Bremsflüssigkeit
Diese gelblich gefärbte Flüssigkeit ist übrigens giftig und greift Autolack an; sie greift jedoch keine Gummi- und Metallteile an. Auch bei −40 °C bleibt sie noch ausreichend fließfähig, und ihr Siedepunkt liegt trotz der genannten Fließfähigkeit bei 260 °C.
Bremsflüssigkeit besitzt jedoch noch eine sehr unangenehme Eigenschaft: Sie nimmt leicht Wasser auf, sie ist „hygroskopisch“. Wasser kann tatsächlich in die Bremsflüssigkeit gelangen, zum Beispiel durch die Luftfeuchtigkeit über den Ausgleichsbehälter sowie über mikroskopisch undichte Stellen an Bremsschläuchen und Gummimanschetten. Die vollständige Wasseraufnahme führt zwar nicht zur Korrosion an den metallischen Teilen des Systems, wohl aber zu einer starken Senkung des Siedepunkts. Bereits bei nur 2,5 % Wassergehalt liegt der Siedepunkt nur noch bei 150 °C.
Dies ist bei hoher Bremsbelastung gefährlich, da sich die Bremsen dann stark erhitzen. In der Nähe der heißen Bremsen können sich in der Bremsflüssigkeit Luftbläschen bilden. Da Luft komprimierbar ist, sinkt das Bremspedal bis zum Boden durch! In diesem Fall hilft nur schnelles mehrmaliges Pumpen mit dem Bremspedal. Besonders gefährlich wird dieser Effekt beim Bremsen nach starker Bremsbelastung. Da der Fahrtwind fehlt, erhitzen sich die Bremsteile noch stärker; die höchste Temperatur wird etwa 15 Minuten nach dem Halt erreicht. Erst nach ungefähr einer halben Stunde sinkt die Temperatur der Bremsflüssigkeit wieder auf den Normalwert. Der Wartungsplan schreibt daher vorbeugend den Wechsel der Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre vor.
Die Bremsflüssigkeit muss der Norm FMVSS116 DOT4 entsprechen. Alle so gekennzeichneten Flüssigkeiten können ohne Bedenken miteinander gemischt werden.
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