Elektronisches Motormanagement (Zündung und Einspritzung)

Prüfungen von Zünd- und Einspritzanlage

~7Min. Lesezeit

ALLGEMEINE ANGABEN

Allgemeine Prüfung der Zündanlage

Für die systematische Fehlersuche und Fehlerbehebung sind spezielle Geräte erforderlich. Diese Geräte sind in der Regel in Kfz-Werkstätten vorhanden. Daher werden hier nur die grundlegenden Prüfungen beschrieben:

VORGEHENSWEISE

1. Spannung und Ladezustand der Batterie prüfen. Dabei den Unterabschnitt Batterieprüfung beachten.

2. Alle Sicherungen prüfen.

3. Alle Steckverbindungen der elektronischen Motorsteuerung trennen und wieder verbinden. Sitz der Steckverbindungen und die Befestigung der Kabel im Motorraum prüfen.

4. Festen Sitz der Masseverbindungen prüfen.

5. Schläuche und Leitungen auf Dichtheit prüfen. Achten Sie

ACHTUNG

auf Beschädigung der Schläuche. Lose gesteckte Verbindungen festziehen.

6. Alle Hochspannungsleitungen auf festen Sitz prüfen. Beschädigte Isolierung kann zu einem Funkenüberschlag gegen Masse führen.

7. An der Innenseite des Verteilerdeckels des Motors mit Hubraum 1.6 L können Hochspannungsüberschläge auftreten. Sie sind an dünnen schwarzen Linien zwischen den Kontakten erkennbar.

8. Um zu prüfen, ob die Zündanlage mit Spannung bzw. Strom versorgt wird, folgen Sie den nachstehenden Hinweisen. Beachten Sie jedoch, dass Stromfluss nicht zwingend bedeutet, dass ausreichende Spannung anliegt. Prüfung der Stromversorgung

Zur Prüfung ist ein Voltmeter erforderlich:

Erstens prüfen Sie die entsprechende Sicherung (Nr. 32). Motoren 1.6 L

9. Trennen Sie den Stecker von der Endstufe der Zündanlage neben der Zündspule.

10. Schließen Sie das Voltmeter zwischen Kontakt 1 (Plus) und Kontakt 3 (Masse) an.

11. Schalten Sie die Zündung ein und prüfen Sie, ob das Voltmeter eine Spannung nahe der Batteriespannung anzeigt. Falls nicht, prüfen Sie die Leitung bis zum Zündschalter. Motor 1.8 L ohne Turbolader

12. Nehmen Sie die Abdeckung in der Mitte des Motors ab und trennen Sie den Stecker von der Endstufe.

13. Schließen Sie das Voltmeter an die mittlere Klemme 4a und an Masse an. Schalten Sie die Zündung ein. Die Spannung sollte ungefähr der Batteriespannung entsprechen. Falls nicht, prüfen Sie die Leitung bis zum Zündschalter. Motor 1.8 L mit Turbolader

14. Gehen Sie genauso vor, wobei das Voltmeter zwischen dem Kontakt des schwarzen (blauen) Kabels und dem Kontakt des braunen (gelben) Kabels angeschlossen wird. Die Messergebnisse müssen dieselben sein wie bei dem Motor ohne Turbolader. Prüfung der Zündspule(n)

Bei verschiedenen Motoren sind unterschiedliche Arbeitsschritte erforderlich. Motor 1.6 L

15. Prüfen Sie zunächst das äußere Erscheinungsbild der Zündspule. Bei einer durchgebrannten Zündspule kann eventuell geschmolzene Vergussmasse austreten.

16. Für die Messung ist ein Ohmmeter erforderlich, das hohe Widerstände messen kann.

17. Schalten Sie die Zündung aus und trennen Sie die Leitung von der Verbindung.

18. Messen Sie mit dem Ohmmeter den Widerstand zwischen den Klemmen 1 und

15. Messen Sie den Widerstand der Primärwicklung. Er muss 0,5–1,5 Ω betragen.

19. Schließen Sie das Ohmmeter zwischen den Klemmen 15 und

4. Der gemessene Widerstand der Sekundärwicklung muss 5–9 kΩ betragen.

20. Wenn die angegebenen Widerstandswerte nicht mit den gemessenen übereinstimmen, muss die Zündspule ersetzt werden. Die Zündspule kann zusätzlich in einer Werkstatt geprüft werden. Motor 1.8 L ohne Turbolader

