Schmierungssystem des Motors – allgemeine Beschreibung
Das Schmierungssystem des Motors ist recht konventionell aufgebaut. Eine Zahnradölpumpe saugt Öl aus der Ölwanne über das Saugrohr und das Sieb an und fördert es unter Druck in den Patronen-Ölfilter. Vom Ölfilter fließt das Öl in Kanäle, die im Motorblock gebohrt sind, und versorgt die Hauptlager der Kurbelwelle sowie die beweglichen Bauteile des Zylinderkopfs. Aus den Hauptlagerzapfen der Kurbelwelle wird Öl abgezweigt, um die Pleuellager zu versorgen.
Die Lager, die unter Druck geschmiert werden, sind daher die Kurbelwellenhauptlager, die Pleuellager, die Nockenwellenlager und die Kipphebel.
Die übrigen beweglichen Teile erhalten Öl durch Spritzschmierung oder Tropfschmierung; dazu gehören die Steuerkette und zugehörige Teile, der Verteiler und der Kraftstoffpumpenantrieb, die Stößel, die Ventilschäfte und in gewissem Maße die Kolben.
Das Schmiersystem verfügt über zwei Sicherungen. Die erste ist ein druckgesteuertes Kugelventil im Kanal zwischen Ölpumpe und Ölfilter. Es wirkt als Filter-Bypassventil und lässt Öl direkt in den Ölkanal des Motorblocks strömen, hinter dem Filter, wenn der Filter verstopft ist und dem Ölfluss Widerstand entgegensetzt.
Das zweite System ist ein Öldruckbegrenzungsventil im Gehäuse der Ölpumpe, das den Öldruck auf den vorgeschriebenen Maximalwert begrenzt.
Motor – Ausbau und Einbau
Ausbau
1. Der Hersteller empfiehlt, den Motor von oben auszubauen, wobei das Getriebe im Fahrzeug verbleibt.
2. Batterie-Plus- und Minuspol abklemmen. Motorhaube abnehmen.
3. Luftfilter ausbauen.
4. Kühlsystem entleeren.
Kühlmittelschläuche von Wasserpumpe, Thermostatgehäuse und Zylinderkopf abklemmen.
Die Heizungsschläuche nicht vergessen.
5. Kraftstoffpumpen-Zulaufschlauch und (falls vorhanden) den Kraftstoff-Rücklaufschlauch abklemmen und verschließen.
Mit Kraftstoffaustritt rechnen.
6. Gas- und Choke-Zug am Vergaser abklemmen.
7. Unterdruckschlauch des Bremskraftverstärkers entweder am Verstärker oder am Saugrohr abklemmen.
Schlauch so sichern, dass er nicht beschädigt werden kann.
8. Steckverbindungen von Öldruckschalter und Zündspule (Niederspannungsklemmen) lösen.
Zündkabel von Zündspule zum Verteiler am Verteilerdeckel abziehen.
9. Motorkabelbaum-Steckverbinder abziehen, dabei die Verriegelung drücken.
10. Kupplungseingangswelle herausziehen.
11. Abgasvorrohr vom Krümmer abschrauben.
12. Die drei Schrauben der Schwungradabdeckung entfernen; sie sind von unten zugänglich.
13. Hebezeug am Motor befestigen und das Motorgewicht aufnehmen.
14. Getriebe mit Wagenheber oder Unterlegklötzen abstützen, dann die rechte Motorlagerung vollständig entfernen.
15. Die restlichen Schrauben zwischen Motor und Kupplungsglocke entfernen.
16. Sicherstellen, dass keine Anbauteile übersehen wurden, dann den Motor vorsichtig von der Kupplungsglocke abziehen und herausheben.
Einbau
17. Einbau in umgekehrter Reihenfolge des Ausbaus; bei Bedarf die entsprechenden Kapitel zu Rate ziehen. Wurde die Kupplung gelöst, die Kupplungsscheibe zentrieren, da die Kupplungseingangswelle sonst nicht eingesetzt werden kann.
Motor – erster Start nach der Instandsetzung
1. Sicherstellen, dass die Batterie voll geladen ist und alle Schmierstoffe, das Kühlmittel und der Kraftstoff aufgefüllt sind.
2. Wurde das Kraftstoffsystem zerlegt, muss der Anlasser den Motor mehrmals durchdrehen, bis das Benzin zum Vergaser gefördert wird.
3. Sobald der Motor zündet und läuft, nur im schnellen Leerlauf (nicht schneller) betreiben und auf Betriebstemperatur bringen.
4. Während der Motor warm wird, treten eventuell Gerüche und etwas Rauch auf, wenn heiße Teile Ölrückstände verbrennen. Auf Wasser- oder Ölverluste achten; bei größeren Undichtigkeiten sind diese deutlich sichtbar. Außerdem Auspuffrohr und Krümmerverbindungen prüfen, da diese ihre exakte gasdichte Lage oft erst unter Wärme und Vibration finden und mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgezogen werden müssen. Dies darf selbstverständlich nur bei abgestelltem Motor erfolgen.
5. Nach Erreichen der normalen Betriebstemperatur die Leerlaufdrehzahl einstellen und das Ventilspiel prüfen.
6. Motor abstellen und einige Minuten warten, um zu prüfen, ob bei stehendem Motor Schmierstoff oder Kühlmittel austritt.
7. Probefahrt durchführen, um die korrekte Steuerzeit sowie die nötige Laufruhe und Leistung zu prüfen. Motor nicht hochdrehen. Wurden neue Lager und/oder Kolben eingebaut, ist der Motor wie ein Neumotor zu behandeln und die ersten 500 Meilen (800 km) mit reduzierter Drehzahl einzufahren.
8. Wurden viele neue Innenteile eingebaut, empfiehlt es sich, das Motoröl und den Ölfilter nach den ersten 1000 Meilen (1600 km) zu wechseln.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum Opel Corsa: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.