Wartungstechnik, Werkzeug und Ausstattung des Arbeitsplatzes
Wartungstechnik
Für die Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten am Fahrzeug gibt es mehrere Methoden, auf die der Leser im Text dieses Handbuchs verwiesen wird. Ihre Einhaltung macht die Arbeit des Heimwerkers effizienter, ermöglicht es, die verschiedenen technischen Arbeitsschritte optimal zu organisieren und fachgerecht auszuführen, und ist die Grundlage für eine sorgfältige und vollständige Durchführung aller Arbeiten.
Befestigungselemente
Als Befestigungselemente bezeichnet man Muttern, Bolzen, Stehbolzen und Schrauben, die zwei oder mehr Teile miteinander verbinden. Beim Umgang mit Befestigungselementen sind einige Dinge stets zu beachten. Praktisch alle Befestigungselemente verwenden eine Art Kontersicherung oder Sicherungseinrichtung. Dies können Sicherungsscheiben, Kontermuttern, Splinte oder Schraubensicherungsmittel für Gewinde sein. Alle verwendeten Gewindebefestigungen müssen völlig sauber und gerade sein, mit unbeschädigtem Gewinde und scharfen Kanten an den Sechskantköpfen, an denen der Schlüssel ansetzt. Beschädigte Muttern und Bolzen sind grundsätzlich durch neue zu ersetzen. Selbstsichernde Muttern mit Nylon- oder Faserkern dürfen nicht wiederverwendet werden, da sie beim Lösen ihre Sicherungswirkung verlieren; bei der Montage sind sie stets durch neue zu ersetzen.
Festgerostete Bolzen und Muttern sind vor dem Lösen mit einem speziellen Kriechöl zu behandeln, um das Lösen zu erleichtern und Beschädigungen zu vermeiden. Viele Mechaniker verwenden hierfür Terpentinöl, das sich praktisch aus einer kleinen Kanne mit langem Auslaufrohr auftragen lässt. Nach dem Benetzen des festsitzenden Befestigungselements mit dem Kriechöl sollte das Mittel einige Minuten einwirken, damit es die oxidierte Kontaktschicht gründlich durchdringt, bevor mit dem Lösen begonnen wird. Stark verrostete Befestigungselemente können abgemeißelt, abgesägt oder mit einem speziellen Mutternsprenger entfernt werden.
Wenn bei der Montage der Kopf eines Bolzens abgeschert oder ein Stehbolzen abgebrochen ist, kann der verbleibende Gewindeteil ausgebohrt oder mit einem speziellen Werkzeug herausgedreht werden. Die meisten Werkstätten können diesen sowie andere Reparaturarbeiten (z. B. das Instandsetzen beschädigter Gewinde in Gewindebohrungen) übernehmen.
Flachscheiben und Sicherungsscheiben sind bei der Montage stets in der gleichen Reihenfolge und auf die gleiche Weise wie vorher wieder anzubringen. Beschädigte Scheiben sind immer durch neue zu ersetzen. Zwischen einer Sicherungsscheibe und einer weichen Metalloberfläche (z. B. Aluminium), dünnem Blech oder Kunststoff ist stets eine Flachscheibe zu verwenden.
Befestigungsgrößen
Aus vielen Gründen verwenden Fahrzeughersteller zunehmend metrische Befestigungselemente. Es ist jedoch wichtig, den Unterschied zwischen dem gelegentlich verwendeten Zoll-Gewinde (auch amerikanisch oder SAE-Standard genannt) und dem universelleren metrischen System zu kennen, da beide trotz äußerer Ähnlichkeit nicht austauschbar sind.
Alle Bolzen, sowohl Zoll- als auch metrische, werden nach Durchmesser, Gewindesteigung und Länge klassifiziert. Zum Beispiel hat ein Zoll-Bolzen 1/2 - 13 x 1 einen halben Zoll Durchmesser, 13 Gewindegänge pro Zoll und eine Länge von 1 Zoll. Ein metrischer Bolzen M12 - 1.75 x 25 hat einen Durchmesser von 12 mm, eine Gewindesteigung von 1,75 mm (Abstand zwischen benachbarten Gewindegängen) und eine Länge von 25 mm. Beide Bolzen sehen praktisch identisch aus, sind jedoch nicht austauschbar.
