Motor – 999 und 1108 cm³ (FIRE)
TEIL A: ALLGEMEINES
Beschreibung
1 Beide Motortypen werden als FIRE (Fully Integrated Robotised Engine) bezeichnet, da sie größtenteils von computergesteuerten Industrierobotern gefertigt und montiert werden. 2 Der Motor hat eine übertquadratische Bauweise mit vier Zylindern und einer zahnriemengetriebenen obenliegenden Nockenwelle. 3 Das hohe Drehmoment dieses Motors ermöglicht größere Übersetzungen im Getriebe, wodurch der Kraftstoffverbrauch außergewöhnlich gut ist. 4 Der Zylinderkopf besteht aus Leichtmetall, der Zylinderblock aus Gusseisen. 5 Die Nockenwelle ist in drei Lagern gelagert, die abnehmbare Lagerdeckel haben. 6 Die Ventilspiele werden durch Einstellscheiben (Shims) gehalten, die in den Nockenfolgern (Tassenstößeln) sitzen. 7 Der Zylinderkopf ist als Kreuzstromkopf ausgeführt, wobei Ansaugkrümmer (kühlmittelbeheizt) und Auspuffkrümmer auf gegenüberliegenden Seiten angeordnet sind. 8 Die Kolben haben zwei Verdichtungsringe und einen Ölabstreifring und sind über einen Kolbenbolzen mit den Pleuelstangen verbunden, der im Pleuelauge presssitzig eingebaut ist. 9 Die Kurbelwelle ist in fünf Hauptlagern gelagert. Der obere Teil der mittleren Lagerschale nimmt halbkreisförmige Anlaufscheiben auf, die das Axialspiel der Kurbelwelle begrenzen. 10 Die Ölpumpe ist als Zahnradpumpe ausgeführt, sitzt am vorderen Ende der Kurbelwelle und wird von dieser angetrieben. 11 Der flexible Zahnriemen treibt die Nockenwelle und die Kühlmittelpumpe über ein Zahnrad am vorderen Ende der Kurbelwelle an. Der Riemen wird über eine exzentrisch gelagerte Rolle gespannt.
12 Verteiler und Kraftstoffpumpe (Vergaser-Modelle) werden vom schwungradseitigen Ende der Nockenwelle angetrieben. Die Kraftstoffpumpe bei Einspritzmodellen ist eine integrierte Einheit, die mit dem Kraftstoffstandsgeber kombiniert ist und in den Kraftstofftank eintaucht.

Abb. 13.2 Querschnitt des 999- und 1108-cm³-Motors (Abschn. 5A)

Abb. 13.3 Längsschnitt des 999- und 1108-cm³-Motors (Abschn. 5A)

Abb. 13.4 Schmierungssystem des 999- und 1008-cm³-Motors (Abschn. 5A)
TEIL B:
MÖGLICHE ARBEITEN
BEI EINGEBAUTEM MOTOR
Ventilspiel – Einstellung 1 Die Arbeitsschritte entsprechen denen in Kapitel 1, Abschnitt 26. Zu beachten ist jedoch, dass die dort genannten Spezialwerkzeuge für den FlRE-Motor andere Teilenummern haben – 1860443000 und 1887001000 (Fotos).

5B.1A Ventilspiel prüfen

5B.1B Ausbau einer Einstellscheibe mit einem modifizierten Hakenschlüssel und Schraubendreher 2 Beachten Sie, dass sich das Spiel für Einlass- und Auslassventile unterscheidet, siehe Technische Daten am Anfang dieses Nachtrags. 3 Vom zahnriemenseitigen Motorende aus gezählt ist die Ventilreihenfolge wie folgt. Einlass 2-4-5-7
Auslass 1-3-6-8
Zahnriemen - Erneuerung
4 Luftfilter ausbauen. 5 Lichtmaschinenriemen lösen und abnehmen, danach die Zündkerzen ausbauen. 6 Zahnriemenabdeckung abschrauben und abnehmen.
Die Schraube am unteren Ende der Abdeckung beachten; sie wird leicht übersehen (Foto).

5B.6 Ausbau der unteren Befestigungsschraube der Steuerdeckel
7 Riemenscheibe der Kurbelwelle lösen und abnehmen (Foto).

5B.7 Lösen der Schrauben der Kurbelwellenriemenscheibe
8 Kurbelwellen-Steuerradschraube drehen oder den höchsten Gang einlegen und ein Vorderrad anheben und drehen, bis die OT-Markierung am Nockenwellen-Steuerrad mit der Markierung am Zylinderkopf und die Markierung am Kurbelwellen-Steuerrad mit der Markierung am Ölpumpendeckel fluchten (Fotos).

5B.8A Steuermarke am Nockenwellenrad und Steuermarke am Zylinderkopf fluchten

5B.8B Steuermarke am Kurbelwellenrad und Fluchtmarke am Ölpumpendeckel (Pfeil)
9 Mutter der Zahnriemenspannrolle lösen, die Rolle vom Riemen wegbewegen und die Mutter wieder anziehen, um die Rolle in zurückgezogener Stellung zu halten (Foto).

5B.9 Lösen der Mutter des Zahnriemenspanners 10 Zahnriemen von den Zahnrädern abnehmen. 11 Beim Einbau des neuen Riemens darauf achten, dass die Steuermarken der Zahnräder noch fluchten. Den Riemen so auflegen, dass die Pfeile auf dem Riemen in Drehrichtung des Motors zeigen und die Markierungen des Riemens mit den Markierungen der Zahnräder übereinstimmen.
12 Zahnriemen zuerst auf das Kurbelwellen-Steuerrad auflegen, danach um das Rad der Kühlmittelpumpe und das Nockenwellen-Steuerrad legen (Foto). Zuletzt den Riemen um die Spannrolle führen.

