Fahrzeug zieht zu einer Seite
Allgemeine Informationen
Führen Sie eine Probefahrt durch, um festzustellen, ob das Fahrzeug zu einer Seite zieht. Falls ja, notieren Sie, ab wann und zu welcher Seite es zieht.
Wird die Spur- und Sturzvermessung durchgeführt, legen Sie den Messausdruck und den Beanstandungsbericht zusammen mit dem Reifen vor.Fertigungstoleranzen können zu einer Konizität im Reifenaufbau führen. Dadurch entsteht beim Abrollen eine Seitenkraft, die direkt auf das Fahrwerk wirkt und daher zu einem Eigenlenkverhalten des Fahrzeugs führen kann. Durch gezieltes Umsetzen der Räder kann dieses Eigenlenkverhalten ausgeglichen werden.
Konus
Konizität entsteht, wenn Lauffläche und/oder Gürtel um einige Zehntelmillimeter von der geometrischen Mitte des Reifens versetzt sind. Konizität kann weder optisch erkannt noch mit Werkstattgeräten gemessen werden.
Bestandteile eines Reifens
- Reifenwulst
- Schulter
- Lauffläche
- Stahlgürtel
- Geometrische Mitte des Reifens
- Tatsächliche Position des Gürtels. Er kann nach innen oder außen versetzt sein.

Zur besseren Veranschaulichung unverhältnismäßig dargestellt.
- Gürtel-/Laufflächenversatz
F1 – Ungleiche Kräfte an der Aufstandsfläche
F2 – Ungleiche Kräfte an der Aufstandsfläche
Fk – Konizitätskraft
Der Versatz erzeugt unterschiedliche Steifigkeiten der inneren und äußeren Reifenschulter, die zu unterschiedlichen Kräften an der Aufstandsfläche führen. Dadurch werden Gürtel und Lauffläche nicht mit gleicher Kraft auf die Fahrbahn gedrückt (F1, F2). Es bildet sich eine Konizität. Die resultierende Kraft (Konizitätskraft Fk) kann je nach Geschwindigkeit so groß werden, dass das Fahrzeug zu einer Seite zieht.
Wenn die Kraft (Fk) an einem Rad der Achse beispielsweise 50 Newton und am anderen Rad ebenfalls 50 Newton beträgt und beide Kräfte in dieselbe Richtung wirken, addieren sich die Kräfte. Durch Umsetzen des Reifens auf der Felge (Seitenwechsel) lässt sich das Ziehen kompensieren, da die Kräfte dann gegeneinander wirken.
Da die Richtung der Konizitätskraft am Reifen nicht sichtbar ist, können nur Probefahrten sowie gezieltes Umsetzen von Rädern und Reifen feststellen, welche Reifen das Ziehen verursachen.

Der Reifen besteht aus zahlreichen Bauteilen und Materialien, die am Ende eines komplizierten Herstellungsprozesses zu einem einzigen Bauteil vulkanisiert werden. Dies führt zu unterschiedlichen Fertigungstoleranzen, die sich durch mehr oder weniger starke Seitenkräfte (Konizitätskräfte) bemerkbar machen können. Diese Kräfte können auch bei neuen Reifen auftreten.
Einseitiges Ziehen an der Vorderachse
Das Ziehen zu einer Seite kann durch die Radaufhängung verursacht werden. Erfahrungsgemäß sind jedoch in 90 % aller Reklamationen die Reifen die Ursache für das Ziehen zu einer Seite.
Einseitiges Ziehen bei normaler Fahrweise
Auf gerader, ebener Fahrbahn zieht das Fahrzeug bei konstanter Geschwindigkeit oder bei moderater Beschleunigung zu einer Seite. Am Lenkrad ist eine Kraft spürbar.
Einseitiges Ziehen bei starker Beschleunigung
Ein seitliches Ziehen bei starker Beschleunigung ist teilweise auf die Auslegung von Fahrzeugen mit Vorderradantrieb zurückzuführen. Unterschiedliche Reibungsverhältnisse an linkem und rechtem Rad, beispielsweise durch Unebenheiten der Fahrbahn (Schlaglöcher) und die daraus resultierende unterschiedliche Haftung, haben einen erheblichen Einfluss auf das Fahrverhalten. Dies stellt im Sinne der Garantie keinen Mangel dar.
Abhilfemaßnahmen bei einseitigem Ziehen des Fahrzeugs
Prüfbedingungen vor und während der Probefahrt
- Alle Fahrwerkskomponenten an Vorder- und Hinterachse auf Beschädigungen prüfen.
- Reifendruck prüfen und gegebenenfalls korrigieren.
