Einführung Diagnose
Allgemeines Vorgehen
WARNUNG: Die Mégane kann nur mit dem Diagnosegerät CLIP diagnostiziert werden, das mit dem neuen Kabel – Fahrzeugverbindungssonde ausgestattet ist (Referenz: Elé. 1674 oder 00 00 167 400).Die Mégane ist ein Fahrzeug der neuen Generation mit Multiplexnetz. Die Eigenschaften des Multiplexnetzes haben sich nämlich weiterentwickelt. Die wichtigste Weiterentwicklung des Multiplexnetzes ist die Kommunikationsgeschwindigkeit: Umstellung von 250 kBaud auf 500 kBaud bei der Mégane.
HINWEIS: Das Multiplexnetz des Fahrzeugs ist das wichtigste funktionale Kommunikationsnetz des Fahrzeugs. Einige optionale Funktionen werden jedoch weiterhin über eine "Festverdrahtung" realisiert.
Diese Weiterentwicklung hat insbesondere eine neue Optimierung der elektronischen Fahrzeugarchitektur in zwei Punkten ermöglicht:
- Verteilung der Fahrzeugfunktionen: Die wichtigsten Steuergeräte am Multiplexnetz verwalten mehrere Funktionen (Beispiel: Zentrale Innenraumeinheit: Zugang – Fahrzeugschutz – Beleuchtung – Wischen – Innenraumheizung – Reifendrucküberwachung).
- Entfall redundanter Sensoren: Die Information "Lenkradwinkel", die von der Fahrdynamikregelung genutzt wird, wird von der elektrischen Servolenkung erzeugt und anschließend über das Multiplexnetz übertragen. Daher existiert der von der Fahrdynamikregelung genutzte Lenkradwinkelsensor nicht.
Schließlich hat diese Weiterentwicklung auch ermöglicht, die Diagnose der Steuergeräte am Multiplexnetz nicht mehr über ein eigens für die Diagnose vorgesehenes Festverdrahtungsnetz (K-/L-Leitungen), sondern über das wichtigste Kommunikationsnetz des Fahrzeugs (Multiplexnetz) durchzuführen.
WICHTIG:Die Mégane verwendet dennoch zwei verschiedene physikalische Diagnoseschnittstellen:
- Multiplexnetz: Ermöglicht die Diagnose der folgenden Steuergeräte: Armaturenbrett, elektrische Servolenkung, Airbag, automatische Klimaanlage, Zentrale Innenraumeinheit, Antiblockiersystem – Fahrdynamikregelung, Schutz- und Schalteinheit sowie Einspritzung.
- Diagnosenetz K-/L-Leitungen: Ermöglicht die Diagnose der folgenden Steuergeräte: Automatikgetriebe, LPG-/CNG-Steuergerät, Xenonlampe.
Einige weitere Steuergeräte, die zwar am Multiplexnetz des Fahrzeugs angeschlossen sind, verfügen weiterhin über eine "Eigendiagnose": zentrale Kommunikationseinheit (Carminat), Fahrschulbox.
WICHTIG:Stromversorgung der Steuergeräte für die Diagnose:
Zur Diagnose der Steuergeräte des Fahrzeugs wie folgt vorgehen:
- Fahrzeugschlüssel auf der Schlüsselablage (Fahrzeug ohne Schlüssel Szenario 1 (Einstiegsklasse, ohne Keyless-Go) und Szenario 2 (Oberklasse, mit Keyless-Go))
- Langer Druck (mehr als 5 Sekunden) auf die Taste "Start" ohne Startbedingungen
- Anschließend das Diagnosegerät anschließen und die gewünschten Arbeitsschritte durchführen.
Neuerungen an der Mégane:
Die Neuerungen an der Mégane lassen sich in drei Kategorien einteilen:
FUNKTIONALE NEUERUNGEN
Dieses Kapitel beschreibt die neuen Funktionen des Fahrzeugs sowie deren Integration im Fahrzeug.
ARCHITEKTURNEUERUNGEN
Dieses Kapitel beschreibt die Verteilung der wichtigsten Funktionen und die neuen Steuergeräte des Fahrzeugs.
