Karosseriereparatur
Reparatur geringfügiger Karosserieschäden
Ausbessern leichter Kratzer
Wenn der Kratzer oberflächlich ist und das Blech der Karosserieplatte nicht beschädigt, ist die Reparatur sehr einfach.
VORGEHENSWEISE
1. Die zerkratzte Stelle leicht mit feiner Schleifpaste abreiben, um lose Lackpartikel und Wachsreste zu entfernen. Die bearbeitete Fläche mit sauberem Wasser abspülen.
2. Den Kratzer mit einem kleinen Pinsel mit dem Lack ausbessern, der auch für die Außenlackierung der umgebenden Karosserieteile verwendet wird. Lack Schicht für Schicht auftragen, bis die Lackoberfläche im Kratzer das Niveau der umgebenden Oberfläche erreicht. Den neuen Lack mindestens zwei Wochen aushärten lassen. Anschließend den Übergang mit sehr feiner Schleifpaste bündig zur übrigen Oberfläche schleifen. Abschließend die bearbeitete Fläche mit Wachs versiegeln.
3. Wenn der Kratzer durch den Lack bis zum Blech reicht und Korrosion verursacht hat, ist ein anderes Reparaturverfahren erforderlich. Pulverförmigen Rost mit einem Taschenmesser aus dem Kratzer herauskratzen. Anschließend die Stelle mit Korrosionsschutzgrundierung behandeln, um künftige Korrosion zu verhindern. Die behandelte, beschädigte Stelle mit einem Gummi- oder Nylonspachtel mit Glättspachtel bedecken.
4. Falls erforderlich – besonders hilfreich beim Spachteln schmaler Kratzer – kann der Spachtel mit Lösungsmittel verdünnt werden, um eine sehr feinkörnige Paste zu erhalten. Bevor der Glättspachtel im Kratzer aushärtet, die Fingerspitze in ein glattes Baumwolltuch wickeln. Dann den Finger in Lösungsmittel tauchen und zügig entlang der gespachtelten Kratzerfläche ziehen. Dadurch wird die Oberfläche leicht konkav. Nach dem Aushärten des Spachtels kann der bearbeitete Kratzer gemäß Schritt 2 lackiert werden.
Reparatur von Dellen
Bei der Reparatur von Dellen besteht die vorrangige Aufgabe darin, die verformte Fläche wieder auf das ursprüngliche Niveau zu ziehen. Es ist nicht sinnvoll, eine hundertprozentige Übereinstimmung mit dem Original anzustreben. Dies ist ohnehin nicht möglich, da die Materialstruktur des Blechs durch den Aufprall verändert wurde.
Optimal ist es, die eingedrückte Fläche auf etwa 3 mm unter das Niveau der umgebenden unbeschädigten Karosseriefläche zu ziehen. Bei sehr flachen Dellen ist ein Ziehen nicht sinnvoll.
Wenn die konkave Stelle von der Rückseite der Platte zugänglich ist, sollte die Delle von innen mit einem Hammer mit weichem Kopf ausgebeult werden.
VORGEHENSWEISE
1. Beim Ausklopfen der Delle einen Holzhammer fest gegen die Außenseite der Delle drücken, um den Schlagimpuls abzufangen und ein übermäßiges Ausbeulen des verformten Blechs zu vermeiden.
2. Wenn die Delle an einem doppelwandigen Bereich der Platte entstanden ist oder die Rückseite aus einem anderen Grund nicht zugänglich ist, ist ein anderes Ziehverfahren anzuwenden. Einige kleine Löcher in die konkave Stelle bohren, möglichst in den tiefsten Bereichen der Delle. Anschließend lange Holzschrauben in die Löcher eindrehen, wobei die Köpfe so weit herausragen müssen, dass man sie mit einer Zange greifen kann. Nun die Delle mit der Zange an den Schrauben herausziehen.
3. Im nächsten Schritt ist der Lack von der beschädigten Fläche und einem Bereich von etwa 3 cm um sie herum zu entfernen. Diese Arbeit wird am besten mit einer Drahtbürste oder einer Schleifscheibe im Bohrfutter einer Elektrobohrmaschine ausgeführt. Ebenso wirksam ist jedoch das Schleifen von Hand mit Schleifpapier.
4. Als letzter Schritt der Vorbereitung für das Spachteln ist das blanke Metall der Delle mit einem Schraubendreher oder einer Feilenspitze aufzurauen oder es sind kleine Löcher zu bohren, damit der Spachtel optimal auf dem Metall haftet. Danach können die Spachtel- und Lackierarbeiten durchgeführt werden (siehe unten).
Reparatur von durchgerosteten Löchern und Durchbrüchen
VORGEHENSWEISE
1. Mit einer Schleifscheibe oder Drahtbürste im Bohrfutter einer Elektrobohrmaschine sämtlichen Lack im beschädigten Bereich und in einem Streifen von etwa 3 cm um ihn herum entfernen. Ist keine Elektrobohrmaschine verfügbar, kann die Arbeit ebenso wirksam von Hand mit Schleifpapier ausgeführt werden.
