Kältemittel R134a, Wartung

Allgemeine Informationen

~17Min. Lesezeit

Fahrzeuge mit Hochvoltsystem (Hybridfahrzeuge)

Bei allen Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystem sind alle zusätzlichen Warnhinweise zu beachten. Siehe → Elektrische Anlage; Rep.-Gr. 93.
WARNUNG

Gefahr eines ungewollten Motorstarts

Bei Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystem muss die Zündung ausgeschaltet sein und der Zündschlüssel muss außerhalb des Fahrzeugs bleiben.
WARNUNG

Umgang mit Hochvoltleitungen:

Nicht auf Hochvoltleitungen und deren Bauteile treten oder Werkzeuge darauf ablegen, da dies die Leitungsisolierung beschädigen kann. Hochvoltleitungen niemals mit Gewalt biegen oder knicken, da dies die Leitungsisolierung beschädigen kann. Die runden Hochvoltstecker sind durch einen äußeren Farbring farbcodiert und mechanisch über die Führungs- bzw. Codierlaschen codiert. Beim Verbinden des runden Steckers stets sicherstellen, dass die Codierung übereinstimmt, um mechanische Beschädigungen am Hochvoltstecker zu vermeiden.
GEFAHR!

Beschädigte Hochvoltbauteile bergen die Gefahr eines Stromschlags.

Bei Arbeiten in der Nähe von Hochvoltbauteilen und Hochvoltleitungen Folgendes beachten: Niemals mit schneidenden, verformten oder scharfkantigen Werkzeugen oder mit Wärmequellen wie Schweiß- oder Lötgeräten, Heißluft und Heißkleber in der Nähe von Hochvoltbauteilen und Hochvoltleitungen arbeiten.

Die Hochvoltbauteile vor Arbeitsbeginn optisch prüfen.

Bei Arbeiten im Motorraum eine Sichtprüfung der Leistungselektronik des elektrischen Antriebs -JX1-, des Elektroantriebsmotors -V141-, des elektrischen Klimakompressors -V470- und der Hochvoltleitungen durchführen. Bei Arbeiten am Unterboden eine Sichtprüfung der Hochvoltleitungen und Abdeckungen durchführen. Bei Arbeiten im Gepäckraum eine Sichtprüfung der Hochvoltleitungen und der Electrobox mit dem Wartungsstecker des Hochvoltsystems -TW- durchführen.

Alle Potenzialausgleichsleitungen optisch prüfen.

Bei der Sichtprüfung Folgendes beachten:

Die Bauteile zeigen keine äußeren Beschädigungen.

Die Isolierung der Hochvoltleitungen und die Potenzialausgleichsleitungen sind nicht beschädigt.

Die Hochvoltleitungen weisen keine ungewöhnlichen Verformungen auf.

Jedes Hochvoltbauteil ist mit einem roten Warnaufkleber gekennzeichnet.

