Lade- und Startsysteme

Batterieprüfung

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ALLGEMEINE ANGABEN

Prüfung des Elektrolytstands

Für die Arbeiten wird eventuell destilliertes Wasser benötigt.

Bei serienmäßigen Batterien ist der einmal eingefüllte Elektrolyt unter normalen Bedingungen für die gesamte Lebensdauer der Batterie ausreichend. Bei hohen Außentemperaturen und nach dem Laden der Batterie sowie bei Wartungsarbeiten muss der Elektrolytstand jedoch kontrolliert werden.

VORGEHENSWEISE

1. Die Batterie befindet sich im Motorraum. Öffnen Sie die Batterieabdeckung, indem Sie die Klammern lösen, und drücken Sie die Abdeckung nach unten.

2. Prüfen Sie den Elektrolytstand von außen durch das transparente Batteriegehäuse. Wenn der Elektrolytstand in einer der Zellen unter die MIN-Markierung gesunken ist, schrauben Sie den Stopfen heraus.

ACHTUNG

Wenn der Elektrolytstand nicht bestimmt werden kann, schrauben Sie den Stopfen heraus und sehen Sie in die Batterie. Verwenden Sie dabei kein offenes Feuer. Explosionsgefahr!

3. Die mittleren Stopfen sind durch den Sicherungskasten abgedeckt. Um den Kasten abzunehmen, drücken Sie die Laschen zusammen und klappen Sie den Deckel auf.

4. Klemmen Sie bei ausgeschalteter Zündung das Minuskabel (–) der Batterie ab.

ACHTUNG

Dadurch werden Daten aus elektronischen Speichermodulen gelöscht, zum Beispiel der Radiocode. Ohne Code kann das Radio nur vom Hersteller oder in einer AUDI-Vertragswerkstatt aktiviert werden. Beachten Sie daher die Hinweise im Unterabschnitt Aus- und Einbau der Batterie.

5. Dadurch werden Informationen aus elektronischen Speichermodulen gelöscht, z. B. der Radiocode. Ohne Code kann das Radio nur vom Hersteller oder in einer Audi-Vertragswerkstatt aktiviert werden. Beachten Sie daher die Hinweise im Unterkapitel Ausbau und Einbau der Batterie.

6. Füllen Sie jede Zelle einzeln mit destilliertem Wasser bis zur Markierung MAX auf.

7. Schrauben Sie den Stopfen ein und ziehen Sie ihn fest.

8. Setzen Sie den Hauptsicherungskasten wieder ein und befestigen Sie ihn mit der Mutter –2–.

9. Laden Sie die Batterie abschließend auf. Beachten Sie dabei das Unterkapitel Prüfen des Batteriezustands, Pflege und Laden.

10. Bei Verdacht auf einen Batteriefehler messen Sie die Ruhespannung. Beachten Sie dabei das folgende Unterkapitel.

11. Schließen Sie das Minuskabel (–) an der Batterie an.

ACHTUNG

Aktivieren Sie die Sicherheitsautomatik der elektrischen Fensterheber, geben Sie den Radiocode ein und stellen Sie die Uhr ein. Beachten Sie dabei den Abschnitt Automatikgetriebe und Modelle mit Allradantrieb.

12. Befestigen Sie die Abdeckung der Batterie mit den Klemmen. Prüfen des Sitzes der Batteriepole und der Halterung

ACHTUNG

Wenn die Batterie schlecht befestigt ist oder die Klemmen nicht angeschlossen sind, kann dies zu einem vorzeitigen Ausfall der Batterie durch Vibrationen, zum Brand der Kabel oder zu Störungen der elektrischen Anlage führen. Da beim Trennen der Batterie Daten elektronischer Speichermodule, zum Beispiel des Radios, gelöscht werden, beachten Sie den Unterabschnitt Aus- und Einbau der Batterie sowie den Unterabschnitt Radiocode eingeben.