DIAGNOSENEUERUNGEN
Dieses Kapitel beschreibt die Weiterentwicklungen der Diagnose an der Mégane, um:
- die Diagnose über das Multiplexnetz des Fahrzeugs zu ermöglichen (neues Kabel – Verbindungssonde zwischen Diagnosegerät und Fahrzeug).
- die Diagnose des Multiplexnetzes weiterzuentwickeln und zu ergänzen (physikalische Messungen der Fehlerart, Unterstützung bei der Fehlersuche usw.).
- die Vielfalt und Komplexität bestimmter Fahrzeugfunktionen zu verbergen: Diagnose nach Funktion, mehrere Steuergeräte usw.
1 - Funktionale Neuerungen:
Die wichtigsten funktionalen Neuerungen des Fahrzeugs sind folgende:
SCHLÜSSELLOSES FAHRZEUG (Zugang, Schutz – Schutzaufhebung und Start mit Keyless-Go)
Diese Funktion wird von folgenden Steuergeräten übernommen:
- Zentrale Innenraumeinheit: zuständig für den Zugang und den Fahrzeugschutz (Wegfahrsperre).
- Lenksäulenverriegelung: trägt zum Fahrzeugschutz bei (elektromechanische Verriegelung der Lenksäule).
- Einspritzung: zuständig für den Fahrzeugschutz (Wegfahrsperre) und die Ansteuerung des Anlassers.
- Schutz- und Schalteinheit: zuständig für die Stromversorgung des Anlassers auf Anforderung der Zentralen Innenraumeinheit sowie für die Ansteuerung der Einspritzung.
FAHRDYNAMIKREGELUNG
Diese Funktion wird von folgenden Steuergeräten übernommen:
- Antiblockiersystem - Fahrdynamikregelung: Verantwortlich für die Funktion. Analyse der Fahrtrichtung über die Raddrehzahlsensoren, den Gierratensensor, den Querbeschleunigungssensor und den Lenkwinkel (Fahrerwunsch: Information von der elektrischen Servolenkung).
- Einspritzsteuergerät: Steuerung des Motormoments zur Korrektur der Fahrtrichtung auf Anforderung der Fahrdynamikregelung oder des Automatikgetriebes.
- Automatikgetriebe: Umsetzung des Fahrerwunsches (gemeinsam mit dem Einspritzsteuergerät), sendet Momentenanforderungen an das Einspritzsteuergerät.
BELEUCHTUNG - XENON-LEUCHTE
Diese Funktion wird von folgenden Steuergeräten übernommen:
- Zentralsteuergerät Innenraum: Umsetzung des Fahrerwunsches, Steuerung des Lichtschalters, der Blinker und der hinteren Nebelscheinwerfer.
- Schutz- und Schaltmodul: Verantwortlich für die Stromversorgung der Beleuchtung, der Positionsleuchten, des Fernlichts und der vorderen Nebelscheinwerfer.
- Xenon-Leuchte: Verantwortlich für Steuerung und Korrektur der Abblendlichtbeleuchtung.
MULTIMEDIA
Diese Funktion wird von folgenden Steuergeräten übernommen:
- Zentrale Kommunikationseinheit (Carminat): Verantwortlich für die Funktion.
- Navigationsanzeige: Zeigt die Navigationsinformationen an.
WICHTIG:
Diese Funktion kann je nach Navigationsausstattung (Basis - Premium) auch vom Radiodisplay übernommen werden.
REIFENDRUCKKONTROLLE
Diese Funktion wird von folgenden Steuergeräten übernommen:
- Zentralsteuergerät Innenraum: Verantwortlich für die Funktion, es enthält außerdem den Empfänger für die Signale der Reifendrucksensoren.
- Kombiinstrument: Zeigt die Informationen der Reifendrucküberwachung an.
HINWEIS: Der Reifendruck wird über spezielle Ventile mit Drucksensor überwacht.
2 - Architektur-Neuerungen:
Diese Neuerungen betreffen bereits bekannte Funktionen, die beim Mégane II jedoch spezifisch umgesetzt sind:
KLIMATISIERUNG
Diese Funktion ist bei RENAULT-Fahrzeugen Standard. Spezifisch ist nur die Aufteilung der Aufgaben:
- Klimaanlage: Verantwortlich für den Fahrerwunsch (Temperatursteuerung bei automatischer Klimaregelung) sowie für Mischung und Verteilung der Luft im Innenraum (manuelle und automatische Klimaregelung).
