Arbeiten an Stromlaufplänen
Zum Eingrenzen einer Störung oder zum nachträglichen Einbau elektrischer Verbraucher werden Stromlaufpläne benötigt. Der Stromkreis muss stets geschlossen sein. Es reicht nicht aus, wenn z. B. am Pluspol (+) des Scheinwerfers Spannung anliegt, der andere Pol (-) aber nicht mit Masse verbunden ist.
Deshalb ist das Massekabel der Batterie (-) mit Masse verbunden. In einigen Fällen reicht diese Masseverbindung nicht aus, und der jeweilige Verbraucher ist direkt mit Masse verbunden. Die Isolierung einer solchen Verbindung ist in der Regel braun. Einzelne Stromkreise können Schalter, Relais, Sicherungen, Messgeräte, Elektromotoren und andere elektrische Bauteile enthalten. Damit diese Bauteile richtig angeschlossen werden, haben die Anschlusskabel unterschiedliche Farben und die Kontakte sind nummeriert.
Zur besseren Arbeit an der Fahrzeugelektrik ist das gesamte System in einzelne Stromkreise unterteilt. Elektrische Bauteile, die miteinander wechselwirken, sind im Gesamtschaltplan dargestellt.
In der Regel sind oben im Schaltplan die Pluskontakte (+) und unten die Masseanschlüsse (-) dargestellt. Masseverbindungen erfolgen üblicherweise über die Karosserie oder über einen zusätzlichen Leiter von einem Massepunkt an der Karosserie.
* Die Darstellung der elektrischen Bauteile im Schaltplan ist nicht maßstabsgerecht. Ein 1 m langes Kabel ist im Schaltplan zum Beispiel nur wenige Zentimeter lang.
Bezeichnungen der wichtigsten Klemmen:
Klemme 15. Wird über das Zündschloss versorgt. Spannung liegt nur bei eingeschalteter Zündung an. Die Kabel sind schwarz oder schwarz mit farbigen Streifen.
Klemme 30. Liegt ständig an der Batteriespannung an. Die Kabel sind in der Regel rot oder rot mit Streifen.
Klemme 31. Führt zur Masse. Masseleitungen sind in der Regel braun.
Im Stromlaufplan sind alle Verbraucher und Schalter in der Ausgangsstellung dargestellt. Nachfolgend wird am Beispiel eines zweistufigen Schalters erläutert, wie der Strom beim Schalten im Schalter fließt.

Wird bei dem Schalter die erste Stufe betätigt, fließt der Strom von Klemme 82 zu Klemme 83. Der Schalter der zweiten Stufe steht in der Mittelstellung und stellt keine Verbindung her. Erst bei Betätigung der zweiten Stufe verbindet der Schalter den inneren Leiter 82 mit Leiter 84 und leitet den Strom weiter.
Dabei bleibt der Stromkreis von Klemme 82 zu Klemme 83 durch die interne Verzweigung im Schalter geschlossen.
Das folgende Beispiel zeigt, wie ein Stromlaufplan zu lesen ist.

1) Bezeichnung der Klemme, hier Klemme 30.
2) Die gestrichelte Linie zwischen den Anschlüssen 8 und 2 zum Steckverbinder X293 zeigt, dass beide Anschlüsse zum Steckverbinder X293 gehören.
3) Die gestrichelte Linie von der Sicherung F1 zu Anschluss 2 des Steckverbinders X293 zeigt die Pluszuleitung vom Relais K36.
4) Nennstrom der Sicherung, hier: 30 A.
5) Schalter und Relais sind stets in der Ausgangsstellung dargestellt. Ein Bauteil, das mit einer durchgezogenen Linie dargestellt ist, ist vollständig abgebildet, hier K36.
6) Bezeichnung des Bauteils, hier K36.
7) Name des Bauteils, hier Wischerrelais 1.
8) Die gestrichelte Linie von der Sicherung F26 zu Anschluss 8 des Steckverbinders X293 zeigt die Plussteuerleitung vom Relais K36.
9) Ein Bauteil, das mit einer gestrichelten Linie dargestellt ist, ist nicht vollständig abgebildet, hier: Basismodul A1.
10) Bezeichnung des Anschlusses.
11) Die Doppellinie von Anschluss 2 des Steckverbinders X107 zum Massepunkt X490 zeigt die Masseleitung zum Elektromotor der Scheibenwaschpumpe M4.
12) Massepunkt X490.
13) Kabelfarbe, hier: BR/V1 - braun/violett
14) Bezeichnung des Steckverbinders, hier: X295.
Die wichtigsten Bauteilbezeichnungen lauten:
A - Sicherungshalter/Steuergerät/Modul
B - Temperatursensor
E - Lampen
F - Sicherung
H - Signalhorn/Blinker/Bremsleuchte
K - Relais
M - Elektromotor
N - Radio
R - Potentiometer
S - Schalter
V - Ventil
X - Steckverbinder oder Massepunkt
Y - Außenspiegel
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