Radstellwinkel

Die Vorderradeinstellwinkel bestimmen die Lage der Vorderräder relativ zur Fahrzeugaufhängung und zur Fahrbahn. Eine Abweichung von der Einstellung verschlechtert das Fahrverhalten und erhöht den Reifenverschleiß. Zu den zu prüfenden Vorderradeinstellwinkeln gehören Sturz, Nachlauf (Winkel der Lenkachsneigung in Längsrichtung) und Spur. Eingestellt wird nur ein Wert – die Spur, und zwar sowohl an den Vorderrädern als auch an den Hinterrädern. Sturz und Nachlauf der Vorderräder sollten regelmäßig geprüft werden, um den Verschleiß der Aufhängungs- und Lenkungsteile zu beurteilen.
Die Einstellung der Radeinstellwinkel erfordert besonders genaue Messungen und spezielle, recht sperrige und kostspielige Geräte. Diese Arbeit sollte am besten einem professionellen Kfz-Mechaniker übertragen werden. Zum allgemeinen Verständnis werden nachfolgend die einzelnen Radeinstellwinkel erläutert, damit die Verständigung mit dem Werkstattpersonal erleichtert wird.
Die Spur ist das Maß, um das die Vorderkanten der Räder zueinander zusammenlaufen. Diese Abweichung von der Parallelität der Räder verringert den Reifenverschleiß durch Schlupf in Kurven. Bei Spur null ist der Abstand zwischen den Vorderkanten der Räder gleich dem Abstand zwischen ihren Hinterkanten. Eine normale Spur beträgt meist nur wenige Zehntel Zoll (1 Zoll = 2,54 cm). Die Spur der Vorderräder wird durch Korrektur der Länge der Spurstangen eingestellt, indem die Position ihrer Gelenkköpfe verändert wird. Zur Korrektur der Spur der Hinterräder ist eine spezielle Exzenterschraube vorgesehen, die in das innere Ende des Hinterradlenkers eingeschraubt ist. Eine falsche Spureinstellung führt zu schnellerem Reifenverschleiß durch Schlupf auf der Fahrbahn.
Der Sturz ist der Neigungswinkel der Radebene gegenüber der Vertikalen. Sind die Räder oben nach außen geneigt, spricht man von positivem Sturz und umgekehrt. Der Sturz wird in Grad gemessen. Die korrekte Sturzeinstellung bestimmt Größe und Lage der Reifenaufstandsfläche und gleicht Änderungen der Aufhängungsgeometrie beim Kurvenfahren und bei Unebenheiten der Fahrbahn aus. Bei den beschriebenen Fahrzeugmodellen ist keine Sturzeinstellung vorgesehen.
Der Nachlauf ist der Winkel, um den die Drehachse des Rades in Fahrtrichtung von der Vertikalen abweicht. Ist die Drehachse nach hinten geneigt, spricht man von positivem Nachlauf, umgekehrt entsprechend. Der Nachlauf der Vorderräder wird durch die Auswahl von Distanzscheiben eingestellt, die unter die Querlenker der Aufhängung gelegt werden.
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