Antiblockiersystem (ABS)
Das Antiblockiersystem (ABS) besteht aus einem elektrohydraulischen Steuergerät mit integriertem elektronischem Modul, der ABS-Kontrollleuchte und den an den Rädern montierten Drehzahlsensoren.
Das ABS verhindert das Blockieren der Räder bei starkem Bremsen. Dadurch bleibt das Fahrzeug bei einer Vollbremsung lenkbar. Der Fahrer spürt die Wirkung des ABS am Pulsieren des Bremspedals und am Geräusch des Hydraulikaggregats im Motorraum.
Die Schutzschaltung im Steuergerät sorgt dafür, dass das ABS bei einem Defekt (z. B. Kabelbruch) oder bei einer Absenkung der Batteriespannung unter 10,5 V selbsttätig abschaltet. Dies wird durch Aufleuchten der ABS-Kontrollleuchte im Kombiinstrument angezeigt. Die normale Bremsanlage funktioniert dabei weiter. Beim Bremsen verhält sich das Fahrzeug so, als wäre kein ABS vorhanden.
Nach dem Einschalten der Zündung führt das ABS eine Selbstdiagnose durch. Nach etwa 3 s erlischt die Kontrollleuchte. Brennt sie länger oder leuchtet sie während der Fahrt auf, ist Folgendes zu beachten:
a) Fahrzeug anhalten, Motor abstellen und erneut starten.
b) Batteriespannung prüfen. Beträgt sie weniger als 10,5 V, Batterie laden.
c) Prüfen, ob die Kabelverbindungen zur Batterie fest sitzen.
d) Fahrzeug anheben und auf Stützen absetzen. Räder abnehmen. Elektrische Leitungen auf Beschädigungen prüfen. Eine umfassende Prüfung des ABS muss von Fachpersonal durchgeführt werden. Mit einem speziellen Prüfgerät können Fehler aus dem Speicher ausgelesen und behoben werden.
* Vor Elektroschweißarbeiten ist der Steckverbinder des ABS-Steuergeräts zu trennen. Der Steckverbinder darf nur bei ausgeschalteter Zündung getrennt werden. Bei Lackierarbeiten darf das Steuergerät keiner Temperatur über +85 °C ausgesetzt werden.
System ASC+T
Das System ASC+T (Antriebsschlupfregelung mit Traktionsregelung) verhindert das Durchdrehen der Hinterräder beim Gasgeben, z. B. auf nasser Fahrbahn, da ein durchdrehendes Rad keine ausreichende Antriebskraft und Haftung auf der Fahrbahn übertragen kann. Das System ist in das Steuergerät des ABS integriert.
Das Steuergerät erhält die Information über die Raddrehzahl von den Raddrehzahlsensoren, die gleichzeitig als ABS-Sensoren verwendet werden. Beginnt ein Hinterrad durchzudrehen, erhält das DME-System (elektronisches Motormanagement) die Information vom ABS/ASC+T-Steuergerät. Das DME-System reduziert die Motorleistung durch Ansteuerung der Einspritzventile. Zusätzlich kann der Zündzeitpunkt verändert werden. Die Wirkung entspricht dabei dem Zurücknehmen des Fahrpedals durch den Fahrer. Die Motorleistung wird kurzzeitig reduziert, die Räder hören auf durchzudrehen. Reicht dies nicht aus, bremst die Traktionsregelung die durchdrehenden Antriebsräder ab. Die Wirkung des Systems ASC+T wird im Kombiinstrument durch Blinken der Kontrollleuchte angezeigt.
Das System verfügt über eine Traktionsregelung. Sie verhindert ein kurzzeitiges Blockieren der Antriebsräder auf ebener Fahrbahn durch die Bremswirkung des Motors. Bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h bewirkt die Traktionsregelung eine Differentialsperre. Da linkes und rechtes Rad unabhängig voneinander abgebremst werden, wirkt das System ASC+T wie ein Sperrdifferential mit einer Sperrwirkung von etwa 100 %.
Das System ASC+T erkennt Störungen in seiner Funktion. Nach dem Einschalten der Zündung leuchtet die Kontrollleuchte im Kombiinstrument kurz auf und erlischt. Erlischt sie nicht oder leuchtet sie während der Fahrt, liegt eine Störung im System vor. Das Fahrzeug kann weitergefahren werden, das System ASC+T ist jedoch außer Funktion.
Bei Fahren mit Schneeketten im tiefen Schnee oder beim Anfahren aus tiefem Schlamm ist es zweckmäßig, das System ASC+T über den Schalter in der Mittelkonsole auszuschalten. Das System lässt sich mit demselben Schalter wieder einschalten. Beim nächsten Motorstart schaltet sich das System selbsttätig ein.
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