Wenn Arbeiten in der Nähe von Hochvoltkomponenten notwendig sind, eine „Sichtprüfung“ der Hochvoltkomponenten und -leitungen auf Beschädigungen durchführen und die „allgemeinen Warnhinweise beim Arbeiten am Hochvoltsystem“ befolgen. Siehe → Elektrische Anlage; Rep.-Gr. 93. Wenn Arbeiten an Hochvoltkomponenten notwendig sind, das Hochvoltsystem deaktivieren. Siehe → Elektrische Anlage; Rep.-Gr. 93, und die „allgemeinen Warnhinweise zum Hochvoltsystem“ lesen und befolgen → Elektrische Anlage; Rep.-Gr. 93.
Achtung Besteht der Verdacht, dass dem Kältemittelkreislauf chemische Mittel zum Abdichten von Undichtigkeiten zugesetzt wurden, die A/C-Servicestation nicht anschließen und das Kältemittel nicht absaugen. Chemische Mittel zum Abdichten von Undichtigkeiten im Kühlmittelkreislauf bilden Ablagerungen, die die Funktion der Klimaanlage beeinträchtigen und zum Ausfall der Klimaanlage und der A/C-Servicestation führen. Den Kunden darauf hinweisen, dass der Kältemittelkreislauf Stoffe enthält, die von VW nicht freigegeben sind. Daher kann der Kältemittelkreislauf nicht gespült werden. Eine Instandsetzung des Kältemittelkreislaufs ist nur möglich, indem alle Bauteile ersetzt werden, die mit diesem Material in Berührung gekommen sind.
Hinweis VW lässt die Verwendung von Chemikalien zum Abdichten von Undichtigkeiten im Kältemittelkreislauf nicht zu. Zum Abdichten von Undichtigkeiten im Kältemittelkreislauf verwendete Chemikalien reagieren häufig mit Luft und der darin enthaltenen Feuchtigkeit. Sie verursachen Ablagerungen im Kältemittelkreislauf und in der Klimaservicestation sowie Funktionsstörungen an Ventilen und anderen Bauteilen, mit denen sie in Kontakt kommen. Diese Ablagerungen lassen sich selbst durch Spülen nicht vollständig aus den Bauteilen entfernen. Der Kältemittelkreislauf kann nur instand gesetzt werden, indem alle Bauteile ersetzt werden, die mit diesem Material in Kontakt gekommen sind. Zum Abdichten von Undichtigkeiten im Kältemittelkreislauf verwendete Chemikalien sind von außen meist nicht erkennbar. Das vorgeschriebene Kennzeichnungsschild fehlt häufig. Daher ist Vorsicht geboten, wenn die Vorgeschichte des Fahrzeugs nicht bekannt ist. Der Kältemittelkreislauf muss mit Kältemittel R134a gespült werden, um Verunreinigungen (z. B. Abrieb von einem defekten Klimakompressor) sowie altes Kältemittelöl so effizient und sauber wie möglich und ohne aufwendige Arbeiten auszuspülen. Bei Fahrzeugen mit elektrisch angetriebenem Klimakompressor die Hinweise zum Austausch des Elektrischen Klimakompressors -V470- beachten. Wenn die Elektronik des Klimakompressors beschädigt ist, muss der Kältemittelkreislauf nicht immer gereinigt werden. Siehe → Kapitel „Spülen nicht erforderlich“.

Der Kältemittelkreislauf sollte mit Kältemittel R134a gespült werden, wenn:

Schmutz oder andere Verunreinigungen im Kältemittelkreislauf vorhanden sind.

Spülen ist erforderlich, wenn: Im dichten Kältemittelkreislauf kein Vakuum gehalten wird (Druckaufbau durch Feuchtigkeit im Kältemittelkreislauf). Der Kältemittelkreislauf länger als üblich geöffnet war (z. B. nach einem Unfall). Druck- und Temperaturmessungen im Kältemittelkreislauf auf Feuchtigkeit im Kreislauf hindeuten. Zweifel an der Menge des Kältemittelöls im Kreislauf bestehen. Der Klimakompressor wieder eingebaut werden soll: Das Kältemittel ist dann über die Öl-Ablassschraube aus dem Kompressor abzulassen. Dazu ist die Keilrippenriemenscheibe bzw. die Magnetkupplungsscheibe am Klimakompressor von Hand zu drehen. Nach dem Spülen ist die im fahrzeugspezifischen Reparaturleitfaden vorgegebene gesamte Menge Kältemittelöl in den Kältemittelkreislauf einzufüllen (50 Gramm direkt im Klimakompressor). Zusätzliche Ölmenge bei Systemen mit einem zweiten Verdampfer beachten. Der Klimakompressor musste aufgrund eines inneren Schadens ersetzt werden (z. B. Geräusche oder keine Leistung). Laut fahrzeugspezifischem Reparaturleitfaden nach dem Austausch bestimmter Bauteile vorgeschrieben.

ein anderer Kompressor mit anderem Kältemittelöl eingebaut werden soll.

