Zylinderkopf - Überholung
1. Bei ausgebautem Zylinderkopf die äußere Verschmutzung entfernen.
2. Die Ventile, Federn und zugehörigen Bauteile ausbauen. Beachten, dass sowohl die Einlass- als auch die Auslassventilfedern Auflagen haben, diese sich aber unterscheiden (siehe Abbildung).

Auflage der Auslassventilfeder-Drehbrücke (A) und Auflage der Einlassventilfeder (B)
3. Ventile, Ventilsitze, Führungen und Federn prüfen. Bei Bedarf nacharbeiten oder erneuern.
4. Die Dichtfläche des Zylinderkopfs auf Verzug prüfen, indem der Kopf auf eine Glasplatte gelegt wird, oder mit einem Haarlineal und Fühlerlehren. Geringfügiger Verzug oder Korrosion kann durch Bearbeitung beseitigt werden. Bei Bedarf Fachrat einholen, denn zu viel abgetragenes Metall macht den Kopf unbrauchbar.
5. Die Bohrungen für die hydraulischen Ventilstößel im Zylinderkopf auf Verschleiß prüfen. Bei sichtbarem Verschleiß muss der Zylinderkopf erneuert werden. Außerdem die Ölzufuhrbohrungen der hydraulischen Ventilstößel im Zylinderkopf auf Verunreinigungen prüfen.
6. Bei Motoren mit hoher Laufleistung oder bei zweifelhafter Wartungshistorie (insbesondere Ölwechsel) können die hydraulischen Ventilstößel innen verunreinigt sein, was in extremen Fällen zu erhöhten Ventiltriebgeräuschen und Verschleiß führen kann. Um später auftretende Probleme möglichst zu vermeiden, wird empfohlen, die hydraulischen Ventilstößel bei jeder Instandsetzung des Zylinderkopfs wie folgt zu zerlegen und zu reinigen. Für die Ventilstößel sind keine Ersatzteile erhältlich. Ist eines der Bauteile unbrauchbar, muss die komplette Baugruppe erneuert werden (siehe Abbildung).

Bauteile des hydraulischen Ventilstößels
- Bund
- Plunger
- Kugel
- Kleine Feder
- Plungerkappe
- Große Feder
- Zylinder
7. Den Bund vorsichtig vom oberen Ende des Ventilstößelzylinders abziehen. Der Bund sollte sich von Hand abnehmen lassen. Wird ein Werkzeug verwendet, darauf achten, den Bund nicht zu verformen.
8. Den Plunger aus dem Zylinder ziehen und das Haltebändchen (Schnur) entnehmen.
9. Den Deckel mit einem kleinen Schraubendreher vorsichtig vom Boden des Stößels abhebeln. Feder und Kugel unter dem Deckel herausnehmen und darauf achten, dass sie beim Abnehmen des Deckels nicht verloren gehen.
10. Alle Bauteile vorsichtig mit Waschbenzin oder einem geeigneten Lösungsmittel reinigen, besonders die bearbeiteten Flächen des Zylinders (Innenflächen) und des Kolbens (Außenflächen). Alle Bauteile mit einem fusselfreien Tuch gründlich trocknen. Die Federn sorgfältig auf Beschädigungen oder Verformungen prüfen. Ist eine Feder nicht in einwandfreiem Zustand, muss der komplette Ventilstößel erneuert werden.
11. Die Bauteile sparsam mit sauberem Motoröl der richtigen Viskositätsklasse einölen und anschließend wie folgt wieder zusammenbauen.
12. Den Stößel umdrehen und die Kugel in ihren Sitz im Boden des Stößels einlegen (siehe Abbildung).

Kugel (1) in ihren Sitz (2) im Boden des Stößels einlegen
13. Die kleinere Feder in ihren Sitz im Stößeldeckel einlegen. Anschließend Deckel und Feder vorsichtig wieder einsetzen und darauf achten, dass die Feder auf der Kugel aufliegt. Den Rand des Deckels vorsichtig rundherum andrücken, bei Bedarf mit einem kleinen Schraubendreher, bis der Rand sicher in der Nut im Boden des Stößels sitzt (siehe Abbildungen).

Feder (1) im Stößeldeckel eingesetzt und Kugel (2) in ihrem Sitz im Stößel

Rand des Deckels in der Nut des Stößels einsetzen
14. Die größere Feder über den Stößeldeckel schieben und darauf achten, dass sie richtig sitzt. Anschließend die Baugruppe aus Stößel und Feder in den Zylinder einschieben (siehe Abbildungen).

Feder über den Stößeldeckel setzen . . .

. . . dann die Baugruppe aus Stößel und Feder in den Zylinder einschieben
15. Den Bund über das obere Ende des Stößels schieben und den Stößel von Hand so weit zusammendrücken, bis der Bund nach unten geschoben werden kann und sicher in die Nut im Zylinder einrastet (siehe Abbildung).

Bund (1) über das obere Ende des Stößels schieben und in die Nut (2) einrasten lassen
16. Bei einigen Motoren stabilisiert ein Öldruckregelventil im Zylinderkopf den Öldruck an den Ventilstößeln (siehe Abbildung). Zum Erneuern des Ventils wird über den runden Stopfen zugegriffen, der das Ventilende verschließt. Das alte Ventil muss zerdrückt und die Reste herausgezogen werden. Anschließend wird im Ventilsitz ein Gewinde (M10) geschnitten, damit das Ventil mit einer geeigneten Schraube herausgezogen werden kann. Ein neues Ventil und ein neuer Stopfen können dann eingetrieben werden. Es ist darauf zu achten, dass keine Fremdkörper und Metallspäne in die Ölkanäle gelangen. Am besten lässt man das Ventil bei Bedarf von einem GM-Händler erneuern.

Öldruckregelventil im Zylinderkopf (Pfeil)
17. Ventile, Federn usw. wieder einbauen. Dabei unbedingt neue Ventilschaftdichtungen einsetzen.
18. Bei den Motoren 1.6 (16SH), 1.8 und 2.0 Liter den Dichtring des Thermostatgehäuses bei abgenommenem Zylinderkopf gleich miterneuern.
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