5B.12 Einbau des Zahnriemens 13 Spannermutter lösen und die Rolle so gegen den Riemen drücken, bis der Riemen straff gespannt ist. Prüfen, ob die Steuermarken der Zahnräder noch fluchten. Falls nicht, durch Versetzen über die Riemenzähne wieder ausrichten. 14 Die Rolle weiterhin gegen den Riemen gedrückt halten und ihre Mutter festziehen. 15 Die Kurbelwelle zwei volle Umdrehungen in Drehrichtung des Motors drehen und prüfen, ob sich der mittlere Abschnitt des längsten freien Riemenstücks zwischen Daumen und Zeigefinger um 90° verdrehen lässt. Ist dafür eine höhere Spannung erforderlich, die Spannermutter lösen und die Rolle gegen den Zahnriemen hebeln. Hinweis: Das obige Verfahren dient nur als grobe Richtlinie zur Einstellung der Riemenspannung. Es wird empfohlen, die Spannung so bald wie möglich von einem FIAT-Händler prüfen zu lassen. 16 Zahnriemenabdeckung, Kurbelwellenriemenscheibe, Lichtmaschinenriemen, Zündkerzen und Luftfilter wieder montieren.
Nockenwelle -
Ausbau und Einbau
Warnung: Vor Beginn der Arbeiten Abschnitt 9 beachten. 17 Luftfilter und Kraftstoffpumpe (Vergaser-Modelle) gemäß Abschnitt 9 dieses Nachtrags ausbauen. 18 Verteiler ausbauen (Abschnitt 10). 19 Zahnriemenabdeckung abnehmen.
20 Nockenwellendeckel abschrauben und abnehmen, nachdem die Halteklammer des Zündkabels gelöst wurde (Fotos).

5B.20A Zündkabelklammer an der Nockenwellenabdeckung

5B.20B Ausbau der Nockenwellenabdeckung 21 Kurbelwelle drehen (dazu den höchsten Gang einlegen und ein vorderes Rad anheben und drehen), bis Kolben Nr. 4 im OT steht. Die Steuermarke am Nockenwellenrad muss dann mit der Marke am Zylinderkopf fluchten.
22 Einen Stab durch eines der Löcher im Nockenwellen-Steuerrad stecken, um es am Drehen zu hindern, und dann die Befestigungsschraube lösen. Steuerrad von der Nockenwelle und aus der Riemenschlaufe abziehen (Fotos).

5B.22A Lösen der Nockenwellenrad-Schraube

5B.22B Schraube und Scheibe des Nockenwellenrads

5B.22C Nockenwellenrad mit angeformter Passfeder (Pfeil)
23 Nockenwellenlagerdeckel in ihrer Einbaulage markieren, dann die Ölleitung abschrauben und abnehmen (Ölzulaufstutzen mit einem Schraubendreher herausheben), die übrigen Schrauben lösen und die Lagerdeckel abnehmen (Fotos).

5B.23A Herausziehen des Anschlussstutzens der Nockenwellen-Ölzufuhrleitung

5B.23B Lösen der Hohlschraube der Nockenwellenlagerschmierung

5B.23C Schmierleitung der Nockenwelle

5B.23D Nockenwellen-Lagerdeckel mit kurzen und langen Zentrierstiften zur korrekten Montage
24 Nockenwelle vorsichtig aus dem Zylinderkopf heben und darauf achten, dass Ventilspielausgleichsscheiben und Nockenstößel nicht durch anhaftendes Öl mitgezogen werden (Foto).

5B.24 Ausbau der Nockenwelle
25 Falls Ausgleichsscheiben und Nockenstößel ausgebaut werden sollen, in ihrer ursprünglichen Einbaureihenfolge aufbewahren (Fotos).

5B.25A Einstellscheibe (Shim) mit Dickenkennzeichnung

5B.25B Ausbau eines Nockenfolgers (Tassenstößel) mit Einstellscheibe
26 Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Einen neuen Simmerring für die Nockenwelle und eine neue Dichtung für den Nockenwellendeckel verwenden. Nockenwellenlager ölen (Fotos).

5B.26A Nockenwellen-Simmerring

5B.26B Dichtung der Nockenwellenabdeckung 27 Sicherstellen, dass der Zahnriemen wie zuvor beschrieben wieder aufgelegt und gespannt ist. 28 Ventilspiel prüfen. 29 Alle Muttern und Schrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.
Zylinderkopf -
Ausbau und Einbau
Warnung: Vor Beginn der Arbeiten Abschnitt 9 beachten. Hinweis: Der Zylinderkopf ist im kalten Zustand auszubauen. 30 Kühlsystem entleeren. 31 Luftfilter ausbauen.
32 Gas- und Chokeanschlüsse am Vergaser abklemmen (Foto).

5B.32 Lösen des Gaszugs 33 Bei Vergaser-Modellen die Kraftstoffschläuche von der Kraftstoffpumpe und dem Vergaser abziehen. Bei Modellen mit Einspritzung das Kraftstoffsystem drucklos machen, bevor die Kraftstoffleitungen getrennt und das Drosselklappengehäuse gemäß Abschnitt 9D ausgebaut wird.
34 Kühlmittel- und Unterdruckschläuche am Zylinderkopf und Ansaugkrümmer abklemmen (Foto).

