Karosserie-Elektrik

Fehlersuche in der Elektrik - Allgemeines

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Hinweis: Beachten Sie die Warnhinweise unter „Sicherheit geht vor!“. Die folgenden Prüfungen beziehen sich auf die Prüfung der elektrischen Hauptstromkreise und sollten nicht zur Prüfung empfindlicher elektronischer Schaltungen (z. B. Antiblockiersysteme) verwendet werden, insbesondere wenn ein elektronisches Steuergerät verbaut ist.

Allgemeines

1. Ein typischer elektrischer Stromkreis besteht aus einem elektrischen Bauteil, den zugehörigen Schaltern, Relais, Motoren, Sicherungen, Schmelzsicherungen (Schmelzglieder) oder Leitungsschutzschaltern sowie der Verkabelung und den Steckverbindern, die das Bauteil mit der Batterie und der Karosseriemasse verbinden. Zur Eingrenzung eines Fehlers in einem elektrischen Stromkreis sind am Ende dieses Handbuchs Schaltpläne beigefügt.

2. Studieren Sie vor der Fehlerdiagnose eines elektrischen Fehlers zunächst den entsprechenden Schaltplan, um die im jeweiligen Stromkreis enthaltenen Bauteile vollständig zu verstehen. Die möglichen Fehlerquellen lassen sich eingrenzen, indem Sie prüfen, ob andere Bauteile des Stromkreises einwandfrei funktionieren. Fallen mehrere Bauteile oder Stromkreise gleichzeitig aus, liegt der Fehler wahrscheinlich an einer gemeinsamen Sicherung oder Masseverbindung.

3. Elektrische Probleme haben meist einfache Ursachen, z. B. lose oder korrodierte Verbindungen, eine fehlerhafte Masseverbindung, eine durchgebrannte Sicherung, eine geschmolzene Schmelzsicherung oder ein defektes Relais (Einzelheiten zur Prüfung von Relais siehe Abschnitt 3). Prüfen Sie vor der Prüfung der Bauteile den Zustand aller Sicherungen, Leitungen und Verbindungen des fehlerhaften Stromkreises visuell. Anhand der Schaltpläne ermitteln Sie, welche Klemmenverbindungen geprüft werden müssen, um die Fehlerstelle einzugrenzen.

4. Zu den grundlegenden Werkzeugen für die elektrische Fehlersuche gehören ein Stromkreisprüfer oder ein Voltmeter (für bestimmte Prüfungen kann auch eine 12-Volt-Glühlampe mit einem Satz Prüfleitungen verwendet werden), eine batteriebetriebene Prüflampe (auch als Durchgangsprüfer bekannt), ein Ohmmeter (zur Widerstandsmessung), eine Batterie und ein Satz Prüfleitungen sowie ein Überbrückungskabel, vorzugsweise mit eingebautem Leitungsschutzschalter oder Sicherung, mit dem verdächtige Leitungen oder elektrische Bauteile überbrückt werden können.

Bevor Sie versuchen, ein Problem mit Prüfgeräten zu finden, verwenden Sie den Schaltplan, um festzustellen, wo die Verbindungen herzustellen sind.

5. Zur Suche nach der Ursache eines sporadisch auftretenden Kabelfehlers (meist durch eine schlechte oder verschmutzte Verbindung oder beschädigte Kabelisolierung) kann an der Verkabelung ein „Wackeltest“ durchgeführt werden.

Dabei wird die Verkabelung von Hand bewegt, um festzustellen, ob der Fehler beim Bewegen der Leitung auftritt.

Es sollte möglich sein, die Fehlerquelle auf einen bestimmten Leitungsabschnitt einzugrenzen. Diese Prüfmethode kann in Verbindung mit jeder der in den folgenden Unterabschnitten beschriebenen Prüfungen angewendet werden.

6. Abgesehen von Problemen durch schlechte Verbindungen können in einem elektrischen Stromkreis zwei grundlegende Fehlerarten auftreten: Unterbrechung oder Kurzschluss.

7. Unterbrechungen werden durch eine Trennstelle im Stromkreis verursacht, die den Stromfluss verhindert. Eine Unterbrechung verhindert die Funktion des Bauteils, führt jedoch nicht zum Durchbrennen der zugehörigen Sicherung.

8. Kurzschlüsse entstehen durch einen „Schluss“ irgendwo im Stromkreis, durch den der Strom über einen alternativen Weg abfließt, meist nach Masse. Kurzschlüsse werden in der Regel durch eine defekte Leitungsisolierung verursacht, sodass eine Zuleitung eine andere Leitung oder ein masseführendes Bauteil wie die Karosserie berührt. Ein Kurzschluss führt in der Regel zum Durchbrennen der zugehörigen Sicherung.

Unterbrechung finden

9. Zur Prüfung auf eine Unterbrechung verbinden Sie eine Leitung eines Stromkreisprüfers oder Voltmeters entweder mit dem Minuspol der Batterie oder mit einer einwandfreien Masseverbindung.

