Radeinstellung und Lenkwinkel - Allgemeine Informationen
Eine korrekte Vorderradeinstellung ist für präzise Lenkung und Fahrverhalten sowie für gleichmäßigen Reifenverschleiß unerlässlich. Vor allen Prüf- oder Einstellarbeiten sicherstellen, dass die Reifen korrekt aufgepumpt sind, dass alle Lenk- und Fahrwerksgelenke sowie Gestänge in einwandfreiem Zustand sind und dass die Räder, besonders an den Felgen, nicht verbogen oder verzogen sind. Das Fahrzeug muss außerdem auf ebenem, waagerechtem Untergrund stehen, mit genügend Platz, um es etwa um die halbe Fahrzeuglänge vor- und zurückzuschieben.
Die Vorderradeinstellung besteht aus vier Größen. Der Sturz ist der Winkel, um den die Räder aus der Senkrechten geneigt sind, von vorn oder hinten am Fahrzeug betrachtet.
Der positive Sturz ist der Winkel (in Grad), um den die Räder oben von der Senkrechten nach außen geneigt sind.
Der Nachlauf ist der Winkel zwischen der Lenkachse und einer Senkrechten, betrachtet von jeder Fahrzeugseite. Positiver Nachlauf liegt vor, wenn die Lenkachse am oberen Ende zum Heck des Fahrzeugs geneigt ist.
Die Lenkachsneigung ist der Winkel, betrachtet von vorn oder hinten am Fahrzeug, zwischen der Senkrechten und einer gedachten Linie zwischen den oberen und unteren Aufnahmen des vorderen Federbeins.
Die Vorspur ist der Unterschied zwischen dem Abstand der vorderen Innenkanten der Räder und dem Abstand der hinteren Innenkanten, gemessen auf Nabenhöhe. Ist der Abstand vorn kleiner als hinten, spricht man von Vorspur. Ist er größer als hinten, spricht man von Nachspur.
Sturz, Nachlauf und Lenkachsneigung werden bei der Fertigung eingestellt und sind nicht einstellbar. Sofern das Fahrzeug nicht unfallbeschädigt ist oder die Aufnahmen bzw. Gelenke der Radaufhängung stark verschlissen sind, kann davon ausgegangen werden, dass diese Einstellungen korrekt sind. Falls aus irgendeinem Grund Zweifel an der korrekten Einstellung bestehen, sollte die Überprüfung einem Opel-Händler überlassen werden, der über die notwendige Spezialausrüstung zur Messung der geringen Winkel verfügt.
Die Vorspur der Vorderräder kann jedoch auch vom Heimwerker überprüft und eingestellt werden. Dazu wird zunächst ein Spurmessgerät benötigt. Zwei Arten von Messgeräten sind erhältlich und im Kfz-Zubehörhandel erhältlich. Die erste Art misst den Abstand zwischen den vorderen und hinteren Innenkanten der Räder, wie zuvor beschrieben, bei stehendem Fahrzeug. Die zweite Art, die als Schleifplatte bekannt ist, misst die tatsächliche Lage der Reifenaufstandsfläche gegenüber der Fahrbahn bei fahrendem Fahrzeug. Dazu wird der vordere Reifen über eine Platte geschoben oder gefahren, die sich entsprechend dem seitlichen Schleifen des Reifens leicht verschiebt und diese Bewegung auf einer Skala anzeigt.
Beide Arten haben Vor- und Nachteile, doch können beide bei korrekter und sorgfältiger Anwendung zufriedenstellende Ergebnisse liefern.
Viele Reifenfachbetriebe überprüfen die Vorspur auch kostenlos oder gegen einen geringen Betrag.
Achten Sie darauf, dass die Lenkung bei den Messungen in Geradeausstellung steht.
Falls eine Einstellung erforderlich ist, reinigen Sie die Enden der Spurstangen im Bereich des Einstellbolzens und der Klemmschrauben.
Lösen Sie die Klemmschrauben (je eine am Spurstangenkugelgelenk und eine an der Spurstange auf jeder Seite) und drehen Sie den Einstellbolzen an jeder Spurstange um denselben Betrag in dieselbe Richtung (siehe Abbildung). Drehen Sie jeden Bolzen jeweils nur um eine Vierteldrehung, bevor Sie erneut messen.

Einstellpunkte der Vorspur (nur eine Seite dargestellt)
- Klemmschrauben
- Einstellbolzen
Ist die Einstellung korrekt, ziehen Sie die Klemmschrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an. Prüfen Sie, dass die Spurstangenlängen auf 5 mm übereinstimmen und dass die Lenkradspeichen in der korrekten Geradeausstellung stehen.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum Opel Corsa: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.