5B.34 Kühlmittelschlauch Ansaugkrümmer (A) und Unterdruckschlauch Bremskraftverstärker (B) 35 Elektrische Leitung vom Kühlmitteltemperaturschalter, die LT-Leitungen vom Verteiler und die Leitung des Leerlaufabschaltmagnetventils abziehen. 36 Verteilerkappe abnehmen, Zündkabel abziehen und Kappe sowie Zündkabel zur Seite in den Motorraum legen. 37 Zahnriemenabdeckung abschrauben und abnehmen. 38 Kolben Nr. 4 auf OT stellen, dann den Zahnriemenspanner lösen und den Zahnriemen von den Nockenwellen- und Kühlmittelpumpenrädern abnehmen. 39 Ansaugkrümmer mit Vergaser bzw. Drosselklappengehäuse (je nach Ausführung) abschrauben und abnehmen. 40 Abgaskrümmer vom Zylinderkopf abschrauben und mit Draht seitlich im Motorraum befestigen; die Halterung des Abgasvorrohrs muss dazu abgebaut werden. 41 Zylinderkopfschrauben in umgekehrter Reihenfolge zur Darstellung in Abb. 1.30 in Kapitel 1 jeweils eine halbe Umdrehung lösen. Sind die Schrauben lose, mit den Unterlegscheiben abnehmen. 42 Zylinderkopf vom Block abheben. Sitzt er fest, Holzstücke in die Auslass- oder Einlasskanäle einsetzen und als Hebel verwenden, um den Kopf vom Block zu „lösen“. Auf keinen Fall Hebel in die Dichtfläche treiben oder versuchen, den Kopf seitlich abzuklopfen, da er auf Zentrierstiften sitzt. 43 Zylinderkopfdichtung und beide Krümmerdichtungen entfernen und entsorgen. 44 Der Zylinderkopf kann nach Ausbau der Nockenwelle und der Ventilstößel gemäß dem vorhergehenden Unterabschnitt zerlegt werden. 45 Weitere Demontage und Entkohlung sind in Kapitel 1, Abschnitt 39 beschrieben. Beachten Sie, dass einzelne Ventilfedern verwendet werden. 46 Wurden die Ventile eingeschliffen, müssen die Ventilspiele wie zuvor beschrieben eingestellt werden. Dies sollte erfolgen, bevor der Zylinderkopf wieder am Motor montiert wird. 47 Vor dem Einbau des montierten Zylinderkopfs sicherstellen, dass die Dichtflächen von Kopf und Block vollkommen sauber sind und die Schraubenbohrungen im Block frei von Öl sind. 48 Die OT-Markierung am Nockenwellenrad muss mit der Markierung am Zylinderkopf fluchten. 49 Die neue Dichtung erst unmittelbar vor der Verwendung aus ihrer Nylonhülle nehmen. Die Dichtung trocken auf völlig saubere Flächen legen.
50 Dichtung so auf den Zylinderblock legen, dass das Wort ALTO von oben lesbar ist (Fotos).

5B.50A Zylinderkopfdichtung

5B.50B Markierung der Oberseite der Zylinderkopfdichtung
51 Zylinderkopf so auf den Block absenken, dass er auf den Zentrierstiften aufsitzt (Foto).

5B.51 Einbau des Zylinderkopfs
52 Die Gewinde der Zylinderkopfschrauben müssen sauber sein. Die Schrauben in Motoröl tauchen und dreißig Minuten abtropfen lassen. Schrauben handfest eindrehen und dann in der in Abb. 1.30 aus Kapitel 1 gezeigten Reihenfolge und in den vorgeschriebenen Stufen anziehen (siehe Spezifikationen) (Fotos).

5B.52A Einsetzen einer Zylinderkopfschraube

5B.52B Typische Scheibe zum Drehwinkelanziehen der Zylinderkopfschrauben 53 Ansaugkrümmer und Vergaser mit neuer Dichtung montieren. 54 Abgaskrümmer mit neuer Dichtung anbauen. Alle Muttern mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Halterung des Abgasvorrohrs wieder anschließen. 55 Zahnriemen wieder montieren und wie zuvor beschrieben spannen. 56 Zahnriemenabdeckung, Verteilerkappe und Nockenwellendeckel wieder montieren. 57 Alle Schläuche, elektrischen Leitungen und Steuerungen wieder anschließen. 58 Luftfilter montieren. 59 Kühlsystem befüllen und entlüften. Ölwanne - Ausbau und Einbau
60 Motoröl ablassen. 61 Abdeckplatte am unteren Teil des Schwungradgehäuses abschrauben und abnehmen (Foto).
Die beiden unteren Schrauben halten die Stützstrebe des Schaltgestänges.

5B.61 Ausbau der Abdeckplatte des Schwungradgehäuses
62 Befestigungsschrauben der Ölwanne lösen und die Ölwanne nach unten abziehen (Foto). Die Dichtmasse muss mit einem scharfen Messer durchtrennt werden, um die Wanne zu lösen. Alle alten Dichtungsreste entfernen.

5B.62 Ausbau der Ölwanne
63 Eine Raupe aus RTV-Silikon-Sofortdichtmasse mit 3,0 mm Durchmesser auf den Flansch der Ölwanne auftragen und die Wanne dann ansetzen. Befestigungsschrauben einschrauben und auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen. Beachten Sie die Muttern der Befestigungsschrauben an den Flanschenden (Fotos).

5B.63A Anziehen einer Ölwannenschraube

5B.63B Befestigungsschraube und Mutter am Flansch der Ölwanne 64 Eine Stunde warten, bevor mit Motoröl befüllt wird. 65 Abdeckplatte des Schwungradgehäuses wieder montieren. Ölpumpe - Ausbau, Prüfung und Einbau
66 Motoröl ablassen und Ölwanne gemäß dem letzten Unterabschnitt ausbauen. Ölfilterpatrone abschrauben und entfernen. 67 Zahnriemen abnehmen. 68 Kurbelwelle gegen Verdrehen sichern, entweder indem ein Holzklotz zwischen einen Kurbelwellenarm und die Innenseite des Kurbelgehäuses gesetzt wird oder indem der Zahnkranz des Schwungrads mit einem geeigneten Werkzeug blockiert wird. 69 Kurbelwellenschraube am Zahnriemenrad lösen und entfernen, dann das Zahnriemenrad abnehmen. Sitzt es fest, mit zwei Schraubendrehern abhebeln oder einen zwei- oder dreibeinigen Abzieher verwenden. 70 Ölansaugsieb mit Filter abschrauben und abnehmen. Auf die Dichtscheibe achten. 71 Befestigungsschrauben der Ölpumpe herausdrehen und die Pumpe herausziehen.
72 Die Ölpumpe enthält ein Überdruckventil, das zur Prüfung ausgebaut werden kann. Dazu den Federkolben eindrücken und die Haltescheibe herausziehen (Fotos).

5B.72A Ausbau der Halteplatte des Überdruckventils der Ölpumpe

5B.72B Bauteile des Überdruckventils der Ölpumpe
73 Wenn der Verdacht auf Verschleiß der Pumpe besteht, die Zahnräder wie folgt prüfen. Befestigungsschrauben herausdrehen und die hintere Abdeckplatte abnehmen. Die Schrauben sitzen sehr fest und müssen wahrscheinlich mit einem Schlagschrauber gelöst werden (Foto).

5B.73 Ausbau der Schrauben der hinteren Deckplatte der Ölpumpe
74 Das Spiel zwischen dem äußeren Zahnrad und dem Pumpengehäuse mit Fühlerlehren prüfen sowie das Axialspiel der Zahnräder, indem Sie ein Haarlineal über das Pumpengehäuse legen und den Spalt zwischen Haarlineal und Zahnradstirnfläche messen. Liegen die Spiele außerhalb des Sollwerts, die Ölpumpe komplett erneuern (Fotos).

