Grundieren und Lackieren der Karosserie
ALLGEMEINE ANGABEN
Vor Ausführung der in diesem Abschnitt beschriebenen Arbeiten die Unterabschnitte zur Beseitigung von Dellen (siehe Unterabschnitt 13.3.2), Kratzern (siehe Unterabschnitt 13.3.1) sowie Rost und Rissen (siehe Unterabschnitt 13.3.3) lesen.Es gibt viele Arten von Grundierung. Am besten geeignet sind im Allgemeinen Sets mit einem Behälter Grundierungspaste und einer Tube Härter. Für eine ebene und glatte Oberfläche ist ein breiter, flexibler Spachtel aus Kunststoff oder Nylon unerlässlich.
VORGEHENSWEISE
1. Eine kleine Menge Grundierung auf einem sauberen Stück Pappe anmischen. Genau die erforderliche Menge Härter zugeben (Herstellerangaben der Grundierung beachten), andernfalls härtet die Grundierung zu schnell oder sehr langsam aus.
2. Grundierung mit dem Spachtel auf die vorbereitete Fläche auftragen. Mit dem Spachtel über die Grundierung ziehen, um die Oberfläche zu glätten und die Grundierung auf der benötigten Fläche zu verteilen.
3. Nachdem die gesamte benötigte Fläche mit Grundierung bedeckt ist, das Auftragen der Grundierung beenden.
4. Wird die Grundierung zu lange aufgetragen, wird sie dickflüssig und haftet am Spachtel.
5. Weitere Grundierungsschichten im Abstand von 20 Minuten auftragen, bis die Oberfläche der Grundierung knapp über dem Niveau der umgebenden Oberfläche liegt.
6. Nach dem Aushärten der Grundierung überschüssiges Material mit einer Feile entfernen.
7. Anschließend die Oberfläche mit immer feinerem Schleifpapier bearbeiten. Schleifpapier stets um einen flachen Gummi- oder Holzklotz wickeln, andernfalls wird die Oberfläche nicht völlig eben.
8. In den letzten Schleifstufen das Schleifpapier regelmäßig in Wasser spülen. So wird eine sehr glatte Oberfläche erzielt.
9. In diesem Stadium sollte die grundierte Fläche von einem Ring aus blankem Metall umgeben sein, der seinerseits von einem Rand intakten Lacks umgeben ist. Reparaturbereich mit sauberem Wasser abspülen, um den gesamten Schleifstaub zu entfernen.
10. Den gesamten Bereich mit einer dünnen Schicht Kontrolllack überziehen. So werden alle Unebenheiten und Fehlstellen der Spachtelung sichtbar.
11. Diese Unebenheiten durch Auftragen einer neuen Grundierungsschicht beseitigen. Anschließend die Spachtelfläche erneut schleifen. Diesen Vorgang aus Auftragen der Kontrolllackierung und Grundierung wiederholen, bis die Grundierungsfläche zufriedenstellend ist und bündig mit der umgebenden lackierten Fläche abschließt.
12. Reparaturbereich mit sauberem Wasser reinigen und die Oberfläche trocknen lassen.
13. Bei Verwendung von Grundierung wird empfohlen, sie mit Zelluloseverdünnung zu einer sehr dünnflüssigen Paste zu verrühren, die sich ideal zum Füllen kleiner Löcher eignet.
14. Der Reparaturbereich ist nun für die letzte Stufe, das Lackieren, vorbereitet. Die Lackierung sollte in trockener, warmer Umgebung ohne Zug und Staub erfolgen. Diese Bedingungen sind in einer Werkstatt leicht einzuhalten. Bei Arbeiten im Freien muss der Tag für die Lackierung jedoch sehr sorgfältig gewählt werden.
15. Bei Arbeiten in einem Raum hilft es, den Boden mit Wasser zu befeuchten, um Staub zu binden, der sonst in der Luft bliebe.
16. Ist der Reparaturbereich auf ein Karosserieteil begrenzt, angrenzende Teile vor Lackspritzern schützen. So wird der Effekt leichter Farbabweichungen minimiert. Zierleisten und andere Anbauteile (wie Chromleisten, Türgriffe usw.) ebenfalls abdecken. Klebeband und mehrere Lagen Zeitungspapier zum Abdecken angrenzender Flächen verwenden.
17. Vor dem Lackieren die Sprühdose gründlich schütteln, dann Lack auf einer Kontrollfläche (z. B. einem alten Blech) aufsprühen, bis die Sprühtechnik beherrscht wird.
18. Reparaturbereich mit einer dicken Grundlackierung überziehen. Die erforderliche Schichtdicke wird durch mehrere dünne Lackschichten statt einer dicken Schicht erreicht.
19. Die Oberfläche der Grundlackierung mit sehr feinem Schleifpapier bearbeiten, bis sie sehr eben und glatt ist. Dabei den Arbeitsbereich und das Schleifpapier sorgfältig mit Wasser spülen. Die vorherige Lackschicht vollständig trocknen lassen, bevor eine neue aufgetragen wird.
20. Die letzte Lackschicht auftragen und dabei wieder die erforderliche Schichtdicke durch mehrere dünne Lackschichten erreichen. Mit dem Sprühen an einem Rand der zu lackierenden Fläche beginnen und dann mit gleichmäßigen Bewegungen von einer Seite zur anderen die gesamte zu lackierende Fläche sowie den angrenzenden Karosseriebereich im Umkreis von etwa 4–6 cm lackieren.
21. Alle Abdeckungen etwa 10–15 Minuten nach dem Auftragen der letzten Lackschicht entfernen.
22. Etwa zwei Wochen warten, bis der neue Lack ausgehärtet ist. Dann die Ränder des neuen Lacks mit einer Poliermaschine oder sehr feiner Schleifpaste mit dem Altlack verschleifen. Anschließend eine Politur auftragen.
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