Zündkerzen
Allgemeine Beschreibung und Kenndaten
Zündkerzen haben einen Schlüsselweite von 16 mm. Die Hersteller empfehlen bestimmte Kerzentypen, es können jedoch auch geeignete Kerzen mit entsprechendem Wärmewert anderer Hersteller verwendet werden. Zündkerzen sollten alle 20 000 km oder alle 2 Jahre gewechselt werden. Vor dem Herausschrauben der Zündkerzen ist zu prüfen, ob sich in den Kerzenschächten keine Fremdkörper befinden. Unterlegscheiben, Schrauben oder Steinchen, die in die Kerzenbohrungen gelangen, beschädigen beim ersten Motorstart die Ventile, Ventilsitze oder den Zylinderkopf.
Eine Zündkerze besteht aus der Mittelelektrode, dem Isolator mit Gehäuse und der Masseelektrode. Die Mittelelektrode ist gasdicht mit dem Isolator verbunden, der Isolator ist fest mit dem Gehäuse verbunden. Der Zündfunke entsteht zwischen Mittel- und Masseelektrode. Von der Zündkerze hängen Startbereitschaft, Leerlaufverhalten, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs ab. Daher dürfen keine anderen als die vom Fahrzeughersteller empfohlenen Zündkerzen verwendet werden. Die wichtigste Kenngröße einer Zündkerze ist der Wärmewert. Er kennzeichnet die Wärmebelastbarkeit der Kerze unter bestimmten Betriebsbedingungen. Die Kerzen sind so ausgelegt, dass sie unter allen möglichen Betriebsbedingungen die Selbstreinigungstemperatur erreichen. Je niedriger der Wärmewert der Kerze, desto höher ist ihre Widerstandsfähigkeit gegen Glühzündung und desto höher ist ihre Widerstandsfähigkeit gegen Verschmutzung.
Der Wärmewert ist im Code der Zündkerze angegeben. Der Code hat folgenden Aufbau:

1 — W - Gewinde M14 x 1,25 mit Flachdichtung, Schlüsselweite 21; F - Gewinde M14 x 1,25 mit Flachdichtung, Schlüsselweite 16; H - Gewinde M14 x 1,25 mit Kegeldichtung, Schlüsselweite 16.
2 — Wärmewert. Kann von 06 („kalte“ Zündkerze) bis 13 („heiße“ Zündkerze) reichen. Dabei entspricht die Zahl 8 dem Wärmewert 150 (alte Bezeichnung), 7 – 175, 6 – 200 usw.
3 — B – Gewindelänge 12,7 mm, Isolator-Wärmekegel ragt über die Gehäusestirnfläche hinaus; C – Gewindelänge 19 mm, normale Lage des Wärmekegels; D – Gewindelänge 19 mm, Isolator-Wärmekegel ragt hinaus; L – Gewindelänge 19 mm, erhöhter Überstand des Wärmekegels.
Angaben zur Gewindelänge gelten für Zündkerzen mit Flachdichtung. Zusätzlich „T“ (z. B. „DT“) – 3 Masseelektroden.
4 — Ausführung der Elektrode
5 — Werkstoff der Mittelelektrode: ohne Angabe – Nickel-Chrom-Legierung, C – Kupfer-Nickel-Legierung, S – Silber, P – Platin.
6 — Mit Entstörwiderstand.
Zündkerzen für BMW 5er siehe Spezifikationen.
* Im Zuge der technischen Entwicklung können neue Zündkerzentypen erscheinen. Auskünfte zu den Eigenschaften der Zündkerzen erhalten Sie in Fachwerkstätten.
Zustand der Zündkerzen als Merkmal der Motorarbeit
Anhand des Aussehens der Zündkerzen lassen sich Rückschlüsse auf die Arbeitsweise der Zündkerzen, die Einstellung des Einspritzsystems, die Gemischqualität und den Verschleiß des Motors (Kolben, Kolbenringe usw.) ziehen. Siehe Fotos.
Beim Einschrauben der Zündkerzen darauf achten, dass sie nicht überdreht werden, da sonst die Dichtscheibe beschädigt werden kann. Anzugsdrehmoment von 25 N·m nicht überschreiten.
AUSSEHEN DER ZÜNDKERZEN
Rußablagerungen

Rußablagerungen
Symptome: Ruß zeigt ein zu fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch oder eine schwache Zündfunkenintensität an. Verursacht Zündaussetzer, erschwert den Start und führt zu unruhigem Motorlauf.
Empfehlung: Prüfen, ob der Luftfilter verstopft ist, ob der Kraftstoffstand in der Schwimmerkammer zu hoch ist, ob die Drosselklappe klemmt und ob die Kontakte zu stark verschlissen sind. Zündkerzen mit längerem Isolator verwenden, das erhöht die Widerstandsfähigkeit

Ölbelag
Symptome: Ölbelag an der Zündkerze entsteht durch Verschleiß der Ventilschaft-Dichtkappen. Öl gelangt über verschlissene Ventilführungen oder Kolbenringe in den Brennraum. Verursacht Zündaussetzer, erschwert den Start und führt zu unruhigem Motorlauf.
Empfehlung: Mechanische Instandsetzungsarbeiten durchführen und Zündkerzen ersetzen.

