Zündanlage – Prüfen
Warnung: Die von einer elektronischen Zündanlage erzeugten Spannungen sind wesentlich höher als die von konventionellen Zündanlagen. Bei eingeschalteter Zündung ist bei Arbeiten an der Anlage äußerste Vorsicht geboten. Personen mit implantierten Herzschrittmachern müssen einen großen Abstand zu den Zündkreisen, Bauteilen und Prüfgeräten einhalten.
Vergasermodelle und Modelle mit 1,8-Liter-Motor (18E-Motor)
Hinweis: Vor Arbeitsbeginn den Warnhinweis in Abschnitt 1 von Teil A dieses Kapitels beachten.
Vor dem Trennen oder Anschließen von Bauteilen sowie bei Widerstandsmessungen mit einem Multimeter stets die Zündung ausschalten.
Allgemeines
1. Die Bauteile elektronischer Zündanlagen sind in der Regel sehr zuverlässig. Die meisten Fehler sind wesentlich eher auf lose oder verschmutzte Verbindungen oder auf „Kriechströme“ der HT-Spannung infolge von Schmutz, Feuchtigkeit oder beschädigter Isolierung zurückzuführen als auf den Ausfall eines Bauteils. Alle Leitungen gründlich prüfen, bevor ein elektrisches Bauteil als defekt eingestuft wird, und systematisch alle anderen Möglichkeiten ausschließen, bevor ein bestimmtes Bauteil als fehlerhaft gilt.
2. Von der früher üblichen Methode, einen Zündfunken zu prüfen, indem man das spannungsführende Ende einer HT-Leitung in geringem Abstand zum Motor hält, wird abgeraten. Es besteht nicht nur die Gefahr eines kräftigen Stromschlags, auch die HT-Zündspule oder das Verstärkermodul kann beschädigt werden. Ebenso sollte nie versucht werden, Zündaussetzer zu „diagnostizieren“, indem man nacheinander einzelne HT-Leitungen abzieht.
Motor springt nicht an
3. Dreht der Motor überhaupt nicht oder nur sehr langsam durch, Batterie und Anlasser prüfen. Ein Voltmeter an die Batteriepole anschließen (Pluspol des Messgeräts an Batterie-Plus), das HT-Kabel von der Zündspule am Verteilerdeckel abziehen und an Masse legen. Danach die Spannung ablesen, während der Motor über den Anlasser höchstens zehn Sekunden durchgedreht wird. Liegt der Messwert unter etwa 9,5 Volt, zuerst Batterie, Anlasser und Ladesystem gemäß den entsprechenden Abschnitten dieses Kapitels prüfen.
4. Dreht der Motor mit normaler Drehzahl durch, springt aber nicht an, den HT-Kreis prüfen: Eine Zündzeitpunktlampe nach Herstellerangaben anschließen und den Motor über den Anlasser durchdrehen. Blinkt die Lampe, liegt Spannung an den Zündkerzen an; diese sind dann zuerst zu prüfen. Blinkt die Lampe nicht, zuerst die HT-Leitungen selbst prüfen, danach Verteilerdeckel, Kohleschleifer und Verteilerfinger gemäß den Angaben in diesem Kapitel.
5. Ist ein Zündfunke vorhanden, das Kraftstoffsystem auf Fehler prüfen. Weitere Informationen finden sich im entsprechenden Teil dieses Kapitels.
6. Ist kein Zündfunke vorhanden, die Spannung an der Klemme „+“ der HT-Zündspule prüfen. Sie muss der Batteriespannung entsprechen, also mindestens 11,7 Volt betragen. Liegt die Spannung an der Zündspule mehr als 1 Volt unter der Batteriespannung, die Zuleitung über Sicherungskasten und Zündschloss bis zur Batterie und deren Masseanschluss prüfen, bis der Fehler gefunden ist.