2. Nach dem Entfernen des Lacks lässt sich das Ausmaß der Korrosionsschäden am Metall beurteilen. Anschließend ist zu entscheiden, ob sich eine Reparatur lohnt oder ob es sinnvoller ist, die Platte vollständig zu ersetzen (sofern dies überhaupt möglich ist). Neue Karosserieplatten sind deutlich günstiger, als viele Fahrzeughalter annehmen. Häufig ist der Austausch der Platte schneller und sogar wirtschaftlicher als die Reparatur großflächiger Karosserieschäden.
3. Alle Zierteile von der beschädigten Platte abnehmen, mit Ausnahme derjenigen, die als Bezugspunkt für die Wiederherstellung der ursprünglichen Form der verformten Bereiche dienen können (etwa die Verkleidung der Scheinwerfer). Mit einer Metallschere oder einem Metallsägeblatt alle lose sitzenden, schwach befestigten und durch Korrosion irreparabel geschädigten Metallteile entfernen. Anschließend die Ränder der Öffnung mit einem Hammer nach innen biegen, um eine Vertiefung für das Spachtelmaterial zu schaffen.
4. Mit einer Metallbürste den pulverförmigen Rost vom beschädigten Metall entfernen. Ist die Rückseite der beschädigten Stelle zugänglich, diese mit einem Korrosionsschutzmittel behandeln.
5. Vor dem Spachteln ist das Loch zu verschließen. Dies kann durch Nieten oder Anschrauben eines Blechstücks auf der Rückseite der beschädigten Stelle erfolgen oder indem man die Öffnung mit einem Drahtgitter abdeckt.
6. Nach dem Verschließen des Lochs kann die beschädigte Stelle gespachtelt und lackiert werden (siehe den folgenden Abschnitt).
Spachteln und Lackieren
Es gibt zahlreiche Arten von Karosseriespachtel. Für diese Arbeiten eignet sich jedoch am besten die Spachtelmasse mit separat beigelegtem Härter, die in Reparatursets für Karosserieteile enthalten ist. Um eine glatte und korrekt geformte Spachtelfläche zu erhalten, ist die Masse mit einem flexiblen Kunststoff- oder Nylonspachtel aufzutragen.
VORGEHENSWEISE
1. Eine kleine Menge Spachtel streng nach den Herstellerangaben anmischen (Abweichungen können zu fehlerhafter Aushärtung führen) und dazu eine saubere Holz- oder Kartonunterlage verwenden. Den Härter sparsam verwenden.
2. Den Spachtel mit dem Spachtel auf die entsprechend vorbereitete Fläche der beschädigten Karosserieplatte (siehe oben) auftragen. Um die gewünschte Kontur und Spachtelstärke zu erreichen, muss jeder Strich über die gesamte zu reparierende Fläche führen. Sobald die Kontur der Spachtelfläche nahezu dem Original entspricht, sofort aufhören, Spachtel aufzutragen. Der Spachtel beginnt beim Aushärten am Spachtel anzuhaften, bildet Klumpen und hinterlässt Kratzer auf der Oberfläche. Schichten der Paste in Abständen von etwa 20 Minuten weiter auftragen, bis die Spachtelfläche leicht über das umgebende Blech der Platte hinausragt.
3. Nach dem Aushärten kann überschüssiger Spachtel mit einer Feile abgetragen werden. Danach beginnt das Schleifen der gespachtelten Fläche. Am besten eignet sich dafür wasserfestes Schleifpapier aus Importware, da die Körnung gleichmäßig verteilt ist und das Korn gut auf dem Trägermaterial haftet. Mit grobem Schleifpapier der Körnung 180 beginnen und die Körnung schrittweise verfeinern, bis zur Körnung 600. Um eine ausreichend ebene Oberfläche zu erreichen, das Schleifpapier um einen Block aus hartem Gummi, Holz oder Schaumstoff wickeln oder darauf kleben. Während des Schleifens das Papier regelmäßig und häufig mit Wasser befeuchten. Auf diese Weise erzielt man im letzten Schritt eine absolut glatte und ebene Oberfläche.
4. In diesem Stadium muss die bearbeitete beschädigte Fläche von einem Ring aus blankem Metall umgeben sein, der an einem gut haftenden Lackrand allmählich ausläuft. Die bearbeitete Fläche mit sauberem Wasser abspülen, um den gesamten beim Schleifen entstandenen Schleifstaub zu entfernen.
5. Die bearbeitete Fläche mit einer dünnen Schicht heller Grundierung aus der Sprühdose besprühen. So werden alle beim Schleifen entstandenen Fehler sichtbar, die durch Auftragen einer neuen Spachtelschicht ausgeglichen werden können. Schleifen wiederholen. Spachteln, Bearbeiten und Grundieren so lange abwechseln, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Danach die bearbeitete Fläche mit Wasser abspülen und trocknen lassen.