Zusätzlich zu den genannten Merkmalen können sowohl metrische als auch Zoll-Bolzen anhand des Kopfes identifiziert werden. Zunächst wird die Schlüsselweite am Kopf eines metrischen Bolzens in mm gemessen, bei Zoll-Bolzen in Zoll (dies gilt ebenso für Muttern). Folglich ist ein Zoll-Schlüssel nicht für metrische Befestigungen geeignet und umgekehrt. Außerdem sind die Köpfe der meisten Zoll-Bolzen typischerweise mit radialen Kerben versehen, die die maximal zulässige Anzugskraft (Festigkeitsklasse) des Bolzens kennzeichnen. Je mehr Kerben, desto höher die zulässige Kraft (an Fahrzeugen werden üblicherweise Bolzen der Festigkeitsklassen 0 bis 5 verwendet). Die Festigkeitsklasse metrischer Bolzen wird durch einen Zahlencode bestimmt. Die Ziffern des Codes sind, wie bei Zoll-Bolzen, üblicherweise am Kopf eingeprägt (an Fahrzeugen werden üblicherweise Bolzen der Festigkeitsklassen 8.8, 9.8 und 10.9 verwendet).

Kennzeichnung der Festigkeitsklasse von Bolzen (oben – Zoll-Bolzen /SAE/USS, unten – metrische Bolzen)
1 – Festigkeitsklasse 1 oder 2
2 – Festigkeitsklasse 5
3 – Festigkeitsklasse 8
4 – Kennzeichnung der Festigkeitsklasse metrischer Bolzen

Abmessungen/Kennzeichnung der Festigkeitsklasse von Zoll-Bolzen (SAE und USS)
G — Kennzeichnung der Festigkeitsklasse
L — Länge (in Zoll)
T — Gewindesteigung (Anzahl der Gewindegänge pro Zoll)
D — Nenndurchmesser (in Zoll)

Abmessungen/Kennzeichnung der Festigkeitsklasse metrischer Bolzen
P — Festigkeitsklasse
L — Länge (in mm)
T — Gewindesteigung (Abstand zwischen benachbarten Gewindegängen in mm)
D — Nenndurchmesser (in mm)
Auch anhand der Festigkeitskennzeichnung können Zoll-Muttern von metrischen Muttern unterschieden werden. Zur Kennzeichnung der Festigkeit von Zoll-Muttern werden Punkte verwendet, die auf einer der Stirnflächen der Mutter eingeschlagen sind, während metrische Muttern mit Ziffern gekennzeichnet sind. Je mehr Punkte oder je höher der Zahlencode, desto höher die zulässige Anzugskraft der Mutter.
Kennzeichnung der Festigkeitsklasse von Zoll-Sechskantmuttern

Sechskantmutter.
Festigkeitsklasse 5
Kennzeichnung: Drei Punkte

Sechskantmutter.
Festigkeitsklasse 8
Kennzeichnung: Sechs Punkte
Kennzeichnung der Festigkeitsklasse metrischer Sechskantmuttern

Sechskantmutter.
Festigkeitsklasse 9
Kennzeichnung: Arabische Ziffer 9

Sechskantmutter.
Festigkeitsklasse 10
Kennzeichnung: Arabische Ziffern 10
Die Enden metrischer Stiftschrauben (Stehbolzen) sind ebenfalls entsprechend ihrer Festigkeitsklasse gekennzeichnet. Große Stiftschrauben tragen eine Kennzeichnung mit Ziffern, während kleinere Stiftschrauben mit einer geometrischen Form gekennzeichnet sind.

Festigkeitsklassen-Kennzeichnung metrischer Stiftschrauben
1 MARKIERUNG — Festigkeitsklasse 10.9
2 MARKIERUNG — Festigkeitsklasse 9.8
3 MARKIERUNG — Festigkeitsklasse 8.8
Es ist zu beachten, dass ein erheblicher Teil der Verbindungselemente, insbesondere der Festigkeitsklassen 0 bis 2, überhaupt nicht gekennzeichnet ist. In diesem Fall ist die einzige Möglichkeit, Normgewinde von metrischem Gewinde zu unterscheiden, die Messung der Gewindesteigung oder der Vergleich mit einem eindeutig identifizierten Gewinde.
