Motor und Nebenaggregate

Allgemeines

~8Min. Lesezeit

1. ANWENDBARKEIT DES DOKUMENTS

Dieses Dokument beschreibt die Diagnose für alle elektronischen Steuergeräte mit folgenden Merkmalen:

Fahrzeug(e): MEGANE II
Betroffene Funktion: DIESEL-DIREKTEINSPRITZUNG
COMMON RAIL K9 DELPHI (DDCR)
Steuergerätename: DDCR-EINSPRITZUNG
Programmnummer: BE88
VDIAG-Nummer: 44

2. FÜR DIE DIAGNOSE ERFORDERLICHE ELEMENTE

Dokumentationsart

Diagnoseverfahren (vorliegendes Dokument):

  • Assistierte Diagnose (in das Diagnosegerät integriert), Papier (Reparaturleitfaden oder technische Notiz), Dialogys.

Stromlaufpläne:

  • Visu-Schaltplan (CD-ROM), Papier.

Diagnosewerkzeug-Typ:

  • CLIP

Unverzichtbares Werkzeug:

Unbedingt erforderliches Spezialwerkzeug

Multimeter

Ele. 1590 112-polige Steuergerätesteckerleiste

3. HINWEISE

Vorgehen

Um die Steuergeräte des Fahrzeugs zu diagnostizieren, schalten Sie die Zündung in den Diagnosemodus (+ nach Zündung über Notzündung).

Gehen Sie wie folgt vor:

  • Fahrzeugschlüssel auf die Schlüsselablage legen (Fahrzeuge ohne Schlüssel Szenario 1, Einstiegsklasse, ohne Keyless-Go, und Szenario 2, Oberklasse, mit Keyless-Go),
  • langes Drücken (mehr als 5 Sekunden) der Taste "Start" außerhalb der Startbedingungen,
  • Diagnosegerät anschließen und die gewünschten Arbeiten durchführen.
Hinweis: Die Steuergeräte für die Xenonscheinwerfer rechts und links werden beim Einschalten des Abblendlichts mit Spannung versorgt.

Die Diagnose ist daher nur nach Einschalten der Zündung im Diagnosemodus (+ nach Zwangszündung) und Einschalten des Abblendlichts möglich.

Zum Abschalten von + nach Zündung gehen Sie wie folgt vor:

  • Diagnosegerät abklemmen,
  • zweimal kurz (weniger als 3 Sekunden) auf die Taste "Start" drücken,
  • die Abschaltung von Klemme 15 durch das Erlöschen der Steuergeräte-Kontrollleuchten im Kombiinstrument prüfen.

Fehler

Die Fehler werden als aktuell vorhanden oder als gespeichert angezeigt (zu bestimmten Zeitpunkten aufgetreten und seitdem nicht mehr vorhanden oder immer vorhanden, aber unter den aktuellen Bedingungen nicht diagnostiziert).

Der aktuelle oder gespeicherte Fehlerzustand ist nach dem Einschalten der Zündung (Klemme 15) und dem Start des Diagnosegeräts zu berücksichtigen, ohne Eingriff in die Systemkomponenten.

Bei einem vorliegenden Fehler das im Abschnitt Fehlerinterpretation beschriebene Vorgehen anwenden.

Bei einem gespeicherten Fehler die angezeigten Fehler notieren und den Abschnitt "Hinweise" anwenden.

Wird der Fehler durch Anwenden der Vorgabe bestätigt, liegt die Störung vor. Den Fehler beheben.

Wird der Fehler nicht bestätigt, prüfen:

  • die dem Fehler zugeordneten elektrischen Leitungen,
  • die Steckverbinder dieser Leitungen (Oxidation, verbogene Kontakte usw.),
  • den Widerstand des als fehlerhaft erkannten Bauteils,

Konformitätsprüfung

Die Konformitätsprüfung dient dazu, Zustände und Parameter zu überprüfen, die im Diagnosegerät keinen Fehler anzeigen, obwohl sie nicht plausibel sind. Dieser Schritt ermöglicht daher:

  • das Diagnostizieren von Störungen ohne Fehleranzeige, die einer Kundenbeanstandung entsprechen können,
  • die einwandfreie Funktion des Systems zu prüfen und sicherzustellen, dass nach der Reparatur kein Fehler erneut auftritt.