5B.74A Prüfung des Zahnrad-Gehäuse-Spiels der Ölpumpe

5B.74B Prüfung der Axialspiel der Ölpumpenzahnräder 75 Ist die Pumpe nicht verschlissen, die hintere Deckplatte wieder montieren und die Schrauben fest anziehen. 76 Druckluft aus einer Reifenpumpe in die Ölkanäle der Ölpumpe blasen, um Schlamm oder andere Ablagerungen zu entfernen. Anschließend die Pumpe ansaugseitig mit sauberem Motoröl füllen und gleichzeitig das innere Zahnrad der Ölpumpe mit den Fingern drehen.
77 Den Simmerring mit einem Hebel herausheben und einen neuen rechtwinklig in das Pumpengehäuse eintreiben (Fotos).

5B.77A Ausbau der Dichtung der Ölpumpe

5B.77B Einsetzen der neuen Dichtung der Ölpumpe mit einer Steckschlüssel-Nuss Dichtlippen der Öldichtung einfetten.
78 Die Pumpe mit einer neuen Dichtung anschrauben. Eine Schraube ist länger als die übrigen (Foto).

5B.78 Einbau der Ölpumpe 79 Ölansaugeinheit mit neuer Dichtscheibe anschrauben. 80 Kurbelwellenrad montieren und die Schraube mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. 81 Zahnriemen montieren und spannen. 82 Ölwanne montieren. Neue Ölfilterpatrone aufschrauben. Vorgeschriebene Wartezeit (eine Stunde) einhalten und danach den Motor mit Öl befüllen. 83 Motor einige Minuten laufen lassen, dann Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen. Kolben/Pleuelstangen - Ausbau und Einbau
84 Ölwanne ausbauen. 85 Ölpumpen-Ansaugsieb mit Filter abschrauben und abnehmen. 86 Die Pleuellagerschalen können ohne Ausbau des Zylinderkopfs erneuert werden, wenn die Deckel abgeschraubt sind und Kolben/Pleuelstange vorsichtig etwa 25 mm (1 Zoll) im Zylinder nach oben geschoben werden (Hubzapfen in tiefster Stellung). Sind diese Lagerschalen jedoch verschlissen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Hauptlagerschalen verschlissen, was eine vollständige Überholung einschließlich Ausbau der Kurbelwelle erforderlich macht. 87 Zum Ausbau der Kolben/Pleuelstangen muss der Zylinderkopf abgenommen werden.
88 Die Pleuellagerdeckel und deren Pleuel sind von der Steuergehäuseseite des Motors aus mit 1, 2, 3 und 4 nummeriert. Die Nummern befinden sich beidseitig der Trennstelle von Pleuel und Deckel auf der Seite des Ölmessstabrohrs (Foto).

5B.88 Pleuel- und Lagerdeckelnummern 89 Kurbelwelle so weit drehen, bis der Hubzapfen des ersten Pleuels im unteren Totpunkt steht. Dann die Deckelschrauben lösen und Deckel und Lagerschale abnehmen. 90 Die Pleuel-Kolben-Einheit im Zylinder nach oben schieben und aus dem Zylinderblock herausnehmen. Dabei ist eine Einschränkung zu beachten: Hat sich oben in den Zylinderbohrungen eine Verschleißkante gebildet, diese vor dem Ausbau der Kolben-Pleuel-Einheiten vorsichtig abschaben. Andernfalls lässt sich die Einheit nicht ausbauen, oder die Kolbenringe brechen beim Versuch. 91 Die übrigen Kolben-Pleuel-Einheiten auf die gleiche Weise ausbauen. Sollen die Lagerschalen wiederverwendet werden, diese mit Klebeband an den jeweils zugehörigen Deckel bzw. das Pleuel kleben. 92 Der Ausbau der Kolbenringe und die Trennung von Kolben und Pleuel werden im nächsten Unterabschnitt beschrieben. 93 Lagerschalen in Pleuel und Deckel einlegen. Dabei sicherstellen, dass die Aufnahmen, in denen die Schalen sitzen, sauber und trocken sind. 94 Prüfen, dass die Kolbenringstöße gleichmäßig im Abstand von 120° verteilt sind. Kolbenringe und Zylinderbohrungen reichlich mit Motoröl benetzen. 95 Einen Kolbenringspanner ansetzen, um die Ringe zusammenzudrücken. Ringe und Innenflächen des Spanners reichlich mit Motoröl benetzen.
96 Den ersten Kolben mit Pleuel in seine Zylinderbohrung einsetzen. Sicherstellen, dass die Baugruppe zur jeweiligen Bohrung passt. Die Zuordnungsnummern von Deckel und Pleuel müssen zum Führungsrohr des Ölmessstabs zeigen, und der Pfeil auf dem Kolbenboden muss zum Zahnriemen zeigen (Foto).

5B.96 Kolben-Richtungspfeil
97 Den Kolben so weit in die Bohrung drücken, bis das Kolbenringspannband am Zylinderblock anliegt. Dann den Kolbenboden leicht antippen, damit der Kolben aus dem Spannband in die Bohrung gleitet (Foto).

5B.97 Kolben-Pleuel-Einheit einbauen 98 Kurbelwellenzapfen mit Motoröl benetzen und das Pleuelauge auf den Zapfen setzen.
Prüfen, ob die Lagerschalen noch richtig sitzen, dann den Pleuellagerdeckel und die Schrauben montieren. Prüfen, dass der Deckel richtig herum sitzt (Foto).

5B.98 Pleuel-Lagerdeckel einbauen
99 Die Pleuelschrauben auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen (Foto). Das korrekte Drehmoment ist wichtig, da die Schrauben keine Sicherung haben. Nach dem Anziehen jedes Pleuellagers prüfen, ob sich die Kurbelwelle leichtgängig dreht.