VORGEHENSWEISE

1. Bewegen Sie die Batteriepole in verschiedene Richtungen und prüfen Sie den festen Sitz. Ziehen Sie sie bei Bedarf nach.

2. Ist die Batterie nicht fest montiert, ziehen Sie die Befestigungsschraube mit dem Drehmoment 20 N·m an. Prüfen der Ruhespannung

Der Ladezustand der Batterie wird durch Messen der Spannung mit einem Voltmeter geprüft, das zwischen den Batteriepolen angeschlossen wird.

VORGEHENSWEISE

1. Trennen Sie die Batterie. Beachten Sie dabei das Unterkapitel Ausbau und Einbau der Batterie.

2. Die Batterie muss vor der Prüfung 2 Stunden lang abgeklemmt sein.

3. Schließen Sie das Voltmeter an den Batteriepolen an und messen Sie die Spannung.

4. Bewertung der Spannung:

12,5 V oder mehr – Batterie in gutem Zustand. 12,4 V oder weniger – Batterie in schlechtem Zustand, sie muss geladen oder durch eine neue ersetzt werden.

5. Schließen Sie das Minuskabel (–) an.

ACHTUNG

Aktivieren Sie die Automatik der elektrischen Fensterheber, stellen Sie außerdem die Uhr ein und geben Sie den Radiocode ein. Beachten Sie dabei den Unterabschnitt Aus- und Einbau der Batterie und den Unterabschnitt Radiocode eingeben.

Prüfen der Batterie unter Last

VORGEHENSWEISE

1. Schließen Sie ein Voltmeter an den Batteriepolen an.

2. Starten Sie den Motor und prüfen Sie die Spannung.

3. Beim Starten des Motors darf die Spannung bei vollständig geladener Batterie nicht unter 10 V fallen (bei einer Elektrolyttemperatur von etwa +20 °C).

4. Fällt die Spannung stark ab und ist die Elektrolytdichte in den einzelnen Zellen unterschiedlich, ist die Batterie beschädigt und muss ersetzt werden. Prüfen der Elektrolytdichte

Die Elektrolytdichte zusammen mit der Spannung gibt ein genaues Bild vom Ladezustand der Batterie. Zur Prüfung der Elektrolytdichte dient ein Säureprüfer (Aräometer). Die Elektrolyttemperatur muss bei der Prüfung mindestens +10 °C betragen.

VORGEHENSWEISE

1. Zündung ausschalten.

2. Schrauben Sie alle Verschlussstopfen aus der Batterie. Falls vorhanden, nehmen Sie die Abdeckung zuerst mit einem Schraubendreher ab.

3. Stecken Sie den Säureprüfer in eine der Zellen und saugen Sie so viel Elektrolyt an, dass der Schwimmer schwebt. Je höher die Dichte des Elektrolyts, desto höher schwimmt der Schwimmer. Die Skala zeigt die Dichte in g/ml oder in Baumé-Graden (°Bé) an.

4. Die Elektrolytdichte muss mindestens 1,24 g/ml betragen. Siehe Technische Daten. Ist die Dichte zu niedrig, muss die Batterie geladen werden.

5. Prüfen Sie jede Zelle nacheinander. Alle Zellen müssen die gleiche Dichte haben (maximale Abweichung 0,04 g/ml). Ist die Abweichung größer, ist die Batterie defekt. Laden der Batterie

ACHTUNG

Vor dem Laden der Batterie beachten Sie die Sicherheitshinweise im Unterabschnitt Aus- und Einbau der Batterie.

VORGEHENSWEISE

1. Klemmen Sie die Batterie bei laufendem Motor nicht ab.

2. Schließen Sie die Batterie niemals kurz, d. h. verbinden Sie den Pluspol (+) nicht mit dem Minuspol (–). Dabei erhitzt sich die Batterie und kann reißen.

