ESC (Elektronisches Stabilitätsprogramm)
Komponenten und Anordnung der Bauteile
Bauteile

| 1. ESC-Steuermodul 2. Drehzahlsensor Vorderrad 3. Drehzahlsensor Hinterrad |
4. ABS-Warnleuchte 5. EBD-/Feststellbremsen-Warnleuchte |
Beschreibung und Betrieb
Beschreibung des ESC
Die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) erkennt kritische Fahrzustände, z. B. Panikreaktionen in Gefahrensituationen, und stabilisiert das Fahrzeug durch gezielte Eingriffe in das Bremssystem und die Motorsteuerung an einzelnen Rädern.
Das ESC ergänzt das ABS um eine zusätzliche Funktion, die als Aktive Gierregelung (AYC) bekannt ist. Die Funktionen TCS, EBD und ESC greifen zusammen. Die Funktion ABS/TCS überwacht dagegen den Schlupf der Räder beim Bremsen und Beschleunigen und greift daher hauptsächlich in die Längsdynamik des Fahrzeugs ein, während die Aktive Gierregelung das Fahrzeug um die Hochachse stabilisiert.
Dies wird durch das gezielte Abbremsen einzelner Räder und die Anpassung des momentanen Motordrehmoments erreicht, ohne dass der Fahrer eingreifen muss.
Das ESC besteht im Wesentlichen aus drei Baugruppen: Sensoren, elektronischer Steuereinheit und Aktoren.
Die Stabilitätsregelung arbeitet unter allen Fahr- und Betriebsbedingungen. Unter bestimmten Fahrbedingungen kann die Funktion ABS/TCS zusammen mit der Funktion ESC als Reaktion auf die Fahrerbefehle gleichzeitig aktiviert werden.
Bei einem Ausfall der Stabilitätskontrolle bleibt die grundlegende Sicherheitsfunktion des ABS weiterhin erhalten.

Beschreibung der ESC-Regelung
Das ESC-System besteht aus den Funktionen ABS/EBD, TCS und AYC.
Funktion ABS/EBD: Das Steuergerät wandelt das aktive Sensorsignal (aktueller Wechsel) der vier Raddrehzahlsensoren in Rechteckwellen um. Anhand der Eingangssignale berechnet das Steuergerät die Fahrzeuggeschwindigkeit sowie die Beschleunigung und Verzögerung an allen vier Rädern. Anschließend entscheidet das Steuergerät, ob ABS/EBD aktiviert werden.
Die Funktion TCS verhindert das Durchdrehen der Räder in Fahrtrichtung durch Erhöhen des Bremsdrucks und Reduzieren des Motordrehmoments über den CAN-Bus. Die Funktion TCS nutzt das Drehzahlsignal der Radsensoren, um den Radschlupf vor der Funktion ABS zu erkennen.
Die AYC-Funktion verhindert ein instabiles Fahrverhalten des Fahrzeugs. Zur Erkennung des Fahrzeugverhaltens nutzt die AYC-Funktion die Signale der Fahrdynamiksensoren (Gierratensensor, Querbeschleunigungssensor und Lenkwinkelsensor).
Ist das Fahrverhalten instabil (Übersteuern oder Untersteuern), wird die AYC-Funktion aktiviert. Sie erhöht den Bremsdruck an einzelnen Rädern und sendet ein Signal zur Reduzierung des Motordrehmoments.
Nach dem Einschalten der Zündung führt das Steuergerät eine kontinuierliche Systemdiagnose durch (Selbstdiagnose). Wird ein Systemfehler erkannt, informiert das Steuergerät den Fahrer über die Kontrollleuchte BRAKE/ABS/ESC (Fail-Safe-Warnung).

