ALLGEMEINE ANGABEN
Beim Betrieb eines Dieselmotors wird reine Luft in die Zylinder angesaugt und auf hohen Druck verdichtet. Dabei steigt die Lufttemperatur auf 700 – 900 °C, was über der Zündtemperatur des Dieselkraftstoffs liegt. Der Kraftstoff wird kurz vor dem oberen Totpunkt in den Zylinder eingespritzt und entzündet sich selbst. Zündkerzen zur Entzündung des Kraftstoffs werden daher nicht verwendet.
Der Kraftstoff wird vom Hochdruckkraftstoffpumpe (HDP) direkt aus dem Tank angesaugt. In der HDP wird der Kraftstoff auf den für die Einspritzung erforderlichen Druck verdichtet. Die Einspritzung erfolgt in der gleichen Reihenfolge wie die Zündfolge eines Ottomotors. Zur Verringerung des Schadstoffanteils im Abgas besitzen Dieselmotoren einen Dieseloxidationskatalysator. Gleichzeitig reduziert das Abgasrückführungssystem den Stickoxidanteil im Abgas erheblich. Dies wird erreicht, indem Abgas der angesaugten Luft zugeführt wird, wodurch der Sauerstoffanteil der in die Zylinder strömenden Luft sinkt. Dies führt zu einer Verzögerung der Zündung und zu einer niedrigeren Verbrennungstemperatur, wodurch die NOx-Bildung insgesamt verringert wird. Die Abgasrückführung muss jedoch genau dosiert werden, da sonst die Rußemission steigt. Dazu wird die angesaugte Luftmenge vom Luftmassenmesser erfasst, sodass das Steuergerät den Abgasrückführungsprozess steuern kann.
Bei kaltem Motor reicht die Verdichtungstemperatur der Luft nicht aus, um den Kraftstoff zu entzünden. In diesem Fall ist eine Vorglühung erforderlich. Dazu ist in jedem Zylinder des Motors eine elektrische Glühkerze eingebaut. Die Glühdauer hängt von der Außentemperatur ab und wird durch ein spezielles Relais gesteuert.
Die Einspritzung des Kraftstoffs in die Zylinder kann auf drei Arten erfolgen: über eine Vorkammer, eine Wirbelkammer oder direkt in den Brennraum.
Bei der Vorkammereinspritzung wird der Dieselkraftstoff in die Vorkammer des jeweiligen Zylinders eingespritzt. Das heiße Kraftstoffgemisch entzündet sich sofort. Der Sauerstoffanteil in der Vorkammer reicht jedoch nur zur Verbrennung eines Teils des eingespritzten Kraftstoffs aus. Der verbleibende unverbrannte Teil wird durch den Verbrennungsdruck in den Hauptbrennraum geschleudert, wo er vollständig verbrennt.
Bei der Wirbelkammereinspritzung wird der Kraftstoff in eine Kammer eingespritzt, die vom Hauptbrennraum getrennt ist. Der Unterschied zur Vorkammereinspritzung besteht in der anderen Ausführung des Verbindungskanals zwischen Wirbelkammer und Hauptbrennraum. Hier entsteht beim Verdichten in der Wirbelkammer eine starke Luftwirbelung, die eine gute Vermischung von Luft und eingespritztem Kraftstoff begünstigt.
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