10. Verbinden Sie die andere Leitung mit einem Steckverbinder des zu prüfenden Stromkreises, vorzugsweise dem, der der Batterie oder der Sicherung am nächsten liegt.

11. Schalten Sie den Stromkreis ein. Beachten Sie dabei, dass einige Stromkreise nur dann unter Spannung stehen, wenn der Zündschalter in eine bestimmte Stellung gebracht wird.

12. Liegt Spannung an (erkennbar an aufleuchtender Prüflampe bzw. am Messwert des Voltmeters, je nach Prüfgerät), ist der Abschnitt des Stromkreises zwischen dem betreffenden Steckverbinder und der Batterie fehlerfrei.

13. Prüfen Sie den restlichen Stromkreis in gleicher Weise weiter.

14. Wird an einer Stelle keine Spannung mehr gemessen, muss der Fehler zwischen dieser Stelle und dem vorherigen Prüfpunkt mit Spannung liegen. Die meisten Fehler sind auf eine gebrochene, korrodierte oder lose Verbindung zurückzuführen.

Kurzschluss finden

15. Zur Prüfung auf einen Kurzschluss trennen Sie zunächst die Verbraucher vom Stromkreis. Verbraucher sind Bauteile, die dem Stromkreis Strom entnehmen, z. B. Glühlampen, Motoren, Heizelemente usw.

16. Entfernen Sie die betreffende Sicherung aus dem Stromkreis und schließen Sie einen Stromkreisprüfer oder ein Voltmeter an die Sicherungsanschlüsse an.

17. Schalten Sie den Stromkreis ein. Beachten Sie dabei, dass einige Stromkreise nur dann unter Spannung stehen, wenn der Zündschalter in eine bestimmte Stellung gebracht wird.

18. Liegt Spannung an (erkennbar an aufleuchtender Prüflampe bzw. am Messwert des Voltmeters, je nach Prüfgerät), liegt ein Kurzschluss vor.

19. Liegt keine Spannung an, die Sicherung brennt aber trotzdem durch, wenn die Verbraucher angeschlossen sind, deutet dies auf einen internen Fehler im Verbraucher hin.

Masseschluss finden

20. Der Minuspol der Batterie ist mit „Masse“ verbunden – dem Metall von Motor/Getriebe und Fahrzeugkarosserie. Die meisten Systeme sind so verdrahtet, dass sie nur eine Plusversorgung erhalten, der Strom fließt über das Metall der Karosserie zurück. Die Bauteilbefestigungen und die Karosserie bilden daher einen Teil dieses Stromkreises. Lose oder korrodierte Befestigungen können deshalb eine Vielzahl elektrischer Fehler verursachen, vom vollständigen Ausfall eines Stromkreises bis zu einem schwer nachvollziehbaren Teilausfall. Insbesondere können Leuchten schwach leuchten (vor allem, wenn ein anderer Stromkreis mit demselben Massepunkt in Betrieb ist), Motoren (z. B. Scheibenwischermotoren oder der Motor des Kühlerlüfters) können langsam laufen, und die Funktion eines Stromkreises kann scheinbar unabhängige Auswirkungen auf einen anderen haben. Beachten Sie, dass bei vielen Fahrzeugen Massebänder zwischen bestimmten Bauteilen verwendet werden, z. B. zwischen Motor/Getriebe und Karosserie, meist dort, wo wegen flexibler Gummilager o. Ä. kein metallischer Kontakt zwischen den Bauteilen besteht.

21. Um zu prüfen, ob ein Bauteil ordnungsgemäß geerdet ist, die Batterie abklemmen und eine Leitung eines Ohmmeters an einen einwandfreien Massepunkt anschließen. Die andere Leitung an die zu prüfende Leitung oder Masseverbindung anschließen. Der Widerstandswert muss null betragen. Ist dies nicht der Fall, die Verbindung wie folgt prüfen: 22 Wird eine Masseverbindung als fehlerhaft vermutet, die Verbindung lösen und sowohl die Karosserie als auch den Kabelschuh bzw. die Anlagefläche der Masseverbindung am Bauteil bis auf blankes Metall reinigen. Auf vollständige Entfernung von Schmutz und Korrosion achten. Anschließend den Lack mit einem Messer entfernen, sodass eine saubere Metall-auf-Metall-Verbindung entsteht. Beim Zusammenbau die Befestigungsschrauben der Verbindung fest anziehen. Wird ein Kabelschuh wieder montiert, Fächerscheiben zwischen Kabelschuh und Karosserie verwenden, um eine saubere und sichere Verbindung zu gewährleisten. Nach dem Herstellen der Verbindung künftiger Korrosion vorbeugen, indem eine Schicht Vaseline oder silikonhaltiges Fett aufgetragen oder in regelmäßigen Abständen ein handelsüblicher Zündungsdichtstoff aufgesprüht wird.

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