Normgewindeverbindungen werden im Gegensatz zu metrischen Verbindungen häufig auch als SAE-Verbindungen bezeichnet. Dabei ist zu beachten, dass unter die SAE-Klassifizierung nur kleine Verbindungselemente fallen. Große Verbindungselemente mit nichtmetrischem Gewinde sind Verbindungselemente nach US-Norm (USS).
Da Verbindungselemente gleicher geometrischer Abmessung (sowohl Normgewinde als auch metrisch) unterschiedliche Festigkeitsklassen haben können, ist beim Austausch von Schrauben, Muttern und Stiftschrauben am Fahrzeug darauf zu achten, dass die Festigkeitsklasse des neuen Verbindungselements der des alten entspricht.
Verfahren und Reihenfolge beim Anziehen von Schraubverbindungen
Das Anziehen der meisten Schraubverbindungen hat mit den Drehmomenten zu erfolgen, die in den Spezifikationen zu Beginn jedes Kapitels dieses Handbuchs angegeben sind (unter dem Anzugsmoment des Verbindungselements ist das beim Anziehen aufgebrachte Drehmoment zu verstehen). Im Folgenden wird das Anzugsmoment auch als Anziehdrehmoment des Verbindungselements bezeichnet. Übermäßiges Anziehen kann zur Beschädigung des Verbindungselements führen, während zu geringes Anziehen die Verbindung der Bauteile unzuverlässig macht. Schrauben, Bolzen und Stiftschrauben haben je nach Werkstoff und Gewindedurchmesser in der Regel genau festgelegte zulässige Anziehdrehmomente, von denen viele, wie oben erwähnt, in den Spezifikationen zu Beginn jedes Kapitels aufgeführt sind. Halten Sie sich strikt an die angegebenen Anziehdrehmomente für die am Fahrzeug verwendeten Verbindungselemente. Zum Anziehen von Verbindungselementen, die nicht in den Spezifikationen aufgeführt sind, verwenden Sie die nachstehende Tabelle der zulässigen Drehmomente. Die Werte in der Tabelle gelten für Verbindungselemente der Festigkeitsklassen 2 und 3 (Verbindungselemente höherer Klassen dürfen mit höherem Drehmoment angezogen werden). Es wird außerdem vorausgesetzt, dass trockene (nicht geschmierte Gewinde) Verbindungselemente in ein Stahl- oder Gussbauteil (nicht Aluminium) eingeschraubt werden.
Verbindungselemente, die am Umfang eines Bauteils angeordnet sind (z. B. Zylinderkopfschrauben, Ölwannenschrauben und Schrauben verschiedener Deckel), müssen zur Vermeidung von Verzug des Bauteils in einer genau festgelegten Reihenfolge gelöst und angezogen werden. Die Reihenfolge zum Anziehen und Lösen dieser Verbindungselemente ist in den entsprechenden Kapiteln dieses Handbuchs angegeben. Wenn keine besondere Reihenfolge angegeben ist, gehen Sie zur Vermeidung von Verzug des Bauteils wie folgt vor. In der ersten Stufe werden alle Schrauben bzw. Muttern von Hand angezogen. Danach wird jedes Verbindungselement nacheinander um eine volle Umdrehung weiter angezogen, wobei von einem Schrauben- bzw. Mutternpaar zum nächsten diagonal (über Kreuz) übergegangen wird. Anschließend wird wieder beim ersten Verbindungselement begonnen und das Verfahren in gleicher Reihenfolge wiederholt, wobei jedes Verbindungselement um eine halbe Umdrehung angezogen wird. Fahren Sie in gleicher Weise fort, wobei jedes Verbindungselement nun pro Durchgang um eine Viertelumdrehung angezogen wird, bis alle mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen sind. Beim Lösen der Verbindungselemente ist das beschriebene Verfahren ebenfalls einzuhalten, jedoch in umgekehrter Reihenfolge.
