Hinterachs-Antriebswellen
TECHNISCHE DATEN
Anzugsdrehmomente

a Siehe das Verfahren in diesem Abschnitt.
BESCHREIBUNG UND FUNKTION
Hinterachs-Antriebswellen
Die Antriebswellen bestehen aus folgenden Bauteilen:
- Innere Gleichlaufgelenke
- Äußere Gleichlaufgelenke
- Verbindungswellen
Die Antriebswellen sind außen am Zapfen verzahnt und treiben die Radnaben an. Sie werden in den Radnaben durch spezielle Radnabenmuttern gehalten, die gleichzeitig die Radlagervorspannung einstellen. Die Antriebswellen sind innen am Zapfen verzahnt und werden durch Sicherungsringe gehalten. Bei jedem Ausbau der alten Sicherungsringe müssen neue Sicherungsringe eingebaut werden.
Antriebswellengelenk
Gleichlaufgelenke (CV-Gelenke) bestehen aus folgenden Bauteilen:
- Schellen der Gleichlaufgelenk-Manschetten
- Faltenbälge der Gleichlaufgelenke
- Tripodegehäuse
- Kugel- und Käfiggehäuse
- Sicherungsringe
- Spezialfett für Gleichlaufgelenke (Hochtemperatur)
Die Gleichlaufgelenke verbinden die Verbindungswelle mit dem Zapfen. Sie ermöglichen eine gleichmäßige Drehung der Verbindungswelle und der Zapfen. Außerdem gleichen sie Längenunterschiede und Winkeländerungen aus, die beim Ein- und Ausfedern des Fahrzeugs auftreten.
Die Gelenke der Antriebswelle sind nicht reparierbar und werden nur als komplette Baugruppen ersetzt.
Handhabung der Antriebswelle
Alle Bauteile der Antriebswelle beim Aus- und Einbau sowie bei verschiedenen Demontage- und Montagearbeiten an Bauteilen vorsichtig behandeln.
- Die Antriebswelle niemals nur am inneren oder äußeren Gleichlaufgelenk anfassen oder halten.
- Die Gleichlaufgelenke nicht überwinkeln.
- Ein montiertes inneres Gleichlaufgelenk wird beschädigt, wenn es aus dem Gelenkgehäuse nach außen überdehnt wird.
- Die Antriebswellen niemals mit einem Hammer aus der Hinterradnabe aus- oder einbauen.
- Die Antriebswellenbaugruppe niemals als Hebel zum Positionieren anderer Bauteile verwenden. Das freie Ende der Antriebswelle immer abstützen.
- Die Manschetten nicht mit scharfen Kanten oder heißen Abgasbauteilen in Berührung bringen.
- Die Antriebswelle nur an der Verbindungswelle anfassen, um ein Auseinanderziehen und mögliche Schäden an den Gleichlaufgelenken zu vermeiden.
- Eine übermäßige Zugkraft auf die Verbindungswelle zwischen den Gelenken der Antriebswelle führt zu inneren Gelenkschäden. Axiale Kräfte zur Unterstützung des Ausbaus dürfen nur über das innere Gelenkgehäuse aufgebracht werden.
- Montierte Antriebswellen nicht fallen lassen. Der Aufprall schneidet die Manschetten von innen auf, ohne äußerlich sichtbare Beschädigung.
- Das äußere Gleichlaufgelenk nicht durch Ziehen an der Verbindungswelle ausbauen.
- Alle maschinell bearbeiteten Flächen und Keilwellen auf Beschädigungen prüfen.
AUS- UND EINBAU
Antriebswelle
Spezialwerkzeug(e)



Ausbau
HINWEIS: Fahrwerksbefestigungen sind kritische Bauteile, da sie die Funktion wichtiger Komponenten und Systeme beeinflussen. Ein Ausfall kann hohe Reparaturkosten verursachen. Müssen Teile ersetzt werden, sind neue Teile mit derselben Teilenummer oder einem gleichwertigen Teil einzubauen. Kein Ersatzteil geringerer Qualität oder mit abweichender Konstruktion verwenden. Beim Zusammenbau die angegebenen Anzugsdrehmomente einhalten, damit diese Teile korrekt gesichert sind.
- Abstand von der Mitte der Radnabe bis zur Radhauskante messen, wenn das Fahrzeug in waagerechter, ebener Position steht (Bordsteinhöhe, Leergewicht).
- Rad und Reifen abnehmen. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 204-04.
- Die Radnabenmutter entfernen.
- Noch nicht entsorgen.
- HINWEIS: Den Bremssattel nicht am Bremsschlauch hängen lassen, da der Schlauch sonst beschädigt werden kann.
Die 2 Schrauben des Bremssattelhalters entfernen und verwerfen. Die Baugruppe aus Bremssattel und Bremssattelhalter zur Seite legen.
- Baugruppe aus Bremssattel und Bremssattelhalter mit Montagedraht abstützen.
- ANMERKUNG: Die Sechskantaufnahme verwenden, damit sich der Gewindebolzen der Stabilisatorkoppelstange beim Entfernen oder Montieren der Mutter nicht mitdreht.
Die obere Mutter der Stabilisator-Koppelstange entfernen und entsorgen und die Koppelstange lösen.
- Die Mutter des Spurlenkers am Achsschenkel entfernen und verwerfen und den Spurlenker lösen.
- Die Schraube des Radgeschwindigkeitssensors entfernen.
- Die Halteclips des Raddrehzahlsensor-Kabelbaums lösen und Sensor sowie Kabelbaum zur Seite legen.
- Einen Schraubenstützbock unter den unteren Lenker stellen.
