Hintere Bremstrommel – Ausbau, Prüfung und Einbau
Hinweis: Vor Arbeitsbeginn den Hinweis zu Beginn von Abschnitt 6 über die Gefahren von Asbeststaub beachten.
Ausbau
1. Vorderräder unterlegen, dann die Fahrzeughinterseite anheben und auf Stützböcken absichern.
2. Das betreffende Hinterrad abnehmen und seine korrekte Einbaulage an der Trommel markieren.
3. Die Befestigungsschraube der Bremstrommel entfernen, dann die Feststellbremse lösen und die Trommel abziehen. Sitzt sie fest, die Bremsbacken zurückstellen: Dazu den Stopfen im Bremsankerblech entfernen und den Handbremshebel mit einem Schraubendreher nach außen drücken (siehe Abbildungen).

Entfernen der Befestigungsschraube der Bremstrommel

Zurückdrücken des Handbremshebels
Prüfung
Hinweis: Muss eine der Trommeln erneuert werden, sind beide gleichzeitig zu erneuern, um eine gleichmäßige und gleichbleibende Bremswirkung sicherzustellen.
4. Den gesamten Bremsstaub sorgfältig von der Trommel entfernen, dabei jedoch das Einatmen des Staubs vermeiden, da er gesundheitsschädlich ist.
5. Die Außenseite der Trommel gründlich reinigen und auf offensichtliche Verschleiß- oder Schadensspuren prüfen, etwa Risse um die Radschraubenbohrungen; bei Bedarf die Trommel erneuern.
6. Die Innenseite der Trommel sorgfältig prüfen.
Leichte Riefen an der Reibfläche sind normal; bei starken Riefen muss die Trommel erneuert werden. Üblicherweise bildet sich am innenliegenden Trommelrand ein Rand aus Rost und Bremsstaub; dieser sollte abgekratzt und die Fläche mit feinem Schleifpapier (Körnung 120 bis 150) geglättet werden. Ist der Rand jedoch darauf zurückzuführen, dass die Reibfläche durch übermäßigen Verschleiß eingefallen ist, muss die Trommel erneuert werden.
7. Ist die Trommel vermutlich übermäßig verschlissen oder unrund, ist ihr Innendurchmesser mit einer Innenmessschraube an mehreren Stellen zu messen. Die Messungen paarweise durchführen, die zweite rechtwinklig zur ersten, und die Werte vergleichen, um Unrundheit festzustellen.
Sofern die Bremstrommel dabei nicht über den vorgegebenen Maximaldurchmesser hinaus vergrößert wird, kann sie ggf. durch Abdrehen oder Schleifen nachgearbeitet werden. Ist dies nicht möglich, müssen die Trommeln auf beiden Seiten erneuert werden.
Hinweis: Wenn die Trommel abgedreht werden soll, müssen beide Trommeln nachgearbeitet werden, damit auf beiden Seiten der gleiche Innendurchmesser erhalten bleibt.
Einbau
8. Wird eine neue Bremstrommel eingebaut, das eventuell aufgebrachte Konservierungsmittel im Inneren mit einem geeigneten Lösungsmittel entfernen.
9. Sicherstellen, dass die Anlageflächen von Trommel und Nabenflansch sauber und trocken sind, und sämtliche Korrosionsspuren entfernen.
10. Sicherstellen, dass der Anschlagstift des Handbremshebels korrekt am Rand des Bremsbackenstegs anliegt, und die Trommel dann auf der Nabe positionieren. Ggf. muss die Länge der Nachstellstrebe verkürzt werden, indem das Strebenrad gedreht wird, damit die Trommel über die Bremsbacken geschoben werden kann.
11. Die Befestigungsschraube der Trommel wieder einsetzen und fest anziehen.
12. Das Belag-Trommel-Spiel einstellen, indem die Fußbremse mindestens fünfzehnmal betätigt wird. Dabei einen Helfer die hinteren Trommeln abhören lassen, um zu prüfen, ob die Nachstellstrebe korrekt arbeitet. Ist dies der Fall, ist bei getretenem Pedal ein Klickgeräusch von der Strebe zu hören.
13. Nach der Einstellung des Belag-Trommel-Spiels die Handbremse prüfen und ggf. einstellen.
14. Das Rad anbauen und dabei die beim Ausbau angebrachten Markierungen ausrichten. Das Fahrzeug absenken und die Radschrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.
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