Adaptive Gemischkorrektur
PRINZIP
Im geschlossenen Regelkreis (siehe Kapitel 17 „Gemischregelung“) korrigiert die Gemischregelung (#35) die Einspritzzeit so, dass ein Gemisch möglichst nahe am Lambdawert 1 entsteht. Der Korrekturwert liegt nahe 128, mit den Anschlägen 0 und 255.
Streuungen der Bauteile des Einspritzsystems können jedoch dazu führen, dass sich die Korrektur zu 0 oder 255 verschiebt, um Lambda 1 zu erreichen.
Die adaptive Korrektur verschiebt das Einspritzkennfeld, sodass die Gemischregelung wieder auf 128 zentriert wird und ihre Korrekturwirkung in Richtung Anfettung oder Abmagerung gleichbleibend ist.
Die adaptive Gemischkorrektur besteht aus zwei Teilen:
- adaptive Korrektur überwiegend bei mittlerer und hoher Motorlast (Auslesen von #30),
- adaptive Korrektur überwiegend im Leerlauf und bei geringer Motorlast (Auslesen von #31).
Die adaptiven Korrekturen haben nach der Initialisierung (Speicher löschen) den Mittelwert 128. Ihre Anschläge sind:

Die adaptiven Korrekturen arbeiten nur bei warmem Motor im geschlossenen Regelkreis (#35 variabel) und in einem bestimmten Saugrohrdruckbereich.
Der Motor muss im geschlossenen Regelkreis in mehreren Druckbereichen betrieben worden sein, damit sich die adaptiven Korrekturen verändern und die Streuungen der Gemischbildung des Motors ausgleichen.
Nach dem Zurücksetzen des Steuergeräts (#30 und #31 wieder auf 128) ist daher eine spezielle Probefahrt erforderlich.
PROBEFAHRT
Bedingungen:
- Motor warm (Kühlmitteltemperatur > 75 °C).
- Motordrehzahl von 4 400 U/min beim Motor D7F bzw. 4 800 U/min beim Motor E7J nicht überschreiten.
Für diese Probefahrt empfiehlt es sich, aus niedriger Drehzahl im dritten oder vierten Gang zu starten und sehr gleichmäßig zu beschleunigen, um den gewünschten Druck in jedem Bereich 10 Sekunden lang zu halten (siehe Tabelle).
HINWEIS: Beim Motor D7F soll man beispielsweise im Bereich Nr. 1 versuchen, den Mittelwert von 320 mbar mindestens 10 Sekunden lang zu halten.
Während der Probefahrt zu durchfahrende Druckbereiche (Auslesen #01)

Nach diesem Test sind die Korrekturen wirksam.
Die Raute #31 schwankt bei Leerlauf und niedriger Last deutlich stärker, die Raute #30 dagegen bei mittlerer und hoher Last. Beide wirken jedoch über den gesamten Bereich des Saugrohrdrucks.
Der Test ist durch eine Fahrt im normalen, gleichmäßigen und abwechslungsreichen Fahrbetrieb über eine Strecke von 5 bis 10 Kilometern fortzusetzen.
Nach dem Test die Werte von #30 und #31 ablesen. Ursprünglich bei 128, sie müssen sich verändert haben. Andernfalls den Test wiederholen und dabei die Testbedingungen genau einhalten.
AUSWERTUNG DER WERTE NACH EINER PROBEFAHRT
Bei Kraftstoffmangel (verschmutzte Einspritzventile, zu niedriger Kraftstoffdruck oder Fördermenge ...) erhöht sich die Gemischregelung in #35, damit das Gemisch möglichst nahe bei 1 liegt. Die adaptive Korrektur in #30 und #31 steigt so lange, bis die Gemischkorrektur wieder um 128 schwankt.
Bei Kraftstoffüberschuss ist die Logik umgekehrt: Die Gemischregelung in #35 sinkt, und die adaptive Korrektur in #30 und #31 sinkt ebenfalls, um die Gemischkorrektur (#35) wieder um 128 zu zentrieren.
HINWEIS: Die Auswertung von #31 bleibt schwierig, da diese Korrektur vor allem im Leerlauf und bei niedriger Last wirkt und zudem sehr empfindlich ist.
Aus dieser Raute sollten daher keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Stattdessen ist die Stellung von #30 auszuwerten.
Die Information dieser beiden Rauten gibt einen Hinweis auf das Gemisch des Motorbetriebs und hilft so bei der Diagnose. Damit sie für die Diagnose nützlich sind, darf aus ihrem Wert nur dann ein Schluss gezogen werden, wenn sie am minimalen oder maximalen Korrekturanschlag stehen und beide Rauten in dieselbe Richtung gedriftet sind.
WICHTIG: #30 und #31 dürfen nur nach einer Kundenreklamation oder einer Funktionsstörung ausgewertet und analysiert werden, und nur wenn sie am Anschlag stehen und #35 driftet (#35 schwankt über 175 oder unter 80).
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