Antriebswelle und Hinterachsgetriebe aus- und einbauen
AUSBAU
1. Die Radnabenmutter (1) lösen.
* Die Mutter ist sehr fest angezogen. Aus Sicherheitsgründen die Mutter daher nur lösen, solange das Fahrzeug auf den Rädern steht.

2. Die Stellung der Vorderräder zur Nabe mit Farbe markieren. Dadurch wird das ausgewuchtete Rad wieder in seiner ursprünglichen Position montiert. Die Radschrauben bei auf den Rädern stehendem Fahrzeug lösen. Das Fahrzeug anheben und auf Unterstellböcken abstützen. Die Vorderräder abnehmen.
3. Die Gelenkwelle am Flansch des Hinterachsgetriebes abbauen, siehe Abschnitt Gelenkwelle aus- und einbauen.
4. Den hinteren Stabilisator ausbauen. Dazu die Befestigungsmuttern des Stabilisators links und rechts an der Koppelstange lösen. Die Gummilager am Hinterachsträger lösen und den Stabilisator zusammen mit den Lagern abnehmen.
5. Die Schrauben, mit denen die Antriebswellen am Hinterachsdifferenzial befestigt sind, lösen und die Antriebswellen abnehmen (Pfeile in der Abbildung). Die Antriebswellen mit Draht an der Karosserie aufhängen.
* Die Antriebswellen nicht nach unten hängen lassen. Andernfalls wird das äußere Gleichlaufgelenk überlastet.

6. Einen Werkstattwagenheber mit Holzunterlage unter das Hinterachsgetriebe stellen.
7. Die Mutter lösen.

8. Den Hauptschalldämpfer ausbauen, siehe Abschnitt Hauptschalldämpfer ersetzen.
9. Die Muttern rechts und links lösen.

10. Das Hinterachsgetriebe absenken und vom Gelenkwellenflansch trennen.
11. Die Antriebswelle aus der Radnabe herausdrücken. Siehe Abbildung.
* Hierfür ist ein geeigneter Abzieher erforderlich, z. B. BMW. Die Abzieherbrücke wird mit zwei Schrauben an der Radnabe befestigt, die Spindel bis zum Anschlag in die Antriebswelle einschrauben.

12. Antriebswelle ausbauen.
EINBAU
1. Antriebswelle einsetzen und mit Draht aufhängen.
2. Welle mit dem BMW-Werkzeug einführen, z. B. mit Spindel 332 118 und Mutter 332 115. Dazu zuerst die Spindel vollständig in die Brücke eindrehen. Gewindeteil auf die Spindel und die Antriebswelle aufschrauben. Auf der anderen Seite die Mutter bis zum Anschlag an der Brücke auf die Spindel aufschrauben. Dadurch wird die Antriebswelle in die Nabe gezogen. Darauf achten, dass vor dem Einführen der Welle die Keilverzahnung der Welle und die Nuten der Nabe übereinstimmen.
3. Bundmutter leicht ölen und aufschrauben.
4. Achsantrieb einsetzen und mit neuen selbstsichernden Muttern befestigen.
Anzugsmomente siehe Spezifikationen.
5. Hauptschalldämpfer einbauen, siehe Abschnitt Hauptschalldämpfer ersetzen.
6. Kardanwelle mit dem Achsantrieb verbinden, siehe Abschnitt Kardanwelle aus- und einbauen.
7. Antriebswelle mit dem Achsantrieb verbinden und die Befestigungsschrauben mit dem Drehmomentschlüssel anziehen. Unterlegscheiben nicht vergessen. Anzugsmomente hängen von Schraubentyp und Größe ab, siehe Spezifikationen.
8. Draht entfernen, an dem die Antriebswelle aufgehängt war.
9. Stabilisator befestigen. Muttern der Stabilisatorstangen mit 40 N·m anziehen.
10. Vordere Räder befestigen. Radbolzen nicht ölen. Räder so montieren, dass die zuvor angebrachten Markierungen übereinstimmen. Fahrzeug auf die Räder absenken. Radbolzen über Kreuz mit 100 N·m anziehen.
11. Bundmutter leicht ölen und mit dem in den Spezifikationen angegebenen Moment anziehen.
12. Bundmutter mit Körnung sichern. Dazu mit einem Dorn so auf den Bund der Mutter schlagen, dass er in die Nut der Antriebswelle eingreift. Bundmutter verstemmen.
13. Radbolzen über Kreuz mit 100 N·m anziehen.
14. Ölstand im Achsantrieb prüfen. Bei Bedarf Öl nachfüllen, siehe Abschnitt Achsantriebsöl wechseln.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum BMW 1: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.