Zündanlage – Prüfen
1. Die meisten Pannen und Betriebsstörungen werden durch Fehler in der Zündanlage verursacht, und zwar im Niederspannungs- oder im Hochspannungskreis.
2. Es gibt zwei Hauptsymptome für Fehler. Entweder springt der Motor nicht an oder zündet nicht, oder er ist schwer zu starten und setzt aus. Wenn der Motor regelmäßig aussetzt (d. h. nur auf zwei oder drei Zylindern läuft), liegt der Fehler mit großer Wahrscheinlichkeit im Sekundär- bzw. Hochspannungskreis. Bei aussetzendem Lauf mit Unterbrechungen kann der Fehler im Hoch- oder im Niederspannungskreis liegen. Wenn das Fahrzeug plötzlich stehen bleibt oder gar nicht anspringt, liegt der Fehler wahrscheinlich im Niederspannungskreis. Leistungsverlust und Überhitzung sind, abgesehen von falschen Gemischeinstellungen am Vergaser, meist auf Fehler am Verteiler oder auf einen falschen Zündzeitpunkt zurückzuführen.
Motor springt nicht an
3. Springt der Motor nicht an und ist das Fahrzeug bei der letzten Benutzung normal gelaufen, zunächst prüfen, ob Kraftstoff im Tank ist. Dreht der Motor mit dem Anlasser normal durch und ist die Batterie offensichtlich gut geladen, kann der Fehler im Hoch- oder im Niederspannungskreis liegen. Zuerst den Hochspannungskreis prüfen.
4. Eine der häufigsten Ursachen für schlechtes Anspringen sind nasse oder feuchte Zündkabel und ein feuchter Verteiler. Den Verteilerdeckel abnehmen. Ist im Inneren Kondenswasser sichtbar, den Deckel mit einem Lappen trocknen und auch die Kabel abwischen. Deckel wieder aufsetzen. Springt der Motor wegen feuchter Zündkabel oder eines feuchten Verteilerdeckels nicht an, kann ein Feuchtigkeitsverdränger sehr wirksam sein. Um das Problem künftig zu vermeiden, kann ein handelsübliches Startspray als Schutzschicht aufgetragen werden, das weitere Feuchtigkeit aus dem Zündsystem fernhält. Bei extremen Startschwierigkeiten, wenn nur ein sehr schwacher Funke entsteht, hilft ein handelsübliches Kaltstartspray, das Fahrzeug zu starten.
5. Springt der Motor immer noch nicht an, prüfen, ob die Spannung an den Zündkerzen ankommt. Dazu jedes Zündkabel nacheinander am Zündkerzenende abziehen und das Kabelende mit einem isolierten Werkzeug oder Gummi etwa 6 mm vom Zylinderblock entfernt halten. Den Motor mit dem Anlasser durchdrehen.
Hinweis Das Startsystem darf bei abgezogenen Zündkabeln nicht anders als beschrieben betrieben werden, da sonst Systemkomponenten beschädigt werden können.
6. Zwischen dem Kabelende und dem Motorblock sollte ein kräftiger, gleichmäßiger blauer Funke überspringen. Liegt Spannung an den Zündkerzen an, sind diese auszubauen, zu reinigen und neu einzustellen.
Der Motor sollte nun anspringen.
7. Wenn an den Zündkabeln kein Funke entsteht, das Hochspannungskabel aus der Mitte der Verteilerkappe abziehen und wie zuvor an den Motorblock halten. Den Motor erneut mit dem Anlasser durchdrehen. Eine schnelle Folge blauer Funken zwischen Kabelende und Motorblock zeigt an, dass die Zündspule in Ordnung ist und die Verteilerkappe gerissen ist, der Verteilerläufer defekt ist oder die Kohlebürste oben in der Verteilerkappe keinen guten Kontakt zur Feder des Verteilerläufers hat.
8. Wenn vom Ende des Kabels der Zündspule kein Funke kommt, die Verbindungen am Spulenende des Kabels prüfen. Ist dieses in Ordnung, mit der Prüfung des Niederspannungskreises beginnen. Möglicherweise sind die Unterbrecherkontakte in schlechtem Zustand. Reinigen und neu einstellen.