- Zentralsteuergerät Innenraum: Verantwortlich für die Heizungsfunktion.
- Einspritzsteuergerät: Verantwortlich für die Steuerung der Klimatisierung (Kältekreislauf).
- Schutz- und Schaltmodul: Verantwortlich für die Stromversorgung der Klimatisierung (Kompressor und Motorkühlerlüfter).
SCHEIBENWISCHER
Die Funktion ist wie folgt aufgeteilt:
- Zentralsteuergerät Innenraum: Verantwortlich für den Fahrerwunsch, Steuerung des Wischerhebels und des Heckscheibenwischers.
- Schutz- und Schaltmodul: Verantwortlich für die Stromversorgung des vorderen Scheibenwischers.
BELEUCHTUNG
Diese Funktion wurde bereits im Kapitel „1 - Funktionale Neuerungen“ beschrieben. Weitere Informationen finden Sie in diesem Kapitel.
HINWEIS: Bei Beleuchtung ohne Xenon-Leuchte steuert das Schutz- und Schaltmodul das Abblendlicht.
MOTORSTEUERUNG - EINSPRITZUNG
Diese Funktion wird von zwei Steuergeräten übernommen:
- Einspritzsteuergerät: Verwaltung der Strategien und Informationen der Motorsteuerung, der Funktion „Geschwindigkeitsregelung - Geschwindigkeitsbegrenzung“.
- Schutz- und Schaltmodul: Verwaltung der Stromversorgung der Motorsteuerung. Das Schutz- und Schaltmodul enthält außerdem die Relais der Kraftstoffpumpe und die vom Einspritzsteuergerät kabelgebunden angesteuerten Aktoren.
Außerdem enthält der Mégane ein neues Steuergerät, das bisher in keinem RENAULT-Fahrzeug verbaut war: das Schutz- und Schaltmodul. Die Hauptfunktionen dieses Steuergeräts sind:
ELEKTRISCHE FAHRZEUGVERSORGUNG
Die wichtigsten Leistungsrelais des Fahrzeugs sind direkt im Schutz- und Schaltmodul integriert (einschließlich Relais der Kraftstoffpumpe und Einspritzaktoren).
LEISTUNGSMODUL FÜR DIE EINSPRITZUNG
Steuerung von Anlasser, Klimakompressor und Motorkühlerlüfter.
LEISTUNGSMODUL FÜR DAS ZENTRALSTEUERGERÄT INNENRAUM
Steuerung der Beleuchtung (in Verbindung mit den Xenon-Leuchten) und des Scheibenwischers.
LEISTUNGSMODUL FÜR DIE KLIMATISIERUNG
Steuerung der beheizbaren Heckscheibe.
3 - Diagnose-Neuerungen:
Die Weiterentwicklung der elektronischen und funktionalen Architektur des Mégane erforderte Anpassungen bei der Diagnose. Die wichtigsten Diagnose-Neuerungen sind daher folgende:
- Neues Diagnosekabel (Verbindung Diagnosetester - Fahrzeug): Diese Änderung ist durch das neue Kommunikationsmedium für die Steuergeräte im Hauptkommunikationsnetz des Fahrzeugs erforderlich, das Multiplexnetz. Dieses Kabel enthält die Kommunikationsbausteine für die Steuergeräte des Multiplexnetzes sowie für die über K-/L-Leitungen diagnostizierbaren Steuergeräte.
WICHTIG:
Die Prüfungen der Airbag-Kabelbäume sowie die verschiedenen physikalischen Messungen müssen stets mit den bereits vorhandenen Kabeln und Modulen des Diagnosetesters durchgeführt werden.
- Neue Navigationsoberfläche des Diagnosetesters: Die Menüführung des Diagnosetesters wurde für den Mégane angepasst. Besonders zu beachten sind folgende Punkte:
- Fahrzeugidentifizierung über Eingabe der FIN: Diese Neuerung gilt vorerst nur für den Mégane. Die Eingabe erfolgt entweder manuell oder automatisch durch Abfrage des Fahrzeugs. Damit werden auch der Serviceschlüssel, der Motortyp und der Getriebetyp des Fahrzeugs ermittelt.