Dieses Kapitel enthält daher die Diagnose der Zustände und Parameter unter den Bedingungen ihrer Prüfung.

Wenn ein Zustand nicht normal funktioniert oder ein Parameter außerhalb der Toleranz liegt, lesen Sie die entsprechende Diagnoseseite.

Kundenbeanstandungen – Fehlersuchbaum

Wenn die Prüfung mit dem Diagnosegerät ohne Befund ist, das Kundenproblem aber weiterhin besteht, das Problem anhand der Kundenbeschwerde (Symptomen) bearbeiten.

Eine Übersicht über das Vorgehen finden Sie als Ablaufdiagramm auf der folgenden Seite.

4. DIAGNOSEVORGEHEN

Préliminaires

5. DIAGNOSEBLATT

VORSICHT

Alle Störungen an einem komplexen System müssen mit geeigneten Werkzeugen vollständig diagnostiziert werden. Das DIAGNOSEBLATT, das während der Diagnose auszufüllen ist, dient dazu, den Ablauf der durchgeführten Diagnose festzuhalten und aufzubewahren. Es ist ein wesentliches Element der Kommunikation mit dem Hersteller.

ES IST DAHER PFLICHT, JEDES MAL EINEN DIAGNOSEBOGEN AUSZUFÜLLEN, WENN EINE DIAGNOSE DURCHGEFÜHRT WIRD.

Dieses Blatt wird immer angefordert:

  • Bei technischen Unterstützungsanfragen an die Techline.
  • Bei Genehmigungsanträgen für den Austausch von Teilen mit vorgeschriebener Genehmigung.
  • Zur Beilage bei den zurückgeforderten Teilen „unter Beobachtung“. Es ist Voraussetzung für die Erstattung der Garantie und trägt zu einer besseren Analyse der ausgebauten Teile bei.

6. SICHERHEITSHINWEISE

Bei allen Arbeiten an einem Bauteil sind die Sicherheitsregeln einzuhalten, um Sach- und Personenschäden zu vermeiden:

  • Ladezustand der Batterie prüfen, um Schäden an den Steuergeräten bei niedriger Ladung zu vermeiden.
  • Geeignete Werkzeuge verwenden.

UNBEDINGT EINZUHALTENDE SAUBERKEITSREGELN BEI ARBEITEN AM HOCHDRUCK-DIREKTEINSPRITZSYSTEM

Risiken durch Verschmutzung

Das System ist sehr empfindlich gegenüber Verschmutzung. Die Risiken durch eingedrungene Verschmutzung sind: Beschädigung oder Zerstörung des Hochdruck-Einspritzsystems und des Motors, Festfressen oder Undichtigkeit eines Bauteils.

Alle Kundendienstarbeiten müssen unter sehr sauberen Bedingungen durchgeführt werden. Sauber arbeiten bedeutet, dass während des Ausbaus oder über die Kraftstoffanschlüsse keine Verunreinigungen (Partikel von wenigen Mikrometern) in das System oder in die Leitungen gelangt sind.

Die Sauberkeitsregeln gelten vom Filter bis zu den Einspritzdüsen.

6. SICHERHEITSHINWEISE (FORTSETZUNG)

VOR JEDEM EINGRIFF IN DAS EINSPRITZSYSTEM SICHERSTELLEN, DASS DER DRUCK IM SYSTEM NAHE 0 BAR LIEGT.

Was verschmutzt? Verschmutzend wirken:

  • Metall- oder Kunststoffspäne,
  • Farbe,
  • Fasern:
  • Kartonreste,
  • Pinselhaare,
  • Papierfasern,
  • Kleidungsfasern,
  • Putzlappen,
  • Fremdkörper wie Haare,
  • Umgebungsluft,
  • usw.
VORSICHT

Den Motor niemals mit dem Hochdruckreiniger reinigen, da die Steckverbindungen beschädigt werden können. Außerdem kann sich Feuchtigkeit in den Steckern sammeln und elektrische Verbindungsprobleme verursachen.

