Antriebsstrang

Hinterachs-Antriebswellen (Beschreibung und Funktion)

~3Min. Lesezeit
  • Das Antriebswellensystem der Hinterradachse besteht aus folgenden Komponenten und funktioniert wie folgt:
  • Die Antriebswellen (4K138) übertragen das Motormoment vom Hinterachsgehäuse auf die Hinterräder.
  • Die Antriebswellen drehen sich etwa mit einem Drittel der Drehzahl einer Gelenkwelle und verursachen keine Störungen durch Drehschwingungen.
  • Ein Gleichlaufgelenk (CV) ist eine Verbindung, die über einen Winkelbereich ein gleichmäßiges Drehmoment und eine gleichmäßige Drehbewegung überträgt.
  • Gleichlaufgelenke an der inneren (Differential-) und an der äußeren (Rad-) Seite sorgen für einen ruhigen Lauf.
  • Die inneren Gleichlaufgelenke sind Gleitgelenke, die die axiale Bewegung ermöglichen, die für Längenänderungen der Welle nötig ist.
  • Die äußeren Gleichlaufgelenke können größere Winkel als die inneren Gleichlaufgelenke aufnehmen, um den Federweg der Radaufhängung auszugleichen.
  • Innere und äußere Gleichlaufgelenke sind mit einer Keilwelle verbunden.
  • Ein Sicherungsring der Antriebswellenlagerung sichert das innere Gleichlaufgelenk mit Keilverzahnung am Differential-Seitenzahnrad. Bei jedem Ausbau der Antriebswelle aus dem Fahrzeug einen neuen Sicherungsring einbauen.
  • Eine Sicherungsmutter der Hinterachsnabe befestigt die Verbindungswelle und das äußere Gleichlaufgelenk an der hinteren Nabe.
  • Die lebensdauergeschmierten Gleichlaufgelenke verwenden spezielles Gleichlauffett. Sie benötigen keine regelmäßige Schmierung.
  • Zum Lösen der Antriebswelle von der hinteren Nabe das äußere Gleichlaufgelenk aus der hinteren Nabe pressen.
  • Zum Lösen der Antriebswelle vom Differential auf die Rückseite der inneren Gleichlaufgelenkbaugruppe eine Last aufbringen, um den Sicherungsring zu überwinden.
  • Die Antriebswellenbaugruppen sind nicht reparierbar. Bei Verschleiß oder Beschädigung eine neue Baugruppe einbauen.
Rear Drive Halfshafts
Rear Drive Halfshafts

Handhabung der Antriebswelle

VORSICHT: Die Antriebswelle niemals am äußeren Gelenk anheben oder halten.

Alle Komponenten der Antriebswelle beim Ausbau und Einbau vorsichtig handhaben.

  • Die Gleichlaufgelenke nicht überwinkeln.
  • Ein montiertes inneres Gleichlaufgelenk wird beschädigt, wenn es aus dem Gelenkgehäuse nach außen überstreckt wird.
  • Zum Aus- oder Einbau der Antriebswellen niemals einen Hammer verwenden.
  • Die Antriebswellenbaugruppe niemals als Hebel zum Positionieren anderer Bauteile verwenden. Das freie Ende der Antriebswelle immer abstützen.
  • Die Manschetten nicht mit scharfen Kanten oder heißen Abgasbauteilen in Berührung bringen.
  • Montierte Antriebswellen nicht fallen lassen. Der Aufprall schneidet die Manschetten von innen auf, ohne äußerlich sichtbare Beschädigung.
  • Alle maschinell bearbeiteten Flächen und Keilwellen auf Beschädigungen prüfen.

Rad- und Reifenwuchtung, hinten

WARNUNG: Die Hinterräder und Reifen nicht im montierten Zustand am Fahrzeug wuchten.

Der Reifen kann sich auflösen, oder das Differential bzw. die Antriebswelle kann versagen. Dies kann zu Personenschäden oder schweren Bauteilschäden führen. Nur eine Reifenwuchtmaschine außerhalb des Fahrzeugs verwenden.

Anheben

VORSICHT: Nur eine Rahmenhebebühne verwenden. Bei Verwendung anderer Hebebühnentypen können Fahrzeug- oder Bauteilschäden entstehen.

Das Fahrzeug niemals an den Antriebswellen anheben.

Unterbodenschutz und Korrosionsschutz

Bei Arbeiten mit Unterbodenschutz und Korrosionsschutz die Manschetten vor den Beschichtungsmaterialien schützen.

Fremdstoffe auf den Gummimanschetten führen zu extrem starkem vorzeitigem Verschleiß.

Testen Sie sich

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