5B.99 Pleuel-Lagerdeckelschraube anziehen 100 Die Arbeitsschritte für die übrigen Kolben-Pleuel-Einheiten wiederholen. 101 Ölpumpen-Saugeinheit mit neuem Dichtring einbauen. 102 Ölwanne und Zylinderkopf wie in den vorherigen Unterabschnitten beschrieben wieder montieren. 103 Motor mit Motoröl und Kühlmittel befüllen. Kolben/Pleuel – Trennung und Kolbenringwechsel
104 Wurden Kolben/Pleuel ausgebaut, um die Kolbenringe zu erneuern, siehe Kapitel 1, Abschnitt 18. Dabei beachten, dass die Kolbenringe so montiert werden müssen, dass das Wort TOP nach oben zeigt. 105 Sollen neue Kolben eingebaut werden, empfiehlt sich, die Kolbenbolzen von einem FIAT-Händler ausbauen und wieder einsetzen zu lassen. Die Pleuel müssen vorsichtig erwärmt werden, damit sich der Kolbenbolzen aus dem Pleuelkleinauge herausdrücken lässt, anschließend wird der Kolben getauscht und der Bolzen wieder eingedrückt. Zum Positionieren des Kolbenbolzens ist ein Spezialwerkzeug erforderlich. Der Kolbenbolzen sitzt im Kolben spielbehaftet (Gleitsitz), im Pleuel dagegen mit Presssitz. 106 Die korrekte Montage von Kolben und Pleuel zeigt Abb. 13.6.
Motor-/Getriebelager - Erneuerung
107 Siehe Kapitel 1, Abschnitt 33. Es werden drei Lager verwendet (Fotos).

5B.107A Linke vordere Motor-/Getriebelagerung

5B.107B Linke hintere Motor-/Getriebelagerung

5B.107C Rechte Motorlagerung

Abb. 13.5 Anordnung der Kolbenringe beim 999-cm³-Motor (Abschn. 5B)

Abb. 13.6 Kolben/Pleuel korrekt montiert – 999- und 1108-cm³-Motor (Abschn. 5B)
1 Kolbengewichtsklasse (A) und Pfeil auf dem Kolbenboden (zum Zahnriemen)
2 Zuordnungsnummern von Pleuel und Deckel 3 Kolbenbolzenversatz im Kolben (0,9 bis 1,1 mm) Der Pfeil zeigt die Drehrichtung der Kurbelwelle an
Ausbauverfahren – allgemein 1 Der Motor mit Getriebe muss nach oben aus dem Motorraum herausgehoben werden. Motor/Getriebe – Ausbau und Trennung
Warnung: Vor Beginn aller Arbeiten den Hinweis am Anfang von Abschnitt 9 beachten. 2 Die Position der Scharniere an der Unterseite der Motorhaube markieren. Dann mit Hilfe eines Helfers die Scharnierschrauben lösen und die Motorhaube an einen sicheren Lagerplatz bringen. 3 Kühlmittel ablassen; ein Ablassstopfen am Zylinderblock ist nicht vorhanden. 4 Motor- und Getriebeöl ablassen. 5 Batterie abklemmen, zuerst das Minuskabel. 6 Luftfilter ausbauen.
7 Die Kühlerschläuche vom Motor abklemmen (Fotos).

5C.7A Kühlerschlauch-Anschluss am Kühlmittelverteilerrohr

5C.7B Kühlerschlauch am Thermostatgehäuse 8 Heizungsschlauch vom Ansaugkrümmer abziehen.
9 Bei Modellen mit Benzineinspritzung das Kraftstoffsystem drucklos machen (siehe Abschnitt 9D). Den Kraftstoffzulauf- und -rücklaufschlauch von der Kraftstoffpumpe (Foto) bzw. vom Drosselklappenstutzen abklemmen, je nach Ausstattung.

5C.9 Kraftstoffschlauch-Kennzeichnung an der Pumpe; Zulaufschlauch (1), Schlauch zum Vergaser (2), Rücklaufschlauch (3) 10 Unterdruckschlauch des Bremskraftverstärkers vom Ansaugkrümmer abziehen. 11 Gaszug vom Vergaser bzw. vom Drosselklappengehäuse, je nach Ausführung, abklemmen.
12 Gegebenenfalls den Choke-Bowdenzug abklemmen (Foto).

5C.12 Choke-Zug-Anschluss am Vergaser 13 Leitungen vom Generator abklemmen. 14 Batterie-Masseleitung vom Getriebegehäuse abklemmen.
15 Die Kabel vom Anlasser und das Zündkabel (Hochspannung) von der Zündspule abklemmen (Foto).

5C.15 Hochspannungskabel-Anschluss der Zündspule
16 Das Kabel des Kühlmitteltemperaturschalters und die Zündkabel vom Verteiler abklemmen (Foto).

5C.16 Kühlmitteltemperaturschalter 17 Leitung vom Abstellmagnet (Anti-Diesel) am Vergaser abklemmen, sofern vorhanden.
18 Das Kabel vom Öldruckschalter abklemmen (Foto).

5C.18 Öldruckschalter
19 Der Ausbau des Kühlers ist nicht zwingend erforderlich, wird aber als Vorsichtsmaßnahme gegen Beschädigungen beim Ausbau des Motors empfohlen. Die Steckverbinder von Lüfter und Thermoschaltern abziehen (Fotos).

5C.19A Kühler-Haltklammer

5C.19B Steckverbinder der Kühlerlüfter-Motorverkabelung

5C.19C Thermoschalter zur Abschaltung des Kühlerlüfters

5C.19D Ausbau der Kühler-/Lüftereinheit 20 Leitungen vom Rückfahrlichtschalter am Getriebe abklemmen. 21 Kupplungsseil vom Ausrückhebel am Getriebe abklemmen. 22 Tachowelle am Getriebe lösen, indem der Rändelring abgeschraubt wird.
23 Unter dem Fahrzeug die Auspuff-Vorrohre vom Krümmer und vom unteren Halter abbauen (Fotos).

5C.23A Muttern des Abgasrohr-Vorrohrflanschs

5C.23B Schraube der unteren Abgasrohr-Halterung lösen
24 Die Schaltstangen von den Hebeln am Getriebe abklemmen. Eine Stange wird durch einen Federclip gesichert, die andere durch eine Kugelpfanne mit Schnappverbindung. Den Schaltstangenhalter von der Abdeckplatte am Schwungradgehäuse abschrauben (Fotos).

