Einspritzanlage Digifant

Funktionsweise

~2Min. Lesezeit

Kaltstart: Das Leerlaufstabilisierungsventil lässt zusätzlich zur normalen Luftmenge etwas Luft durch. Gleichzeitig erhält das Steuergerät vom Kühlmitteltemperatursensor die Information „kalter Motor“. Auf Grundlage all dieser Daten berechnet das Steuergerät eine längere Öffnungszeit der Einspritzdüsen, um ein fetteres Gemisch zu erzeugen. Außerdem aktiviert das Steuergerät für kurze Zeit das Kaltstartventil, das eine zusätzliche Kraftstoffmenge einspritzt.


Warmlaufphase: Der Kühlmitteltemperatursensor meldet die steigende Kühlmitteltemperatur an das Steuergerät weiter. Dieses veranlasst daraufhin das Schließen des Leerlaufstabilisierungsventils, und die Einspritzdauer der Düsen verringert sich auf den Normalwert.


Leerlauf: Anhand der Signale des Drosselklappenpotentiometers und des Potentiometers am Luftmengenmesser erkennt das Steuergerät, wenn der Motor im Leerlauf läuft. Sinkt die Leerlaufdrehzahl, verändert das Steuergerät den Zündzeitpunkt; gleichzeitig öffnet das Leerlaufstabilisierungsventil seinen Luftkanal, wodurch die eingespritzte Kraftstoffmenge erhöht wird.


Im normalen Betrieb sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Die Öffnungsdauer der Einspritzdüsen wird durch die Stellung der Drosselklappe und der Klappe im Luftmengenmesser bestimmt.


Beschleunigung: Ein schnelles Öffnen der Drosselklappe erkennt das Steuergerät anhand der Signale des Drosselklappenpotentiometers als Beschleunigung. Entsprechend wird die Einspritzdauer kurzzeitig erhöht.


Lambdaregelung: Damit der Katalysator einwandfrei arbeiten kann, ist ein ständiger Wechsel zwischen fettem und magerem Gemisch erforderlich. Der Restsauerstoffgehalt im Abgas wird vom Lambdasonde (im Katalysator angeordnet) an das Steuergerät gemeldet, das den Einspritzdüsen innerhalb von Sekundenbruchteilen eine kürzere oder längere Einspritzdauer und damit die Kraftstoffmenge vorgibt.


Schubabschaltung: Die Information, dass das Gaspedal losgelassen wurde, gelangt wieder über das Drosselklappenpotentiometer zum Steuergerät. Meldet gleichzeitig der Kühlmitteltemperatursensor, dass der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, und meldet der Hall-Geber im Verteiler eine Drehzahl von mehr als 1500 U/min, gibt das Steuergerät keinen Befehl zum Öffnen der Einspritzdüsen.


Volllast: Für die volle Leistung bei vollständig durchgetretenem Gaspedal benötigt der Motor mehr Kraftstoff. Anhand der Meldung „Vollgas“ des Drosselklappenpotentiometers in Verbindung mit der vollständig geöffneten Klappe im Luftmengenmesser erkennt das Steuergerät den Zustand „Volllast“ und verlängert die Einspritzdauer der Düsen; das Signal der Lambdasonde wird dabei ignoriert.


Drehzahlbegrenzung: Zum Schutz vor Überschreiten der zulässigen Motordrehzahl schaltet das Steuergerät die Einspritzdüsen ab, wenn der Hall-Geber eine Drehzahl von 6400 – 6500 U/min meldet.


Notlaufbetrieb: Fällt das Signal eines Gebers vollständig aus oder liefert es einen unsinnigen Wert, arbeitet die Digifant-Einspritzanlage auch unter diesen Bedingungen weiter. Das Steuergerät wählt dann einen sogenannten Ersatzwert, der bereits im Speicher hinterlegt ist. Dieser kann viele Betriebsbedingungen natürlich nicht berücksichtigen, das Fahrzeug bleibt aber fahrbereit. Der Fahrer kann den Ausfall eines Gebers an mangelnder Leistung oder schlechten Starteigenschaften erkennen.

Testen Sie sich

Ein kurzes Quiz zum Audi 80: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.