- Die Mutter und die Schraube des oberen Querlenkers am Achsschenkel entfernen und verwerfen und den Achsschenkel vom oberen Querlenker lösen.
- Die untere Schraube des Stoßdämpfers entfernen und entsorgen und den Stoßdämpfer von der Radträger-Halterung lösen.
- Die Schraube des unteren Querlenkers am Achsschenkel lösen, aber nicht entfernen.
- Die äußere Antriebswellen-Gleichlaufgelenk mithilfe des Vorderachs-Nabenabziehers vom Radnabenlager trennen.
- Den Achsschenkel nach außen schwenken und das äußere Gleichlaufgelenk der Antriebswelle aus dem Radnabenlager ziehen.
- HINWEIS: Beim Ausbau der Antriebswelle aus dem Differential darf die Öldichtung nicht beschädigt werden.
Das innere Gleichlaufgelenk der Antriebswelle mit einem geeigneten Montagehebel aus dem Differential lösen.
- Die Antriebswelle aus dem Fahrzeug ausbauen.
- Den Sicherungsring von der Antriebswelle entfernen und verwerfen.
Einbau
HINWEIS: Vor dem Anziehen von Befestigungselementen der Fahrwerksbuchsen die Hinterradaufhängung mit einem Unterstellbock anheben, bis der Abstand zwischen der Radnabenmitte und der Kotflügelkante dem bei der Ausbauprozedur gemessenen Wert (Fahrzeughöhe) entspricht.
- HINWEIS: Die Sicherungsringe unterscheiden sich in Größe und Form für jede Welle. Unbedingt den vorgeschriebenen Sicherungsring für die jeweilige Anwendung verwenden, sonst kann das Fahrzeug beschädigt werden.
Einen neuen Sicherungsring an der Antriebswelle einbauen.
- Das innere Gleichlaufgelenk der Antriebswelle mit dem Achsdichtungsschutz in das Differential einsetzen.
- Sicherstellen, dass der Sicherungsring im Seitenrad einrastet.
- Den Achsschenkel nach innen schwenken und das äußere Gleichlaufgelenk der Antriebswelle durch das Radnabenlager einsetzen.
- Den Achsschenkel am oberen Querlenker ansetzen und eine neue Mutter und Schraube locker einsetzen.
- Den Stoßdämpfer positionieren und eine neue Schraube locker einsetzen.
- Den Kabelbaum des Raddrehzahlsensors in die Halteclips legen und den Sensor sowie die Schraube einbauen.
- Auf 15 N·m anziehen.
- Den Spurlenker positionieren und eine neue Mutter am Achsschenkel locker aufschrauben.
- Einen geeigneten Unterstellbock unter den unteren Querlenker an der Befestigung von Stoßdämpfer und Federbaugruppe setzen und die Hinterradaufhängung anheben, bis der Abstand zwischen der Radnabenmitte und der Kotflügelkante dem in Schritt 1 der Prozedur gemessenen Wert (Fahrzeughöhe) entspricht.
- ANMERKUNG: Ein Langloch im oberen Lenker ermöglicht die Einstellung des hinteren Radsturzes, indem der Radträger beim Festziehen der Mutter von oberem Lenker zu Radträger nach innen gedrückt oder nach außen gezogen wird.
Den Radträger für maximalen negativen Sturz nach innen drücken und die Mutter von oberem Lenker zu Radträger mit 200 N·m festziehen.
- Die Schraube der Verbindung unterer Querlenker zum Radträger mit 265 N·m anziehen.
- Schraube Stoßdämpfer unten auf 175 N·m anziehen.
- Die Mutter der Spurstrebe am Radträger mit 80 N·m anziehen.
- ANMERKUNG: Die Sechskantaufnahme verwenden, damit sich der Gewindebolzen der Stabilisatorkoppelstange beim Entfernen oder Montieren der Mutter nicht mitdreht.
Die Stabilisatorstrebe anschließen und eine neue obere Mutter der Stabilisatorstrebe einbauen.
- Auf 55 N·m anziehen.
- Die Baugruppe aus Bremssattel und Bremssattelhalter positionieren und die 2 Schrauben einbauen.
- Auf 103 N·m anziehen.
- HINWEIS: Die Radnabenmutter nicht festziehen, solange das Fahrzeug auf dem Boden steht. Die Mutter muss auf Vorgabe festgezogen werden, bevor das Fahrzeug auf die Räder abgesenkt wird. Wird das Radlager mit dem Fahrzeuggewicht belastet, kann es beschädigt werden.
HINWEIS: Bremse betätigen, damit sich die Antriebswelle nicht dreht.
Die zuvor entfernte Radnabenmutter verwenden, um die Antriebswelle einzusetzen.- Auf 350 N·m anziehen.
- Die Radnabenmutter entfernen und entsorgen.
- HINWEIS: Die Radnabenmutter enthält ein einmalig wirkendes Sicherungsmittel, das durch die beim Anziehen entstehende Wärme aktiviert wird. Die neue Radnabenmutter innerhalb von 5 Minuten nach dem Aufschrauben auf das Gewinde einsetzen und auf die vorgeschriebene Vorgabe anziehen. Immer eine neue Radnabenmutter verwenden, wenn sie gelöst wurde oder nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit angezogen wurde, da sonst die Bauteile beschädigt werden können.
HINWEIS: Bremse betätigen, damit sich die Antriebswelle nicht dreht.
Eine neue Radnabenmutter einsetzen.- Auf 350 N·m anziehen.
- Rad und Reifen montieren. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 204-04.
- Die hintere Spur prüfen und bei Bedarf einstellen. Weitere Informationen siehe Abschnitt 204-00.
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