5C.24A Verbindungsbolzen der Schaltstange und Federclip

5C.24B Schaltstange mit Kugelpfannenverbindung

5C.24C Halterung der Schaltstange
25 Die Schrauben der Halteplatten der inneren Gelenkmanschetten der Antriebswellen entfernen (Fotos).

5C.25A Zwei Schrauben der Halteplatte der linken Antriebswellen-Gelenkmanschette (Pfeile)

5C.25B Antriebswellen-Gelenkmanschette abgezogen Mit geringem Ölverlust rechnen.
26 Das hintere linke Getriebelager abklemmen. Dazu die beiden äußeren Schrauben lösen, nicht die mittlere. Sobald das Lager gelöst ist, neigt sich der Motor nach hinten (Foto).

5C.26 Linke hintere (untere) Getriebelagerung gelöst 27 Fahrzeugvorderseite anheben und sicher abstützen, sodass die vorderen Räder frei hängen. 28 Vordere Räder abnehmen. 29 Kronenmuttern der Kegelbolzen an den Spurstangenkopf-Kugelgelenken lösen und die Kugelgelenke mit einem geeigneten Trennwerkzeug („Splitter“) aus den Augen der Lenkhebel lösen. 30 Schrauben der Klemmen am unteren Ende der vorderen Federbeine lösen, die Radträger nach außen kippen und die inneren Gelenke der Antriebswellen teilweise vom Getriebe trennen.
31 Motor und Getriebe mit einem geeigneten Hebezeug abstützen und dann das rechte und linke vordere Motor-/Getriebelager abklemmen (Fotos).

5C.31A Rechte Motorlagerung gelöst

5C.31B Linke Motorlagerung und Halterung
32 Die Motorlagerkonsolen vom Motor und vom Getriebe abschrauben und abnehmen (Foto).

5C.32 Rechte Motorlagerhalter an Karosserie und Motor 33 Antriebseinheit langsam anheben, bis die Antriebswellen vom Getriebe gelöst sind, und dann absenken, bis sie auf Abgasanlage und Querträger aufliegen.
34 Motor und Getriebe weiter anheben, bis sie aus dem Motorraum entnommen und auf der Werkbank abgestellt werden können (Foto).

5C.34 Motor und Getriebe nach oben herausheben 35 Außenseite von Motor und Getriebe mit Dampfstrahler oder einem wasserlöslichen Lösemittel reinigen. 36 Anlasser lösen und ausbauen. 37 Schrauben zwischen Schwungradgehäuse und Motorflansch herausdrehen. Lage der Motorhebeöse beachten. 38 Untere Abdeckplatte vom Schwungradgehäuse lösen und ausbauen.
39 Das Getriebe vom Motor abziehen. Es ist über zwei Passhülsen und einen Stehbolzen positioniert (Foto).

5C.39 Trennen von Motor und Getriebe Demontage allgemein 40 Siehe Kapitel 1, Abschnitt 14. Vollständige Demontage
Warnung: Vor Beginn der Arbeiten Abschnitt 9 beachten. 41 Nockenwellendeckel lösen und ausbauen. 42 Zahnriemenabdeckung lösen und ausbauen. 43 Verteiler ausbauen (Abschnitt 10). 44 Warmluftsammler und Abgaskrümmer ausbauen. 45 Kühlmittelverteilerrohr an der Rückseite der Kühlmittelpumpe lösen, abklemmen und ausbauen. 46 Ölfilterpatrone herausdrehen und entsorgen. 47 Thermostatgehäuse lösen, Dichtung entsorgen. 48 Kraftstoffpumpe ggf. mit Isolierblock und Betätigungsstößel ausbauen. 49 Vergaser bzw. Drosselklappengehäuse ausbauen. 50 Ansaugkrümmer ausbauen und Dichtung entsorgen. 51 Lichtmaschine mit Keilriemen ausbauen und Ölmessstab herausziehen. 52 Kurbelwellenriemenscheibe lösen und ausbauen. 53 Zahnriemenspanner lösen und ausbauen. 54 Zahnriemen ausbauen. 55 Kühlmittelpumpe lösen und ausbauen. 56 Zylinderkopf ausbauen. 57 Zylinderkopfdichtung ausbauen und entsorgen. 58 Kupplung ausbauen. 59 Anlasserzahnkranz am Schwungrad blockieren, Schraube des Kurbelwellenzahnrads lösen und Zahnrad abnehmen.
60 Die Ölwanne und danach den Auspuffhalter abschrauben und abnehmen (Fotos).

5C.60A Ölwanne abnehmen

5C.60B Abgasanlagen-Halterung am Kurbelgehäuse 61 Kurbelwelle durch Blockieren des Anlasserzahnkranzes gegen Verdrehen sichern, dann Schwungrad lösen und ausbauen. Das Schwungrad kann nur in einer Position montiert werden, da es über einen Passstift geführt wird.
62 Die hintere Motorplatte abnehmen. Auf die kleine Innensechskantschraube achten, mit der die Steuerscheibe gehalten wird (Foto).

5C.62 Innensechskantschraube von der Steuermarkenplatte lösen 63 Ölpumpen-Saugrohr-Baugruppe lösen und ausbauen, danach die Ölpumpe selbst. 64 Motor auf die Seite legen und Kolben/Pleuel-Baugruppen ausbauen. 65 Motor auf der bearbeiteten Zylinderblockfläche abstellen, dann den hinteren Kurbelwellendichtflansch lösen und ausbauen. Dichtung entsorgen.
66 Die Markierungen auf den Hauptlagerdeckeln beachten. Der Deckel am Zahnriemen trägt eine Markierung, der nächste zwei, der mittlere Deckel ist mit C gekennzeichnet, danach folgen drei und vier (Foto).