Benötigte Werkzeuge

Klimaservicestation mit Spülvorrichtung -VAS6381- oder Klimaspül-Werkzeug -VAS6337-. Die Zusatzfunktion „Kältemittelkreislauf spülen“ und die dafür erforderliche Spülvorrichtung für den Kältemittelkreislauf sind bei diesen Klimaservicestationen vorhanden. Siehe Spezialwerkzeugkatalog. Adaptersatz 1 für Kältemittelkreisläufe -VAS6338/1-. Siehe → Kapitel „Adapter zum Aufbau des Spülkreislaufs“ und Spezialwerkzeugkatalog. Adaptersatz 2 für Kältemittelkreisläufe -VAS6338/50-. Siehe → Kapitel „Adapter zum Aufbau des Spülkreislaufs“ und Spezialwerkzeugkatalog. Hinweis Sind in der Werkstatt keine der beiden oben genannten A/C-Servicestationen verfügbar, können zum Spülen des Kältemittelkreislaufs auch die A/C-Servicestation mit Spülvorrichtung -VAS6336/1- oder das Klimaanlagen-Spülwerkzeug -VAS6337/1- (je nach Version der Werkstatt-A/C-Servicestation) (mind. 7 kg Kältemittel R134a in der Kältemittelflasche) verwendet werden. Das Spülverfahren muss dann jedoch manuell durchgeführt werden. Siehe → Anker. Bei Fahrzeugen mit Schraubverbindungen am Kältemittelkreislauf dürfen die A/C-Adaptersatz - Adapter 1 -VAG1785/1- bis A/C-Adaptersatz - Adapter 2 -VAG1785/8- aus dem Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 1 -VAS6338/1- oder dem Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 2 -VAS6338/50- verwendet werden. Bei Fahrzeugen mit Schraubverbindungen am Klimakompressor und am Akkumulator werden zwei der A/C-Adaptersätze - Adapter 8 -VAG1785/8- benötigt. Ein Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 2 - Adapter 31 -VAS6338/31- mit 5/8-18-UNF-Anschlüssen und großem Innendurchmesser befindet sich in den Adapterkoffern, um Bauteile überbrücken zu können (im Handel erhältlich).

Vorarbeiten

  • Kältemittelkreislauf entleeren. Siehe → Kapitel „Kältemittelkreislauf mit A/C-Servicestation entleeren“.
  • Klimakompressor ausbauen. Siehe Heizung, Lüftung & Klimaanlage.

Bei Fahrzeugen mit Drosselelement und Sammler.

  • Drosselelement (fahrzeugspezifisch) ausbauen und die Kältemittelleitungen miteinander verbinden. Siehe Heizung, Lüftung & Klimaanlage.
  • Sammler (fahrzeugspezifisch) ausbauen. Siehe Heizung, Lüftung & Klimaanlage, und die Kältemittelleitungen miteinander verbinden (dazu den Adapter und den Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 1 - Adapter 31 -VAS6338/31- aus dem Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 1 -VAS6338/1- verwenden). Siehe → Kapitel „Adapter zum Aufbau des Spülkreislaufs“.
Hinweis Der Sammler könnte gespült werden, benötigt aber aufgrund seines großen Volumens zu viel Kältemittel. Beim Absaugen dieses Kältemittels vereist der Sammler stark, wodurch sich der Absaugvorgang erheblich verlängert.

Bei Fahrzeugen mit Expansionsventil und Trockner/Sammler.

  • Trockner/Sammler (fahrzeugspezifisch, nicht bei allen Fahrzeugen erforderlich) ausbauen und die Kältemittelleitungen miteinander verbinden (dazu Adapter und Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 1 - Adapter 31 -VAS6338/31- verwenden). Siehe → Kapitel „Adapter zum Aufbau des Spülkreislaufs“.
  • Expansionsventil ausbauen. Siehe Heizung, Lüftung & Klimaanlage (fahrzeugspezifisch) und den dafür vorgesehenen Adapter einbauen. Siehe → Kapitel „Adapter zum Aufbau des Spülkreislaufs“.
Hinweis Steht im Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 1 -VAS6338/1- oder Kältemittelkreislauf-Adaptersatz 2 -VAS6338/50- kein passender Adapter für das Expansionsventil zur Verfügung, kann das ausgebaute Expansionsventil auch aufgebohrt werden (das Expansionsventil muss dann durch ein neues ersetzt werden).
Achtung Beim Aufbohren darauf achten, dass die Dichtflächen am Expansionsventil nicht beschädigt werden.