- Reifen auf äußere Beschädigungen prüfen. Löcher, Schnitte, Beulen in der Seitenwand, Flachstellen durch Bremsen und/oder Beschädigungen der Lauffläche.
- Den Kunden fragen, ob ein Reifen durch einen Nagel oder einen ähnlichen Gegenstand beschädigt und eventuell von einem Reifenfachbetrieb repariert wurde. Solche Reifen müssen unter Umständen ersetzt werden.
- Reifen auf gleichmäßigen Verschleiß und Profiltiefe prüfen.
- Sind alle Reifen gleichen Typs, gleicher Herstellung und gleichen Profilmusters?
- Bei nicht laufrichtungsgebundenen Reifen darauf achten, dass alle DOT-Kennzeichnungen nach außen zeigen. Möglicherweise wurden Räder und Reifen des Fahrzeugs bereits zu einem früheren Zeitpunkt umgesetzt.
- Sind die Reifenmarken werkseitig als Erstausrüstung empfohlen?
- Für die Probefahrt eine ebene, gerade Fahrbahn verwenden, die nicht zu einer Seite abfällt und keine Spurrillen aufweist.
- Die Probefahrt unter den oben genannten Bedingungen mit dem Kunden durchführen. Der Kunde sollte das Problem vorführen.
Hinweis
Während der Probefahrt darf kein Seitenwind wehen.Ist die Beanstandung berechtigt, wird empfohlen, die Räder und Reifen wie auf den folgenden Seiten beschrieben umzusetzen.
Beachten Sie vor Beginn folgende Hinweise, da sonst alle Mühe umsonst ist!Hinweis
- Reifen/Räder vor dem ersten Versetzen kennzeichnen, z. B. VL, VR, HL, HR.
- Beobachten Sie nach dem Umsetzen der Räder oder dem Seitenwechsel der Reifen auf der Felge das Fahrverhalten bei der Probefahrt sehr genau. Notieren Sie, was ersetzt wurde und wie.
- Die Stärke oder eine mögliche Veränderung des einseitigen Ziehens ist zu beurteilen.
- Dazu ist es unbedingt erforderlich, dass die Probefahrten immer von derselben Person auf derselben Strecke durchgeführt werden. Am besten fährt man die "Teststrecke" in beide Richtungen.
- Der Austausch eines Reifens gegen einen neuen Reifen garantiert nicht, dass das Ziehen zu einer Seite beseitigt wird. Daher wird empfohlen, einen gezielten Radtausch wie unten beschrieben durchzuführen.
- Bei großen Unterschieden in der Profiltiefe der Reifen an Vorder- und Hinterachse sind die Reifen mit der größeren Profiltiefe immer auf der Vorderachse zu montieren.
Gezieltes Versetzen der Räder bei nicht laufrichtungsgebundenen Reifen
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| Probefahrt durchführen, um festzustellen, ob das Fahrzeug zieht, und falls ja, wann und zu welcher Seite. | |||
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| Wenn das Fahrzeug zieht, die Vorderräder tauschen. | |||
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| Probefahrt durchführen | |||
| Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | |||
| Fahrzeug zieht in die Gegenrichtung | Fahrzeug zieht nach derselben Seite | ||
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| Einen Reifen auf der Felge an der Vorderachse umsetzen (Laufrichtung umkehren) | Räder von vorne nach hinten versetzen | ||
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| Probefahrt durchführen | Probefahrt durchführen | ||
| Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | ||
| Fahrzeug läuft nicht geradeaus | Fahrzeug läuft nicht geradeaus | ||
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| Vorderräder und Hinterräder tauschen | Fahrzeug zieht in die Gegenrichtung | Keine Änderung | |
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| Probefahrt durchführen | Einen Reifen auf der Felge an der Vorderachse umsetzen (Laufrichtung umkehren) | Spureinstellung von Vorder- und Hinterachse prüfen und gegebenenfalls einstellen. | |
| Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | Wenn die Einstellung korrekt ist, Produktunterstützung informieren. | ||
| Fahrzeug läuft nicht geradeaus | |||
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| Die Vorderräder tauschen | |||
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| Probefahrt durchführen | Probefahrt durchführen | ||
| Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | Fahrzeug läuft nicht geradeaus | Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | |
| ↓ | Fahrzeug läuft nicht geradeaus | ||
| Neue Reifen an der Vorderachse montieren | Neue Reifen an der Vorderachse montieren | ||
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| Probefahrt durchführen | Probefahrt durchführen | ||
| Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | Fahrzeug läuft geradeaus – ENDE | ||
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| Fahrzeug läuft nicht geradeaus, Produktunterstützung informieren | |||
Testen Sie sich
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