Fahrgestell

Bremskraftregler

12Schritte
~72Min.
3/5Schwierigkeit
Erledigt 0 von 12

Diese Fahrzeuge sind mit lastabhängigen Bremskraftreglern ausgestattet.

Der Druck wird im X-Kreis gemessen, durch Vergleich des Drucks an den Hinterrädern mit einem vorgegebenen Druck an den Vorderrädern.

Dieser Doppel-Bremskraftregler besitzt zwei vollständig getrennte Gehäuse, die diagonal jeweils auf ein Vorderrad und ein Hinterrad wirken.

Beide Kreise müssen unbedingt geprüft werden.

I: vorne rechts / hinten links. II: vorne links / hinten rechts.

Nachgeführter Bremskraftregler.

Bei nachgeführten Bremskraftreglern ermöglicht die Einstellung, den Hinterachsdruck in Abhängigkeit vom Vorderachsdruck anzupassen.

Die Einstellung wirkt gleichzeitig auf beide Gehäuse. Bei falschem Druck an nur einem der beiden Gehäuse ist der Bremskraftregler zu ersetzen.

Compensateur de freinage

HINWEIS

Die Bremskraftregler unterscheiden sich je nach Art der Hinterachse:

  • Hinterachse mit Standard-Nutzlast: rote Markierung,
  • Hinterachse mit erhöhter Nutzlast: grüne Markierung,
DEPOSE

AUSBAU

Fahrzeug auf einer Zweisäulenhebebühne abstellen.

Die Bremsleitungen abklemmen.

Das Gestänge (2) des Bremskraftreglers durch Lösen der Schraube (1) abkoppeln.

Den Bremskraftregler ausbauen (zwei Schrauben).

Compensateur de freinage

HINWEIS: die Stellung der Mutter (3) nicht verändern.

EINBAU

Einbau in umgekehrter Reihenfolge des Ausbaus.

Den Kreis entlüften und prüfen (siehe Abschnitt „Prüfung und Einstellung“).

PRÜFUNG

Brancher deux manomètres Fre. 244-03 ou Fre. 1085-01 :

Zwei Manometer Fre. 244-03 oder Fre. 1085-01 anschließen:

  • eines vorne rechts,
  • eines hinten links.

Die Manometer über die Schraube (P) entlüften.

Compensateur de freinage

Das Bremspedal langsam treten, bis an den Vorderrädern der Einstelldruck erreicht ist (siehe Tabelle der Werte).

Anschließend den entsprechenden Druck an den Hinterrädern ablesen und gegebenenfalls korrigieren.

Am anderen Kreis ebenso vorgehen, also:

  • eines vorne links,
  • eines hinten rechts.

Bei großer Abweichung (Werte außerhalb der Toleranzen) ist der Bremskraftregler auszutauschen, da keine Einstellung zulässig ist.

EINSTELLUNG

Die bisher im Kundendienst angewandte Einstellmethode für die Bremskraftregler ist einfach und erfordert nur zwei Manometer, die in den Bremskreis eingebunden werden (Vorderrad rechts und Hinterrad links, dann Vorderrad links und Hinterrad rechts).

Die Prüfung und Einstellung erfolgen im unbeladenen Fahrzeug, mit vollem Kraftstofftank und Fahrer an Bord.

Nachdem an der Vorderachse durch Betätigen des Bremspedals ein bestimmter Druck aufgebaut wurde, den Druck an der Hinterachse ablesen und mit dem Wert in Kapitel 07 vergleichen. Anschließend das Gestänge (2) des Bremskraftreglers einstellen, indem die Schraube (1) gelöst wird.

HINWEIS: die Stellung der Mutter (3) nicht verändern.

Compensateur de freinage

Diese Methode ist bei beladenem Fahrzeug kaum durchführbar, was besonders bei Nutzfahrzeugen zutrifft, die meist mit Regalen ausgestattet sind, auf denen Ersatzteile und Werkzeuge lagern.

Bei diesen Nutzfahrzeugen ist eine andere Einstellmethode erforderlich, die auf der Berechnung der Einfederung (Reifenstauchung) der Reifen beruht. Diese Methode ist kostengünstig, muss aber sorgfältig durchgeführt werden. Anschließend genügt es, die Kennlinien der Hinterraddrücke heranzuziehen, die in Abhängigkeit von der Reifeneinfederung erstellt wurden.

Benötigtes Werkzeug:

  • ein auf einem Sockel montiertes Maßband (zum Messen der Karosseriehöhen),
  • ein Präzisionsmanometer.