7. Ist die Zuleitung zur HT-Zündspule in Ordnung, Primär- und Sekundärwicklungswiderstand der Zündspule gemäß den späteren Angaben in diesem Abschnitt prüfen. Ist die Spule defekt, sie ersetzen. Vorher aber unbedingt den Zustand der LT-Anschlüsse selbst sorgfältig prüfen, um sicherzustellen, dass der Fehler nicht auf verschmutzte oder schlecht befestigte Steckverbinder zurückzuführen ist.
8. Ist die HT-Zündspule in gutem Zustand, liegt der Fehler wahrscheinlich im Steuergerät oder in der Verteilereinheit. Die Prüfung dieser Bauteile sollte einer Opel-Werkstatt überlassen werden.
Motoraussetzer
9. Ein unregelmäßiger Zündaussetzer deutet auf eine lose Verbindung oder einen zeitweise auftretenden Fehler im Primärkreis oder auf einen HT-Fehler auf der Zündspulenseite des Verteilerfingers hin.
10. Bei ausgeschalteter Zündung das gesamte System sorgfältig prüfen und sicherstellen, dass alle Verbindungen sauber und fest sind.
Steht die entsprechende Ausrüstung zur Verfügung, den LT-Kreis wie oben beschrieben prüfen.
11. Prüfen, dass die HT-Zündspule, der Verteilerdeckel und die HT-Leitungen sauber und trocken sind. Die Leitungen selbst und die Zündkerzen prüfen (bei Bedarf durch Austausch), danach Verteilerdeckel, Kohleschleifer und Verteilerfinger kontrollieren.
12. Regelmäßige Zündaussetzer sind fast immer auf einen Fehler im Verteilerdeckel, in den HT-Leitungen oder in den Zündkerzen zurückzuführen. Mit einer Zündzeitpunktlampe (siehe Absatz 4 oben) prüfen, ob an allen Leitungen HT-Spannung anliegt.
13. Liegt an einer bestimmten Leitung keine HT-Spannung an, befindet sich der Fehler in dieser Leitung oder im Verteilerdeckel. Liegt an allen Leitungen HT-Spannung an, befindet sich der Fehler in den Zündkerzen. Diese prüfen und bei Zweifeln an ihrem Zustand erneuern.
14. Liegt keine HT-Spannung an, die HT-Zündspule prüfen. Ihre Sekundärwicklungen können unter Last durchschlagen.
Modelle mit 1,8-Liter-Motor (18SE-Motor) sowie alle Einspritzmodelle mit 1,4-, 1,6- und 2,0-Liter-Motor
15. Wenn ein Fehler im Zündsystem auftritt, zuerst prüfen, ob er nicht durch eine schlechte elektrische Verbindung oder mangelnde Wartung verursacht wird, d. h. prüfen, ob das Luftfilterelement sauber ist, die Zündkerzen in gutem Zustand sind und den richtigen Elektrodenabstand haben und ob die Entlüftungsschläuche des Motors frei und unbeschädigt sind.
Außerdem prüfen, ob der Gaszug richtig eingestellt ist. Läuft der Motor sehr unruhig, den Verdichtungsdruck prüfen.
16. Wenn diese Prüfungen die Ursache des Problems nicht finden, sollte das Fahrzeug von einem entsprechend ausgerüsteten Vauxhall-Händler mit speziellen Diagnosegeräten geprüft werden. Der Prüfer findet den Fehler schnell und einfach, sodass nicht alle Systemkomponenten einzeln geprüft werden müssen. Das ist zeitaufwendig und birgt ein hohes Risiko, das Steuergerät zu beschädigen.
17. Die einzigen Prüfungen des Zündsystems, die der Heimwerker durchführen kann, sind die in Kapitel beschriebenen Arbeiten an den Zündkerzen sowie der hier beschriebene Zündspulentest. Bei Bedarf können die Verkabelung des Systems und die Steckverbinder geprüft werden. Dabei sicherstellen, dass zuvor der/die Steckverbinder des Steuergeräts abgezogen wurde(n).
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