Impulse für das Steuergerät

Offener Zündverteiler (am Beispiel des 4-Zylinder-Motors):
1 – Hall-Geber;
2 – Impulsgeber (Auslöser);
3 – Steckverbindung des Hall-Gebers.

Der Hall-Geber befindet sich beim 6-Zylinder-Motor weit hinten hinter dem linken Zylinderkopf:
1 – Gehäuse des Hall-Gebers;
2 – Steckverbindung.
Hall-Geber
Das im letzten Abschnitt erwähnte Ein- und Ausschalten des Stroms zur Zündspule erfolgt durch den Hall-Geber (wobei der Impuls ebenfalls über das Steuergerät und den elektronischen Schalter läuft – dazu weiter unten). Bei den Modellen mit 4- und 5-Zylinder-Motor befindet sich der Hall-Geber im Zündverteiler, bei den Modellen mit 6-Zylinder-Motor hinten am linken Zylinderkopf.
Sein Name hat nichts mit großen Sälen o. Ä. zu tun, sondern geht auf den Entdecker des Hall-Effekts zurück, der bei der Funktion dieses Gebers genutzt wird.
Der Hall-Geber sitzt unten im Verteilergehäuse und besteht aus folgenden Teilen: Impulsgeber (Auslöser) mit 4, 5 oder 6 Aussparungen (je nach Zylinderzahl), einem Dauermagneten und dem gegenüberliegenden eigentlichen Hall-IC. Das Ganze funktioniert ähnlich wie eine Lichtschranke, nur wirken hier magnetische Felder statt Licht.
Das wird ganz anschaulich, wenn man sich eine automatische Aufzugstür vorstellt. Wenn Sie in der Türöffnung stehen und den Lichtstrahl unterbrechen, bleibt die Aufzugstür geöffnet. Sobald Sie zurücktreten und den Lichtstrahl wieder freigeben, erhält der Türmechanismus den Befehl zum Schließen.
Zurück zur Zündanlage: Befindet sich die Fahne des Impulsgebers im Magnetfeld, leitet der Hall-Geber Strom an das Steuergerät weiter. Verlässt die Fahne den Spalt zwischen Hall-IC und Dauermagnet, wird das Steuergerät nicht mehr versorgt. Dies sind die Impulse, die die Zündung steuern.
Hinweis: Die Aussparungen im Verteilerläufer sind so angeordnet, dass der Hochspannungsimpuls beispielsweise beim 4-Zylinder-Motor 60° vor OT am Steuergerät ankommt. In dieser Zeit berechnet das Steuergerät den optimalen Zündzeitpunkt anhand der Drehzahlinformation (über die Folge der Hochspannungsimpulse) und der Motorlast (über die Widerstandswerte des Luftmengenmessers, des Drosselklappenpotentiometers oder des Saugrohrdrucksensors).
Drehzahl- und Zündzeitpunktgeber
Modelle mit 6-Zylinder-Motor
Zusätzlich zum Hall-Geber sind die 6-Zylinder-Motoren mit einem Drehzahlgeber und einem Zündzeitpunktgeber ausgestattet. Beide sind sogenannte induktive Geber.
Der Drehzahlsensor arbeitet folgendermaßen: Im Sensor befinden sich eine Spule und ein Magnet. Ergänzt werden sie durch Zahnvorsprünge am Schwungrad, hinten an der Kurbelwelle. Jedes Mal, wenn ein Zahn am Sensor vorbeiläuft, verändert sich das Magnetfeld des Dauermagneten, und in der Spule entsteht eine Spannung. Dieses kleine Signal reicht für die Verarbeitung im Steuergerät der MPI/MPFI-Einspritzsysteme aus. Auf diese Weise gelangt die Information über die Drehzahl der Kurbelwelle zum Steuergerät.
Um die genaue Position der Kurbelwelle zu bestimmen, ist an einer festgelegten Stelle des Schwungrads ein Stahlstift angebracht. Wenn er am Sensor vorbeiläuft, entsteht ein Spannungsimpuls, den das Steuergerät zur Positionsbestimmung nutzt.
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