Vorglühsystem des Dieselmotors
Allgemeine Beschreibung
Bei niedriger Motortemperatur ist die Selbstzündung des Kraftstoffs aufgrund des hohen Verdichtungsverhältnisses nicht möglich. Deshalb ist eine zusätzliche Erwärmung des Kraftstoffs erforderlich.
Zu diesem Zweck wird in jeden Brennraum eine Glühkerze eingeschraubt. Die Glühkerze besteht aus einem Gehäuse mit eingepresstem Heizstab. Bei Spannungszufuhr erwärmt sich das Heizelement innerhalb weniger Sekunden auf über 850 °C, wodurch der Motor in nicht mehr als 5 s startbereit ist. Nach dem Erlöschen der Glühkontrollleuchte im Instrumententafel ist der Motor startbereit.
Dauer des Vorglühvorgangs und die automatische Nachglühzeit nach dem Motorstart (bis 20 s) werden vom Steuergerät DDE über das Vorglührelais gesteuert. Der Schaltplan der Vorglühanlage ist am Ende des Handbuchs dargestellt.
Prüfung, Ausbau und Einbau der Glühkerzen
Bei Startschwierigkeiten ist zuerst der Verdichtungsdruck in den Zylindern zu prüfen. Ist die Verdichtung unzureichend, startet der Motor bei niedriger Temperatur nicht. Siehe Abschnitt Verdichtungsprüfung.
* Das Steuergerät DDE verfügt über einen Fehlerspeicher, in dem Fehler der elektrischen Kraftstoffanlage des Dieselmotors gespeichert werden. In der Werkstatt können die gespeicherten Daten mit einem speziellen Prüfgerät ausgelesen werden.
PRÜFUNG
1. Motorabdeckungen und Ladeluftrohr über den Glühkerzen abnehmen.

2. Die Glühkerzen befinden sich unter den Ansaugkanälen.

3. Trennen Sie das Kabel von den Glühkerzen (Pfeil in der begleitenden Abbildung).

4. Schließen Sie das Spannungsprüfgerät an den Pluskontakt (+) und nacheinander an jede Glühkerze an.
5. Wenn die LED aufleuchtet: Glühkerze in Ordnung. Für eine genauere Prüfung muss der Strom mit einem Amperemeter gemessen werden.
6. Wenn die LED nicht aufleuchtet: Glühkerze defekt. Ersetzen Sie sie.
AUSBAU
1. Ansaugrohr ausbauen, siehe Abschnitt Ausbau und Einbau des Ansaugrohrs.
2. Kabel (1) und (2) trennen. Glühkerzen herausschrauben und optisch prüfen. Siehe begleitende Abbildung.

EINBAU
1. Gewinde der Glühkerzen mit Hochtemperatur-Kupferpaste „CRC“ einfetten. Glühkerzen eindrehen. Anzugsmoment 25 N·m.
* Das angegebene Anzugsmoment nicht überschreiten, da sich sonst der Ringspalt zwischen Heizstab und Gewindeteil der Glühkerze vergrößern kann.
2. Kabel an den Glühkerzen anschließen. Befestigungsmutter mit 5 N·m anziehen.
3. Ansaugrohr mit 25 N·m am Zylinderkopf befestigen. Alle Dichtungen durch neue ersetzen. Halter des Ölfiltergehäuses und Rohrleitung des Rückführsystems ebenfalls mit 25 N·m am Ansaugrohr befestigen.
4. Motorabdeckungen und Ladeluftrohr wieder montieren.
Glühkerzen mit durchgebrannten Heizstäben
4. Schließen Sie das Spannungsprüfgerät an den Pluskontakt (+) und nacheinander an jede Glühkerze an.
5. Wenn die LED aufleuchtet: Glühkerze in Ordnung. Für eine genauere Prüfung muss der Strom mit einem Amperemeter gemessen werden.
6. Wenn die LED nicht aufleuchtet: Glühkerze defekt. Ersetzen Sie sie.
AUSBAU
1. Ansaugrohr ausbauen, siehe Abschnitt Ausbau und Einbau des Ansaugrohrs.
2. Kabel (1) und (2) trennen. Glühkerzen herausschrauben und optisch prüfen. Siehe begleitende Abbildung.

Durchgebrannte Heizstäbe der Glühkerzen sind häufig eine Folge fehlerhafter Einspritzdüsen.
Bei beschädigten Glühkerzen (Pfeil) diese ersetzen und unbedingt die Funktion der Einspritzdüsen prüfen.
Prüfung, Ausbau und Einbau des Vorglührelais
VORGEHENSWEISE
1. Luftfilterkasten im Motorraum hinten rechts ausbauen. Dadurch ist der Zugang zum Sicherungskasten und zum Relais gewährleistet.
2. Abdeckung des Sicherungskastens durch Lösen der Befestigungsschrauben abnehmen.
3. Vorglührelais (1) abtrennen. 2 – Steuergerät DDE. Siehe begleitende Abbildung.

4. Sicherung 80 A neben dem Anschlussstecker prüfen. Bei Defekt ersetzen. Zuvor die Ursache der Überlastung ermitteln. Siehe begleitende Abbildung.

5. Dickes Pluskabel vom Relaisgehäuse trennen.
Die Abbildung zeigt den Anschlussplan des Vorglührelais. Ein identischer Schaltplan befindet sich auf der Relaisabdeckung.
G1...G6: Glühkerzen 1...6;
Kl. 15: Plus, geschaltet über Zündschalter;
Kl. 30: Plus Batterie;
Ust: Steuerspannung (vom Steuergerät DME);
Dia: Diagnoseanschluss

6. Batterie und Spannungsprüfgerät an Klemme 15 und Masse anschließen. Zündung einschalten. Die LED am Prüfgerät muss aufleuchten. Andernfalls die Spannungsversorgung vom Zündschloss prüfen.
7. Wenn die LED aufleuchtet, Leitung zu den Glühkerzen prüfen. Bei Bedarf ersetzen. Hilft dies nicht, Vorglührelais ersetzen.
8. Abdeckung des Steuergeräts wieder montieren.
9. Sicherungskasten schließen. Innenraumluftfilter wieder einbauen.
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