckers oder Schalters) an, das dem Akkumulator am nächsten liegt.
  26. Schließen Sie die Minusleitung am anderen Ende der Leitung an (bzw. an die andere Seite des Steckers oder Schalters).
  27. Betätigen Sie den Stromkreis.
  28. Das Voltmeter zeigt die Spannungsdifferenz zwischen zwei Punkten an. Eine Differenz bzw. ein Spannungsabfall von mehr als 0,1 V (50 mV bei 5 V-Stromkreis) kann auf ein Problem hinweisen. Prüfen Sie den Stromkreis auf lockere oder verschmutzte Verbindungen.
• Vibration simulieren • Hitze simulieren • Wasserspritzer simulieren • Elektrische Last simulieren Verfahren zur Prüfung des Steckverbinders Verfahren zur Prüfung des Kabelbaums Verfahren zur Prüfung des Stromkreises • Offenen Stromkreis prüfen • Kurzschluss prüfen • Spannungsabfall prüfen Dieser Test prüft den Spannungsabfall über einer Leitung oder über eine Verbindung bzw. einen Schalter. Symptom Symptomtabelle des Handbuchs zur Fehlersuche und -behebung
Hauptsymptom Diagnoseverfahren Prüfen Sie außerdem
Motor lässt sich nicht starten
(Motor dreht nicht durch)
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Anlasser prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Anlasser“)
  3. Neutralstellungsschalter (A/T) bzw. Kupplungsschalter (M/T)
Motor lässt sich nicht starten
(unvollständige Verbrennung)
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Prüfen Sie den Kraftstoffdruck (siehe Kraftstoffsystem – „Kraftstoffdruckprüfung“).
  3. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  4. Wegfahrsperre diagnostizieren. (Siehe Karosserieelektrik – „Wegfahrsperre“) (Bei blinkender Wegfahrsperrenleuchte)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Rutschender oder gerissener Steuerriemen
  • Verunreinigter Kraftstoff
Schwieriges Starten
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Prüfen Sie den Kraftstoffdruck (siehe Kraftstoffsystem – „Kraftstoffdruckprüfung“).
  3. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  4. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Schlechter Leerlauf
(unruhiger, schwankender oder falscher Leerlauf)
  1. Prüfen Sie den Kraftstoffdruck (siehe Kraftstoffsystem – „Kraftstoffdruckprüfung“).
  2. Einspritzventil prüfen. (Siehe Motorsteuerung – „Einspritzventil“)
  3. Langzeit- und Kurzzeit-Kraftstoffkorrektur prüfen (siehe KUNDENDATENSTROM)
  4. Stromkreis der Leerlaufregelung prüfen (DTC prüfen).
  5. Drosselklappengehäuse prüfen und untersuchen
  6. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Motor geht aus
  1. Batterie prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Batterie“)
  2. Prüfen Sie den Kraftstoffdruck (siehe Kraftstoffsystem – „Kraftstoffdruckprüfung“).
  3. Stromkreis der Leerlaufregelung prüfen (DTC prüfen).
  4. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  5. CKPS-Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  • Fehlercode
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Schlechte Fahrbarkeit
(Ruckeln)
  1. Prüfen Sie den Kraftstoffdruck (siehe Kraftstoffsystem – „Kraftstoffdruckprüfung“).
  2. Drosselklappengehäuse prüfen und untersuchen
  3. Zündkreis prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  4. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen (DTC prüfen)
  5. Abgasanlage auf mögliche Verstopfung prüfen. (Siehe Mechanik des Motors – „Abgaskrümmer“)
  6. Langzeit- und Kurzzeit-Kraftstoffkorrektur prüfen (siehe KUNDENDATENSTROM)
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Klopfen
  1. Prüfen Sie den Kraftstoffdruck (siehe Kraftstoffsystem – „Kraftstoffdruckprüfung“).
  2. Untersuchen Sie die Motorkühlflüssigkeit. (Siehe Motormechanik – „Kühler“.)
  3. Untersuchen Sie den Kühler und den elektrischen Kühlerlüfter. (Siehe Motormechanik – „Kühler“.)
  4. Zündkerzen prüfen. (Siehe Motorelektrik – „Zündsystem“)
  • Fehlercode
  • Verunreinigter Kraftstoff
Schlechter Kraftstoffverbrauch
  1. Prüfen Sie die Fahrweise des Kunden. • Klimaanlage ständig eingeschaltet oder Heizung in Betrieb • Ist der Reifendruck korrekt? • Wird übermäßig schweres Gewicht transportiert? • Ist die Beschleunigung zu stark oder zu häufig?
  2. Prüfen Sie den Kraftstoffdruck (siehe Kraftstoffsystem – „Kraftstoffdruckprüfung“).
  3. Einspritzventil prüfen. (Siehe Motorsteuerung – „Einspritzventil“)
  4. Abgasanlage auf mögliche Verstopfung prüfen
  5. ECT-Sensor und Stromkreis prüfen
  • Fehlercode
  • Niedrige Verdichtung
  • Luftansauglecks
  • Verunreinigter Kraftstoff
  • Schwacher Zündfunke
Schwieriges Betanken
(Überlaufen beim Tanken)
  1. Prüfen Sie Schlauch/Leitung des Kraftstofftanks. • Quetschung, Knick oder Verstopfung • Einfüllschlauch gerissen
  2. Entlüftungsschlauch des Kraftstofftanks zwischen Aktivkohlebehälter (EVAP) und Luftfilter prüfen
  3. Aktivkohlebehälter (EVAP) prüfen
  • Störung der Zapfpistole an der Tankstelle (wenn das Problem an einer bestimmten Tankstelle beim Tanken auftritt)

Testen Sie sich

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