Andernfalls tritt Kältemittel aus.

Hinweis

Vor dem Aufbohren müssen mehrere Bauteile vom Expansionsventil entfernt werden.

Expansionsventile sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Bei Ausführung -A- müssen die Bauteile -B-, -C- und -D- ausgebaut werden. Danach das Regelelement -E- vom Bauteil -D- trennen. Anschließend das Expansionsventil im Bereich -F- mit einem geeigneten Bohrer (Durchmesser 6 mm) aufbohren. Bei Ausführung -G- müssen die Teile -H-, -I- und -K- ausgebaut und danach der Bereich -L- mit einem geeigneten Bohrer (Durchmesser 6 mm) aufgebohrt werden.

Das aufgebohrte Expansionsventil von Rückständen der Arbeit (Späne) reinigen.

Bauteile -B-, -C- und -D- bei Ausführung -A- bzw. Teil -H- bei Ausführung -G- wieder einbauen.

Hinweis Bei Fahrzeugen mit zwei Verdampfern muss der Kreislauf zum zweiten Verdampfer vom Kreislauf des ersten Verdampfers getrennt werden und über einen separaten Arbeitsablauf gespült werden. Siehe Heizung, Lüftung und Klimaanlage und → Kapitel „Adapter zum Aufbau des Spülkreislaufs“.

Absperrventil aufbohren.

Hinweis Zum Spülen des Kältemittelkreislaufs werden zwei Absperrventile benötigt. Falls das Kältemittelkreislauf-Adaptersatz – Absperrventil -VAS6338/42- zum Spülen des Kältemittelkreislaufs nicht verfügbar ist, muss beispielsweise ein Absperrventil aufgebohrt werden.
General Information

Magnetspule -A- und Magnetventil -B- vor dem Aufbohren ausbauen.

Absperrventil -C- mit einem geeigneten Bohrer (Bohrerdurchmesser z. B. 5,0 mm) aufbohren.

Absperrventil -C- von Spänen reinigen, die beim Bohren -D- entstanden sind.

Magnetventil -B- mit den dazugehörigen Dichtungen -E- am aufgebohrten Absperrventil -C- montieren.