Ein- und Ausgangsdiagramm

Betriebsmodus der Geschwindigkeitsregelung
Hydraulikschaltplan des ESC-Systems

ESC inaktiv: normale Bremsung.
Magnetventil Durchgang Ventil Motorpumpe TC-Ventil EIN (NO) AUS OFFEN AUS AUS AUSLASS (NC) AUS GESCHLOSSEN Funktion der Geschwindigkeitsregelanlage
Magnetventil Durchgang Ventil Motorpumpe TC-Ventil Untersteuern
(nur inneres
Hinterrad)EIN (NO) AUS OFFEN EIN EIN AUSLASS (NC) AUS GESCHLOSSEN Übersteuern
(nur außen
Vorderrad)EIN (NO) AUS OFFEN AUSLASS (NC) AUS GESCHLOSSEN

ABS-Kontrollleuchten-Modul
Das aktive ABS-Kontrollleuchten-Modul zeigt den Selbsttest- und Fehlerzustand des ABS an. Die ABS-Kontrollleuchte leuchtet unter folgenden Bedingungen:
In der Initialisierungsphase nach Einschalten der Zündung (IGN ON) (dauerhaft 3 Sekunden).
Bei Ausfall der ABS-Funktion während des Bremsvorgangs.
Im Diagnosemodus.
Wenn der Steckverbinder vom Steuergerät getrennt ist.
Die Leuchte im Kombiinstrument leuchtet, wenn keine Kommunikation mit dem CAN-Modul möglich ist.
EBD-/Feststellbremsen-Kontrollleuchten-Modul
Das aktive EBD-Kontrollleuchten-Modul zeigt den Selbsttest- und Fehlerzustand des EBD an. Ist der Feststellbremsschalter jedoch eingeschaltet, leuchtet die EBD-Warnleuchte unabhängig von der EBD-Funktion immer. Die EBD-Kontrollleuchte leuchtet unter folgenden Bedingungen:
In der Initialisierungsphase nach Einschalten der Zündung (IGN ON) (dauerhaft 3 Sekunden).
Wenn der Feststellbremsschalter eingeschaltet ist oder der Bremsflüssigkeitsstand niedrig ist.
Wenn die EBD-Funktion ausgefallen ist.
Im Diagnosemodus.
Wenn der Steckverbinder vom Steuergerät getrennt ist.
Die Leuchte im Kombiinstrument leuchtet, wenn keine Kommunikation mit dem CAN-Modul möglich ist.
ESC-Funktions-/Kontrollleuchte
Die ESC-Funktions-/Kontrollleuchte zeigt den Selbsttest- und Fehlerzustand des ESC-Systems an.
Die ESC-Funktions-/Kontrollleuchte leuchtet unter folgenden Bedingungen:
In der Initialisierungsphase nach Einschalten der Zündung (IGN ON) (dauerhaft 3 Sekunden).
Wenn die ESC-Funktion aufgrund eines Systemfehlers gesperrt ist.
Wenn die ESC-Regelung aktiv ist. (Blinken – 2 Hz)
Im Diagnosemodus (außer Standardmodus).
Die Leuchte im Kombiinstrument leuchtet, wenn keine Kommunikation mit dem CAN-Modul möglich ist.
ESC-OFF-Kontrollleuchte
Die ESC-OFF-Kontrollleuchte zeigt den Selbsttest- und Betriebszustand des ESC an.
Die ESC-OFF-Kontrollleuchte leuchtet unter folgenden Bedingungen:
Im Initialisierungsmodus nach IGN ON (dauerhaft 3 Sekunden).
Die ESC-Off-Leuchte leuchtet, wenn der Fahrer die ESC-Off-Taste drückt.
ESC-EIN/AUS-Schalter
Der ESC-EIN/AUS-Schalter dient dazu, die ESC-Funktion je nach Bedienung durch den Fahrer ein- oder auszuschalten.
Der EIN/AUS-Schalter ist ein Taster mit Schließerkontakt. Bei geschlossenen Kontakten wird der Stromkreis bei eingeschalteter Zündung geschlossen.
Der Ausgangszustand der ESC-Funktion ist „Ein“, ebenso der Schalterzustand.
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