Nockenwellen-Zahnriemen – Aus- und Einbau
Hinweis: Der Zahnriemen für die Nockenwelle muss bei jedem Ausbau erneuert werden, auch wenn er scheinbar in gutem Zustand ist.
Ausbau
1. Fahrzeugvorderseite anheben und sicher abstützen. Motorunterfahrschutz und Radhausverkleidungen als Einheit abnehmen.
2. Minuskabel von der Batterie abklemmen.
3. Gaszug aus dem Luftfilter-Luftmassenmesser-Schlauch aushaken. Schellen lösen und den Schlauch abnehmen.
4. Luftfilter ausbauen.
5. Keilriemen der Servopumpe (falls vorhanden) und Keilriemen des Generators abnehmen.
6. Die drei Schrauben und Gummibuchsen abschrauben, mit denen die Abdeckung des Zahnriemens für die Nockenwelle befestigt ist. Abdeckung und deren Dichtung abnehmen (siehe Abbildungen).

Ausbau einer Schraube der Riemenabdeckung . . .

. . . und der Gummibuchse

Die Dichtung der Riemenabdeckung
7. Durch den Radkasten die sechs Keilkopfschrauben lösen, mit denen die Riemenscheibe der Kurbelwelle am Zahnriemenrad befestigt ist.
Für besseren Zugang die Halteschelle des Ölkühlerschlauchs vom Innenkotflügel lösen.
8. Kurbelwelle drehen, bis die Markierung an der Riemenscheibe mit dem Zeiger fluchtet und die Markierungen an den Nockenwellenrädern mit den Kerben an der Rückwand fluchten (siehe Abbildungen). (Zum Drehen der Kurbelwelle über die Mittelschraube wird ein Torx-Steckschlüssel, Größe E20, benötigt. Falls dieser nicht verfügbar ist, den 4. oder 5. Gang einlegen und die Kurbelwelle durch Drehen eines Vorderrades drehen. Dies geht leichter, wenn die Zündkerzen ausgebaut sind.)

Kerbe und Zeiger der Riemenscheibe müssen fluchten . . .

. . . und die Markierungen der Zahnriemenräder fluchten mit den Kerben der Rückwand (Pfeil)
9. Die sechs Keilkopfschrauben abschrauben und die Riemenscheibe der Kurbelwelle abnehmen. Die Schraubenbohrungen sind versetzt, daher passt die Riemenscheibe nur in einer Position.
10. Die Spannschraube des Nockenwellen-Zahnriemenspanners mit einem 6-mm-Innensechskantschlüssel lösen (siehe Abbildung).
Spanner bewegen, um den Riemen zu entspannen, und den Riemen von den Zahnriemenrädern und Rollen abziehen.

Lösen der Spannschraube des Nockenwellen-Zahnriemenspanners
11. Kurbelwelle oder Nockenwellen bei abgenommenem Riemen nicht drehen, da sonst Kolben und Ventile kollidieren können.
Einbau
12. Den Wiedereinbau beginnen, indem geprüft wird, ob die Markierungen an Riemenscheibe und Zahnriemenrad noch korrekt fluchten. Dazu die Riemenscheibe vorübergehend mit zwei Schrauben montieren.
Wenn die Ausrichtung stimmt, die Riemenscheibe wieder abnehmen.
13. Den neuen Riemen über die Zahnriemenräder und Rollen legen, dabei darauf achten, dass er nicht geknickt wird. Pfeile oder andere Hinweise auf die Laufrichtung beachten.
14. Die Riemenscheibe der Kurbelwelle wieder montieren. Mit den sechs Keilkopfschrauben befestigen und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen (siehe Abbildung).

Anziehen einer Schraube der Kurbelwellen-Riemenscheibe
15. Die Riemenspannung muss nun eingestellt werden. Der Hersteller schreibt ein Spezialwerkzeug (KM-666) vor. Falls dieses verfügbar ist, wie folgt vorgehen (siehe Abbildung).

Spezialwerkzeug KM-666 zum Spannen des Nockenwellen-Zahnriemens
16. Das Spezialwerkzeug am Spanner ansetzen. Sicherstellen, dass sich der Spanner frei bewegen kann.
17. Am Zahnriemenrad der Auslassnockenwelle eine Markierung sieben Zähne entgegen dem Uhrzeigersinn von der Steuermarkierung anbringen. Die Kurbelwelle im Uhrzeigersinn drehen, bis die neue Markierung mit der Kerbe der Rückwand fluchtet. In dieser Position die Spannschraube mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen und danach das Spezialwerkzeug abnehmen.
18. Falls das Spezialwerkzeug nicht verfügbar ist, muss die Riemenspannung von Hand eingestellt werden. Den Spanner über die Vierkantaufnahme in der dafür vorgesehenen Bohrung bewegen, die Schraube leicht anziehen und die Spannung prüfen. Als Richtwert gilt: Die Spannung ist richtig, wenn sich der Riemen in der Mitte des Trums zwischen dem Auslass-Nockenwellenrad und der Umlenkrolle von Hand gerade nicht um 90° verdrehen lässt.
Falls eine Federwaage verfügbar ist, ist die Spannung richtig, wenn der Riemen an derselben Stelle durch eine Last von 9 kg um 10 mm ausgelenkt wird (siehe Abbildung). Bei richtiger Spannung die Spannschraube mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.

Prüfen der Riemenspannung mit Federwaage und Lineal
19. Es muss betont werden, dass die Methode zur Einstellung der Riemenspannung ohne Spezialwerkzeug nur als Richtwert dient. Die Folgen eines rutschenden oder reißenden Riemens im Betrieb können schwerwiegend sein. Sicher ist die korrekte Spannung nur mit dem Spezialwerkzeug des Herstellers oder wenn die Arbeit von einer Opel-Werkstatt ausgeführt wird.
20. Unabhängig von der verwendeten Spannmethode die Kurbelwelle nun um zwei volle Umdrehungen im Uhrzeigersinn drehen und prüfen, ob die Markierungen an Riemenscheibe und Zahnriemenrad wieder korrekt fluchten. Ist dies nicht der Fall, den Riemen abnehmen und erneut beginnen.
21. Der restliche Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie der Ausbau.
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