Bremsanlage

Spezifikationen, Allgemeine Daten

~4Min. Lesezeit

Typ
Hydraulisch, mit Unterdruck-Bremskraftverstärker
Vordere Bremsen
Scheibenbremsen, belüftet
Hintere Bremsen
Scheiben- oder Trommelbremsen
Feststellbremse
Mechanisch betätigt
Fußbremspedal
Leerweg, mm
1.6 ÷ 4.8
Höhe, mm
Modelle mit Schaltgetriebe
165.1
Modelle mit Automatikgetriebe
168.3
Hebelweg der Feststellbremse, mm
Scheibenbremsen
152 ÷ 229
Trommelbremsen
102 ÷ 178
Spiel zwischen Stößel des Bremskraftverstärkers und Kolben des Hauptbremszylinders (bei Unterdruck von 508 mm Hg am Verstärker), mm
0.0 ÷ 0.5
Scheibenbremsen
Minimale zulässige Dicke der Bremsbeläge
Siehe Kapitel Einstellungen und laufende Wartung
Minimale zulässige Dicke der Bremsscheibe
Siehe Markierung auf der Bremsscheibe
Maximale zulässige Dickenabweichung der Bremsscheibe (Planparallelität), mm
0.015
Maximaler zulässiger Scheibenschlag, mm
0.102
Trommelbremsen
Minimale zulässige Dicke der Reibbeläge der Bremsbacken
Siehe Kapitel Einstellungen und laufende Wartung
Maximal zulässiger Innendurchmesser der Bremstrommel
Siehe Markierung auf der Bremstrommel
Anzugsmomente der Gewindeverbindungen
N•m
Befestigung allgemeiner Bremsanlagenteile
Hohlschraube des Anschlusses des Bremsschlauchs am Bremssattel (vorn oder hinten)
34
Muttern Hauptbremszylinder
14.9
Muttern Federbeinstrebe vordere Radaufhängung
22
Muttern Bremskraftverstärker
12.4
Schrauben Raddrehzahlsensoren
9.9
Scheibenbremsen vordere Räder
Schrauben Bremssattel
4-Zylinder-Modelle
73
Modelle V6
49
Schrauben Bremssattelhalter
108
Scheibenbremsen hintere Räder
Schrauben Bremssattel
26
Schrauben Bremssattelhalter
38
Schrauben Bremsscheibe an Radnabe
9.5
Trommelbremsen hintere Räder
Muttern Radbremszylinder
9.0

Alle in diesem Handbuch behandelten Fahrzeugmodelle sind mit einer hydraulischen Bremsanlage mit Unterdruckverstärkung ausgestattet. An den Vorderrädern werden stets Scheibenbremsen verbaut, während die Bremsen an den Hinterrädern sowohl als Scheiben- als auch als Trommelbremsen ausgeführt sein können.

Alle Bremsen sind mit Nachstellern ausgestattet. Dabei erfolgt der Ausgleich des Belagverschleißes der Scheibenbremsen (vorne und hinten) automatisch, während die Trommelbremsen mit speziellen Nachstellvorrichtungen ausgestattet sind, die beim Bremsen sowie beim Betätigen der Feststellbremse aktiviert werden.

Der Doppelaufbau des Hauptbremszylinders (HBZ) mit zwei getrennten Behältern ermöglicht es, das Hydrauliksystem in zwei unabhängig voneinander arbeitende Kreise aufzuteilen. Das bedeutet, dass bei Ausfall eines Kreises der zweite weiterhin funktioniert und eine ausreichende Bremswirkung des Fahrzeugs gewährleistet. Die Hydraulikkreise sind diagonal angeordnet. Der Ausfall eines Kreises führt naturgemäß zu einer Verringerung der Bremswirkung und zum Aufleuchten der Kontrollleuchte im Armaturenbrett beim Betätigen des Bremspedals.
Hauptbremszylinder (HBZ)
Der HBZ ist an der Baugruppe des Bremskraftverstärkers montiert, die an der hinteren Trennwand des Motorraums befestigt ist. Oben am Zylinder befindet sich der große Vorratsbehälter für die Bremsflüssigkeit mit einem Kunststoffdeckel. Der Behälter ist mit Durchführungsbuchsen und einem Zylinderstift im Zylinder befestigt.

Wie oben erwähnt, ist der HBZ doppelt aufgebaut und gewährleistet die Funktion zweier unabhängiger Hydraulikkreise. Der Flüssigkeitsdruck in jedem Kreis wird durch einen eigenen Kolben im Hauptzylinder erzeugt.
Druckregler
Die Reglerbaugruppe ist an der hinteren Trennwand des Motorraums nahe dem HBZ befestigt und begrenzt den Druck im Hydraulikantrieb der Hinterradbremsen, um ein vorzeitiges Blockieren bei starkem Bremsen zu verhindern. Das Ventil behindert den Druckanstieg in den Hydraulikkreisen der hinteren Bremsen nur bis zu einem bestimmten Schwellenwert; ein weiterer Druckanstieg wird begrenzt.

Der Regler ist ein nicht instandsetzbares Bauteil und wird im Störungsfall als komplette Baugruppe ersetzt.
Bremskraftverstärker
Der Verstärker nutzt den im Ansaugkrümmer erzeugten Unterdruck, um die Wirksamkeit des Bremshydraulikantriebs zu erhöhen. Der Servoantrieb des Bremskraftverstärkers ist an der hinteren Trennwand des Motorraums befestigt.
Feststellbremse
Der Hebel der Feststellbremse befindet sich im Innenraum und wirkt auf eine Zugstange, an der ein Paar Seilzüge befestigt ist (je einer für jede Hinterradbremse). Beim Betätigen des Hebels ziehen die Seilzüge bei Modellen mit hinteren Trommelbremsen die Betätigungshebel an, die an den Bremsbackenbaugruppen in beiden Hinterradbremsen befestigt sind. Dabei spreizen sich die Bremsbacken auseinander und pressen sich gegen die Reibfläche der Trommeln. Bei Modellen mit hinteren Scheibenbremsen sind die Hebel an den Spindelstellgliedern in den Bremssattelgehäusen befestigt. Die Hebel wirken auf die Bremssattelkolben und drücken die Beläge gegen die Bremsscheiben.
Sicherheitshinweise
Bei Wartungsarbeiten an Bremsanlagenbauteilen sind folgende besondere Sicherheitshinweise zu beachten:

a) Zum Befüllen der Bremsanlage nur Bremsflüssigkeit der Klasse DOT 3 verwenden;
b) Die Reibbeläge der Bremsklötze/Bremsbacken können gesundheitsschädlichen Asbest enthalten. Atmen Sie den Bremsstaub nicht ein und blasen Sie ihn nicht mit Druckluft weg. Zum Reinigen der Bremsbauteile nur spezielle Reinigungsmittel verwenden;
c) Achten Sie auf die Einhaltung aller vorgeschriebenen Toleranzen und Anzugsmomente. Verwenden Sie bei Wartungsarbeiten nur funktionsfähiges Werkzeug. Bei jeglichen Zweifeln wenden Sie sich an Fachleute. Denken Sie daran, dass die Funktionsfähigkeit der Bremsen die Grundlage der Fahrsicherheit ist;
d) Bei den geringsten Anzeichen einer Störung der Bremsanlage ist der Betrieb des Fahrzeugs sofort einzustellen!

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