Demontage von Bauteilen
Alle Bauteile sind so zu demontieren, dass sie bei der Montage an ihren ursprünglichen Platz und in der richtigen Lage eingebaut werden können. Prägen Sie sich charakteristische Merkmale des Aussehens ein und markieren Sie gegebenenfalls Einbaulagen von Teilen, die sich auf mehr als eine Weise einbauen lassen (zu solchen Elementen gehört beispielsweise eine Anlaufscheibe mit Nut auf der Welle). Es empfiehlt sich, die ausgebauten Teile auf einer sauberen Arbeitsfläche in der Reihenfolge abzulegen, in der sie ausgebaut wurden. Hilfreich sind außerdem einfache schematische Skizzen oder das schrittweise Fotografieren des zu demontierenden Bauteils.
Beim Lösen von Verbindungselementen sollten Sie deren ursprüngliche Lage an der Baugruppe markieren. Häufig vermeidet sofortiges Wiedereinsetzen der Verbindungselemente und Scheiben an ihren ursprünglichen Platz nach dem Ausbau des jeweiligen Bauteils Verwechslungen bei der Montage. Ist dies nicht möglich, sind alle Verbindungselemente in einem dafür vorbereiteten, unterteilten und entsprechend beschrifteten Behälter oder in einzeln beschrifteten Kästchen aufzubewahren. Diese Vorgehensweise ist besonders bei Bauteilen mit vielen Kleinteilen hilfreich, etwa bei Einspritzanlagen, der Lichtmaschine, dem Ventiltrieb, der Instrumententafel oder Teilen der Innenverkleidung.
Beim Lösen elektrischer Kontakte und Steckverbindungen ist auf die Kennzeichnung der Leitungen bzw. Kabelbäume mit Isolierband mit aufgedruckter Ziffern- oder Buchstabenkennung zu achten.
Dichtflächen
Bei allen Fahrzeugen dienen Dichtungen zur Abdichtung der Trennfuge zwischen zwei oder mehr Bauteilen. Sie verhindern den Austritt von Öl und Flüssigkeiten und erhalten im Inneren der Baugruppe einen erhöhten Druck oder Unterdruck.
Vor dem Einbau werden solche Dichtungen häufig mit flüssiger oder pastöser Dichtmasse bestrichen. Durch Zeit, Temperatur oder Druck verkleben die Dichtflächen häufig so stark miteinander, dass das Trennen der Bauteile schwierig wird. In vielen Fällen erleichtert es die Demontage, wenn Sie die Trennfuge am Umfang von außen mit einem Kunststoffhammer abklopfen. Sie können auch einen normalen Hammer verwenden, wobei Sie durch einen Holz- oder Kunststoffklotz schlagen. Gussgehäuse und empfindliche Bauteile dürfen nicht abgeklopft werden. Wenn solche Schwierigkeiten auftreten, prüfen Sie stets zuerst, ob alle Verbindungselemente gelöst wurden.
Vermeiden Sie es, zum Trennen der Bauteile Schraubendreher oder Brechstangen zwischen die Dichtflächen zu setzen, da die Dichtflächen dabei leicht beschädigt werden können, was später zu Undichtigkeiten führen kann. Lässt sich das Hebeln an verklebten Bauteilen nicht vermeiden, verwenden Sie dafür den Griff einer alten Feile, achten Sie aber darauf, dass anschließend alle entstandenen Späne sorgfältig von den Dichtflächen und aus dem Inneren der Baugruppe entfernt werden.
Nach dem Trennen der Bauteile müssen die Dichtflächen gründlich gereinigt werden, wobei Reste der alten Dichtung abzukratzen sind. Verhärtete Reste der alten Dichtung können zuvor mit einem Rostumwandler oder einem speziellen chemischen Mittel aufgeweicht und anschließend mit einem Schaber von der Dichtfläche entfernt werden. Als Schaber eignet sich ein Stück Kupferrohr mit abgeflachtem und zugespitztem Ende. Kupferrohr wird empfohlen, da Kupfer in der Regel weicher ist als die im Fahrzeug verwendeten Werkstoffe, was das Risiko einer Beschädigung der Dichtfläche verringert. Manche Dichtungen lassen sich leicht mit einer Kupferbürste entfernen. Unabhängig von der Methode müssen die Dichtflächen jedoch völlig sauber und glatt sein. Ist eine Dichtfläche aus irgendeinem Grund zerkratzt, füllen Sie die Kratzer vor der Montage der Bauteile mit Dichtungsmasse. In den meisten Fällen ist eine nicht aushärtende (oder nur teilweise aushärtende) Dichtungsmasse zu verwenden.