1 • Fahrzeug vorbereiten:

  • Das Fahrzeug muss beladen bleiben.
  • Die Person, die beim Einstellen des Bremskraftreglers das Bremspedal betätigt, muss beim Messen des Abrollradius der Hinterräder unter Last im Fahrzeug sitzen.
  • Das Fahrzeug muss unbedingt auf einem waagerechten, glatten und sauberen Boden stehen (die Verwendung einer Vierstütt-Hebebühne ist hierfür am besten geeignet).

2 • Mittelpunkt der Hinterräder markieren:

  • Die Hinterseite des Fahrzeugs so anheben, dass sich die Hinterräder drehen lassen.
  • Kreide auf die Radnabenabdeckung oder die Radzierblende an der Stelle auftragen, die dem tatsächlichen Radmittelpunkt am nächsten zu liegen scheint.
  • Das Rad von Hand zügig drehen und dabei die Kreide fest andrücken. Dabei entstehen konzentrische Kreise um den tatsächlichen Drehmittelpunkt des Rads.
  • Den Mittelpunkt mit einem Kreuz aus Bleistift auf der Kreide markieren.
  • Am zweiten Hinterrad ebenso verfahren.

3 • Hinterreifen auf Druck bringen:

  • Der Reifendruck muss eingestellt werden, während die Räder auf dem Boden stehen und eine Person auf dem Fahrersitz sitzt.
  • Beide Hinterräder so weit entlüften, dass der Druck auf 1,2 bar sinkt (ein ordnungsgemäß kalibriertes Präzisionsmanometer verwenden).
  • Einige Minuten warten, bis sich die Luft in den Reifen wieder auf Raumtemperatur erwärmt hat. Die Luft ist beim Entweichen abgekühlt, wodurch sich ihr Druck verändert hat.
  • Den Druck möglichst genau auf 1,2 bar nachstellen.

4 • Abrollradius ohne Last messen:

  • Die Hinterräder so anheben, dass die Reifen nicht mehr durch die Achslast verformt werden (sobald die Räder den Boden verlassen).
  • Den Abstand zwischen Boden und Radmittelpunkt mit dem Maßband messen.

5 • Abrollradius der Hinterräder unter Last messen:

  • Das Fahrzeug wieder auf diese Räder absenken.
  • Den Abstand zwischen Boden und Radmittelpunkt mit dem Maßband messen.

6 • Reifeneinfederung berechnen:

  • Die beiden zuvor ermittelten Messwerte subtrahieren, um die Einfederung des Reifens zu erhalten.

7 • Die Schritte 4, 5 und 6 für das zweite Hinterrad durchführen.

8 • Mittlere Einfederung der beiden Reifen berechnen:

  • Die beiden für die Hinterräder ermittelten Einfederungswerte addieren und die Summe durch zwei teilen, um die mittlere Einfederung zu bestimmen.

9 • Diagramme ablesen:

  • Im ersten Diagramm die Achslast der Hinterachse in Abhängigkeit von der ermittelten mittleren Einfederung ablesen.
  • Das zweite Diagramm heranziehen und den Ausgangsdruck P2 (entspricht dem Druck an jedem Hinterrad) in Abhängigkeit vom im ersten Diagramm ermittelten Lastwert ablesen.

ACHTUNG: Ein Diagramm gilt für eine Reifenmarke und einen Reifentyp.

Achslast hinten / Reifeneinfederung (Druck 1,2 bar)

DUNLOP 165/70 R13C

Dunlop
  1. Einfederung (mm)
  2. Achslast hinten (kg)

Achslast hinten / Reifeneinfederung (Druck 1,2 bar)

KLEBER 165/70 R13

Kleber
  1. Einfederung (mm)
  2. Achslast hinten (kg)

Achslast hinten / Reifeneinfederung (Druck 1,2 bar)

MICHELIN 165/70 R13C XC4S

Michelin
  1. Einfederung (mm)
  2. Achslast hinten (kg)

Achslast hinten / Reifeneinfederung (Druck 1,2 bar)

MICHELIN 165/70 R13C Agilis 61

Michelin
  1. Einfederung (mm)
  2. Achslast hinten (kg)

Einstellung des Ausgangsdrucks am Bremskraftregler / Achslast hinten

KANGOO Nutzlast Standard

Kangoo charge utile standa
  1. Ausgangsdruck P2 (bar) bei 100 bar vorn
  2. Achslast hinten (kg)

Einstellung des Ausgangsdrucks am Bremskraftregler / Achslast hinten

KANGOO erhöhte Nutzlast

Kangoo charge utile augmentée
  1. Ausgangsdruck P2 (bar) bei 100 bar vorn
  2. Achslast hinten (kg)

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