Bei diesem Motor sind die Zündspulen und die Endstufe miteinander verbunden. Nur eine grobe Prüfung ist möglich, vorausgesetzt die Spannung liegt an (Motorabdeckung abgenommen):

21. Trennen Sie alle Stecker von den Einspritzventilen.

22. Trennen Sie den Stecker von der Endstufe und verbinden Sie die Prüflampe mit einem der äußeren Kontakte und mit Masse. Drehen Sie den Motor mit dem Anlasser durch und prüfen Sie, ob die Lampe blinkt.

23. Führen Sie dieselbe Prüfung an einem anderen Kontakt durch. Die Lampe muss wieder blinken.

24. Wenn kein Blinken auftritt, kann der Fehler in folgenden Bauteilen liegen:

– Leitungsverbindungen; – Steuergerät; – Sensoren.

25. Vor dem Austausch muss das System in einer Werkstatt geprüft werden, um die genaue Ursache festzustellen. Motor 1.8 L mit Turbolader

Bei diesem Motor prüfen Sie die Zündspulen erneut (die Prüfung der Endstufe erfolgt separat).

26. Trennen Sie alle Stecker von den Einspritzventilen. Wenn bei der Prüfung von Stromfluss und Spannung festgestellt wird, dass eine Zündkerze nicht arbeitet, tauschen Sie die Zündspulen untereinander. Erscheint der Funke nun an der anderen Zündkerze, ist die Zündspule defekt. Zur vollständigen Sicherheit verbinden Sie die Zündkerze mit der anderen Zündspule, da auch die Zündkerze beschädigt sein kann.

27. Bringt auch dies kein Ergebnis, trennen Sie den Stecker des betreffenden Zylinders und messen Sie die Spannung zwischen den Kontakten. Schließen Sie dazu das Voltmeter zwischen beiden äußeren Kontakten des Steckers an und schalten Sie die Zündung ein. Das Voltmeter muss die Batteriespannung anzeigen. Ist dies nicht der Fall, liegt eine Unterbrechung der Versorgungsleitung zum Stecker vor.

28. Schließen Sie die Kontrolllampe an die Kontakte 2 und 3 des Steckers an, schalten Sie die Zündung und den Anlasser ein. Blinkt die Lampe nicht, muss das gesamte System in einer Werkstatt geprüft werden. Prüfung des Zündsteuergeräts

Bei Motoren 1.8 L ohne Turbolader wurde das Steuergerät bereits zusammen mit den Zündspulen geprüft. Bei anderen Motoren erfolgt die Prüfung separat. Motor 1.6 L

Das Steuergerät befindet sich neben der Zündspule. Gehen Sie zur Prüfung wie folgt vor:

29. Trennen Sie den Stecker von der Endstufe und schließen Sie das Voltmeter zwischen den Klemmen 2 und 3 an.

30. Drehen Sie den Motor mit dem Anlasser durch und prüfen Sie, ob das Voltmeter mindestens 2 V anzeigt.

31. Falls nicht, müssen die Zündspule und die Endstufe gemeinsam ersetzt werden, nachdem sie zuvor in einer Werkstatt geprüft wurden. Motor 1.8 L mit Turbolader

Das Steuergerät der Zündanlage ist über zwei Stecker angeschlossen, die unterschiedlich geprüft werden. Ein Stecker hat 5 Kontakte, der andere 4 Kontakte. Sie sind links und rechts am Steuergerät angebracht.

32. Trennen Sie die Stecker von allen Einspritzventilen.

33. Trennen Sie den 4-poligen Stecker von der Endstufe (unter der Abdeckung des Luftfiltergehäuses). Die Kontakte des Steckers sind von links nach rechts nummeriert. Verbinden Sie ein Kabel der LED-Prüfsonde mit Masse.

34. Schließen Sie das andere Kabel der Prüfsonde nacheinander an die Kontakte 1, 2, 3 und 4 des Steckers an und drehen Sie dabei den Motor mit dem Anlasser durch. Bei allen Prüfungen muss die LED blinken. Falls nicht, liegt ein Fehler vor. Stecken Sie den Stecker wieder auf.

