Regelmäßige Wartung
Zuverlässigkeit und Sicherheit sind ohne Pflege und Wartung undenkbar. Andernfalls sollte man sich nicht wundern, wenn Probleme mit dem Fahrzeug auftreten. Wo und wann man vorsorgen sollte, steht in den ausführlichen Wartungsanleitungen, die Audi erstellt hat.
Wartungsintervalle
Für Ihren Audi 80 gelten folgende Wartungsvorschriften:
Hauptuntersuchung mit gleichzeitiger Prüfung der Abgasemissionen – einmal jährlich.
Inspektion mit zusätzlichen Arbeiten alle 30 000 und 60 000 gefahrenen km.
Ölwechsel, wenn das Fahrzeug im Jahr mehr als 15 000 km zurücklegt und damit das jährliche Prüfintervall überschreitet. Für Fahrer, die im Jahr große Strecken (mehr als 15 000 km) fahren und für regelmäßige Inspektionen Werkstätten in Anspruch nehmen, können sich ungünstige Überschneidungen ergeben. Bei 20 000 km im Jahr sollte der Ölwechsel bereits vor der jährlichen Inspektion durchgeführt werden. Wer im Jahr 25 000 km fährt, sollte die 30 000-km-Inspektion besser nach Ablauf des Jahresintervalls durchführen. Wer alle Arbeiten selbst erledigt, kann je nach Bedarf entscheiden, was und wann er durchführen möchte.
Alle zwei Jahre müssen Audi-Fahrer die Bremsflüssigkeit wechseln.
Plan für die Wartung in Eigenregie
Auch der in diesem Handbuch beschriebene Wartungsplan basiert auf den Empfehlungen von Audi; die Reihenfolge der einzelnen Punkte wurde speziell für diejenigen zusammengestellt, die gern alles selbst machen.
Wer kann die Arbeiten ausführen?
Garantieservice
Fast alle Wartungsarbeiten am Audi 80 können Sie selbst ausführen. Die „Ampel für Autofahrer“ zeigt Ihnen dabei den richtigen Weg:
Für den Autofahrer ist der Weg frei. Diese Arbeit können Sie mit dem Wissen aus diesem Handbuch selbst durchführen und so Geld sparen.
Die Arbeit ist zwar nicht schwer, aber in den meisten Fällen stehen Ihnen möglicherweise nicht die erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung.
Halt, hier sollte besser die Werkstatt arbeiten. Es werden spezielle Werkzeuge oder Geräte benötigt. Der Zeitaufwand lohnt sich nicht, weil die Werkstatt deutlich schneller arbeitet, oder für die Ausführung der Arbeiten sind spezielle, tiefergehende Kenntnisse erforderlich.
Wenn Ihr Audi 80 jünger als ein Jahr ist oder der Motor ausgetauscht wurde, verlangt der Hersteller, dass die Wartungsarbeiten fristgerecht in einer Audi-Vertragswerkstatt durchgeführt werden. Andernfalls kann Ihnen die Unterstützung auch in berechtigten Garantiefällen verweigert werden. Wer die Vorteile der „Mobilitätsgarantie“ nutzen möchte, muss mindestens einmal im Jahr eine Werkstatt aufsuchen.
Diagnose in der Audi-Werkstatt
Die Fehlersuche ist oft der teuerste Posten auf der Werkstattrechnung – besonders dann, wenn es um Erscheinungen geht, die nur gelegentlich auftreten. Was wäre daher zuverlässiger als die Überprüfung der „Nervenbahnen“ des Fahrzeugs, um auf diese Weise sofort das Problem in seiner ganzen Tiefe zu erkennen?
Funktionsprinzip
Die zahlreichen Steuergeräte, die in Audi-Fahrzeugen eingebaut sind, können sich selbst diagnostizieren. Dazu gehören unter anderem die Steuergeräte für das Einspritzsystem, das Zündsystem (Modelle mit 5-Zylinder-Motor), das Antiblockiersystem, EDS (elektronische Differentialsperre), den Airbag oder die Klimaanlage. Ein solches Steuergerät ist in der Lage zu diagnostizieren, wenn es mit einem Fehlerspeicher ausgestattet ist, der alle Störungen während des Fahrzeugbetriebs aufzeichnet.
