Torsen-Verteilerdifferential
Wie bereits erwähnt, dient das Verteilerdifferential (bzw. Mittendifferential) dem Ausgleich der Kräfte zwischen Vorder- und Hinterachse. (Die Differentiale der Vorder- und Hinterachse arbeiten unabhängig davon.)
Es ist hinten in einer Einheit mit dem Getriebe angeordnet.
Der Name Torsen stammt übrigens von der Firma Gleason, einem Getriebehersteller, bei der dieses Differential erfunden wurde. Die Bezeichnung ist eine Abkürzung der englischen Wörter Torque Sensing, was etwa „Drehmoment-Fühlung“ bedeutet. Sie beschreibt damit gewissermaßen die Wirkungsweise:
Dieses Differential leitet die größere Antriebskraft auf die Achse mit der besseren Fahrbahnhaftung.
Dies geschieht so, dass eine Achse bis zu 3,5-mal so viel Kraft übertragen kann wie die andere.
Bei gleich guter Fahrbahn (unter beiden Achsen) erfolgt jedoch eine gleichmäßige Verteilung der Antriebskraft auf Vorder- und Hinterachse – keine Bevorzugung einer der Antriebsachsen.
Funktionsprinzip
Das Torsen-Differenzial beruht auf dem Prinzip des Schneckengetriebes und nutzt dessen grundlegende Wirkprinzipien:
Ein Schneckengetriebe kann so ausgelegt werden, dass es eine hohe oder niedrige Sperrwirkung aufweist.
Die Höhe der Sperrwirkung hängt vom Steigungswinkel der Schnecke ab, also davon, ob die Schnecke flache oder steile Gänge aufweist.
Ein Beispiel für eine flache Schnecke mit hoher Sperrwirkung ist der Wagenheber: Der Kurbelgriff hebt über die Schnecke das Fahrzeug an, das Fahrzeug kann trotz seines Gewichts aber den Kurbelgriff niemals zurückdrehen und den Wagenheber absenken.
Aufbau
Durch eine raffinierte Konstruktion aus insgesamt acht Schneckenrädern und 12 Zahnrädern, die mit dem Differenzialgehäuse, der Hohlwelle sowie den vorderen und hinteren Antriebswellen verbunden sind, wird die im letzten Abschnitt beschriebene Wirkung optimal erreicht.
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