Rad- und Reifen-Ratgeber – Allgemeine Informationen

Konizität

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Konizität entsteht durch einen geringfügigen Versatz der Lauffläche und/oder des Gürtels (wenige Zehntel Millimeter) gegenüber der geometrischen Mitte des Reifens. Die Konizität ist nicht sichtbar und kann mit den in der Werkstatt verfügbaren Geräten nicht gemessen werden.

Aufbau eines Reifens

1 - Reifenwulst
2 - Schulter
3 - Lauffläche
4 - Stahlcord-Gürtel
A - Geometrische Reifenmitte
B - Tatsächliche Gürtelmitte. Sie kann nach innen oder außen versetzt sein.
Conicity

Aus Gründen der Übersichtlichkeit übertrieben dargestellt.

1 - Versatz von Gürtel und Lauffläche
F1 - Ungleiche vertikale Radkräfte
F2 - Ungleiche vertikale Radkräfte
Fk - Konizitätskraft
Der Versatz führt zu unterschiedlicher Steifigkeit an der inneren und äußeren Schulter des Reifens, wodurch sich die vertikalen Radkräfte unterscheiden. Folglich werden Gürtel bzw. Lauffläche nicht mit gleicher Kraft auf die Fahrbahn gedrückt (F1, F2). Es bildet sich eine kegelige bzw. konische Form. Die resultierende Kraft (Konizitätskraft Fk) kann je nach Geschwindigkeit so groß werden, dass das Fahrzeug nach einer Seite zieht. Beträgt die Kraft Fk an einem Rad einer Achse beispielsweise 50 Newton und ebenfalls 50 Newton am anderen Rad, und wirken beide Kräfte in dieselbe Richtung, addieren sie sich. Wird ein Reifen auf der Felge umgedreht, lässt sich der Seitenzug ausgleichen, da die Kräfte dann in entgegengesetzte Richtungen wirken. Da die Richtung der Konizitätskraft nicht sichtbar ist, können nur Probefahrten sowie gezieltes Umstecken von Rädern und Reifen ermitteln, welche Reifen das Ziehen verursachen. Der Reifen besteht aus zahlreichen Bauteilen und Werkstoffen, die am Ende eines aufwendigen Fertigungsprozesses zu einem einzigen Teil vulkanisiert werden. Daraus resultieren unterschiedliche Fertigungstoleranzen, die sich durch mehr oder weniger starke Seitenkräfte (Konizitätskräfte) bemerkbar machen. Diese Kräfte können auch bei neuen Reifen auftreten.

Ziehen nach einer Seite an der Vorderachse

Das Ziehen nach einer Seite kann durch das Fahrwerk verursacht werden. Erfahrungsgemäß werden jedoch in 90 % aller Reklamationen die Reifen als Ursache festgestellt.

Ziehen nach einer Seite bei normaler Fahrt

Auf gerader, ebener Fahrbahn möchte das Fahrzeug bei konstanter Geschwindigkeit oder bei mäßiger Beschleunigung nach einer Seite ziehen. Die Kraft ist am Lenkrad spürbar.

Ziehen nach einer Seite bei starker Beschleunigung

Das Ziehen nach einer Seite bei starker Beschleunigung ist zum Teil auf die Grundkonstruktion von Fahrzeugen mit Vorderradantrieb zurückzuführen. Unterschiedliche Reibwerte an linkem und rechtem Rad oder Unebenheiten der Fahrbahn (Schlaglöcher) und daraus resultierend unterschiedlicher Fahrbahnhaftung beeinflussen das Fahrverhalten erheblich. Dies stellt keine Reklamation im Rahmen der Garantie dar.
Conicity

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