Das Steuergerät kann mit dem Diagnosegerät der Werkstatt verbunden werden, indem man den zentralen Stecker zum Anschluss des Diagnosezentrums am Gehäuse der zentralen Verteilereinheit des Fahrzeugs anschließt.
So funktioniert es
Die richtige Nutzung der Abfragemöglichkeiten des Fehlerspeichers sieht folgendermaßen aus: Der Fahrer fährt mit seinem Audi in die Werkstatt, und noch vor Beginn aller Arbeiten wird das Fahrzeug an das Diagnosegerät angeschlossen. Von diesem wird ein vollständiges Fehlerprotokoll ausgedruckt, das die Daten der Fehlerspeicher aller diagnosefähigen Steuergeräte enthält.
Die Prüfung führt der Kfz-Mechaniker programmgesteuert durch, indem er die entsprechenden Anweisungen auf dem Display befolgt. Das Endergebnis ist die genaue Bestimmung der Baugruppen und Aggregate, die instand gesetzt werden müssen.
Diagnose der Stellglieder
Ein entscheidender Faktor für eine schnelle und korrekte Reparatur ist auch die Funktion des Diagnosegeräts, die Audi als StellgliedDiagnose bezeichnet. Gemeint ist Folgendes: Elektrische Funktionen wie die Ansteuerung des Relais der Kraftstoffpumpe, des Magnetventils für den Aktivkohlebehälter oder des Leerlaufstellventils können mit dem Diagnosegerät verbunden werden.
Auf diese Weise lässt sich eindeutig feststellen, ob die Ursache in einer defekten Verkabelung liegt oder ob das Steuergerät selbst nicht funktioniert (seine Funktion, die nicht durch Motorgeräusche übertönt wird, ist in der Regel gut zu hören). Dies erleichtert die Fehlersuche erheblich.
Abfrage des Fehlerspeichers
Bei der Wartung gehört die Abfrage des Fehlerspeichers zum Arbeitsumfang. So kann die Werkstatt sich ein Bild von möglichen Störungen der elektronischen Baugruppen des Fahrzeugs machen, ohne den Kunden ausführlich befragen zu müssen.
Wer die Wartung selbst durchführt, kann auf diesen Punkt bei der Arbeit verzichten, da er das Fahrzeug im täglichen Betrieb beobachtet – er müsste mögliche Störungen also bemerkt haben.
Eigenständige Diagnose
Die Zeiten, in denen Autofahrer, wie beim VW „Käfer“, alle Arbeiten am Fahrzeug selbst ausführen konnten, sind endgültig vorbei. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Eigenreparatur des eigenen Fahrzeugs völlig unmöglich ist. Ganz im Gegenteil. Man muss lediglich die Arbeitsweise leicht anpassen und moderne Technik nutzen.
So können beispielsweise die Ergebnisse der Fehlerspeicherabfrage, die die Werkstatt durchführt, durchaus auch zu Hause genutzt werden. Das folgende Beispiel soll diesen Gedanken veranschaulichen.
Beispiel
Ein 85-PS-Motor mit Digifant-Einspritzsystem zeigt unter Volllast Leistungsmangel. Tückischerweise ist er nicht ständig so schwach, sondern nur von Zeit zu Zeit.
Als erfahrene Hobbymechaniker haben wir das Fahrzeug bereits anhand der Punkte überprüft, die in diesem Handbuch im Abschnitt Fehlerübersicht Digifant-Einspritzsystem aufgeführt sind.
Im üblichen Fall hätten wir den Fehler sicher bereits gefunden, aber die Tatsache, dass er nur von Zeit zu Zeit auftritt, erschwert die Suche.
An diesem Beispiel zeigt sich der klare Vorteil des Fehlerspeichers, denn er speichert auch sporadisch auftretende Störungen.
Ergebnis der Fehlerspeicherabfrage: Defekt am Drosselklappen-Winkelsensor (Kontakt locker).

Die Fehlerspeicher verschiedener Steuergeräte werden mit diesem Diagnosegerät abgefragt. Damit lässt sich eine schnelle Bewertung vornehmen und das jeweilige Steuergerät sowie seine Informationsgeber diagnostizieren. Außerdem können die im Fehlerspeicher enthaltenen Informationen mit diesem Gerät gelöscht werden.

Im Sicherungskasten (Zentralmodul) befinden sich Steckverbindungen (Pfeile), an die das Diagnosegerät V-A-G 1551 angeschlossen werden kann.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum Audi 80: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.