35. Trennen Sie den 5-poligen Stecker. Die Kontakte des Steckers sind von links nach rechts nummeriert.

36. Schließen Sie das freie Kabel der LED-Prüfsonde nacheinander an die Kontakte 1, 2, 4 und 5 an und drehen Sie dabei den Motor mit dem Anlasser durch (Kontakt 3 des Steckers dient als Masse). Bei allen vier Prüfungen muss die LED blinken. Dies bedeutet, dass das Eingangssignal am Steuergerät anliegt.

37. Wenn die beschriebene Prüfung negativ ausfällt, muss das Steuergerät ersetzt werden. Prüfung des Hallgebers

Wie bereits erwähnt, befindet sich der Hallgeber bei Motoren 1.8 L auf der Vorderseite des Zylinderkopfes, direkt oberhalb des Zahnriemens. Im Normalbetrieb ermittelt das elektronische Motorsteuergerät anhand des Signals des Hallgebers den Zündzeitpunkt für den ersten Zylinder. Fehlt das Signal, können die Zylinder nicht lange mit Klopfregelung arbeiten. In diesem Fall ist die Klopfregelung außer Betrieb, und der Zündzeitpunkt wird leicht verzögert, um Klopfen zu verhindern. Zur Prüfung des Hallgebers gehen Sie wie folgt vor:

38. Trennen Sie die Stecker der Einspritzventile.

39. Nach Abnahme der Schutzabdeckung des Zahnriemens ist der Hallgeber sichtbar. Der Steckverbinder befindet sich unten. Die Gummitülle am Steckverbinder des Hallgebers nach hinten ziehen (der Steckverbinder bleibt auf dem Geber gesteckt).

40. LED-Spannungsprüfer an die Kontakte 1 und 2 auf der Rückseite anschließen. Die Kontakte sind dazu auf der Rückseite des Steckverbinders mit Ziffern gekennzeichnet. Starter einige Sekunden betätigen. Bei jeder zweiten Motorumdrehung sollte die LED kurz aufleuchten.

41. Steckverbinder vom Hallgeber abziehen und Zündung einschalten.

42. Voltmeter zwischen die Kontakte 1 und 3 des Steckverbinders anschließen. Die Spannung muss 4,5 – 5,5 V betragen.

43. Voltmeter nun zwischen die Kontakte 2 und 3 des Steckverbinders anschließen. Die Spannung muss 4,3 – 5,2 V betragen.

44. Entsprechen die Spannungswerte den Vorgaben, die LED blinkt jedoch, ist der Hallgeber zu ersetzen. Weichen die gemessenen Spannungen von den Vorgaben ab, liegt ein Fehler in den Leitungsverbindungen vor. In der Werkstatt instand setzen. Prüfung des Drehzahlsensors

Der Drehzahlsensor befindet sich oberhalb des Zahnkranzes des Schwungrads. Zur Prüfung wird ein Ohmmeter benötigt.

45. Steckverbinder vom Drehzahlsensor abziehen (grauer Steckverbinder).

46. Ohmmeter auf der Innenseite des Steckverbinders an die Kontakte 1 und 2 anschließen (Nr. 1 – links). Der Widerstand muss 480–1000 Ω betragen. Liegt der gemessene Widerstand außerhalb dieser Grenzen, ist der Sensor zu ersetzen.

47. Entspricht der Widerstand den Vorgaben, Ohmmeter zwischen die Kontakte 1 und 3 sowie zwischen die Kontakte 2 und

3 anschließen. Das Ohmmeter muss unendlich anzeigen, andernfalls ist der Sensor zu ersetzen.

48. Sind alle Bauteile in Ordnung, kann eine Leitungsunterbrechung vorliegen.

Prüfung des Klopfsensors

Am Motor 1.6 L ist nur ein Klopfsensor verbaut. Eine elektrische Prüfung dieses Sensors ist nicht möglich. Störungen können durch Auslesen des Fehlerspeichers mit speziellen Diagnosegeräten ermittelt werden. Die Steckverbinder befinden sich hinter dem Ausgleichsbehälter des Kühlsystems und können auf Korrosion sowie auf festen Sitz gegeneinander geprüft werden.

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