Multi-Point-Einspritzung – Grundlegende Bauteile
Steuergerät
Das Steuergerät erhält über den Mehrfachstecker folgende Informationen von:
Anlasser, Klemme 50 – über Beginn und Ende des Startvorgangs.
Drosselklappenpotentiometer – über die aktuelle Stellung der Drosselklappe.
Hall-Geber im Zündverteiler – über die Motordrehzahl.
Lambdasonde im Katalysator – über den Restsauerstoffgehalt im Abgas.
Potentiometer im Luftmengenmesser – über die Stellung der Staklappe (Menge der angesaugten Luft).
Ansauglufttemperatursensor im Luftmengenmesser.
Kühlmitteltemperatursensor im Kühlmittelstutzen.
Klopfsensor am Zylinderblock zur Erkennung von klopfender Verbrennung, siehe auch Kapitel Zündanlage.
Auf Grundlage der Informationen über Drehzahl und Last berechnet das Steuergerät die Öffnungsdauer der elektromagnetischen Einspritzventile und damit die eingespritzte Kraftstoffmenge. Dazu stehen dem Steuergerät Einspritzkennfelder und zusätzlich Zündkennfelder zur Verfügung. Diese Kennfelder sind Datensammlungen für sämtliche Betriebszustände des Motors und die jeweils zugehörigen Kraftstoffmengen sowie Zündzeitpunkte. Das Steuergerät kann diese Werte nach Eingang sogenannter Korrektursignale (z. B. Ansaug- und Kühlmitteltemperatur) verändern.
Drosselklappe
Zwei Drosselklappen befinden sich im Stutzen des Ansaugkrümmers. Die kleinere dieser Klappen ist über einen Gaszug mit dem Gaspedal im Innenraum verbunden. Sie dosiert den Luftstrom in den Motor. Wird das Gaspedal stärker durchgetreten, öffnet der Zug die zweite, größere Klappe; in Vollgasstellung sind beide Klappen geöffnet.
Drosselklappenpotentiometer
Das Drosselklappenpotentiometer erfasst die momentane Stellung der Drosselklappe von Leerlauf (Drosselklappe geschlossen) bis Volllast (Drosselklappe vollständig geöffnet). Auf Grundlage seiner Informationen werden die Leerlaufstabilisierung, die Schubabschaltung oder die Gemischanreicherung bei voll geöffneter Drosselklappe aktiviert.
Druckregler
Er befindet sich vor dem Kraftstoffverteiler und regelt den Kraftstoffdruck zu den Einspritzventilen. Dazu erhält er Informationen über den Unterdruck im Ansaugkrümmer. Im Leerlauf bei geschlossener Drosselklappe und hohem Unterdruck hält er einen niedrigeren Druck. Bei sinkendem Unterdruck infolge höherer Motorlast erhöht der Druckregler den Kraftstoffdruck. Die Kraftstoffpumpe fördert mit höherem Betriebsdruck, wobei der Rücklauf des Kraftstoffs in den Kraftstofftank durch den Druckregler entsprechend erhöht oder, falls erforderlich, verringert wird.
Einspritzventile
Bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle spritzen sie Kraftstoff in den Einspritzkanal vor dem Einlassventil des jeweiligen Zylinders ein – die Dauer dieses Vorgangs bestimmt das Steuergerät. Der betreffende Zylinder erhält eine Teilmenge als Vorrat, die zweite Teilmenge bei geöffnetem Einlassventil direkt in den Brennraum.
Ansauglufttemperatursensor
Er befindet sich seitlich im Luftmengenmesser und kann so die Temperatur der angesaugten Luft genau erfassen. Die Ansauglufttemperatur gelangt in Form eines Widerstandswerts an das Steuergerät. Dieser Wert wird für eine optimale Kraftstoffdosierung benötigt.
Kühlmitteltemperatursensor
Die Kühlmitteltemperatur wird für die Steuerung zahlreicher Einspritzfunktionen benötigt: Startanreicherung, Nachstartanreicherung (im gesamten Temperaturbereich), Beschleunigungsanreicherung und Schubabschaltung (Schiebebetrieb). Die Information über die Kühlmitteltemperatur gelangt ebenfalls in Form eines Widerstandswerts an das Steuergerät. Das Steuergerät berechnet die erforderliche Einspritzdauer, die bei betriebswarmem Motor zwischen zwei und acht Millisekunden liegt. Dieser Wert kann um bis zu 70 % steigen, wenn die Kühlmitteltemperatur –25 °C erreicht.
Luftmengenmesser
Die zur Verbrennung benötigte Luft, die vom Luftfilter kommt, drückt die Staklappe je nach angesaugter Menge mehr oder weniger zur Seite; die mit der Staklappe verbundene Dämpfungskammer verhindert Schwingungen der Staklappe. Das Potentiometer sendet abhängig von der Stellung der Staklappe ein Spannungssignal an das Steuergerät: hohe Spannung bei voller Öffnung und großer Luftmenge, geringe Spannung bei geringer Öffnung.
Pur Kaltstartventil
Diese elektromagnetisch betätigte Einspritzdüse spritzt beim Start je nach Motortemperatur 1–4 s lang zusätzlich Kraftstoff in das Saugrohr ein. Die Einspritzdauer wird vom Steuergerät der Digifant-Einspritzanlage bestimmt.
Leerlaufstabilisierungsventil
In der Warmlaufphase, bei vollem Einschlag der Servolenkung, bei eingeschalteter Klimaanlage oder eingelegtem Gang der Automatikgetriebe gibt dieses Ventil einen zusätzlichen Luftkanal frei und umgeht so die Drosselklappe.
Der erhöhte Luftdurchsatz zum Saugrohr führt gleichzeitig zu einer erhöhten Kraftstoffzufuhr. So wird die erhöhte Reibung des kalten Motors bzw. die höhere Motorbelastung durch die Servopumpe, den Klimakompressor und das Automatikgetriebe ausgeglichen.
Das Leerlaufstabilisierungsventil wird auch im Schiebebetrieb eingesetzt. Es lässt bei geschlossener Drosselklappe die für den Fahrbetrieb erforderliche Luftmenge durch.
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