HINWEIS: Diese Neuerung wird langfristig auf alle bereits diagnostizierbaren RENAULT-Fahrzeuge mit FIN-Identifizierung ausgeweitet (z. B. Laguna II, Clio II Phase 2 ...).
- Unterscheidung zwischen den Fahrzeugmenüs „Diagnose“ und „Reparatur“: Das Menü Diagnose umfasst alle Funktionen zur Analyse eines elektrischen bzw. elektronischen Fehlers (Fehlerbehandlung, Konformitätsprüfung, Stellgliedansteuerung und Auswertung nach Kundenwirkung), während das Menü Reparatur alle Vorgänge zum Austausch eines Bauteils und/oder zur Änderung der Konfiguration des diagnostizierten Systems ermöglicht (Konfigurationsauslesen, Konfiguration, Anlernen, spezifische Ansteuerung ...).
- Neuer Integritätstest der elektronischen Fahrzeugarchitektur: Da die einwandfreie Funktion des Fahrzeugs von der Integrität des Multiplex-Netzwerks (wichtigstes funktionales Kommunikationsnetz) und der verdrahteten elektronischen Systeme abhängt, wurde der Multiplex-Netzwerktest zum Integritätstest der elektronischen Fahrzeugarchitektur weiterentwickelt. Die Neuerungen sind folgende:
- Test des Multiplex-Netzwerks: Dieser Test entspricht weitgehend dem von RENAULT-Multiplex-Fahrzeugen bekannten Test. Zusätzlich umfasst er jedoch das Auslesen der Fehleranzahl der Multiplex-Steuergeräte, physikalische Messungen zu den Fehlerarten des Multiplex-Netzwerks (Unterbrechung, Kurzschluss nach Masse, Kurzschluss nach Plus der fehlerhaften Segmente) sowie einen assistierten Ablauf zur Erkennung des fehlerhaften Steuergeräts bzw. Segments (bei vollständigem Ausfall des Netzwerks).
- Test der übrigen diagnosefähigen Steuergeräte des Fahrzeugs: Dieser Test umfasst die Verbindungsherstellung und Identifizierung der über K-/L-Leitungen diagnosefähigen Steuergeräte im Fahrzeug.
- Neue Diagnosethemen: Die Diagnosethemen sind nun auf zwei getrennte Menüs aufgeteilt:
- Steuergerätediagnose: Entspricht den bestehenden Diagnosethemen, abgesehen von der geänderten Menüdarstellung. Die Menüs „Zustände“ und „Parameter“ wurden überarbeitet, sodass diese Daten gleichzeitig angezeigt werden können, und nach Funktionen und Teilfunktionen in Bildschirme unterteilt (Beispiel: Teilfunktion „Zündung“ im Einspritzsystem). Außerdem ermöglicht die Steuergerätediagnose den Zugriff auf das Menü „Reparatur“ des Fahrzeugs beim Austausch eines Teils, das am Fahrzeug angepasst werden muss (Konfiguration, Anlernen).
- Funktionsdiagnose: Beschränkt auf die Diagnose der Steuergeräte im Multiplex-Netzwerk des Fahrzeugs und der Funktionen „schlüssellose Zugangs- und Startfunktion“, „Klimatisierung“ und „Reifen“. Diese neue Diagnoseart ermöglicht die Gesamtdiagnose einer Funktion durch gleichzeitigen Dialog mit allen an der Kundenfunktion beteiligten Steuergeräten. So lassen sich alle Elemente einer Funktion analysieren und gleichzeitig die Kommunikation zwischen den Systemen der für eine Kundenfunktion zuständigen Steuergeräte überwachen.
HINWEIS: Wird ein defektes Bauteil erkannt, muss in den Diagnosemodus „Steuergerät“ gewechselt werden, um die Konfigurations- und Anlernvorgänge des ausgetauschten Teils durchzuführen.
„Ein Fehler wird bei einer Funktion erkannt, ein physisches Teil wird ausgetauscht – daher die Wahl der Navigation im Diagnosegerät.“
Übersichtslisten der Steuergeräte und Funktionen im Fahrzeug Mégane:


Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum Renault Megane: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.