Vor jedem Eingriff in das Einspritzsystem zu beachten

Sicherstellen, dass die Verschlussstopfen für die zu öffnenden Anschlüsse vorhanden sind (Beutel mit Stopfen, erhältlich im Ersatzteillager, Teilenummer 77 01 206 804). Die Stopfen sind Einwegteile. Nach Gebrauch müssen sie entsorgt werden (sie sind verschmutzt, Reinigen reicht nicht zur Wiederverwendung). Nicht verwendete Stopfen müssen ebenfalls entsorgt werden.

Sicherstellen, dass Kunststoffbeutel mit mehrfach luftdicht verschließbarem Verschluss vorhanden sind, zur Aufbewahrung der abgebauten Teile. So ist die Gefahr einer Verschmutzung der gelagerten Teile geringer. Die Beutel sind Einwegartikel und müssen nach Gebrauch entsorgt werden.

Sicherstellen, dass fusselfreie Reinigungstücher vorhanden sind (Teilenummer 77 11 211 707). Das Reinigen mit gewöhnlichen Lappen oder Papier ist verboten, da diese Fusseln hinterlassen und den Kraftstoffkreislauf des Systems verschmutzen können. Jedes Tuch darf nur einmal verwendet werden.

Vor jedem Öffnen des Kraftstoffkreislaufs zu beachten

Bei jedem Eingriff neuen Verdünner verwenden (gebrauchter Verdünner enthält Verunreinigungen). In einen sauberen, verunreinigungsfreien Behälter füllen.

Bei jedem Eingriff einen sauberen, intakten Pinsel verwenden (der Pinsel darf keine Haare verlieren).

Die zu öffnenden Anschlüsse mit dem Pinsel und dem Verdünner reinigen.

Die gereinigten Teile (Werkzeuge, Werkbank sowie Bauteile, Anschlüsse und Bereich des Einspritzsystems) mit Druckluft abblasen. Prüfen, dass keine Pinselhaare zurückbleiben.

Bei Bedarf die Hände vor und während des Eingriffs waschen.

Bei Verwendung von Schutzhandschuhen die Lederhandschuhe mit Latexhandschuhen überziehen.

Während des Eingriffs zu beachten

Sobald der Kreislauf geöffnet ist, unbedingt alle Öffnungen verschließen, durch die Verschmutzung eindringen könnte. Die zu verwendenden Stopfen sind im Ersatzteillager erhältlich. Sie dürfen auf keinen Fall wiederverwendet werden.

Den Beutel luftdicht wieder verschließen, auch wenn er kurz danach erneut geöffnet werden muss. Die Umgebungsluft ist ein Verschmutzungsträger.

Jedes ausgebaute Teil des Einspritzsystems muss nach dem Verschließen in einem luftdichten Kunststoffbeutel gelagert werden.

Nach dem Öffnen des Kreislaufs ist die Verwendung von Pinsel, Verdünner, Druckluftpistole, Reinigungsbürste oder herkömmlichem Putztuch strengstens untersagt. Diese Hilfsmittel können Verunreinigungen in das System eintragen.

Beim Austausch eines Bauteils das neue Teil erst unmittelbar vor dem Einbau am Fahrzeug aus der Verpackung nehmen.

7. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

12 V APC: 12 V nach Kontakt (Klemme 15).
12 V AVC: 12 V vor Kontakt (Klemme 30).
ABS: Antiblockiersystem.
BVA: Automatikgetriebe.
C2I: Individuelle Injektorkorrektur.
CAN: Controller Area Network.
COSLAD: Leuchtweitenregelung für Gasentladungslampen (Xenonlampen).
EGR: Abgasrückführung.
ESP: Fahrdynamikregelung.
GMV: Motorlüfter-Einheit.
PMH: Oberer Totpunkt (OT).
PMB: Unterer Totpunkt (UT).
POWER LATCH: Stromversorgung gehalten.
RCH: Innenraum-Heizwiderstand.
UCH: Zentrales Innenraum-Steuergerät.
UPC: Schutz- und Schaltgerät.
VIN: Vehicle Identification Number.

Testen Sie sich

Ein kurzes Quiz zum Renault Megane: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.