Reparatur der Vorderradaufhängung
Sehr viele Bauteile der Vorderradaufhängung können selbst aus- und wieder eingebaut werden. Für bestimmte Arbeiten sind jedoch Werkstattgeräte erforderlich. Beschädigte Aufhängungsteile dürfen auf keinen Fall gerichtet oder gar geschweißt werden; sie müssen grundsätzlich durch neue ersetzt werden.
Ausbau des vorderen Federbeins

Ausbau des Federbeins oben. Nach dem Abnehmen der Abdeckung (1) kann die Mutter zur Befestigung des Federbeins mit einem Ringschlüssel (3) gelöst werden. Dabei die Dämpferstange mit einem Innensechskantschlüssel (2) festhalten.

Ausbau des Federbeins unten. Dargestellt sind die Schraubverbindungen der Stabilisatorstange (1) und die Schraubverbindungen mit dem Radlagergehäuse (2 und 3).
Beim Ausbau des Federbeins ist Folgendes zu beachten: Wird es vom Radlagergehäuse getrennt, muss die Radeinstellung erneut vorgenommen werden, was nur auf einem Messstand in der Werkstatt möglich ist.
Aus diesem Grund beschreiben wir hier den Ausbau des Federbeins zusammen mit dem Radlagergehäuse.
Ein weiterer Hinweis: Zum Anziehen der oberen Federbeinmutter verwenden Werkstattmechaniker den Steckschlüssel VW 3078. Ersatzweise kann für diese Arbeiten ein Ringschlüssel und Fingerspitzengefühl verwendet werden.
VORGEHENSWEISE
Eine neue selbstsichernde Mutter und eine neue Klemmschraube des Querlenkergelenks besorgen.
Bei auf dem Boden stehendem Fahrzeug die zentrale Befestigungsschraube der Antriebswelle in der Radnabe (in der Mitte des Rades) lösen.
Radbefestigungsschrauben lösen.
Fahrzeug vorn gleichmäßig anheben, damit der Stabilisator nicht belastet wird. Fahrzeug sichern.
Rad abnehmen.
Koppelstange des Stabilisators von beiden Federbeinen lösen, Stabilisator nach oben drücken.
Bremssattelhalter der Scheibenbremse lösen und mit Draht an der Karosserie befestigen – die Bremsleitung bleibt angeschlossen.
Kugelgelenk der Querspurstange lösen.
Klemmschraube des Achsgelenks ganz unten am Federbein entfernen.
Achsgelenkzapfen mit einem Montierhebel aus dem Federbein herausziehen. Dadurch werden Federbein und Querlenker getrennt. Dabei den Schlitz im Gehäuse des Radnabenlagers keinesfalls aufweiten, z. B. mit einem Schraubendreher.
Lenkung herausdrehen und Antriebswelle aus der Radnabe ziehen.
Abdeckung des Federbeindoms im Motorraum abnehmen.
Mutter der oberen Federbeinbefestigung an der Kolbenstange abnehmen. Dazu die Kolbenstange mit einem Innensechskantschlüssel gegenhalten.
Dabei das Federbein von unten abstützen.
Federbein nach unten herausnehmen und gleichzeitig vollständig von der Antriebswelle abziehen.
Bei der Montage neue selbstsichernde Muttern und eine neue Klemmschraube des Achsgelenks verwenden.
Klemmschraube so einsetzen, dass ihr Kopf in Fahrtrichtung nach vorn zeigt.
Anzugsmomente: Mutter der oberen Federbeinbefestigung: 60 Nm, Mutter der Querspurstange: 30 Nm, Klemmschraube des Achsgelenks der Einzelradaufhängung: 50 Nm, Stabilisator-Koppelstange am Federbein: 40 Nm.
Wird dasselbe Federbein montiert und bleiben die Schrauben, die das Radnabengehäuse mit dem Federbein verbinden, durchgehend angezogen, müssen die Radeinstellwinkel nicht korrigiert werden.

Bauteile des vorderen Federbeins und Reihenfolge ihrer Montage
1 – Feder;
2 – Federteller;
3 – Federbeinlager;
4 – Anschlagpuffer;
5 – Schutzmanschette;
6 – Gewindedeckel:
7 – Stoßdämpfer;
8 – 10 – Distanzstück, Schutzhülle.

Vorderradaufhängung des Audi 80 in der Nahansicht
1 – Federbeingehäuse;
2 – Schraubverbindungen von Federbeingehäuse und Radnabengehäuse;
3 – Radnabengehäuse;
4 – Achsgelenk;
5 – Klemmschraube;
6 – unterer Querlenker.

Links: Spannbügel sind erforderlich, um die Feder bei ausgebautem Federbein vom Stoßdämpfer zu trennen.
Rechts: Die Abbildung zeigt die Klemmschraube des Achsgelenks (1), mit der das Achsgelenk (3) im Radnabengehäuse befestigt ist. Außerdem sind die Befestigungsmuttern (2) dargestellt, mit denen das Achsgelenk am unteren Querlenker befestigt ist.
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