5C.66 Markierungen der Hauptlagerdeckel 67 Die Deckel passen nur in einer Richtung. 68 Hauptlagerdeckel lösen und mit den Lagerschalen abnehmen. 69 Kurbelwelle aus dem Kurbelgehäuse heben und die Lagerschalen aus dem Kurbelgehäuse entnehmen. Sollen die Schalen wiederverwendet werden, diese den jeweiligen Lagerdeckeln zuordnen. 70 Die Anlaufscheiben zur Begrenzung des Kurbelwellen-Axialspiels befinden sich im Kurbelgehäuse und werden durch die umgebogenen Ränder der Lagerschale des Mittellagers gehalten. 71 Der Motor ist nun vollständig zerlegt. Prüfung und Instandsetzung 72 Die Vorgehensweise für folgende Teile entspricht im Wesentlichen Kapitel 1, Abschnitt 18. Zylinderblock und Kurbelgehäuse Kurbelwelle und Lager
Schwungrad
Dichtungen und Wellendichtringe
Zylinderkopf
73 Mit einem Haarlineal die Dichtfläche des Zylinderkopfs auf Verzug prüfen. Wird die vorgegebene Toleranz überschritten, muss die Fläche bei einem Fachbetrieb plangeschliffen werden. 74 Zerlegen und Instandsetzung siehe Kapitel 1, Abschnitt 39. Beachten, dass einfache Ventilfedern verbaut sind. Ölpumpe
75 Prüfschritte sind in Unterabschnitt B beschrieben. Kolben und Pleuel 76 Siehe Unterabschnitt B. 77 Werden ein oder mehrere Pleuel ersetzt, ist darauf zu achten, dass deren Gewicht dem des Originals entspricht. Mit einer genauen Waage wägen und bei Bedarf am neuen Pleuel an den in Abb. 13.7 markierten Stellen Material abtragen. Nockenwelle und Nockenstößel 78 Zeigen die Nockenwellenlagerzapfen oder Lager Verschleiß oder Riefen, sind Nockenwelle, Zylinderkopf oder beides zu erneuern. 79 Die Nockenstößel sind mit einer Messschraube auf Unrundheit zu prüfen. Sofern nicht unverschlissen, sind sie zu erneuern.
Zahnriemenspanner und Zahnriemen 80 Der Spanner ist eine geschmierte, abgedichtete Rolle. Die Laufruhe und Leichtgängigkeit durch Drehen mit den Fingern prüfen. Jedes Anzeichen von Rauheit oder Klappern deutet auf die Notwendigkeit eines neuen Bauteils hin (Foto).

5C.80 Zahnriemenspanner 81 Der Zahnriemen sollte in regelmäßigen Abständen auf korrekte Einstellung und Zustand geprüft werden (siehe Abschnitt 3 oder „Routinewartung“ am Anfang des Handbuchs). Bei Zahnausbrüchen, Rissen, Ausfransungen oder Ölverschmutzung ist der Zahnriemen zu erneuern.
Der Fahrzeughersteller empfiehlt, den Zahnriemen bei jedem Ausbau zu erneuern. Er sollte auf jeden Fall in den in Abschnitt 3 bzw. im Abschnitt „Routinewartung“ am Anfang dieses Handbuchs angegebenen Intervallen erneuert werden, als Vorsichtsmaßnahme gegen Riemenbruch und daraus folgende kostspielige Motorschäden.

Abb. 13.7 Materialabtragsstellen (Pfeile) am Pleuel – Motor 999 und 1108 cm³ (Abschn. 5C)

Abb. 13.8 Prüfen eines Nockenstößels auf Unrundheit – Motor 999 und 1108 cm³ (Abschn. 5C) TEIL D:
MOTORZUSAMMENBAU UND
EINBAU
Zusammenbau allgemein
1 Siehe Kapitel 1, Abschnitt 19.
Komplette Montage
2 Den Zylinderblock/Kurbelgehäuse auf der Werkbank stehend die Lagerschalenhälften in ihre Sitze im Kurbelgehäuse einsetzen (Foto). Sicherstellen, dass die Sitze absolut sauber sind, da Schmutz oder Sandkörner unter der Schale zum Klemmen führen, wenn die Kurbelwelle gedreht wird.

5D.2 Hauptlagerschale im Kurbelgehäuse
3 Der mittlere Lagersteg des Kurbelgehäuses trägt die Anlaufscheiben, die von den Nasen der Lagerschale gehalten werden (Foto).

5D.3 Kurbelwellen-Anlaufscheibe am Mittellager
4 Die Lagerschalen ölen und die Kurbelwelle in das Kurbelgehäuse absenken (Foto).

5D.4 Einbau der Kurbelwelle
5 Die Lagerschalen in die Hauptlagerdeckel einsetzen, wobei wieder darauf zu achten ist, dass die Schalensitze absolut sauber sind (Foto).

5D.5 Hauptlagerdeckel und Lagerschale
6 Die Hauptlagerdeckel in nummerierter Reihenfolge und richtig herum einsetzen (Foto).

5D.6 Einbau eines Hauptlagerdeckels
7 Die Gewinde der Hauptlagerdeckelschrauben reinigen, leicht ölen und handfest eindrehen. Alle Schrauben schrittweise auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen. Anschließend prüfen, ob sich die Kurbelwelle leicht und gleichmäßig dreht (Fotos).

5D.7A Erstes Anziehen einer Hauptlagerdeckelschraube

5D.7B Winkelanziehen einer Hauptlagerdeckelschraube
8 Nun das Kurbelwellen-Axialspiel prüfen. Dazu eine Messuhr oder Fühlerlehren zwischen die bearbeitete Schulter eines Lagerzapfens und die Seite des Lagerdeckels einsetzen (Foto). Die Kurbelwelle ganz in die eine und dann in die andere Richtung bewegen, damit der volle Verschiebeweg erfasst wird. Liegt das Axialspiel außerhalb des vorgeschriebenen Toleranzbereichs und wurden neue Lagerschalen eingebaut, ist beim Nachschleifen der Kurbelwelle ein Fehler aufgetreten.

5D.8 Prüfen des Kurbelwellen-Axialspiels mit der Messuhr
9 Einen neuen Simmerring in den hinteren Kurbelwellen-Dichtungsflansch einsetzen. Die Dichtlippen mit Fett einfetten. An der Dichtungsfläche des Simmerrings wird keine konventionelle Dichtung verwendet, sondern eine 3,0 mm starke Raupe aus RTV-Silikon-Sofortdichtmasse muss auf eine saubere Fläche aufgetragen werden, wie in Abb. 13.9 gezeigt (Foto).