Spülen

  • Kältemittelmenge im Kältemittelbehälter prüfen; es müssen mindestens 7 kg Kältemittel R134a vorhanden sein.
Hinweis Falls erforderlich, die am Kältemittelbehälter angebrachte Heizung 30 Minuten vor dem ersten Spülvorgang einschalten. Dadurch steigt der Druck im Kältemittelbehälter und das Befüllen des Spülkreislaufs wird beschleunigt.
  • Altölbehälter der Klimaservicestation evakuieren.
  • Zuleitung (Hochdruckseite) der Klimaservicestation mit einem Adapter an die Niederdruckleitung zum Klimakompressor anschließen (Leitung mit größerem Durchmesser). Siehe → Kapitel „Adapter für den Aufbau des Spülkreislaufs“.
  • Rücklaufschlauch (Niederdruck- bzw. Saugseite) der Klimaservicestation an den Ausgang des Spülgeräts für den Kältemittelkreislauf anschließen.
  • Eingang am Spülgerät für den Kältemittelkreislauf mit einem Adapter an die Hochdruckleitung zum Klimakompressor anschließen (Leitung mit kleinerem Durchmesser). Siehe → Kapitel „Adapter für den Aufbau des Spülkreislaufs“.
Hinweis Bauteile werden (mit Ausnahme des elektrisch angetriebenen Klimakompressors) bei laufender Klimaanlage immer entgegen der Kältemittelströmungsrichtung gespült. Siehe → Kapitel „Blockschaltbilder Spülkreislauf“. Beim Spülen gelangen Verunreinigungen aus dem Kältemittelkreislauf in das Kältemittel-Spülgerät und die Klimaservicestation und werden dort von den eingebauten Filtern und Trocknern aufgenommen. Je nach Verunreinigung sind diese Bauteile gemäß der Betriebsanleitung der Klimaservicestation bzw. des Kältemittel-Spülgeräts in kürzeren Intervallen auszutauschen. Der Filter im Kältemittel-Spülgerät richtet sich nach Art und Grad der Verunreinigung im gespülten Kältemittelkreislauf. Er sollte spätestens nach 2 Spülzyklen gewechselt werden. Wird ein stark verunreinigter Kältemittelkreislauf gespült (das Kältemittelöl aus dem Kreislauf ist schwarz und zähflüssig oder im Kältemittelkreislauf befinden sich viele Späne), sollte der Filter nach dem Spülen gewechselt werden. Bei einem derart stark verunreinigten Kältemittelkreislauf empfiehlt es sich, den Kreislauf nach dem Filterwechsel erneut zu spülen. Je nach Art der Verunreinigung lagern sich Schmutz (altes Kältemittelöl und Abrieb vom Klimakompressor) am/an den Schauglas/Schaugläsern ab. Schauglas/Schaugläser nach dem Spülen reinigen und den Kältemittelkreislauf zur Kontrolle noch einmal mit einem Spülvorgang durchspülen. Flüssiges Kältemittel kann durch das Expansionsventil, die Drossel und den Trockenmittelbeutel bestimmter Receiver/Trockner nicht mit der nötigen Geschwindigkeit geführt werden. Deshalb müssen diese Bauteile ausgebaut und durch einen Adapter ersetzt werden. Siehe Heizung, Lüftung und Klimaanlage. Adapter zum Anschließen der Klimaservicestation und zum Überbrücken bestimmter Bauteile des Kältemittelkreislaufs. Siehe → Kapitel „Adapter zum Aufbau des Spülkreislaufs“.
  • Klimaservicestation einschalten und den Kältemittelkreislauf spülen (Dauer für einen Spülzyklus mit drei Spülvorgängen ca. 1 bis 1,5 Stunden bei etwa 4 kg Kältemittel R134a).
Hinweis Den Kältemittelkreislauf gemäß der Bedienungsanleitung der Klimaservicestation spülen. Je nach Ausführung der Klimaservicestation fasst der Altölbehälter nur etwa 125 cm3 Kältemittelöl. Muss ein System mit größerer Kältemittelölmenge gespült werden, kann es nötig sein, den Altölbehälter nach dem ersten Spülvorgang eines Spülzyklus zu entleeren. Das aus dem Kältemittelkreislauf zurückfließende Kältemittel beobachten. Der Kältemittelkreislauf ist erst dann sauber, wenn das Kältemittel klar und völlig farblos durch das/die Schauglas/Schaugläser am Spülgerät der Klimaservicestation fließt. Beim Spülen wird die gesamte Kältemittelölmenge aus dem Kältemittelkreislauf ausgespült (bis auf geringe, vernachlässigbare Reste). Bei besonders starker Verschmutzung kann es nötig sein, den Spülzyklus zweimal durchzuführen (zwei Spülzyklen mit je drei Spülvorgängen). Vor dem zweiten Spülzyklus muss der Filter am Spülgerät ausgetauscht werden. Ablauf des Spülvorgangs (der Ablauf erfolgt automatisch gemäß dem Programm der Klimaservicestation): Nach dem Einschalten wird der Spülkreislauf (Kältemittelkreislauf mit Verbindungsschläuchen und Spülgerät für den Kältemittelkreislauf) zunächst evakuiert, und gleichzeitig wird der Kältemittelkreislauf auf Undichtigkeiten geprüft. Je nach Ausführung der Klimaservicestation muss das Programm eventuell manuell weitergeschaltet werden. Eine vorgegebene Kältemittelmenge (z. B. 4 kg) wird über die Hochdruckseite der Klimaservicestation in den evakuierten Spülkreislauf eingefüllt (entgegen der normalen Strömungsrichtung im Klimaanlagenbetrieb, also auf der Niederdruckseite des Fahrzeug-Kältemittelkreislaufs). Je nach Ausführung der Klimaservicestation wird Kältemittel so lange eingefüllt, bis der Spülkreislauf vollständig gefüllt ist. Dies erkennt man z. B. daran, dass nach einer bestimmten Zeit kein Kältemittel mehr nachfließt. Nachdem die vorgegebene Kältemittelmenge eingefüllt wurde, wird je nach Ausführung der Klimaservicestation und des Spülgeräts für den Kältemittelkreislauf die Heizung des Spülgeräts eingeschaltet (nur dann, wenn das Kältemittel gasförmig aus dem Spülgerät entnommen wird). Nach dem Entnehmen des Kältemittels schaltet sich die Heizung am Spülgerät (falls vorhanden) wieder aus, der Kältemittelkreislauf kann je nach Ausführung erneut evakuiert werden, und das aus dem Kältemittelkreislauf entnommene Kältemittelöl wird nach dem Evakuieren von der Klimaservicestation abgetrennt. Der Ablauf aus Einfüllen, Entnehmen (und Evakuieren) von Kältemittel wird zweimal wiederholt (insgesamt dreimal durchgeführt). Nach der dritten Entnahme wird der Spülkreislauf je nach Ausführung der Klimaservicestation evakuiert.
  • Nach Abschluss des Spülzyklus das/die Schauglas/Schaugläser am Spülgerät prüfen. Sind sie verschmutzt, gemäß der Anleitung für das Spülgerät bzw. die Klimaservicestation reinigen. Als Kontrolle einen weiteren Spülzyklus durchführen. Ein Spülvorgang genügt (ca. 30 Min.).
  • Druck im Kältemittelkreislauf prüfen; im Kältemittelkreislauf darf kein Überdruck herrschen (bei Bedarf den Kältemittelkreislauf kurz nochmals evakuieren).
  • Anschlüsse der Klimaservicestation vom Fahrzeug-Kältemittelkreislauf trennen. Im Kältemittelkreislauf darf kein Überdruck herrschen.
  • Diese fahrzeugspezifischen Komponenten austauschen.

