Prüfung der Bremsanlage
Bremsschlauch biegen, um Beschädigungen festzustellen
Messen Sie mit dem Messschieber die Dicke des Belags a der Vorderradbremse einschließlich Metallträger. Sie muss mindestens 7 mm betragen
Die Dicke des Belags a der Hinterradbremse einschließlich Metallträger muss mindestens 7 mm betragen
ACHTUNG
Staub, der durch Belagverschleiß entsteht und sich an den Bremsbauteilen ansammelt, kann gesundheitsschädlichen Asbest enthalten. Diesen Staub nicht mit Druckluft ausblasen und nicht einatmen! Keine benzinbasierten Lösungsmittel zum Entfernen von Staub verwenden. Staub mit speziellem Bremsenreiniger oder Methylalkohol in einen Auffangbehälter abspülen. Nach dem Abwischen der Bremsbauteile mit einem feuchten Tuch sind dieses Tuch und der Inhalt des Auffangbehälters in einem verschlossenen und beschrifteten Behälter aufzubewahren. Nach Möglichkeit künftig asbestfreie Bauteile verwenden.Neben den regelmäßigen Prüfintervallen ist der Zustand der Bremsen auch bei jedem Radwechsel oder bei Anzeichen einer Störung im System zu prüfen. Für die Fahrsicherheit sind die nachfolgend beschriebenen Prüfverfahren für die Bremsanlage die wichtigsten aller Wartungsarbeiten am Fahrzeug.
Anzeichen einer Störung der Bremsanlage
VORGEHENSWEISE
1. Scheibenbremsen können integrierte Verschleißanzeiger für die Reibbeläge besitzen, die signalisieren, dass der Belagverschleiß die Grenze erreicht hat. In diesem Fall sind die Beläge sofort zu erneuern, andernfalls werden die Bremsscheiben beschädigt und erfordern eine kostspielige Reparatur.
2. Jedes der folgenden Anzeichen kann auf einen möglichen Fehler der Bremsanlage hinweisen:
a) Beim Betätigen des Bremspedals zieht das Fahrzeug zu einer Seite b) Die Bremsen erzeugen beim Bremsen schleifende oder quietschende Geräusche c) Das Bremspedal hat übermäßigen Leerweg d) Das Bremspedal pulsiert (dies ist nur beim Arbeiten des ABS normal) e) Bremsflüssigkeit tritt aus (meist an der Innenseite des Reifens oder Rades).
3. Beim Auftreten mindestens eines dieser Anzeichen ist die Bremsanlage sofort zu prüfen. Bremsleitungen und -schläuche
ACHTUNG
Im Bremssystem werden hauptsächlich Stahlbremsleitungen verwendet, mit Ausnahme der flexiblen, verstärkten Schläuche an den Vorderrädern und der Verbindungen an der Hinterachse. Eine regelmäßige Sichtprüfung aller dieser Leitungen ist sehr wichtig.4. Fahrzeug auf ebener Fläche abstellen und Motor ausschalten. Radkappen abnehmen. Radbolzen aller vier Räder lösen, aber nicht entfernen.
5. Fahrzeug anheben und sicher auf Stützen absetzen.
6. Räder abnehmen.
7. Alle Bremsleitungen und -schläuche auf Risse und Scheuerstellen der äußeren Ummantelung, Undichtigkeiten, Aufblähungen und Verformungen prüfen. Die Bremsschläuche vorne und hinten auf Anzeichen von Erweichung, Rissen, Verformungen oder Verschleiß durch Reibung an anderen Bauteilen prüfen. Alle Anschlussverschraubungen auf Undichtigkeiten prüfen und sicherstellen, dass alle Schrauben und Klemmen der Bremsschläuche fest angezogen sind.
8. Bremsschlauch mit den Händen in beide Richtungen biegen, um Beschädigungen festzustellen. Schläuche nicht verdrehen. Die Richtung der auf dem Schlauch aufgebrachten farbigen Linie beachten!
9. Drehen Sie das Lenkrad nach rechts und links bis zum Anschlag. Die Schläuche dürfen dabei nicht an Fahrzeugteilen anliegen oder scheuern.
10. Bei Flüssigkeitsaustritt oder Beschädigungen müssen diese sofort behoben werden. Prüfen der Bremsbelagdicke
ACHTUNG
Die Dicke der äußeren Bremsbeläge kann durch die Öffnung in der Radscheibe mit einer Taschenlampe geprüft werden. Der innere Belag kann mit einer Taschenlampe und einem Spiegel geprüft werden. Soll die Belagdicke genauer bestimmt werden, ist das Rad abzunehmen und der Belag mit einem Messschieber zu messen.Scheibenbremse Vorderrad
ACHTUNG
Erfahrungsgemäß ist der Verschleiß des Bremsbelags am Rad auf der Beifahrerseite größer als auf der Fahrerseite. Daher wird empfohlen, zur Prüfung der Belagdicke das Rad auf der Beifahrerseite abzunehmen.11. Markieren Sie die Position des Vorderrads zur Radnabe mit Farbe. Dadurch kann das ausgewuchtete Rad in seiner ursprünglichen Position montiert werden. Lösen Sie die Radschrauben. Das Fahrzeug muss dabei auf dem Boden stehen. Heben Sie den vorderen Teil des Fahrzeugs an und sichern Sie es auf Stützen. Demontieren Sie das Vorderrad.
12. Messen Sie mit einer Schieblehre die Dicke des Belags a mit Metallrückenplatte an den inneren und äußeren Bremsbelägen.
13. Die Verschleißgrenze des vorderen Bremsbelags beträgt 7 mm (mit Trägerplatte). In diesem Fall muss der Bremsbelag ersetzt werden, siehe Unterabschnitt Austausch der vorderen Bremsbeläge.
14. Montieren Sie das Vorderrad so, dass die bei der Demontage angebrachten Markierungen übereinstimmen. Die Radschrauben werden nicht geschmiert. Setzen Sie die Radschrauben ein. Senken Sie das Fahrzeug auf die Räder ab und ziehen Sie die Radschrauben über Kreuz mit einem Drehmoment von 120 N·m an.
ACHTUNG
Erfahrungsgemäß entspricht 1 mm Belagverschleiß mindestens 1000 km Fahrstrecke. Dieser Richtwert gilt für ungünstige Betriebsbedingungen. Unter normalen Bedingungen ist der Verschleiß deutlich geringer. Bei einer Belagdicke von 10,0 mm kann der Belag noch mindestens 3000 km verwendet werden.Scheibenbremse Hinterrad
15. Prüfen Sie die Dicke des äußeren Bremsbelags durch die Öffnung in der Radscheibe, gegebenenfalls mit einer Taschenlampe. Die Radscheibe muss nicht demontiert werden. Falls eine Radkappe vorhanden ist, muss diese abgenommen werden.
16. Prüfen Sie den inneren Bremsbelag mit einer Lampe und einem Spiegel.
17. Die Verschleißgrenze der hinteren und vorderen Bremsbeläge beträgt 7 mm einschließlich der Trägerplatte. Feststellbremse
18. Die einfachste und wohl offensichtlichste Methode zur Prüfung der Feststellbremse ist, das Fahrzeug an einem steilen Hang mit angezogener Feststellbremse und in Leerlaufstellung des Getriebes abzustellen (bei der Prüfung müssen Sie im Fahrzeug sitzen). Wenn die Feststellbremse das Fahrzeug nicht am Wegrollen hindert, muss sie eingestellt werden.
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