Diagnosesystem
BESCHREIBUNG
(a) Bei der Fehlersuche an OBD-II-Fahrzeugen (On-Board-Diagnose) muss ein intelligentes Prüfgerät (gemäß SAE J1987) an den DLC3 (Diagnosesteckdose 3) des Fahrzeugs angeschlossen werden.
Danach können verschiedene Daten im Motorsteuergerät (ECM) des Fahrzeugs ausgelesen werden.

(b) Die OBD-II-Vorschriften verlangen, dass der Bordcomputer des Fahrzeugs die MIL (Motorkontrollleuchte) im Instrumententafel aufleuchten lässt, wenn der Computer eine Störung erkennt bei:
(1) den Abgasregelsystemen und -komponenten
(2) den Antriebsstrang-Steuerkomponenten (die die Abgasemissionen beeinflussen)
(3) dem Computer selbst
Wenn die entsprechenden DTCs (Diagnose-Fehlercodes gemäß SAE J2012) über 3 aufeinanderfolgende Fahrzyklen nicht mehr auftreten, erlischt die MIL automatisch; die DTCs bleiben jedoch im Speicher des ECM gespeichert.

(c) Um DTCs abzufragen, ein intelligentes Prüfgerät an den DLC3 anschließen. Das Prüfgerät zeigt DTCs, Freeze-Frame-Daten und verschiedene Motordaten an. Die DTCs und Freeze-Frame-Daten können mit dem Prüfgerät gelöscht werden (siehe Seite ES-39).

Um die OBD-Funktion an Fahrzeugen zu verbessern und das Off-Board-Diagnosesystem weiterzuentwickeln, wird in diesem System die CAN-Kommunikation eingeführt (CAN: Controller Area Network). Sie verringert die Lücke zwischen den Fähigkeiten des Technikers und der Fahrzeugtechnik.
CAN ist ein Netzwerk, das ein Paar Datenübertragungsleitungen verwendet und mehrere Computer und Sensoren miteinander verbindet. Es ermöglicht eine schnelle Kommunikation zwischen den Systemen und vereinfacht den Kabelbaum.
Da dieses System mit CAN-Kommunikation ausgestattet ist, muss das CAN VIM (VIM: Vehicle Interface Module) an ein intelligentes Prüfgerät angeschlossen werden, damit Informationen vom ECM angezeigt werden können.
(Auch die Kommunikation zwischen dem intelligenten Prüfgerät und dem ECM erfolgt über CAN-Kommunikationssignale.) Zum Prüfen der DTCs und aller Daten des ECM das CAN VIM zwischen DLC3 und intelligentem Prüfgerät anschließen.
2. NORMALMODUS UND PRÜFMODUS
(a) Das Diagnosesystem arbeitet im normalen Modus während des üblichen Fahrzeugbetriebs. Im normalen Modus wird eine 2-Fahrt-Erkennungslogik verwendet, um die genaue Erkennung von Störungen sicherzustellen. Für Techniker steht optional auch der Prüfmodus zur Verfügung. Im Prüfmodus wird eine 1-Fahrt-Erkennungslogik verwendet, um Störungssymptome zu simulieren und die Fähigkeit des Systems zu erhöhen, Störungen zu erkennen, einschließlich sporadischer Fehler (nur intelligentes Prüfgerät) (siehe Seite ES-43).
3. 2-FAHRT-ERKENNUNGSLOGIK
(a) Wird eine Störung zum ersten Mal erkannt, wird sie vorübergehend im Speicher des ECM abgelegt (1. Fahrt). Wird dieselbe Störung während des nächsten Fahrzyklus erneut erkannt, leuchtet die MIL auf (2. Fahrt).
4. FREEZE-FRAME-DATEN
(a) Das ECM speichert Fahrzeug- und Fahrbedingungen als Freeze-Frame-Daten in dem Moment, in dem ein DTC abgelegt wird. Bei der Fehlersuche können Freeze-Frame-Daten helfen festzustellen, ob das Fahrzeug fuhr oder stand, ob der Motor warm war, ob das Luft-Kraftstoff-Gemisch mager oder fett war sowie weitere Daten, die zum Zeitpunkt der Störung aufgezeichnet wurden.

5. DLC3 (Data Link Connector 3)
(a) Das Motorsteuergerät des Fahrzeugs verwendet ISO 15765-4 als Kommunikationsprotokoll. Die Klemmenbelegung des DLC3 entspricht SAE J1962 und passt zum Format nach ISO 15765-4.

*: Vor der Widerstandsmessung das Fahrzeug mindestens 1 Minute lang unverändert stehen lassen und weder die Zündung, andere Schalter noch die Türen betätigen.
HINWEIS:
Der DLC3 ist die Schnittstelle zum Auslesen verschiedener Daten aus dem ECM des Fahrzeugs. Nach dem Anschluss des Kabels eines intelligenten Prüfgeräts die Zündung in die Stellung ON drehen und das Prüfgerät einschalten.
- Wird auf dem Display des Prüfgeräts eine Meldung über einen Kommunikationsfehler angezeigt (am Prüfgerät: UNABLE TO CONNECT TO VEHICLE), liegt der Fehler entweder am Fahrzeug oder am Prüfgerät. Um den Fehlerort einzugrenzen, das Prüfgerät an ein anderes Fahrzeug anschließen.
- Wenn die Kommunikation normal ist: DLC3 des ursprünglichen Fahrzeugs prüfen.
- Wenn keine Kommunikation möglich ist: Der Fehler liegt wahrscheinlich im Prüfgerät selbst. Den Kundendienst laut Bedienungsanleitung kontaktieren.
6. BATTERIESPANNUNG
Batteriespannung: 11 bis 14 V
Liegt die Spannung unter 11 V, die Batterie vor dem nächsten Schritt laden.
7. MIL (Malfunction Indicator Lamp, Störungsanzeige)
(a) Die MIL leuchtet auf, wenn die Zündung zum ersten Mal in die Stellung ON gedreht wird (Motor läuft nicht).
(b) Die MIL sollte erlöschen, wenn der Motor gestartet wird.
Bleibt die MIL eingeschaltet, hat das Diagnosesystem eine Störung oder Auffälligkeit im System erkannt.
HINWEIS:
Leuchtet die MIL nicht auf, wenn die Zündung zum ersten Mal in die Stellung ON gedreht wird, ist der Stromkreis der MIL zu prüfen (siehe Seite ES-478).
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