Hinweise zum Abnehmen von Schläuchen
Wenn Ihr Fahrzeug mit einer Klimaanlage ausgestattet ist, lösen Sie auf keinen Fall Schläuche von Klimaanlagenbauteilen, bevor das System bei einem BMW-Partnerbetrieb oder einem Fachmann für Klimaanlagen in einer Kfz-Werkstatt entleert wurde.
Die Vorsichtsmaßnahmen beim Abnehmen von Schläuchen entsprechen weitgehend denen beim Entfernen von Dichtungen. Vermeiden Sie Beschädigungen an den Oberflächen der Anschlussstutzen und Rohrstutzen, auf die die Schläuche aufgesteckt sind, da dies zu Undichtigkeiten führen kann. Dies gilt in besonderem Maße für das Abnehmen von Kühlerschläuchen. Durch verschiedene chemische Reaktionen verkleben Gummi der Schläuche und die Oberflächen der Stutzen und Rohre miteinander. Um einen Schlauch abzunehmen, lösen Sie zuerst die Schlauchschelle am Stutzen. Dann fassen Sie den Schlauch nahe der Schelle mit einer Zange mit Gelenk und drehen ihn auf dem Stutzen bzw. Anschlussrohr nach rechts und links. Setzen Sie diesen Vorgang fort, bis sich der Schlauch vollständig löst, und ziehen Sie ihn dann vom Stutzen ab. Eine kleine Menge Silikonfett oder anderes Schmiermittel erleichtert das Verfahren, sofern es in den Spalt zwischen Stutzen und Schlauch eingebracht werden kann. Zum Erleichtern der Schlauchmontage fetten Sie die Innenseite des Schlauchs und die Außenseite des Stutzens ein.
Als letztes Mittel oder wenn ein Schlauch zwingend durch einen neuen ersetzt werden muss, kann das auf den Stutzen gesteckte Schlauchende mit einem Messer aufgeschnitten und dann von der Stutzenoberfläche abgezogen werden. Achten Sie dabei darauf, das Metall des Stutzens bzw. Anschlussrohrs nicht mit dem Messer zu beschädigen.
Bei beschädigter Schlauchschelle ersetzen Sie sie durch eine neue. Schlauchschellen mit Schraubenverschluss lockern sich mit der Zeit, daher sollten sie unabhängig von ihrem Zustand, wenn möglich, durch Schraubschellen ersetzt werden.
Werkzeug
Die Auswahl guten Werkzeugs ist eine der Grundvoraussetzungen für jeden, der Wartungs- oder Reparaturarbeiten am Fahrzeug selbst durchführen möchte. Auf den ersten Blick mögen die Kosten für den Erwerb des erforderlichen Werkzeugsatzes zu hoch erscheinen. Im Vergleich mit den Kosten für Wartungsarbeiten und einfache Reparaturen in einer Werkstatt erweisen sie sich jedoch als durchaus angemessen.
Um dem durchschnittlichen Autofahrer die Auswahl des Werkzeugs zu erleichtern, das für die in diesem Handbuch beschriebenen Arbeiten benötigt wird, sind nachfolgend drei Werkzeugsätze aufgeführt, die als Satz für Wartung und Kleinreparaturen, Satz für allgemeine und umfangreiche Reparaturen sowie Spezialwerkzeug bezeichnet werden. Fahrzeughalter ohne praktische Erfahrung in mechanischen Arbeiten sollten mit Arbeiten beginnen, bei denen nur Werkzeug aus der ersten Liste benötigt wird, und dabei ihre Fähigkeiten verbessern und ihr Werkzeug schrittweise erweitern. Mit zunehmender Erfahrung können anspruchsvollere Aufgaben übernommen werden, wobei der vorhandene Werkzeugsatz ergänzt wird. Nach einiger Zeit ermöglichen die erworbenen Fertigkeiten die Ausführung anspruchsvollerer Arbeiten, die Werkzeug aus der zweiten Liste (für allgemeine und umfangreiche Reparaturen) erfordern. Wenn Ihre Qualifikation es erlaubt, erhebliche Kosten bei selbst durchgeführten komplexen Reparaturen zu sparen, kann die Anschaffung von Spezialwerkzeug in Betracht gezogen werden.
