Allgemeine Hinweise, Lackierung

Reparaturlackiersystem für matt lackierte Fahrzeuge

~5Min. Lesezeit

Ausgabe 04.13

Das Reparaturlackiersystem für matt lackierte Fahrzeuge wird nachfolgend beschrieben. Einsatzbereich: größere Flächen/vollständige Lackierungen

Anwendung

Metalluntergrund
Kunststoff
Teillackierung/Vollackierung
Lackierung matt lackierter Fahrzeuge

Untergrund

Geeignete Untergründe:

Stahlblech
Gereinigte und geschliffene elektrolytisch verzinkte oder rollengalvanisierte Stahlbleche oder weiches Aluminium
Leicht angeschliffene Werkseinbrennlackierung (Grundierung)
Gut angeschliffener Werkslack oder Altlack (ausgenommen Thermoplastlack)
Mit 2K-Polyesterprodukten vorbehandelte und anschließend fein geschliffene Oberflächen

Vorbehandlung/Reinigung

  • Mit langsam verdunstendem Silikonentferner -LVM 020 100 A5- oder Silikonentferner -LVM 020 000 A5- gründlich reinigen.
Repair paintwork system for matt-finished vehicles
  • Anschließend den Untergrund schleifen.
Repair paintwork system for matt-finished vehicles
  • Vor der Nachbearbeitung eine geeignete Reinigungsmittel verwenden, um eine saubere, rückstandsfreie Oberfläche sicherzustellen.

Freigegebene Produkte

Füller:

2K-Spritzfüller -ALN 788 007-
2K-IR-Premium-Füller -LSP 787 220-
Feinspachtel -LSP 784 002 A2-

Haftgrund/Grundierfüller:

2K-Grundierfüller für Kunststoffe, weiß/schwarz -LKF 696 009/040 A2-
Glasierter Haftvermittler -ALO 822 000 10-
2K-Washprimer -LHV 043 000 A2-
1K-Washprimer, hellgrau/dunkelgrau -LVM 044 007/171 A2-

Füllergrundierung:

2K-HS-Premium-Füllergrundierung -LGF/LVM 013 ...A4-
2K-HS-Vario-Füllergrundierung -LGF 786 004 A4-

Elastifizierung:

Elastifizierungsadditiv -ALZ 011 001- (für alle 2K-HS-Füllergrundierungen für Kunststoffbauteile)

Decklack:

2K-HS-Klarlack -L2K 769 500 A5-

Mattierung

Mattierungsadditiv -LVM 769 810 A2-
Die Verarbeitungshinweise der jeweiligen Originalprodukte beachten → Kapitel „Originalprodukte“.

Mischen/Mattieren des Klarlacks

Repair paintwork system for matt-finished vehicles
  • Komponente A + Komponente B mischen (Mattierungsadditiv -LVM 769 810 A2- + 2K-HS-Klarlack -L2K 769 500 A5-).

Mischungsverhältnis:

Je nach gewünschtem Glanzgrad werden Mattierungsadditiv -LVM 769 810 A2- und 2K-HS-Klarlack -L2K 769 500 A5- im Gewichtsverhältnis 75:25 % oder 70:30 % gemischt.Hinweis Mattierungsadditiv -LVM 769 810 A2- im Gebinde gut rühren oder mischen. Komponente A und Komponente B anschließend gründlich mischen. Härter und Verdünnung erst unmittelbar vor der Verarbeitung zugeben. Das gebrauchsfertige Gemisch sofort verarbeiten. Bleibt das Gemisch längere Zeit (15 Min.) im Mischbecher oder Spritzbecher stehen, muss es vor dem weiteren Auftragen erneut gerührt werden (Absetzverhalten).

Zugabe von Härter zu Komponente A + B

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  • 4:1 nach Volumen mit 2K-VHS-Härter, extra langsam verdunstend -LHA 009 053 A2-

Verdünnung:

2K-Verdünnung, langsam trocknend -LVM 009 300 A2-

Verarbeitungszeit:

Gemischt zum Spritzen 60 bis 75 Minuten bei +20 °C.