5D.9 Einbau des hinteren Kurbelwellendichtflansches 10 Flansch festschrauben. Der RTV-Dichtstoff muss mindestens eine Stunde aushärten, bevor Öl mit ihm in Berührung kommt. 11 Motor auf die Seite legen und Kolben/Pleuel gemäß Unterabschnitt B einbauen.
12 Einen neuen Simmerring in die Ölpumpe einsetzen, die Dichtlippen ölen und die Pumpe mit einer neuen Flanschdichtung anschrauben (Fotos).

5D.12A Ölpumpendichtung

5D.12B Anziehen einer Ölpumpenschraube 13 Eine neue Dichtscheibe verwenden und die Baugruppe aus Ölsaugrohr und Filtersieb montieren.
14 Die hintere Motorplatte und danach das Schwungrad auf dem Befestigungsflansch montieren. Schraubensicherungsmittel auf die (sauberen) Gewinde der Schrauben auftragen und die Schrauben auf das vorgeschriebene Drehmoment eindrehen und anziehen (Foto). Das Schwungrad mit einem geeigneten Werkzeug gegen Verdrehen sichern, indem der Anlasserzahnkranz blockiert wird.

5D.14 Anziehen einer Schwungradschraube 15 Ölwanne gemäß Unterabschnitt B montieren.
16 Das Kurbelwellen-Zahnrad so montieren, dass die Steuermarkierung sichtbar ist. Die Zähne des Schwungradzahnkranzes blockieren, die Schraube des Zahnrads eindrehen und auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen (Fotos).

5D.16A Kurbelwellenzahnrad mit integrierter Passfeder

5D.16B Anziehen der Kurbelwellen-Steuerradschraube 17 Kupplung wie in Kapitel 5 beschrieben am Schwungrad montieren. Sicherstellen, dass die Kupplungsscheibe zentriert ist. 18 Zylinderkopf montieren. 19 Kühlmittelpumpe wieder anbauen. An der Trennfläche wird keine herkömmliche Dichtung verwendet. Stattdessen eine durchgehende Raupe RTV-Silikon-Sofortdichtung mit 3,0 mm Durchmesser auf die Anlagefläche der Pumpe auftragen. Vor dem Kontakt mit Kühlmittel mindestens eine Stunde aushärten lassen.
20 Die hintere Zahnriemenabdeckung montieren, danach den Zahnriemenspanner einbauen und in seiner eingedrückten Position arretieren (Foto).

5D.20 Montage der hinteren Zahnriemenabdeckung 21 Zahnriemen gemäß Abschnitt B montieren und spannen.
22 Die Kurbelwellenriemenscheibe anschrauben (Foto).

5D.22 Montage der Kurbelwellenriemenscheibe
23 Generator und Keilriemen wieder montieren (Foto).

5D.23 Generator und Keilriemen 24 Ölmessstab wieder einsetzen.
25 Den Ansaugkrümmer mit einer neuen Dichtung anschrauben und die Muttern auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen (Fotos).

5D.25A Dichtung Ansaugkrümmer

5D.25B Montage des Ansaugkrümmers 26 Vergaser bzw. Drosselklappengehäuse je nach Ausführung wieder anbauen. 27 Gegebenenfalls Kraftstoffpumpe, Isolierblock und Betätigungsstange montieren. Sicherstellen, dass beidseitig des Pumpenisolierblocks eine neue Dichtung eingelegt wird. 28 Thermostatgehäuse mit einer neuen Dichtung anschrauben.
29 Den Dichtring einer neuen Ölfilterpatrone einölen und die Patrone nur mit Handkraft festschrauben (Foto).

5D.29 Ölfilterpatrone und Aufnahme
30 Die Kühlmittelverteilerleitung an der Rückseite der Kühlmittelpumpe montieren. Eine neue Dichtung verwenden (Foto).

5D.30 Kühlmittelverteilerrohr
31 Den Abgaskrümmer mit einer neuen Dichtung anschrauben (Foto).

5D.31 Abgaskrümmer
32 Die Warmluft-Sammelplatte für den Luftfilter montieren (Foto).

5D.32 Heißluftsammelblech des Luftfilters 33 Gemäß Abschnitt 10 den Verteiler montieren. 34 Zahnriemenabdeckung anschrauben. 35 Nockenwellendeckel montieren; eine neue Dichtung verwenden, sofern die alte nicht in einwandfreiem Zustand ist. Motor/Getriebe – Verbindung und Montage 36 Motor aufrecht auf Holzklötze stellen, um die größere Tiefe des Getriebeglockengehäuses beim Anbau zu berücksichtigen. 37 Sicherstellen, dass die Kupplungsscheibe zentriert ist. Getriebe an den Motor ansetzen und das Getriebeglockengehäuse auf den Einzelbolzen und die Zentrierhülsen aufsetzen.
38 Die Verbindungsschrauben auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen, nachdem die Hebeöse angebracht wurde (Foto).

5D.38 Hebeöse am Flansch des Getriebeglockengehäuses 39 Anlasser anschrauben. 40 Abdeckplatte am Getriebeglockengehäuse anbringen, die unteren Schrauben jedoch noch nicht einsetzen, da sie die Stützkonsole des Schaltgestänges halten. 41 Motor und Getriebe sind nun zur Montage bereit. Die Arbeitsschritte entsprechen in umgekehrter Reihenfolge den zuvor beschriebenen, wobei folgende Punkte zu beachten sind. 42 Motor und Getriebe waagerecht halten und am Hebezeug aufhängen. 43 Sehr langsam absenken, bis die inneren Gelenkwellen in das Getriebe eingreifen. 44 Weiter absenken, bis die Antriebswellen vollständig eingesteckt und die Motorlager wieder verbunden sind. Hebezeug entfernen.
45 Alle Muttern und Schrauben auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen. Hinweis auf die Methode zum Verbinden des Kugelgelenks der Schaltstange mit einer Zange (Foto).

5D.45 Anschluss des Schaltgestänges mit Kugelpfanne 46 Motor mit Öl und Kühlmittel befüllen und das Getriebeöl nachfüllen.
Erstinbetriebnahme nach einer Grundüberholung
47 Siehe Kapitel 1, Abschnitt 45.

Abb. 13.9 Auftragsbereich der Silikondichtung am hinteren Kurbelwellendichtring-Halter (Abschn. 5D)
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