Kupplungsteile

Beschädigungen
* Der Staub, der durch den Verschleiß des Kupplungsbelags entsteht und sich auf den Kupplungsteilen absetzt, enthält Asbest, der gesundheitsschädlich ist. Den Staub nicht wegblasen und nicht einatmen. Zum Entfernen dieses Staubs kein Benzin oder benzinhaltige Lösungsmittel verwenden. Zum Abspülen des Staubs in eine Auffangwanne muss Bremsflüssigkeitsreiniger verwendet werden. Anschließend die Kupplungsteile mit einem Tuch trocken wischen. Gebrauchte Tücher und Reinigungsflüssigkeit in einem dicht verschlossenen, gekennzeichneten Behälter entsorgen.
Ausbau
VORGEHENSWEISE
1. Für den Zugang zu den Kupplungsteilen wird in der Regel das Getriebe aus dem Fahrzeug ausgebaut. Wird der Motor zur Überholung ausgebaut, empfiehlt es sich, den Zustand der Kupplungsteile zu prüfen und die verschlissenen Teile zu ersetzen. In jedem Fall sind die Kosten für neue Kupplungsteile wesentlich geringer als der Aufwand für den Zugang zu den Kupplungsteilen durch Ausbau von Motor oder Getriebe. Daher wird empfohlen, alle Kupplungsteile zu ersetzen, sofern sie nicht neu sind oder sich nicht in nahezu einwandfreiem Zustand befinden. Die folgenden Arbeitsschritte setzen voraus, dass zum Zugang zu den Kupplungsteilen das Getriebe ausgebaut wird.
2. Den Nehmerzylinder ausbauen (siehe Unterabschnitt 8.2.4). Ihn so aufhängen, dass er nicht stört; die Leitung muss nicht abgetrennt werden.
3. Das Getriebe aus dem Fahrzeug ausbauen (siehe Unterabschnitt 7.1.5 und Unterabschnitt 7.2.8). Während das Getriebe ausgebaut ist, eine Motorstütze installieren. Außerdem wird empfohlen, einen Motorhebezeug zu verwenden, das den Motor von oben abstützt.
* Wird ein Wagenheber verwendet, zwischen Wagenheber und Motorölwanne einen Holzklotz oder ein Brett legen, um die Last zu verteilen.
Die Anschlussstelle der Rücklaufleitung befindet sich sehr nahe am Boden der Ölwanne. Ist die Ölwanne verbogen oder verformt, erhält der Motor möglicherweise nicht genug Schmierung.
4. Die Ausrückgabel und das Ausrücklager können zunächst am Getriebe verbleiben.
5. Um die Kupplungsscheibe beim Ausbau zu halten, das Kupplungszentrierwerkzeug in die Nabe der Scheibe einsetzen.
6. Schwungrad und Anpressplatte sorgfältig prüfen und die Markierungen suchen. Solche Markierungen sind üblicherweise X, O oder ein weißer Buchstabe. Ist keine Markierung zu finden, eigene Markierungen anbringen, damit Anpressplatte und Schwungrad später in der ursprünglichen Position montiert werden können.
7. Die Befestigungsschrauben der Anpressplatte am Schwungrad schrittweise lösen. Die Schrauben diagonal lösen, dabei jede Schraube nur wenig lösen, bis die Federspannung vollständig nachlässt. Dann die Anpressplatte festhalten, alle Schrauben herausdrehen und Anpressplatte sowie Kupplungsscheibe abnehmen.
Prüfung
VORGEHENSWEISE
1. Treten Probleme mit der Kupplung auf, sind sie in der Regel auf Verschleiß eines der Teile der Kupplungsglocke zurückzuführen. Dennoch sind alle Kupplungsteile zu prüfen.
2. Das Schwungrad auf Risse, Anzeichen von Überhitzung, Riefen oder andere Beschädigungen prüfen. Ist das Schwungrad nicht stark beschädigt, kann die Oberfläche in einer Werkstatt aufgearbeitet und eben und glatt gemacht werden. Der Ausbau des Schwungrads ist in Unterabschnitt 3.1.1.14 beschrieben.
3. Den Reibbelag der Kupplungsscheibe prüfen. Er muss mindestens 1,587 mm über die Nietköpfe hinausragen. Die Kupplungsscheibe auf lose Nieten, Verformung, Risse, gebrochene Federn oder andere Beschädigungen prüfen. In der Regel wird die Kupplungsscheibe bei jeder Zerlegung der Kupplung ersetzt. Ist sie daher nicht neu oder nicht in einwandfreiem Zustand, muss sie ersetzt werden.
4. Das Ausrücklager muss zusammen mit der Kupplungsscheibe ersetzt werden (siehe Unterabschnitt 8.2.2).
5. Die Reibfläche der Anpressplatte und der Tellerfederlamellen prüfen. Ist die Oberfläche der Anpressplatte verkratzt oder anderweitig beschädigt, die Anpressplatte ersetzen. Außerdem auf Verformung, Risse und andere offensichtliche Schäden prüfen. Glanzschichten lassen sich mit feinem Schleifpapier entfernen. Beim Ersatz der Anpressplatte kann entweder eine neue oder eine instand gesetzte Anpressplatte eingebaut werden.
Einbau
VORGEHENSWEISE
1. Vor der Installation die Flächen des Schwungrads und der Druckplatte sorgfältig abwischen. Es ist sehr wichtig, dass sich auf diesen Flächen oder auf dem Reibbelag der Kupplungsscheibe kein Öl oder Fett befindet. Diese Teile nur mit sauberen Händen einbauen.
2. Kupplungsscheibe und Druckplatte einbauen und die Kupplungsscheibe mit dem Kupplungszentrierwerkzeug halten. Prüfen, ob die Kupplungsscheibe korrekt eingebaut ist (auf den meisten Scheiben befindet sich eine Markierung flywheel side – diese Seite zum Schwungrad – oder ein ähnlicher Hinweis). Fehlt die Markierung, die Scheibe mit der Seite mit den Dämpferfedern bzw. Dämpfungselementen zum Getriebe einbauen.
3. Die Befestigungsschrauben der Druckplatte am Schwungrad nur eindrehen, noch nicht festziehen.
4. Die Kupplungsscheibe genau mittig im Kupplungsgehäuse ausrichten, indem das Zentrierwerkzeug durch die Nabe der Scheibe in die Aufnahme in der Kurbelwelle gesteckt wird. Das Werkzeug nach oben, unten oder seitlich bewegen, bis es einrastet. Die Befestigungsschrauben der Druckplatte am Schwungrad schrittweise und abwechselnd festziehen. Die Schrauben diagonal anziehen, damit das Kupplungsgehäuse nicht verzogen wird. Nachdem alle Schrauben festgezogen sind, mit dem im Abschnitt Technische Daten am Anfang dieses Kapitels angegebenen Anzugsdrehmoment anziehen. Das Zentrierwerkzeug entfernen.

5. Die Innennut des Ausrücklagers mit Hochtemperaturfett schmieren (Abbildung links). Außerdem etwas Fett auf die Kontaktflächen der Ausrückgabel (Abbildung rechts) und auf die Aufnahmestelle des Lagers an der Getriebeeingangswelle (Abbildung links) auftragen.
6. Das Ausrücklager einbauen (siehe Unterabschnitt 8.2.2).
7. Das Getriebe, den Nehmerzylinder der Kupplungsbetätigung und alle übrigen zuvor ausgebauten Teile wieder einbauen und mit dem vorgeschriebenen Anzugsdrehmoment festziehen.
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