6. Die Oberfläche ist nun bereit zum Lackieren. Das Lackieren des Fahrzeugs mit Spray sollte bei ruhiger, trockener, warmer und staubfreier Luft erfolgen. Diese Bedingungen werden am besten in einem großen, geschlossenen und beheizten Raum erfüllt. Muss die Karosserie im Freien lackiert werden, ist die Wahl geeigneter Wetterbedingungen mit besonderer Sorgfalt zu treffen. Bei Arbeiten in geschlossenen Räumen den Boden mit Wasser besprengen, um Staub zu binden. Wenn nur eine einzelne Karosserieplatte lackiert wird, die angrenzenden unbeschädigten Platten abdecken. Diese Vorsichtsmaßnahme minimiert die Wirkung leichter Farbabweichungen zwischen altem und neuem Lack. Zierelemente wie Chromleisten, Türgriffe usw. ebenfalls abdecken (besser: abnehmen). Zum Schutz der nicht zu lackierenden Flächen Klebeband und alte Zeitungen verwenden, die in mehreren Lagen aufgelegt werden.
7. Vor dem Gebrauch der Sprühdose diese gründlich schütteln. Danach eine Probefläche besprühen, um die Sprühtechnik zu üben. Die vorbereitete Fläche mit einer kräftigen Schicht Grundierung überziehen. Die gewünschte Schichtdicke wird durch mehrmaliges Auftragen dünner Grundierungsschichten erreicht. Die grundierte Fläche mit reichlich Wasser und wasserfestem Schleifpapier der Körnung 600 schleifen, bis sie völlig glatt ist. Vor dem Endlackieren die Grundierung vollständig trocknen lassen.
8. Eine Schicht Decklack auftragen. Auch hier wird die gewünschte Schichtdicke durch mehrmaliges Auftragen erreicht. Mit dem Lackieren in der Mitte der reparierten Stelle beginnen. Die Sprühdose kreisförmig bewegen und den Radius spiralförmig vergrößern, bis die gesamte beschädigte Fläche sowie ein etwa 5 cm breiter Ring der umgebenden intakten Lackierung bedeckt ist. 10 bis 15 Minuten nach dem letzten Lackauftrag (möglichst nicht später, damit der Rand des frischen Lacks nicht beschädigt wird) die Zeitungen und das Klebeband von den angrenzenden Karosserieteilen entfernen. Der Lack härtet innerhalb von etwa zwei Wochen vollständig aus. Danach die ausgebesserte Fläche mit sehr feiner Schleifpaste bearbeiten, um den Übergang zum frischen Lack zu glätten. Abschließend Wachs auf die Platte auftragen.
Reparatur erheblicher Karosserieschäden
Die Reparatur schwerer Karosserieschäden muss in einer spezialisierten Werkstatt mit der erforderlichen Ausrüstung erfolgen.
Bei umfangreichen Karosserieschäden ist zunächst zu prüfen, ob sich Karosseriekomponenten verschoben haben. Solche Verschiebungen können das Fahrverhalten beeinflussen oder zu erhöhtem Verschleiß einzelner Bauteile führen.
Da die meisten Karosserieteile (Motorhaube, Kotflügel usw.) eigenständige Komponenten sind, die einzeln ausgetauscht werden können, ist ihr Austausch bei schweren Schäden meist sinnvoll. Oft ist es deutlich vernünftiger und wirtschaftlicher, ein passendes Ersatzteil zu suchen. Solche Teile sind nicht nur im Kfz-Teilehandel erhältlich, sondern auch auf Autoverwertungsplätzen, was die Kosten erheblich senken kann.
Karosseriespalte
Beim Einbau von Karosserieteilen müssen die vorgeschriebenen Spaltmaße (Breite der Fugen zwischen Klappen und angrenzenden Karosserieteilen) eingehalten werden. Andernfalls kann die Tür beim Schließen an der Karosserie reiben, was ein unangenehmes Geräusch verursacht, oder während der Fahrt können störende Geräusche auftreten. Der Spalt muss entlang der gesamten Kontur der Teile gleichmäßig breit sein. Die Abweichung darf 1 mm nicht überschreiten.
Außerdem muss zwingend Folgendes eingehalten werden: Die Flächen benachbarter Teile müssen parallel verlaufen. Ein Versatz von bis zu 1 mm nach innen ist zulässig, wenn Teile, die weiter hinten am Fahrzeug liegen, gegenüber Teilen, die weiter vorn liegen, versetzt sind. Beispielsweise darf die vordere Kante der hinteren Tür 1 mm tiefer liegen als die hintere Kante der vorderen Tür.
Die für Ihr Fahrzeug zulässigen Spaltmaße sind in den Spezifikationen angegeben.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum BMW 1: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.