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Applikationsart: „Spritzen“.

  • Auslaufviskosität 4 mm, bei +20 °C, DIN 53211

Auslaufviskosität 4 mm, Fallbecherpistole „Compliant“ und „HVLP“

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DIN 4 mm: 16-20 Sekunden

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  • 10 % Verdünnung zugeben, wenn die Materialtemperatur +20 °C beträgt
  • Düse gemäß Herstellerangaben auf 1,3-1,4 mm für „HVLP“ einstellen.
  • Spritzdruck gemäß Herstellerangaben auf 2,0-2,5 bar für „Compliant“ einstellen.
  • Zerstäubungsdruck gemäß Herstellerangaben auf 0,7 bar für „HVLP“ einstellen.
  • In 2 Spritzgängen auftragen, mit einer Ablüftzeit von 10 bis 15 Minuten zwischen den Spritzgängen.

Die vorgegebene Trockenschichtdicke beträgt 70–90 µm.

Verarbeitung:

Für eine bestmögliche und gleichmäßige Mattierung sind bei der Verarbeitung folgende Punkte zu beachten: Der Spritzabstand zum Objekt ist etwas größer als bei der Standardverarbeitung, um die Spritzzerstäubung optimal zu nutzen. (verhindert Streifenbildung) Wenn möglich, sind bei horizontalen Bauteilen, wie der Motorhaube, zwei Spritzgänge kreuzweise vorteilhaft. Bei großen Objekten, wie der Motorhaube oder dem Dach des Fahrzeugs, ist der Überlappungsbereich des 2. Spritzgangs gegenüber dem des 1. Spritzgangs zu versetzen. Es ist darauf zu achten, dass sich die Spritzgänge gleichmäßig überlappen und ein ausreichend nasser Spritzfilm aufgetragen wird. Bei zu trockenen Bedingungen besteht die Gefahr von Trübungen durch ungleichmäßiges Ablüften oder weil der Spritznebel nicht aufgenommen wird. Wenn möglich, ist die gesamte Lackierung in Abschnitte zu unterteilen, d. h. die Karosserie wird getrennt von Anbauteilen (Hauben, Türen usw.) lackiert, um Überlappungen und Spritznebel zu vermeiden.

Trocknung:

Forcierte Trocknung:

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  • Abschließende Ablüftzeit 15–20 Minuten
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  • Trocknungszeit 45 Minuten bei +60 °C Objekttemperatur

Lufttrocknung wird nicht empfohlen.

Hinweis
Der tatsächlich erreichte Glanzgrad wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst, z. B. unterschiedlichen Härtern, Verdünnungen, Verarbeitungsarten, Trocknungsbedingungen und Schichtdicken.
Die empfohlenen Materialeinstellungen müssen stets eingehalten werden.
Es ist unbedingt erforderlich, das Gemisch (Verhältnis 75:25 % oder 70:30 %) vor der Verarbeitung an einer Spritzprobe zu testen, um den zum Fahrzeug passenden Glanzgrad zu erreichen. Zwischenstufen sind ebenfalls möglich.
Die Messung des Glanzgrades (unter einem Winkel von 60°) an benachbarten Bauteilen kann ebenfalls hilfreich sein.
Ein Einarbeiten oder Nachlackieren des matten Klarlacks innerhalb eines Bauteils, z. B. eines Seitenteils, oder Clever Repair ist nicht möglich.
Großflächige Lackierungen (Vollackierung, Dach, Motorhauben, Seitenteile usw.) sollten nicht bei höheren Temperaturen durchgeführt werden (max. 20 °C).
Staubeinschlüsse lassen sich nicht polieren. Deshalb ist Sauberkeit während des gesamten Reparaturlackierprozesses sehr wichtig.
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Persönliche Schutzausrüstung:

Sicherheitsdatenblatt beachten.
Persönliche Schutzausrüstung während der Applikation tragen.
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