Zündanlage

Allgemeine Beschreibung

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Bei allen Modellen mit Ausnahme des 903 ES Motors ist ein mechanischer Verteiler mit Unterbrecherkontakt eingebaut. Beim 45 Super ES mit 903 ES Motor wird eine elektronische Zündanlage (Digiplex) verwendet, die einen kontaktlosen Verteiler enthält.
Mechanische Unterbrecherkontakt-Zündanlage
Damit der Motor einwandfrei läuft, muss der Zündfunke das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Brennraum genau im richtigen Augenblick entzünden, abhängig von Motordrehzahl und Last. Das Zündsystem arbeitet so, dass die Niederspannung der Batterie der Zündspule zugeführt und dort in Hochspannung umgewandelt wird. Die Hochspannung ist stark genug, um die Zündkerzenelektroden in den Zylindern bei hohem Verdichtungsdruck zu überbrücken, vorausgesetzt, das System ist in gutem Zustand und alle Einstellungen sind korrekt. Die Zündanlage gliedert sich in zwei Stromkreise: den Niederspannungskreis (NS) und den Hochspannungskreis (HS). Der Niederspannungskreis (auch Primärkreis genannt) besteht aus der Batterie, der Leitung zum Zündschalter, der Leitung vom Zündschalter zur Primärwicklung der Zündspule und der Leitung von der Primärwicklung zum Unterbrecherkontakt und Kondensator im Verteiler. Der Hochspannungskreis besteht aus der Sekundärwicklung der Zündspule, dem dicken Zündkabel von der Mitte der Zündspule zur Mitte des Verteilerdeckels, dem Verteilerläufer sowie den Zündkabeln und Zündkerzen.
Die Funktion des Systems ist folgende: In der Zündspule wird Hochspannung erzeugt, indem der Niederspannungskreis unterbrochen wird. Die Unterbrechung erfolgt durch das Öffnen der Unterbrecherkontakte in diesem Niederspannungskreis. Die Hochspannung wird von der Mitte der Zündspule über die Kohlebürste in der Mitte des Verteilerdeckels zum Verteilerläufer geleitet. Der Verteilerläufer dreht sich im Verteilerdeckel mit halber Motordrehzahl. Jedes Mal, wenn er auf eines der vier Metallsegmente im Deckel trifft, die mit den Zündkabeln verbunden sind, öffnen sich die Unterbrecherkontakte, die Hochspannung baut sich auf und springt vom Läufer auf das passende Metallsegment über. Von dort gelangt sie über das Zündkabel zur Zündkerze, wo sie schließlich die Elektrodenstrecke überbrückt, bevor sie gegen Masse abfließt.
Der Zündzeitpunkt wird automatisch vorverstellt und zurückgenommen, damit der Funke für die jeweilige Last bei der aktuellen Motordrehzahl genau im richtigen Augenblick auftritt. Die Zündverstellung erfolgt mechanisch und durch Unterdruck. Der mechanische Fliehkraftregler besteht aus zwei Gewichten, die sich durch die Fliehkraft bei steigender Motordrehzahl von der Verteilerwelle nach außen bewegen. Dabei verdrehen sie den Nocken gegenüber der Verteilerwelle und verstellen so den Zündzeitpunkt nach früh. Die Gewichte werden von zwei Federn in ihrer Lage gehalten, und die Federspannung bestimmt maßgeblich die richtige Zündverstellung. Die Unterdruckverstellung wird durch eine Membrankapsel gesteuert, die an den Venturi des Vergasers angeschlossen ist. Der Unterdruck ändert sich je nach Öffnung der Drosselklappe und passt so den Zündzeitpunkt den Anforderungen des Motors an.
Digiplex Zündanlage
Dieses elektronische System ersetzt den mechanischen Unterbrecherkontakt und den Fliehkraftregler herkömmlicher Verteiler. Ein elektronisches Steuergerät berechnet den Zündvorverstellwert abhängig von Motordrehzahl und Last. Eine Einstellung des Zündzeitpunkts ist nicht vorgesehen. Die Informationen für das Steuergerät liefern zwei Magnetsensoren, die Motordrehzahl und OT direkt an der Kurbelwelle erfassen. Ein Unterdrucksensor im Steuergerät wandelt den Saugrohrunterdruck in ein elektrisches Signal um. Das Steuergerät wählt den optimalen Zündwinkel aus. Ein geschlossener Magnetkreis und eine Harzgießspule mit geringem Primärwicklungswiderstand gewährleisten einen sicheren Zündfunken. Im Speicher des Steuergeräts sind 512 Zündwinkelwerte abgelegt, die für jede Kombination von Betriebsbedingungen des Motors passen. Der Verteiler dieses Systems ist wartungsfrei.
Verteilerantrieb
Der mechanische Verteiler mit Unterbrecherkontakt an den 903 cm³ Motoren und der Digiplex Verteiler an den 903 ES Motoren sind am Zylinderkopf montiert und werden über ein Zahnrad der Nockenwelle und eine Welle angetrieben, die gleichzeitig die Ölpumpe antreibt.

Der Verteiler an den 1116 cm³ und 1301 cm³ Motoren ist am Kurbelgehäuse montiert und wird über ein Zahnrad der Hilfswelle angetrieben, die auch die Ölpumpe antreibt.

Fig. 4.1 Typical ignition circuit (mechanical contact breaker distributor)
Abb. 4.1 Typischer Zündkreis (Verteiler mit mechanischem Unterbrecherkontakt) (Abschn. 1)Fig. 4.2 Digiplex electronic ignition system (Sec 1)
Abb. 4.2 Digiplex elektronische Zündanlage (Abschn. 1)

1 Steuergerät
2 Mehrfachstecker
3 Zündspule
4 Verteilerdeckel
5 Riemenscheibe Kurbelwelle
6 Schwungrad
7 Batterie
8 Drehzahlmesser
9 Zündkerzen
10 Steckverbinder
S1 Drehzahlsensor Motor
S2 OT-Sensor

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