3. Verwenden Sie in der Nähe der Batterie kein offenes Feuer. Der Elektrolyt ist giftig. Vermeiden Sie Kontakt mit Augen, Haut und Kleidung. Spülen Sie andernfalls den Elektrolyt reichlich mit Wasser ab.

4. Bei Batterien mit zentraler Gasableitung dürfen die Verschlussstopfen (Kreuzschlitz) während des Ladens nicht geöffnet werden.

5. Lassen Sie eine gefrorene Batterie vor dem Laden auftauen. Eine vollgeladene Batterie gefriert bei etwa –65 °C, eine halbgeladene bei etwa –30 °C und eine entladene bei etwa –12 °C. Prüfen Sie die Batterie nach dem Auftauen auf Risse. Ersetzen Sie sie bei Bedarf.

6. Beim Laden der Batterie mit einem normalen Ladegerät oder einem Schnellladegerät trennen Sie die Batterie. Mindestens klemmen Sie das Minuskabel (–) und das Pluskabel (+) ab.

Bei Verwendung eines tragbaren Ladegeräts (geringe Stromstärke) kann das Laden ohne Ausbau der Batterie erfolgen. Das Anschlusskabel zum Bordnetz muss dabei nicht abgeklemmt werden. Die Angaben des Batterieherstellers sind selbstverständlich zu beachten. Laden

VORGEHENSWEISE

1. Die Batterie abklemmen.

2. Prüfen Sie den Elektrolytstand. Füllen Sie bei Bedarf destilliertes Wasser nach. Beachten Sie dabei das entsprechende Kapitel.

3. Laden Sie die Batterie nur in einem gut belüfteten Raum oder im Freien. Wenn die Batterie im eingebauten Zustand geladen wird, öffnen Sie die Motorhaube.

4. Prüfen Sie, ob der Entlüftungsschlauch nicht abgeknickt und der Entlüftungsstutzen nicht verstopft ist.

5. Lässt sich der Ladestrom am Schnellladegerät einstellen, stellen Sie ihn auf 10 % der Batteriekapazität ein. Bei einer Kapazität von 50 Ah beträgt der Ladestrom also etwa 5 A. Die Ladezeit kann mit 10 Stunden angesetzt werden.

6. Schalten Sie das Ladegerät aus. Verbinden Sie das Pluskabel (+) des Ladegeräts mit dem Pluspol (+) der Batterie. Verbinden Sie das Minuskabel (–) des Ladegeräts mit dem Minuspol (–) der Batterie.

7. Stecken Sie den Netzstecker des Ladegeräts in die Steckdose. Schalten Sie das Gerät bei Bedarf ein.

8. Wird die Batterie mit Gleichstrom geladen, prüfen Sie die Batterietemperatur, indem Sie die Hand auf die Batterie legen. Die Elektrolyttemperatur darf während des Ladens +55 °C nicht überschreiten. Andernfalls unterbrechen Sie den Ladevorgang oder verringern Sie den Ladestrom.

9. Schalten Sie nach dem Laden das Gerät aus (falls möglich) und ziehen Sie den Netzstecker des Ladegeräts.

10. Trennen Sie das Ladekabel von der Batterie.

11. Prüfen Sie den Ladezustand der Batterie. Beachten Sie dabei das Unterkapitel Prüfen des Batteriezustands, Pflege und Laden.

12. Bauen Sie die Batterie wieder ein. Beachten Sie dabei das entsprechende Kapitel. Hinweise für Batterien mit Verschlussstopfen

VORGEHENSWEISE

1. Vor dem Laden die Stopfen aus der Batterie herausdrehen oder mit einem schmalen Schraubendreher den Deckel abnehmen und die Öffnungen leicht verschließen. Auf diese Weise wird ein Spritzen des Elektrolyts infolge der Gasbildung verhindert.

2. Laden, bis aus allen Zellen reichlich Gas austritt und sich Spannung und Elektrolytdichte bei drei aufeinanderfolgenden, im Abstand von drei Stunden durchgeführten Messungen nicht mehr ändern.