Überhitzung
Symptome: Poröser, weißer Isolator, Erosion der Elektroden und keine Ablagerungen. Verkürzt die Lebensdauer der Zündkerze.
Empfehlung: Prüfen, ob der Wärmewert der eingebauten Zündkerzen den Spezifikationen entspricht, ob der Zündzeitpunkt korrekt eingestellt ist, ob das Gemisch zu mager ist, ob Unterdruckverluste im Ansaugsystem vorliegen und ob die Ventile klemmen. Außerdem Kühlmittelstand und Verstopfung des Kühlers prüfen.

Frühzündung
Symptome: Elektroden geschmolzen. Isolator weiß, kann aber durch Zündaussetzer oder eindringende Fremdpartikel im Brennraum verschmutzt sein. Kann zum Motorschaden führen.
Empfehlung: Wärmewert der Zündkerzen, Zündzeitpunkt, Gemischqualität (ob zu mager), Verstopfung des Kühlsystems und ordnungsgemäße Funktion des Schmiersystems prüfen.

Leitfähige Glasur
Symptome: Isolator gelblich und glänzend poliert. Weist auf einen plötzlichen Temperaturanstieg im Brennraum bei starker Beschleunigung hin. Übliche Ablagerungen schmelzen dabei und bilden einen lackartigen Überzug. Führt bei hohen Geschwindigkeiten zu Zündaussetzern.
Empfehlung: Zündkerzen wechseln (kältere, bei gleichbleibender Fahrweise).

Elektrodenbrücke
Symptome: Verbrennungsrückstände gelangen in den Elektrodenzwischenraum. Feste Ablagerungen bilden eine Brücke zwischen den Elektroden. Führt zum Zündausfall im Zylinder.
Empfehlung: Ablagerungen aus dem Elektrodenzwischenraum entfernen.

Normaler Zustand der Zündkerze
Symptome: Graubrauner Farbton und geringer Verschleiß der Elektroden. Wärmewert der Zündkerzen entspricht dem Motortyp und seinem Gesamtzustand.
Empfehlung: Beim Austausch von Zündkerzen Zündkerzen desselben Typs einbauen.

Aschebildung
Symptome: Weiche, bräunliche Ablagerungen an einer oder beiden Elektroden der Zündkerze. Quelle sind verwendete Öl- und/oder Kraftstoffzusätze. Übermäßige Ansammlung kann die Elektroden isolieren und Zündaussetzer sowie unruhigen Motorlauf bei Beschleunigung verursachen.
Empfehlung: Bei schneller Ablagerungsbildung Ventilschaft-Dichtkappen erneuern, um das Eindringen von Öl in den Brennraum zu verhindern. Andere Kraftstoffmarke verwenden.

Verschleiß
Symptome: Abgerundete Elektroden mit leichter Ablagerung am Arbeitsende. Farbe normal. Führt zu erschwertem Motorstart bei kaltem, feuchtem Wetter und erhöhtem Kraftstoffverbrauch.
Empfehlung: Zündkerzen durch neue desselben Typs ersetzen.

Klopfen
Symptome: Isolatoren können abgeplatzt oder gerissen sein. Eine unsachgemäße Einstellung des Elektrodenabstands kann ebenfalls zur Beschädigung des Isolators führen. Kann zur Beschädigung der Kolben führen.

Spritzer
Symptome: Nach längeren Zündaussetzern können sich Ablagerungen lösen, während die Brennraumtemperatur erhalten bleibt. Bei hohen Ablagerungsraten lösen sich Flocken vom Kolben und haften am heißen Isolator, wodurch Zündaussetzer entstehen.
Empfehlung: Zündkerzen ersetzen oder alte Zündkerzen reinigen und wieder einbauen.

Mechanische Beschädigungen
Symptome: Können durch Fremdkörper im Brennraum verursacht werden oder entstehen, wenn der Kolben an eine zu lange Zündkerze stößt. Führen zum Ausfall des Zylinders und zur Beschädigung des Kolbens.
Empfehlung: Fremdpartikel aus dem Motor entfernen und/oder Zündkerze ersetzen.
Da die Lebensdauer von Zündkerzen üblicherweise 15 000 km beträgt, genügt es, sie alle 8000 km zu reinigen.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum BMW 1: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.