Bremsanlage

Komponententests

~4Min. Lesezeit

Bremskraftverstärker

1. Hydraulische Bremsanlage auf Leckagen oder unzureichende Flüssigkeitsmenge prüfen.

2. Bei Getriebe (7003) in Stellung NEUTRAL den Motor (6007) abstellen und die Feststellbremse (2780) betätigen. Bremspedal mehrmals betätigen, um das gesamte Vakuum im System abzubauen.

3. Bremspedal betätigen und in der betätigten Stellung halten. Motor starten. Wenn das Unterdrucksystem arbeitet, bewegt sich das Bremspedal bei gleichbleibendem Fußdruck nach unten. Ist keine Bewegung spürbar, arbeitet der Bremskraftverstärker nicht. Mit den folgenden Schritten fortfahren.

4. Unterdruckschlauch des Bremskraftverstärkers vom Rückschlagventil abziehen. Bei Leerlaufdrehzahl und Getriebe in Stellung NEUTRAL muss am Rückschlagventil-Ende des Unterdruckschlauchs Saugrohrunterdruck anliegen. Liegt Saugrohrunterdruck am Bremskraftverstärker an, den Unterdruckschlauch wieder am Rückschlagventil des Bremskraftverstärkers anschließen und die Schritte 2 und 3 wiederholen.

5. Ist keine Abwärtsbewegung des Bremspedals spürbar, einen neuen Bremskraftverstärker einbauen.

6. Motor mindestens 10 Sekunden lang im Schnellleerlauf betreiben. Motor abstellen und Fahrzeug 10 Minuten stehen lassen. Dann das Bremspedal mit etwa 89 N (20 lb) Kraft betätigen. Das Bremspedalgefühl muss dem bei laufendem Motor entsprechen. Ist das Bremspedal hart (keine Bremskraftunterstützung), ein neues Rückschlagventil des Bremskraftverstärkers einbauen und erneut prüfen. Fühlt sich das Bremspedal schwammig an, das Hydrauliksystem entlüften, um Luft zu entfernen. Weitere Informationen siehe Entlüften - System in diesem Abschnitt.

Rückschlagventil

Das Rückschlagventil des Bremskraftverstärkers lässt Saugrohrunterdruck in den Bremskraftverstärker strömen und verhindert, dass Unterdruck entweicht, wenn der Saugrohrunterdruck bei längerem Volllastbetrieb wegfällt.

Funktionsprüfung des Rückschlagventils des Bremskraftverstärkers:

  • Motor mindestens 10 Sekunden lang starten und laufen lassen.
  • Bremspedal betätigen und auf Bremskraftunterstützung prüfen.
  • Unterdruckschlauch vom Rückschlagventil des Bremskraftverstärkers abziehen. Das Rückschlagventil nicht vom Bremskraftverstärker abbauen.
  • Im Bremskraftverstärker sollte genügend Unterdruck für mindestens einen weiteren kraftunterstützten Bremsvorgang gespeichert sein.

Bremshauptzylinder - Normalzustände

Die folgenden Zustände gelten als normal und deuten nicht darauf hin, dass der Bremshauptzylinder instand gesetzt werden muss.

Zustand 1: Beim normalen Betrieb des Bremshauptzylinders steigt der Flüssigkeitsstand im Ausgleichsbehälter beim Bremsen und sinkt beim Lösen. Der Nettoflüssigkeitsstand (also nach Bremsen und Lösen) bleibt unverändert.

Zustand 2: Unterhalb des Befestigungsflansches des Bremshauptzylinders ist am Gehäuse des Bremskraftverstärkers eine Spur Bremsflüssigkeit vorhanden. Dies entsteht durch die normale Schmierwirkung von Zylinderbohrung und Dichtung.

Zustand 3: Der Flüssigkeitsstand sinkt mit zunehmendem Belagverschleiß.

Bremshauptzylinder - Abnormale Zustände

Veränderungen des Bremspedalgefühls oder -wegs zeigen an, dass im Bremssystem etwas nicht in Ordnung sein könnte. Zur Diagnose abnormaler Zustände die Symptomtabelle verwenden.

Bypass-Test

1. Bremsleitungen am Bremshauptzylinder abklemmen.

2. Auslassanschlüsse des Bremshauptzylinders verschließen.

3. Bremse betätigen. Lässt sich die Bremspedalhöhe nicht halten, hat der Bremshauptzylinder eine innere Leckage und muss instand gesetzt oder ersetzt werden.

Prüfung der Ausgleichsbohrungen

Die Ausgleichsbohrungen im Bremshauptzylinder liefern die zusätzliche Bremsflüssigkeit, die das System durch Belagverschleiß benötigt, und lassen die aus den Bremsleitungen zurückfließende Bremsflüssigkeit in den Ausgleichsbehälter des Bremshauptzylinders strömen.

Die zurückfließende Bremsflüssigkeit erzeugt eine leichte Verwirbelung im Ausgleichsbehälter des Bremshauptzylinders.

Verwirbelungen im Ausgleichsbehälter des Bremshauptzylinders beim Betätigen oder Lösen des Bremspedals sind normal und zeigen, dass die Ausgleichsbohrungen nicht verstopft sind.

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