Drosselelement und Sammler

Expansionsventil sowie Sammler/Trockner bzw. Trocknerpatrone im Sammler/Trockner

  • Siehe Heizung, Lüftung und Klimaanlage sowie den Teilekatalog.
  • Je nach Kundenbeanstandung den Klimakompressor austauschen. Siehe Heizung, Lüftung und Klimaanlage sowie den Teilekatalog, oder das verbliebene Kältemittelöl aus dem ausgebauten Klimakompressor ablassen. Siehe → Kapitel „Komponenten, Austauschen“ (Austausch von Komponenten des Kältemittelkreislaufs) und die vorgeschriebene Menge frisches Kältemittelöl einfüllen. Siehe fahrzeugspezifisches Reparaturhandbuch.
Hinweis Im Originalteil des Klimakompressors befindet sich eine vorgeschriebene Menge Kältemittelöl. Hat das Fahrzeug zwei Verdampfer, benötigt der Kältemittelkreislauf eine bestimmte Menge Kältemittelöl. Siehe fahrzeugspezifisches Reparaturhandbuch. Wird der Klimakompressor nicht ausgetauscht, muss die Kältemittelölmenge im Klimakompressor auf die vorgeschriebene Füllmenge aufgefüllt werden (Kältemittelöl abgießen und die vorgeschriebene Menge in den Klimakompressor bzw. den Kältemittelkreislauf nachfüllen). Siehe → Kapitel „Komponenten, Austauschen“ (Austausch von Komponenten des Kältemittelkreislaufs) und fahrzeugspezifisches Reparaturhandbuch.
  • Den Kältemittelkreislauf vollständig wieder zusammenbauen. Siehe Heizung, Lüftung und Klimaanlage.
  • Kältemittelkreislauf vorschriftsmäßig evakuieren und befüllen. Siehe → Kapitel „Kältemittelkreislauf mit A/C-Servicegerät, Entleeren“ und → Kapitel „Kältemittelkreislauf mit A/C-Servicegerät, Befüllen“.
  • Klimaanlage gemäß Vorgabe in Betrieb nehmen. Siehe Heizung, Lüftung und Klimatisierung sowie → Kapitel „Klimaanlage, Betrieb nach dem Befüllen“.
General Information

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