Wirkungsweise der Sicherheitsgurte
Schutz bieten nur korrekt angelegte Sicherheitsgurte.
Wirkt auf den Körper eines Menschen eine Kraft oberhalb eines bestimmten Grenzwerts ein, können die Insassen im Fahrzeug verletzt werden.
Bei einer starken Verzögerung des Fahrzeugs wirkt eine erhebliche Kraft auf den Körper, die deutlich reduziert wird, wenn die Vorwärtsbewegung des Oberkörpers verlangsamt wird. Um den Menschen bei einer Kollision vor Verletzungen zu schützen, besteht die Hauptaufgabe daher darin, die Zeit und den Weg bis zum Stillstand der Vorwärtsbewegung des Oberkörpers zu maximieren.
Man stelle sich einen Menschen vor, der mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h läuft und gegen eine Betonwand prallt. Man stelle sich einen zweiten Menschen vor, der mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h läuft und gegen eine Betonwand prallt, die mit einer 90 cm dicken verformbaren Polsterung versehen ist.
Im ersten Fall kann der Mensch schwere Verletzungen erleiden oder sogar sterben.
Im zweiten Fall wird der Mensch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht verletzt. Warum? Im ersten Fall trifft der Körper auf eine nicht nachgiebige Betonfläche und kommt sofort zum Stillstand. Die gesamte beim Laufen aufgebaute Energie wird vom Körper des Menschen aufgenommen, nicht von der harten Betonfläche.
Im zweiten Beispiel besitzt der Körper die gleiche kinetische Energie wie im ersten Beispiel. In diesem Fall bewegt sich der Körper jedoch durch die Polsterung weiter nach vorn. Die Polsterung verformt sich und bietet so zusätzliche Zeit und Weg, um den Körper abzubremsen, indem sie die Energie des laufenden Menschen absorbiert.
Bei einem Aufprall des Fahrzeugs auf eine Betonwand mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h kommt der vordere Stoßfänger des Fahrzeugs sofort zum Stillstand, die Fahrgastzelle wird jedoch durch die Verformung der vorderen Karosseriestrukturen langsamer abgebremst. Der angeschnallte Insasse bleibt an seinem Platz und wird durch die „Polsterung“ geschützt, deren Funktion die Verformung des Fahrzeugvorderteils und die Dehnung der Sicherheitsgurte übernehmen.
Die Geschwindigkeit des angeschnallten Insassen wird von 50 km/h auf null verringert, und zwar über einen Weg von 90 – 120 cm. Außerdem bleibt der angeschnallte Insasse an seinem Platz, wodurch Anstöße an harte Fahrzeugteile vermieden werden, wenn bei einem Frontalaufprall die Airbags auslösen. Ein nicht angeschnallter Insasse hat diesen Schutz nicht. Seine Position im Fahrzeug ist nicht fixiert, daher bewegt sich der Körper mit der Geschwindigkeit 50 km/h weiter, die er vor dem Aufprall hatte, bis er auf ein festes Hindernis mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h trifft und sofort zum Stillstand kommt. Selbst wenn bei einem Frontalaufprall die Airbags auslösen, ist daher ein nicht angeschnallter Beifahrer einem deutlich höheren Risiko schwerer Verletzungen oder tödlicher Folgen ausgesetzt als ein korrekt angeschnallter. (Siehe Abschnitt „ERGÄNZENDES RÜCKHALTESYSTEM“)
SICHERHEITSGURTE BIETEN SCHUTZ
Die Unfallstatistik zeigt, dass Fahrer und Passagiere mit korrekt angelegten Sicherheitsgurten einem geringeren Verletzungsrisiko ausgesetzt sind und bei einem Unfall eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Deshalb verlangt die Gesetzgebung in den meisten Ländern, dass während der Fahrt der Sicherheitsgurt angelegt wird.
VERWENDUNG DER SICHERHEITSGURTE
Alle vorderen und hinteren Sitze des Fahrzeugs sind mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten ausgestattet. Die Sicherheitsgurte der vorderen Sitze und der äußeren Plätze der Rückbank werden durch einen Trägheitsaufroller eingezogen und arretiert. In der normalen angelegten Position erfordert der Dreipunkt-Sicherheitsgurt keine Längeneinstellung und ermöglicht freie Bewegung bei gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit.