Werkzeugsatz für Wartung und Kleinreparaturen am Fahrzeug
Die folgende Liste enthält das Mindestwerkzeug, das für Wartungs- und kleinere Reparaturarbeiten am Fahrzeug erforderlich ist. Es wird empfohlen, einen Satz Ringmaulschlüssel (mit Maulschlüsselkopf an einem Ende und Ringschlüsselkopf am anderen Ende) anzuschaffen. Trotz der höheren Kosten im Vergleich zu einem Satz einfacher Maulschlüssel lohnt sich die Investition, da diese Schlüssel die Vorteile beider Typen vereinen.
- Satz Ringmaulschlüssel
• (1/4 - 1 Zoll; 6 - 19 mm)
• Verstellbarer Schraubenschlüssel
• Zündkerzenschlüssel (mit Gummieinsatz)
- Werkzeug zum Einstellen des Zündkerzenabstands
- Fühlerlehrenset
- Entlüfterschlüssel für Bremsen
- Schraubendreher:
• Mit Flachklinge (150 mm lang und 8 mm Durchmesser)
• Mit Kreuzschlitzklinge (Nr. 2 x 6 Zoll (150 mm lang))
- Kombizange
- Metallsäge mit Sägeblättern
- Reifendruckmesser
- Fettpresse (Schmierpistole)
- Ölkanne
- Feine Schleifpapier
- Drahtbürste
- Werkzeug zum Reinigen der Batterieklemmen und Kabelkontakte
- Ölfilterschlüssel
- Trichter (mittlere Größe)
- Unterlegkeile zum Sichern des Fahrzeugs in angehobenem Zustand (2)
- Auffangbehälter
Sind zur Wartung grundlegende Einstellungen erforderlich, wird außerdem ein hochwertiges Stroboskop und ein kombinierter Drehzahlmesser/Schließwinkelmessgerät benötigt. Obwohl diese Werkzeuge zur Liste der Spezialwerkzeuge gehören, werden sie hier erwähnt, da sie für eine genaue Einstellung der Motorzündung, die Teil der Wartungsarbeiten ist, unbedingt erforderlich sind.
Werkzeugsatz für allgemeine und umfangreiche Reparaturen am Fahrzeug
Dieses Werkzeug wird für alle Motorreparaturarbeiten benötigt und ergänzt die erste Liste. Die Liste umfasst einen vollständigen Satz Steckschlüsseleinsätze. Trotz des hohen Preises ist ein Satz Steckschlüsseleinsätze wegen seiner Vielseitigkeit und einfachen Handhabung, insbesondere in Verbindung mit den im Satz enthaltenen verschiedenen Antrieben, von unschätzbarem Nutzen. Es wird empfohlen, Antriebe mit 1/2-Zoll-Vierkant (statt 3/8 Zoll) zu verwenden, da sie zwar teurer sind, aber nahezu mit jedem Drehmomentschlüssel genutzt werden können (idealerweise sollte ein guter Mechaniker beide Antriebsarten besitzen). Eine günstigere Alternative zum Steckschlüsselsatz ist ein Satz Rohrschlüssel.
- Steckschlüsselsatz (einschließlich Torx-Einsätzen) oder Rohrschlüsselsatz in Größen, die den Maulschlüsseln der vorherigen Liste entsprechen
- Knarre mit Umschaltung (zur Verwendung mit Steckschlüsseleinsätzen)
- Verlängerung 250 mm
- Kardangelenk (zur Verwendung mit Steckschlüsseleinsätzen)
- Drehmomentschlüssel (mit Antrieb der gleichen Größe wie für die Steckschlüsseleinsätze)
- Rundkopfhammer – 8 Unzen (etwa 230 g)
- Kunststoff- oder Gummihammer (Schonhammer)
- Schraubendreher:
• Mit Flachklinge (150 mm lang und etwa 6,5 mm Durchmesser)
• Mit Flachklinge (kräftig, Nr. 2, 8 mm)
• Mit Kreuzschlitzklinge (Nr. 3 x 8 Zoll (203 mm))
• Mit Kreuzschlitzklinge (kräftig, Nr. 2)
- Federklemmen
- Zangen:
• Elektrikerzange (mit isolierten Griffen)
• Spitzzange
• Sicherungsringzange (für Innen- und Außenringe)
- Meißel – 1/2 Zoll (13 mm)
- Schaber (aus abgeflachtem und an einem Ende zugespitztem Kupferrohr)
- Anreißnadel
- Körner
- Durchschläger mit dünner Spitze (1,6; 3,2; 4,8 mm)
- Stahllineal/Planheitsprüfer
- Innensechskantschlüsselsatz (Inbus) (für Innensechskantschrauben)
- Feilensatz
- Drahtbürste (groß)
- Zweiter Satz Unterlegkeile
- Wagenheber (hydraulisch oder Scherenwagenheber)
Ein weiteres häufig benötigtes Werkzeug ist eine Elektrobohrmaschine mit einem 3/8-Zoll-Bohrfutter (bis 9,5 mm) und einem Satz hochwertiger Bohrer.