3. Nach dem Ende des Ladevorgangs die Batterie 20 Min. lang ausgasen lassen. Danach die Stopfen verschließen. Laden einer stark entladenen und sulfatierten Batterie

Eine Batterie, die längere Zeit nicht benutzt wurde (z. B. bei längerem Abstellen des Fahrzeugs), entlädt sich und sulfatiert mit der Zeit. Liegt die Leerlaufspannung der Batterie unter 11,6 V, gilt die Batterie als stark entladen. Prüfen Sie die Ruhespannung. Bei einer stark entladenen Batterie besteht der Elektrolyt fast nur noch aus Wasser.

ACHTUNG

Bei Minustemperaturen kann eine solche Batterie einfrieren und das Gehäuse reißen. Eine stark entladene Batterie sulfatiert, d. h. auf der Oberfläche der Elektroden bilden sich große, schwer lösliche Bleisulfatkristalle. Der Elektrolyt verliert dabei seine Klarheit und wird schwach weiß. Wird eine stark entladene Batterie unmittelbar nach der Entladung geladen, sulfatiert sie erneut. Andernfalls verhärten die Platten der Batterie weiter, und die Möglichkeit, die Batterie über längere Zeit zu laden, bleibt eingeschränkt. Eine stark entladene und sulfatierte Batterie muss mit einem reduzierten Strom von etwa 5 % geladen werden, d. h. bei einer Batteriekapazität von beispielsweise 60 Ah beträgt der Ladestrom 3 A. Die Ladespannung darf höchstens 14,4 V betragen. Eine stark entladene Batterie darf auf keinen Fall mit einem Schnellladegerät geladen werden.

Schnellladung/Starthilfe

VORGEHENSWEISE

1. Mit einem Schnellladegerät die Batterie ausschließlich zur Ermöglichung des Fahrzeugstarts laden. Dabei beträgt der Ladestrom 20 % oder mehr der Batteriekapazität. Dabei wird die Batterie beschädigt, da sie großen Strömen ausgesetzt wird. Eine lange Zeit nicht benutzte und stark entladene Batterie darf nicht mit dem Schnellladegerät geladen werden, da dies zur Sulfatierung führt. Lagerung der Batterie

2. Wenn das Fahrzeug länger als zwei Monate nicht benutzt wurde, muss die Batterie ausgebaut und geladen werden. Die optimale Lagertemperatur der Batterie beträgt 0 bis +27 °C. Bei diesen Temperaturen ist die Selbstentladung der Batterie minimal. Die Batterie muss mindestens alle zwei Monate geladen werden, sonst wird sie unbrauchbar.

Eine Batterie, die längere Zeit nicht benutzt wurde (z. B. wenn das Fahrzeug nicht betrieben wurde), entlädt sich und kann außerdem sulfatieren. Wird eine solche Batterie mit dem Schnellladegerät geladen, nimmt sie keinen Ladestrom an oder wird infolge der Sulfatierung zu schnell „voll“. Tatsächlich ist die Batterie beschädigt.

Bevor die Batterie als beschädigt eingestuft wird, ist Folgendes zu prüfen:

3. Elektrolytdichte. Wenn der Unterschied der Dichten zwischen den einzelnen Zellen 0,04 g/ml nicht übersteigt, ist die Batterie mit einem normalen Ladegerät zu laden.

4. Nach dem Laden die Batterie unter Last prüfen. Liegen die Werte der Batterie unter den in den Spezifikationen genannten, ist die Batterie beschädigt.

5. Weicht die Elektrolytdichte in einer oder in zwei benachbarten Zellen deutlich ab (z. B. 1,16 g/ml in fünf Zellen und 1,08 g/ml in der sechsten), liegt ein Kurzschluss in der Batterie vor und sie muss ersetzt werden.

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