9. Eine 12-V-Spannungsprüfer oder eine 12-V-Glühlampe und zwei Drahtstücke verwenden. Bei eingeschalteter Zündung und geöffneten Unterbrecherkontakten zwischen der Niederspannungsleitung zur Zündspule und Masse messen. Keine Anzeige deutet auf eine Unterbrechung der Versorgung vom Zündschalter hin. Die Anschlüsse am Schalter auf Lockerung prüfen, wieder anbringen, dann sollte der Motor laufen. Eine Anzeige zeigt eine defekte Zündspule oder einen defekten Kondensator oder eine gebrochene Leitung zwischen Zündspule und Verteiler an.
10. Das Kondensatorkabel von der Unterbrechereinheit abnehmen und bei geöffneten Unterbrecherkontakten zwischen dem beweglichen Kontakt und Masse messen. Liegt nun eine Anzeige vor, ist der Kondensator defekt. Einen neuen Kondensator einbauen, dann ist der Fehler behoben.
11. Ohne Anzeige zwischen beweglichem Kontakt und Masse zwischen Masse und dem Verteileranschluss der Zündspule messen. Eine Anzeige hier zeigt eine unterbrochene Leitung an, die zwischen Zündspule und Verteiler ersetzt werden muss.
Ohne Anzeige ist die Zündspule defekt und muss erneuert werden, danach läuft der Motor wieder. Nicht vergessen, das Kondensatorkabel wieder an der Unterbrechereinheit anzuschließen. Für diese Prüfungen genügt es, die Kontakte bei geöffneter Stellung mit einem Stück trockenem Papier zu trennen.
Motoraussetzer
12. Wenn der Motor regelmäßig aussetzt, im schnellen Leerlauf laufen lassen. Nacheinander jeden Zündkerzenstecker abziehen und auf die Laufgeräusche des Motors achten. Den Zündkerzenstecker zusätzlich zum Schutz vor einem Schlag durch die Hochspannung mit einem trockenen Tuch oder einem Gummihandschuh greifen.
13. Wird das Kabel des defekten Kreises abgezogen, ist kein Unterschied im Motorlauf festzustellen. Das Abziehen des Kabels eines intakten Zylinders verstärkt die Aussetzer.
14. Das Zündkabel der Zündkerze, die nicht zündet, abziehen und etwa 6 mm vom Motorblock entfernt halten. Motor neu starten. Ist der Funke kräftig und gleichmäßig, liegt der Fehler in der Zündkerze.
15. Die Zündkerze kann locker sitzen, die Isolierung gerissen sein oder die Elektroden können abgebrannt sein, sodass der Elektrodenabstand zu groß für den Funkenüberschlag ist. Schlimmer noch: Eine Elektrode kann abgebrochen sein. Entweder die Zündkerze erneuern oder reinigen, den Elektrodenabstand neu einstellen und dann prüfen.
16. Wenn am Ende des Zündkabels kein Funke entsteht oder er schwach und unregelmäßig ist, das Zündkabel vom Verteiler zur Zündkerze prüfen. Ist die Isolierung gerissen oder spröde, das Kabel erneuern. Die Anschlüsse an der Verteilerkappe prüfen.
17. Ist weiterhin kein Funke vorhanden, die Verteilerkappe sorgfältig auf Kriechspuren untersuchen. Diese erkennt man an einer sehr dünnen schwarzen Linie zwischen zwei oder mehr Elektroden oder zwischen einer Elektrode und einem anderen Teil des Verteilers. Diese Linien sind Leitungswege, die den Strom über die Kappe zur Masse ableiten. Die einzige Abhilfe ist eine neue Verteilerkappe.
18. Abgesehen von einem falsch eingestellten Zündzeitpunkt wurden andere Ursachen für Aussetzer bereits im Abschnitt zum Thema „Motor springt nicht an“ behandelt.
Zusammenfassend sind dies folgende Ursachen:
- Die Zündspule kann defekt sein und einen intermittierenden Aussetzer verursachen.
- Im Niederspannungskreis kann ein beschädigtes Kabel oder eine lose Verbindung vorliegen.
- Der Kondensator kann defekt sein.
- Im Verteiler kann ein mechanischer Fehler vorliegen (gebrochene Antriebswelle oder Feder des Unterbrechers).
19. Ist der Zündzeitpunkt zu stark spät eingestellt, neigt der Motor zur Überhitzung, und die Leistung sinkt deutlich spürbar. Überhitzt der Motor und ist die Leistung gesunken, der Zündzeitpunkt jedoch korrekt, sollte der Vergaser überprüft werden, da der Fehler dort am wahrscheinlichsten liegt.
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