Spezialwerkzeug
Diese Liste umfasst Werkzeuge, die recht teuer sind, nicht regelmäßig benötigt werden oder bei deren Verwendung die Anweisungen der Hersteller zu beachten sind. Wenn Sie selten anspruchsvolle mechanische Arbeiten ausführen, ist die Anschaffung solchen Werkzeugs keine gute Investition. Es ist sinnvoll, es gemeinsam mit Freunden zu kaufen oder in Kfz-Werkstätten auszuleihen.
In die Liste sind nur Werkzeuge aufgenommen, die im Einzelhandel erhältlich sind oder für den Vertrieb über Händlerbetriebe hergestellt werden. Im Text dieses Handbuchs finden Sie gelegentlich Verweise auf solche Spezialwerkzeuge. In der Regel wird zusätzlich ein alternatives Verfahren angegeben, das die zwingende Verwendung schwer zugänglichen Werkzeugs vermeidet. Ist die Verwendung von Spezialwerkzeug unvermeidbar und dessen Beschaffung schwierig, sollten die entsprechenden Arbeiten besser einem Fachbetrieb überlassen werden.
- Werkzeug zum Zusammendrücken der Ventilfedern
- Werkzeug zum Reinigen der Kolbenringnuten
- Ringspannzange zum Zusammendrücken von Kolbenringen
- Werkzeug zum Einsetzen von Kolbenringen
- Kompressionsprüfer (Kompressionsmessgerät)
- Senker zum Bearbeiten der Zylinderkanten
- Honahle zum Bearbeiten der Zylinderlaufflächen
- Zylinderbohrungsmessgerät
- Mikrometer und/oder Messuhr-Schieblehre
- Werkzeug zum Ausbau hydraulischer Stößel
- Kugelgelenkabzieher
- Universalabzieher
- Schlagschraubendreher
- Messuhrsatz
- Stroboskop (mit induktivem Sensor)
- Handpumpe (Unterdruck-/Überdruckpumpe)
- Drehzahlmesser/Schließwinkelmessgerät
- Universalmessgerät für elektrische Messungen
- Hebezeug
- Werkzeug zum Ausbau/Einbau von Bremsfedern
- Bodenwagenheber
Erwerb von Werkzeug
Für Anfänger im Bereich der Fahrzeugmechanik können einige praktische Hinweise zum Erwerb des erforderlichen Werkzeugs für Wartungs- und Reparaturarbeiten gegeben werden. Bei Vorbereitung auf Wartungsarbeiten oder kleinere Reparaturen ist es sinnvoll, Werkzeug einzeln zu kaufen. Bei umfangreicheren Arbeiten ist dagegen der Kauf eines Werkzeugsatzes aus dem Einzelhandel einfacher und zuverlässiger. Ein Satz ist meist etwas günstiger als Einzelkäufe und wird häufig mit einem Werkzeugkasten geliefert. Später kann das Sortiment durch einzelne Werkzeuge, zusätzliche Sätze und einen größeren Werkzeugkasten erweitert werden. Die schrittweise Erweiterung des Werkzeugsatzes verteilt die Kosten und hilft, die wirklich benötigten Werkzeuge zu ermitteln.