Bei einem plötzlichen oder starken Bremsen oder bei hoher Beschleunigung oder Verzögerung blockiert der Sicherheitsgurt automatisch und hält den Körper der Person zurück.
Um alle Schutzfunktionen zu nutzen, muss der Sicherheitsgurt richtig angelegt sein und die Person muss eine korrekte Sitzposition einnehmen, entsprechend folgender Anforderungen:
• Die Rückenlehne steht aufrecht (nicht geneigt, damit bei einem Aufprall kein "Unterrutschen" unter dem Sicherheitsgurt erfolgt und empfindliche Körperteile nicht verletzt werden).
• Die Person sitzt gerade (nicht gebeugt, damit der Becken- und der Schultergurt maximale Haltekraft entwickeln und Verletzungen weicher und empfindlicher Körperteile bei einem Aufprall minimieren.)
• Die Gurtzunge muss bis zum Einrasten fest in das Gurtschloss eingesteckt sein (ein nicht angelegter Sicherheitsgurt bietet keinerlei Schutz; ziehen Sie am Gurt, um den sicheren Sitz zu prüfen).
• Der Beckengurt verläuft unten und liegt über dem Hüftbereich an (nicht über dem Bauch, wo die Gurtspannung bei einem Aufprall zu schweren Verletzungen führen kann – DIES IST INSBESONDERE FÜR SCHWANGERE FRAUEN WICHTIG).
• Der Schultergurt verläuft über die türnahe Schulter und liegt über der Brust an (nicht unter dem Arm, nicht hinter dem Hals, nicht über die türferne Schulter oder über den Rücken; der Gurt darf nicht locker sein, damit sich der Oberkörper bei einem Aufprall nicht übermäßig nach vorne bewegt und Verletzungen vermieden werden).
• Die Knie befinden sich in Position "geradeaus" (damit die Knieairbags auf der Fahrerseite bei einem Aufprall verhindern, dass man unter dem Sicherheitsgurt hindurchrutscht).
• Jeder Sicherheitsgurt ist nur für eine Person bestimmt (ein Sicherheitsgurt ist für eine Person ausgelegt; die gemeinsame Nutzung eines Gurtes durch mehrere Personen kann bei einem Aufprall zu Verletzungen führen.)
• Kinder auf Kindersitzen (bei einem Aufprall treten große Kräfte auf, daher kann ein Erwachsener ein Kind, das zusammen mit ihm in einem Gurt angeschnallt ist, nicht halten.)
• Fahrer und alle Passagiere sind angeschnallt (nicht angeschnallte Personen können sich selbst verletzen und andere Insassen im Fahrzeug verletzen, da ihre Position bei einem Aufprall nicht gesichert ist.)
• Sicherheitsgurte dürfen nicht verdreht sein (verdrehte Sicherheitsgurte können sich nicht frei bewegen und bieten keinen ausreichenden Halt; anstatt die Last gleichmäßig zu verteilen, können sie in den Körper einschneiden und das Risiko von Verletzungen und Tod erhöhen.)
• Türen verriegeln (bei einem Aufprall erhöhen unverriegelte Türen das Risiko von Verletzungen und Tod durch äußere Einwirkung oder durch Herausschleudern aus dem Fahrzeug.)
• Regelmäßige Kontrollen durchführen (kontrollieren Sie während der Fahrt regelmäßig, dass der Beckengurt über den Hüften anliegt und nicht auf die Taille rutscht und dass der Schultergurt über die Mitte der Schulter und über die Brust verläuft. Die korrekte Gurtlage gewährleistet, dass Knochenstruktur von Schulter und Hüfte die Gurtlast aufnimmt, während eine falsche Gurtlage zu Verletzungen des Halses oder der Bauchorgane führen kann.)
• Zwischen Sicherheitsgurt und Körper dürfen sich keine harten oder spitzen Gegenstände befinden (Kugelschreiber, Brillen usw. in Taschen oder an der Kleidung können bei einem Aufprall zu schweren Verletzungen führen).
Wenn der Sicherheitsgurt über die Armlehne verläuft (falls vorhanden), drückt der Beckengurt bei einem Aufprall auf den Bauch statt auf den Hüftbereich.
• Achten Sie darauf, dass die Sicherheitsgurte unter den Armlehnen verlaufen.
Die Nichtbeachtung dieser Anforderung kann bei einem Aufprall zu Verletzungen oder sogar zum Tod führen.
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