Spezialisierte Werkzeugfachgeschäfte sind die einzige Bezugsquelle für einige Spezialwerkzeuge. Unabhängig von der Bezugsquelle sollten Sie jedoch billige Angebote meiden, insbesondere bei Schraubendrehern und Steckschlüsseleinsätzen, da deren Lebensdauer mit Sicherheit gering wäre. Die Kosten für Ersatz und Instandsetzung billigen Werkzeugs werden letztlich weit über den Kosten für den einmaligen Kauf hochwertiger Ware liegen.
Pflege und Aufbewahrung von Werkzeug
Gutes Werkzeug ist eine wertvolle Investition, daher sollten Sie darauf achten, es sauber und einsatzbereit zu halten. Wischen Sie Werkzeug nach dem Gebrauch vor dem Verstauen stets mit einem sauberen, trockenen Lappen ab und entfernen Sie Schmutz, Fett und Metallspäne. Lassen Sie Werkzeug niemals am Arbeitsplatz herumliegen. Nach Abschluss der Arbeiten prüfen Sie den Raum unter der Motorhaube und unter dem Fahrzeug sorgfältig auf vergessenes Werkzeug.
Zur Aufbewahrung von Werkzeugen wie Schraubendrehern, Zangen, Hämmern und dergleichen eignet sich eine an der Garagenwand in griffbereiter Höhe montierte Werkzeugleiste ideal. Ring- und Steckschlüsselsätze sollten in Metallkästen aufbewahrt werden. Messwerkzeug ist an trockenen, sauberen Orten aufzubewahren, die vor Korrosion geschützt sind.
Die Arbeitsflächen des Werkzeugs sind stets im Auge zu behalten. Der Schlagkopf des Hammers verformt sich bei der Arbeit, und Schraubendreher verlieren mit der Zeit die Schärfe ihrer Klingen. Nehmen Sie sich die Zeit, Verformungen mit Schleifpapier oder einer Feile zu entfernen und die Schneidkanten nachzuarbeiten. Irreparabel verschlissenes oder beschädigtes Werkzeug ist zu ersetzen.
Bei sorgfältiger Pflege bleibt Ihr Werkzeug über einen sehr langen Zeitraum zuverlässig einsatzbereit.
Ausstattung des Arbeitsplatzes
Beim Thema Werkzeug darf die Ausstattung des Arbeitsplatzes nicht fehlen. Sind umfangreichere Arbeiten als einfache Wartung vorgesehen, sollte ein geeigneter Arbeitsplatz eingerichtet werden.
Viele Autofahrer müssen den Motor und ähnliche Arbeiten einräumen, die keineswegs in einer Garage oder Werkstatt stattfinden. In jedem Fall ist jedoch ein Dach oder eine Plane unabdingbar.
Nach Möglichkeit sollten alle Arbeiten an Fahrzeugsystemen auf einer sauberen, ebenen Werkbank oder einem stabilen Tisch in bequemer Arbeitshöhe erfolgen. Die Werkbank muss mit einem Schraubstock ausgestattet sein. Ein Schraubstock mit einer Backenöffnung von mindestens 100 mm und weichen Backenschonern ist ausreichend.
Wie bereits erwähnt, muss am Arbeitsplatz ein sauberer, trockener Bereich zur Aufbewahrung von Werkzeug, Schmier- und Reinigungsmitteln, Spachtelmassen, Lacken und dergleichen vorhanden sein.
Es ist zu beachten, dass eine Elektrobohrmaschine unverzichtbares Werkzeug ist. Daher muss der Arbeitsplatz über eine Stromquelle zum Anschluss verfügen. Eine Bohrmaschine mit einem Bohrfutter bis 9,5 mm und einem Satz hochwertiger Bohrer erleichtert viele Arbeiten erheblich.
Schließlich müssen am Arbeitsplatz stets ausreichend alte Zeitungen und sauberes, fusselfreies Putztuch zum Reinigen des Arbeitsplatzes, des Werkzeugs und der Fahrzeugteile vorhanden sein.
Altöl ist in dichten Behältern an Entsorgungszentren abzugeben.
Führen Sie niemals Arbeiten an ungeschützten lackierten Fahrzeugflächen durch. Verwenden Sie Kotflügelschutzabdeckungen oder decken Sie im Notfall polierte Flächen mit alten Decken ab.
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